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Unterzuckerung oder Vorstufe Schlaganfall?
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D. Behl
Rang: Gastam 01.12.2006 18:25:16
Kurz die Vorgeschichte:
Mein Schwiegervater, Diabetes Typ 2 (bekannt seit etwa 20 Jahren), wird seit etwa 6 Wochen auf Langzeitinsulin/Spritzen eingestellt. Dies klappt in Absprache mit dem Arzt auch ganz gut. Vorher wurde die Diabetes mit Medikamenten behandelt.
Nun stand heute eine Untersuchung in der Uni an, da er extreme Schmerzen an beiden Füßen hat, und nur noch sehr eingeschränkt laufen kann, bzw. ständig Schmerzmittel benötigt. Diese (nicht Diabetikerabhängige) Erkrankung muß operiert werden. Wir waren seit dem Frühstück 3 Stunden unterwegs. Er hatte sich nichts zu essen mitgenommen. Dann merkte er, es geht ihm nicht mehr so gut. SchwiMu hatte Traubenzucker dabei. Er hat 2 Stück genommen. Dann hat mein Mann Brötchen besorgt, und wir sind nach Hause gefahren.
Bereits bei der Abfahrt merkten wir, daß er etwas "zerstreut" wirkte. Gut, nichts ungewöhnliches. Er ist 75, manchmal hat er das auch zu Hause. Diese Untersuchungen bedeuten führ Ihn auch große Aufregung. Er hat, denke ich Angst vor der OP, hatte auch Angst, gleich im Krankenhaus bleiben zu müssen. Das Brötchen, daß ich ihm reichen wollte, konnte er nicht greifen. Er erwähnte, daß er auf einem Auge auf einmal nicht richtig sehen kann. SchwiVa hat dann gegessen, und wir haben uns noch unterhalten über sein Sehproblem. Er meinte, daß er das manchmal habe. Wir machten uns alle Sorgen. Sprachen darüber, heute noch einen Augenarzt zu Rate zu ziehen.
Etwa 10-15 Minuten später stellten wir fest, daß Schwiva keine Antworten mehr auf unsere Fragen gab. Er war kreidebleich, versuchte dann zu antworten. Sein Gesicht verzog sich wie bei einem Schlaganfall. D. h. die linke Seite hing völlig runter (Lippe, Auge)., ich dachte, daß wars. Wir kommen nicht mehr alle nach Hause.
Dann ging alles ganz schnell. Runter von der Autobahn, die nächste Haltemöglichkeit nutzen wir. Rettungssanitäter informiert, der Notarzt kam dann später auch dazu.
Bis diese eintrafen, hatte SchwiVa sich wieder erholt, konnte wieder deutlich und zusammenhängend sprechen. Der Notarzt stellte einen Zuckerwert von 118 fest. Die Diagnose ist wahrscheinlich Unterzuckerung, aber auch ein Vorbote eines Schlaganfalles wäre möglich.
SchwiVa wurde auf eigenen Wunsch "nicht" ins Krankenhaus eingeliefert. Uns wurde angeraten, Ihn neurologisch untersuchen zu lassen. Dies werden wir natürlich auch tun.
Nun meine Frage (ich bin noch relativer Diabetes-Laie, und versuche mich gerade in die Materie einzuarbeiten): hat jemand ähnliche Symptome bei Unterzuckerung?
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klausdn
Rang: Gastam 01.12.2006 20:39:42
hallo ,
wie kommt ihr auf unterzuckerung ??
unterzucker ist unter 50 !
der wert 118 ist absolut normal(für diabetiker.)
einseitig verrzertes/schlaffes gesicht deutet doch nicht auf uz hin !
sorry wenn das mal gesagt wird, aber schmerzen in den beinen "sind " dm folgen , schlechtes sehen
"ist" eine dm folge, und deutet auf jahrelange bescheidene bz führung hin.
lest doch mal nach unter - pnp - retinopathie -
hier gibt es extra ein augenforum weil es eine folge von dm ist.
ich würde das kh empfehlen.
mfg klaus
von klausdn -
Heiko
Rang: Gastam 01.12.2006 21:07:25
Na ja, 118 ist zwar kein Unterzucker, aber der Wert wurde ja erst viel später gemessen, als der Notarzt eintraf. Da kann in der Zwischenzeit viel passiert sein! So weit ich das verstanden habe, hat der Mann Traubenzucker und ein Brötchen außer Plan gegessen und war trotzdem nur bei 118!
Die Schilderung mit unansprechbar und kreidebleich sieht mir schon eher nach einer Unterzuckerung aus. Zumindest könnte es auch eine sein. Auch Sehstörungen kenn ich z.B. von Unterzuckerungen (sogar als erstes Anzeichen einer solcher). Wenn es eine heftige Unterzuckerung gewesen sein sollte, dann kann die sogar noch ein paar Tage nachwirken!
Aber ohne Messungen gleich bei den Anzeichen bleibt alles Spekulation. Ich meine, mit Schlaganfällen kenne ich mich nicht aus, aber eine Unterzuckerung halte ich in dem Fall durchaus für eine mögliche Ursache für die Symptome. von Heiko -
Elsbeth
Rang: Gastam 01.12.2006 22:25:38
Das liest sich verdächtig nach Schlaganfall.
Der Patient sollte schnellstmöglich ein Krankenhaus mit stroke unit aufsuchen! von Elsbeth -
thomas2002
Rang: Gastam 02.12.2006 12:35:44
eine halbseitige gesichtslähmung und sprachschwierigkeiten sind ein zeichen für einen schlaganfall. das etwas fahrige verhalten kann auch ein zeichen für leichtere schläge sein. von thomas2002 -
Dbehl
Rang: Gastam 02.12.2006 19:34:57
Erst mal vielen Dank für alle Antworten.
Zwischen den Sympthomen und dem Notarzt vergingen etwa 15-20 Minuten. Deshalb könnte sich der BZwert durch das gegessene Brötchen in der Zwischenzeit erholt haben.
Gestern abend und heute morgen waren die BZwerte noch stark erhöht, aber ansonsten hat er sich "normal" verhalten. Heut abend hat er wieder einen BZ von 120.
Sein Hausarzt war bzw. ist übers Wochenende nicht zu erreichen. Ich werde aber am Montag früh gleich mit Ihm nochmal zum Arzt gehen. Alles genau schildern, und auf entsprechende Untersuchungen drängen, um das Schlaganfallrisiko auszuschließen.
Es ist mir schon etwas mulmig. Wäre er mein Partner oder mein Kind, hätte ich ihn auf jeden Fall im Krankenhaus checken lassen. Aber wir können Ihn ja nicht entmündigen. Wir beobachten ihn alle sehr genau. Sollte irgend ein außergewöhnliches Anzeichen auftreten, ruf ich den Notarzt, und dann muß er ins Krankenhaus. Ob er will oder nicht. Es ist nicht einfach mit älternen Personen. Bisher waren er und seine Frau noch sehr selbständig. Er wollte heute schon wieder Auto fahren. Wir haben ihm das ausgeredet. Ich glaube, da liegen noch einige Kämpfe und unschöne Entscheidungen vor uns. Und wir müssen uns intensiv mit der Materie Diabetes beschäftigen! -
Mike
Rang: Gastam 03.12.2006 17:50:06
Hallo,
also wenn ich mir Die Antworten der Einzelnen hier betrachte klingt das alles grausam. Wie kann man hier jemanden unbedingt raten zu einem Notarzt zu gehen oder gleich in eine stroke unit (oder so ähnlch) zu gehen?
Besserwisserei hilft hier bestimmt nicht, das kommt hier so rüber.
Und dann noch PNP?
Geht es nicht jedem mal so, wenn er morgens aufwacht und noch nciht fitt ist oder zuvor eine anstrengenden Abend/Nacht gehabt hat, daß man genauso fertig aussehen kann?
Hatte er schon vorher mal solche Anzeichen gehabt? Man sollte Diabetologen und andere Ärzte in einem Verbund diese Problem angehen, damit der Patient nicht noch mehr mitgenommen wird durch evtl. Fehldiagnosen. Leider sind die Ärzte meist jeder für sich auf seinem `Fachgebiet` und deshalb kommt es oft zu Fehldiagnosen.
Die Patienten sind meist die Gelackmaierten.
Mike -
Mathias Spieker
Rang: Gastam 03.12.2006 19:14:04
Hallo,
ich glaube es hat nichts mit Panikmache zu tun,
die meisten in diesem Forum sind sich bewußt,
das man an einer Hypo nicht so schnell stirbt.
Auch wenn man sie zum Teil dramatisch erleben
kann.
Aber wenn jemand sich nicht sicher ist, ob jemand
einen Apoplex ( Hirninfarkt ) bekommen hat oder nicht . Sollte er sehr schnell fachkundige ärztliche
Hilfe einholen. Per NG kann keiner den Patienten
beurteilen.
MFG
Mathias von Mathias Spieker -
klausdn
Rang: Gastam 03.12.2006 19:26:08
hallo mike,
wenn ich deinen beitrag lese frage ich mich ob du den eingangspost gelesen hast.
da fällt ein alter mann um so daß der notarzt kommen muß, eine gesichtshälfte hängt runter.
wo siehst du da ein problem bei dem rat ins kh zu gehen.
zudem er kann ohne starke schmerzmittel praktisch nicht mehr laufen.
soll operiert werden deshalb.
und du glaubst doch selbst nicht daß so jemand zum diabetologen geht.
und wenn derjenige nen unfall baut, und der diabetikerausweis wird gefunden, mit sicherheit,
hat egal was passiert ist, ein diabetiker einen unfall gebaut. also wir alle werden in diesen topf geworfen.
daher finde ich die vorgehensweise wie hier beschrieben für sehr io !
mfg klaus von klausdn -
Heiko
Rang: Gastam 03.12.2006 21:09:58
Hier hat aber in der Tat jemand um Hilfe gefragt. Weder nach Panikmache noch nach einem Worst-Case-Szenario.
Ich sage es noch einmal: Die meisten Anzeichen erlebe ich auch bei Unterzuckerungen. Meinem Großvater ging es ebenso. Mit Ausnahme der einseitigen Lähmung. Bei ihm waren immer beide Seiten betroffen. Es KANN also durchaus von einer Unterzuckerung kommen.
Aber selbst in meiner Vergangenheit kam es schon mal zu Doppelbilder und einer einseitigen Beinlähmung - durch stark schankende und zu tiefe Werte.
Es bringt nichts, wenn hier jeder gleich den Teufel an die Wand mal. Ich meine, wer kennt sich von euch wirklich mit Schlaganfällen aus? Erholt man sich davon innerhalb 15 Minuten? So weit ich weiß, nicht unbedingt.
Natürlich muss man danach gucken lassen. Und zwar schnell. Aber ich glaube kaum, dass wir mehr über Hirnschläge wissen, als die Notärzte. Wenn die sich nicht sicher sind, dann sollten wir es auch nicht sein. Genau so kommen aber einige Beiträge leider rüber.
von Heiko -
Harry
Rang: Gastam 04.12.2006 09:34:38
Bei Verdacht auf Schlaganfall lieber einmal den Notarzt zuviel rufen als dieses Versäumnis später bedauern. Siehe auch die riesigen Reklametafeln hins. Schlaganfall und stroke unit.
Verharmlosen oder Kopf in den Sand stecken hilft hier lleider nicht.
Wie schlimm die Folgen sein können, kann man zuhauf in diesem Forum lesen:
http://www.das-schlaganfall-forum.de/index.php?mode=viewforum&forum_id=1&sid=00798d621659012563a7b6ffe39fa86c
von Harry -
doris
Rang: Gastam 05.01.2007 22:08:19
@ alle,
ich hatte vor einiger Zeit hier gepostet wegen Probleme mit SchwiVa.
Zwischenzeitlich sind einige Untersuchungen abgeschlossen. Es war definitiv ein Sauerstoffmangel, der wohl durch Streß ausgelöst war.
Die Kardiologischen Untersuchungen haben starke Ablagerungen in den äußeren & inneren Schlagadern ergeben. Er erhält nun entsprechende Medikamente und muß entsprechend überwacht werden.
Eigentlich wäre die Diagnose ein "Fall" zum operieren. Doch der Hausarzt rät uns davon ab. Und ich denke, der Arzt hat Recht. Das ist für SchwiVa im Moment zu viel.
Wir werden jetzt als erstes die Füße operieren lassen. Ich hoffe, daß die OP`s (erste im März) gut laufen, und er dann wieder gut gehen kann. Damit würde er ein großes Stück Lebensqualität zurückgewinnen.
In diesem Sinne vielen Dank für eure Rückmeldungen und ein gutes und "relativ" gesundes neues Jahr!