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Diabetiker, und jetzt? Und wenn ich ds ignoriere? Nicht spritze?
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Pia
Rang: Gastam 01.12.2006 09:41:34
Ich finde den Beitrag leider nicht mehr, deshalb mal neu..
Eine Frau hatte geschrieben, dass sie sich dazu entschlossen hatte, nix mehr zu tun, kein Spritzen, Diabetes in Zukunft zu ignorieren, der besorgte Mann versuchte wohl, auf sie einzuwirken...vielleicht liest SIE ja meinen Beitrag.
Als bei mir Diabetes festgestellt wurde, hatte ich ähnliche Gedanken, Ihr anderen vielleicht auch. Hass auf die Abhängigkeit von Messgerät, Insulin und Spritze. ich habe überlegt, nichts zu tun....dann sterbe ich eben 5 Jahre eher....
ABER, ich bin ein feiger Mensch. Und habe nur noch ein Bein nach einem Unfall, ich lag mit denen zusammen, denen man als Diabetesspätfolge einen Unterschenkel amputieren musste. Aber das, was mich dann umdenken lies, war die nackte Angst, irgendwann zu erblinden. Meine Uroma war blind am Ende ihres Lebens, heute vermutet man stark, dass sie unbehandelten Diabetes hatte..
Und ich, dann beinamputiert UND blind, da fall ich nur noch auf die "Fresse". Nee, das Augenlicht langsam zu verlierenn ist so ziemlich der schlimmste Gedanke, den ich habe. ABER:
Ich möchte auch sagen; Jeder entscheidet über sein Leben. Druck erzeugt immer Gegendruck. Wenn der Partner akzeptiert, dass es ihre ureigenste Entscheidung ist, ob sie den Diabetes behandelt oder nicht, ändert sich vielleicht ihre Denkweise.
Wenn sie sagt, ich lasse den Diabetes unbehandelt, muss man das akzeptieren, oder?
Das einzige Problem, das ich mir vorstellen kann, ist, dass die Krankenkassen negativ und kostenfordernd bei Spätfolgen reagieren, wenn man ihr nachweisen kann, dass sie bewusst die Dinge in Kauf genommen hat.
Aber vielleicht ist das auch alles Nonsens, was ich geschrieben habe..
von Pia -
Maria
Rang: Gastam 01.12.2006 13:22:19
Natürlich ist es die ureigenste Entscheidung jedes einzelnen, wie er mit seiner Krankheit umgeht.
Allerdings: wird man ein Pflegefall, ist der Partner vehement mitbetroffen. Oder wird ihm dann das Recht zugestanden, zu sagen: "Es ist meine Entscheidung, dass ich mit diesem Blinden, Einbeinigen, von Dialyse- Abhängigen nichts mehr zu tun haben will." ?
Ich für mich habe, als bei mir die Diagnose Diabetes gestellt wurde, abgecheckt: Mein Leben gefällt mir. Meinen Partner liebe ich. Es lohnt sich also, für die Zukunft alles in meiner Macht stehende zu tun, damit es mir (uns) weiter gut geht.
Vielleicht auch ein Aspekt, den es zu bedenken lohnt!
Gruß
Maria -
Pia
Rang: Gastam 01.12.2006 14:05:24
Liebe Maria, natürlich hast du Recht..ich glaube aber, es ist taktisch klüger vom Partner, dann keinen Druck auszuüben (kommt eben auch immer darauf an, wie gut man sich kennt..). Ich habe so die Erfahrung - grade im Umgang mit meinen zwei Kindern, oder auch im Umgang einfach mit anderen Menschen, dass es klüger ist und oft effektiver, wenn man sagt: Sicher verstehe ich deine Argumentation, ABER ich möchte dir zu bedenken geben....
Natürlich kann es auch wirksam sein, wenn der Partner im Härtefall sagt. Wenn du nichts unternimmst, trenne ich mich, dennn mit Jemanden, der bewusst russisch roulette spielt, kann ich nicht zusammen leben..alles eine Ermessensfrage..Pia -
Heiko
Rang: Gastam 01.12.2006 15:27:05
Ich finde, ein Partner, der Druck ausübt, hat vollkommen Recht. Zumindest, wenn der Diabetiker wirklich schludert.
Es ist doch so, dass der Diabetes nicht nur den Diabetiker belastet. Er belastet den Partner mindestens genauso sehr. Auch er muss sein Leben, seinen Tagesablauf, seine Ernährung umgestalten. Und er hat mit unseren Launen und unserem gelegentlichen Frust zu kämpfen. Es ist alles andere als leicht, damit umzugehen.
Wenn er dann von uns fordert, dass wir auf uns aufpassen, dann macht er das nicht, um uns zu schickanieren, sondern weil er uns liebt und uns nicht irgendwann leiden sehen will. Was gibt uns nun das Recht, uns gegen gutgemeinte Vorschläge zu wehren, wenn wir selbst am besten wissen, dass er absolut Recht damit hat?!
Klar, es gibt auch unnötige "Tipps", die wirklich nerven. Aber in jenem Beitrag ging es ja darum, dass jemand einfach zu faul oder zu frustriert war, um auch nur ein bisschen auf sich acht zu geben. Und so geht es nicht. Definitiv nicht.
Von mir gibt es in diesem Fall sicher kein Mitleid, sondern eine klare Ansage: Reiß dich zusammen! Ansonsten braucht sich keiner darüber zu wundern, dass er eines Tages ohne Partner dasteht. Dann kann man freilich sagen, dass er dann ja eh besser dran ist, ohne uns lästige Patienten am Hals. Aber das ist auch nur eine billige Ausrede. Warum denkt ihr wohl, dass unser Partner uns helfen will? Weil er uns liebt. Weil er uns eben nicht verlieren will.
Und daher sind wir ihm Disziplin einfach schuldig. "Ich kann mit meinem Leben machen, was ich will", ist eine Aussage, die verdammt egoistisch ist. Es ist nicht unser Leben allein, sondern unser Zusammenleben mit dem Partner. Es sollte kein "ich" geben, sondern ein "wir". Und zum "wir" gehört dazu, dass wir auf uns aufpassen. von Heiko -
thomas2002
Rang: Gastam 01.12.2006 17:06:59
leute,
es ist erstmal die frage zu beantworten, ob da einer gegenüber einem anderen besitzansprüche stellt, oder ob es um hilfestellungen geht. wenn jemand besitzansprüche stellt, soll derjenige ruhig rummotzen, zetern und rumzicken. daß auf diese tour nichts herumkommt, ist eine andere frage. man kann eine sichtweise ansprechen und diskutieren. wer etwas erreichen will, läßt auch mal die leine los. ist eine frage der angewandten sozialwissenschaft. von thomas2002 -
Bonsaidesign
Rang: Gastam 05.12.2006 11:27:06
Hi, also für mich war die Umstellung kein Thema und klar gibt es auch Momente in denen man einfach alles hinschmeißen will,
aber ich denke dann immer an Leute,
die verzweifelt versuchen den Krebs oder andere schlimmere Krankheiten zu besiegen und dies vergebens!
Bei mir ist es "NUR" Diabetes und wenn ich mich nun ein bissl gesünder lebe und esse und ein wenig mehr auf mich achte ist das ja wohl kein Thema! Klar ist es mehrarbeit,
aber ich muss sagen, dass ich eh viel zu wenig für mich gemacht habe und auf mein Körper gehört habe!
Jetzt geht es mir sogar besser als vorher!
Ich achte mehr auf mich und höre auf mein Körper! Das war vorher nie der Fall!!
Also sich so gehen zu lassen währe sehr schade!! von Bonsaidesign -
Pia
Rang: Gastam 05.12.2006 12:41:27
Lieber Thomas, du hast völlig Recht...
Heiko schreibt:
Es ist doch so, dass der Diabetes nicht nur den Diabetiker belastet. Er belastet den Partner mindestens genauso sehr. Auch er muss sein Leben, seinen Tagesablauf, seine Ernährung umgestalten. Und er hat mit unseren Launen und unserem gelegentlichen Frust zu kämpfen. Es ist alles andere als leicht, damit umzugehen.+
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Lieber Heiko, ein Mann der SOOOO denkt, wie Du dem würde ich die Koffer packen. Das sind nämlich genau die Typen, die auch sonst am Partner herumnörgeln und keinen Respekt und keine Loyalität haben.
Wo belastet dich denn eine Diabetikerpartnerin? Das ist doch Blödsinn. Wieso muss der Mann sein Leben und seine Ernährung umstellen?
Launen und Frust? Dazu benötige ich keinen Diabetes, da reicht ein Mann, der meint, auf mich Druck ausüben zu müssen und mich wie ein Kind zu behandeln, völlig aus.
Überzeugungsarbeit bei meinem Kind, OK, aber kein Druck auf den Partner. von Pia