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Autonome Neuropathie
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Johannes
Rang: Gastam 13.07.2006 23:55:08
Hallo,
sind die schlechten Unterzuckerungswahrnehmungssymptome zurückzuführen auf eine autonome Neuropathie?
Ich habe seit 20 Jahren DM, spüre die Unterzuckerungen nicht mit den ursprünglichen Symptomen wie Schwitzen, Zittern, Sprachstörung etc.
Den Wecker stelle ich mir für jede Nacht ca. gegen 1 oder 2 Uhr um mich zu vergewissern, daß ich keine Unterzuckerung habe.
Bei zu niedrigen Blutzuckerwerten lösen autonome Nervenfasern die Ausschüttung von gegenregulatorischen Hormonen wie z.B. Adrenalin ins Blut aus. Bei Menschen mit einer autonomen Neuropathie kan die Freisetzung dieser Hormone gestört sein.
Kann dadurch die Wahrnehmung von Hypoglykämie-Symptomen beeinträchtig sein?
Johannes -
klausdn
Rang: Gastam 14.07.2006 00:32:47
hallo,
nach allg. aussagen wird die hypowahrnehmung durch häufige hypos verschlechtert,
im ersten schritt für ca 2-3 tage, bei häufigen hypos für länger.
deswegen machen die meisten ja auch ict, das heißt sie passen ihre insulindosis den gegebenheiten an,
aufbauend auf einer in regelmäßigen abständen kontrollierten und angepassten basisversorgung.
wenn ich bei normal/analog nach 4 bzw 3 h nicht wieder beim ausgangswert ankomme wird angepasst beim bolus.
daß man eine hypo nicht zu 100% ausschließen kann, ist bei den meisten ok, aber sie sollte wirklich die absolute ausnahme sein. bei normalen wahrnehmungen und sofortigem gegensteuern, bei ca 60 kommt man selten weit unter 40.
selbst dabei werden die meisten fehler gemacht.
statt was zu nehmen wird gemessen(zeitverlust)
statt 200ml cola/saft+1 dextro wird reingehauen was da ist(folge=hyper, folge korrektur !)
statt in ruhe abzuwarten bis der tz wirkt , wird in hektik verfallen (folge der bz sackt noch schneller)
tz braucht nun mal ca 20 minuten.
es gibt hypowahrnehmungstraining , mal den doc fragen.
aber mein schlaf ist mir heilig, außer mal eine kontrolle alle zwei monate.
in unserer shg ist jemand mit 45j dm t 1, hat volle hypowahrnehmung.
mfg klaus
von klausdn -
Enno
Rang: Gastam 14.07.2006 10:26:32
Hallo Johannes,
bei manchem liegt es am benutzten Insulin, wenn Hypos nicht mehr wahrgenommen werden. Die autonome PNP stört m.E. eher die Nahrungsverarbeitung. von Enno -
Johannes
Rang: Gastam 15.07.2006 13:58:48
Hallo,
Klaus, danke für die umfangreiche und fachlich gut beschriebenen Informationen,
Enno hat mit 2 Sätzen meine Unsicherheit auf den Punkt gebracht.
Das Gefühl, seitdem ich das kurzwirkende Insulin nehme, daß die U-Wahrnehmungsmerkmale nachgelassen haben kommt mir auch so vor, das kurzw. Insulin erscheint mir teilweise agressiv mit der Wirkung, egal ob Humalog, Novorapid oder Apidra, letzteres ich nehme.
Ich habe meistens nach dem Essen Werte, die entweder in die Höhe schießen und erst nach 3-4 Stunden sich regulieren oder genau das Gegenteil, sie "rauschen in den Keller"
Seit einigen Tagen kaue ich 1-2 Std. nach dem Essen Kaugummi und bemerke, daß die Werte sich in dem Bereich 90-130 bewegen; daß mache ich, weil ich momentan eine Stimmbandüberlastung habe, wegen der Arbeit; dadurch soll der Speichel im Mund angeregt werden laut HNO-Arzt;wenn daraus als positiver Nebeneffekt die guten Werte entstehen, dann wäre das interessant,zumal ich denke, daß das ständige Kauen die Magendarmbewegung vorantreiben könnte.
Wie denkt ihr darüber?
Johannes