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Spritzen morgens und abends
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Amellie
Rang: Gastam 10.07.2006 15:31:39
Hallo,
ich hab von Diabetes kaum Ahnung und stell mal ein paar dumme Fragen, ja?
meine Mutter hat seit ein paar Jahren!!! Diabetes Typ 2. Anfangs nahm sie Tabletten und jetzt hat der Arzt sie auf Insulin spritzen umgestellt.
Sie spritz sich morgens 1/2 h vor dem Frühstück und abends vor dem Schlfen gehen Insulin Comb 30/70 von B.Braun.
Das ist die ganze Therapie, die sie sich zukommen läßt. Sie spritzt auch immer das gleiche, egal was sie isst. Sie trinkt auch gern schon mal eine Flasche Wein oder isst Kuchen mit Schlagsahne.
Kann es denn sein, dass das Spritzen von Kombinationsinsulin ausricht und sie nicht auf die Ernährung achten muss? ich kann mir das nicht vorstellen.
Sie war bisher auch nicht bei einer Diabetesschulung und ist immernoch bei ihrem hausarzt. Zu einem Diabetologen will sie nicht, weil der so weit weg ist.
Ich weiss, dass man Menschen nicht helfen kann, die das nicht wollen, aber ich wäre gern ein bischen besser informiert, denn ich mach mir schon Sorgen.
Danke von Amellie -
klausdn
Rang: Gastam 10.07.2006 18:02:30
hallo amelie,
bitte lies dein post nochmal in ruhe durch, du hast fragen angekündigt , und nicht eine gestellt !
(es gibt übrigens fast keine dummen fragen)
nur drei feststellungen:
1.eine schulung ist "absolut" notwändig.
2. bei ct (conventionelle therapie)zweimal, 30/70,
wird immer auch abends ca 30 min "vor" dem essen gespritzt, denn nach dem essen kommt der anteil normalinsulin zu spät.
3. natürlich "kann" man mit ct gut fahren, aber auch das will gekonnt sein, kontrolliert sein, ---> siehe p.1
über dm steht soviel im netz warum nochmal alles schreiben, alle insulinhersteller haben ausführliche kostenlose infos, die braucht man nur anfragen.
mfg klaus von klausdn -
Susanne
Rang: Gastam 11.07.2006 03:15:46
Hallo!
Da muss man schon auch ein Stück differenzieren. Wie alt ist deine Mutter - wie lange will sie noch leben? wenn sie 88 ist, ist eine tolle einstellung ja gut und schön, aber so alt dass da noch groß Spätfolgen kommen wird sie damit nciht mehr. Und auch die perfekteste Einstellung würde nicht mehr wesentlich lebensverlängernd wirken. da kann man schon auch etwas nachlässiger mit dem zucker umgehen - klar.
Ist sie dagegen rüstige 65 und will noch ne weile was vom Leben haben, dann sollte die Einsellung besser sein - es könnte auch noch zu Folgeerkrankungen kommen und ggf. lebt sie durch den zucker einige Jahre kürzer als es sein müsste. Da sollte sie auf jeden fall ihre Blutzuckerwerte kontrollieren und auf eine schulung gehen.
zwei mal am tag spritzen ist grundsätzlich möglich und ok, vor allem wenn ihr Leben recht gleichförmig verläuft. wenn sie jeden tag praktisch dasselbe zur selben zeit isst, keine großen unterschiede in der täglichen Bewegung hat und so weiter ist das völlig ausreichend - sie hat ja auch noch etwas eigene insulinproduktion, wenn sie noch nciht so arg lange spritzt.
insgesamt: wenn du Dir nicht sicher bist und ihrem urteilsvermögen in diesen dingen nicht recht traust dann sprich mal alleine mit ihrem Arzt. da darf man nicht so viele Hemmungen haben. Klar legen die Eltern großen wert auf ihre Selbständigkeit und blabla, aber wenn Not am Mann ist sollen dann doch wir Kinder für sie da sein - da darfst Du dich ruhig mal erkundigen. ärzte haben auch Verständnis für so was. frag den arzt genauer, was er sich bei der Therapie gedacht hat, ob sie überhaupt noch große vorteile von eienr besseren einstellung zu erhofenhätte und ob ihre Schlemmereien ihre Lebenserwartung oder spätere Lebenqualität groß beeinträchtigen.
Sicher propagiert man allgemein perfekte Blutzuckerwerte für alle Diabetiker, in der Praxis muss man aber auch abwägen, ob alle Diabetiker davon Vorteile hätten - oder ob das Kalorien zählen und Einheiten berechnen ihnen nciht mehr Lebensqualität nimmt als sie gewinnen würden.
Susanne -
Harald
Rang: Gastam 11.07.2006 09:40:31
Hallo!
Es gibt keine dumme oder blöde Frage, nur dumme oder blöde Antworten.
cu
Harald -
klausdn
Rang: Gastam 11.07.2006 15:08:56
bist du sicher ?
beisp.:
eva "adam liebst du mich?"
adam "wen denn sonst!"
mfg klaus von klausdn -
Harald
Rang: Gastam 11.07.2006 16:11:58
Hallo!
Du hast gerade mit deinem Beispiel meine These bestätigt. Das war eine blöde Antwort,.
Eva Padberg stellte die Frage wohl Adam Clayton, oder?
cu
Harald -
Amellie
Rang: Gastam 11.07.2006 18:50:38
Hallo Susanne,
danke für Deine ausführliche Antwort. meine Mutter ist gerade mal 64 Jahre und sollte wohl noch einige zeit leben. Sie hat bereits Durchblutungsstörungen am linken Bein.
Ich hoffe mal, dass sie noch etwas länger leben will, denn auch wir wollen noch ein bischen was von ihr haben.
Sie verdrängt jedoch sehr viel und will auch die Folgen nicht sehen. Ich weiß halt deshalb auch nicht, was sie denn dem Arzt so erzählt, aber das Blutzucker messgerät lügt ja nicht.
Heute morgen hatte sie einen nüchternwert von 138. Ist das so o.k. wenn man es nicht so eng sieht.
Ach ja, sie hat absolut keinen geregelten Tageablauf. Sie ist nicht so, wie man sich landläufig ältere personen vorstellt. Morgens aufstehen kann schwanken zwischen 7.00 uhr und 12.30 uhr. Dann wird gespritzt und dann 1/2 h später gefrühstückt.
Dann kann es mal ein paar Stunden später Mittag geben, oder auch nicht. Wenn nicht, dann ißt sie erst abends wieder was.
Das Essen kann auch schwanken zwischen den Ganzen tag Obst und Gemüse, oder auch hierne Wurst und da ein Stück Kuchen...
Ein unsteteres leben als meine Mutter führt sonst fast keiner denke ich, aber leider bekomme ich auch nicht alles mit, denn ich wohne 150km weit weg.
ich wüßt nur gern, wie ich ihr klarmachen kann, dass Diabetes nicht weh tut aber trotzdem zu schlimmen Folgen führen kann, wenn man nicht vernünftig damit umgeht.
Sie ist übrigens 154cm und wiegt ca 90kg von Amellie -
Sylvia
Rang: Gastam 11.07.2006 23:05:08
Hallo Susanne,
wenn Deine Mutter sich nicht helfen läßt, dann kann ich nur sagen.... sorry, aber selbst schuld. Menschen in dem Alter kommen mir leider immer wieder vor, als wenn sie allles besser wüßten, alles besser machen, und ja keinen Rat oder Hilfe von jüngeren Menschen annehmen.
Vielleicht sollte Deine Mutter mal Bilder von Menschen mit Spätfolgen sehen. Denen die Füße abgenommen worden sind, die Blind sind etc. Ich glaube zwar nicht, dass es sie interessieert, aber sie sollte einiges abnehmen, denn sie hat ja nun gewaltiges Übergewicht. Sie ist eine Patientin, der den Krankenkassen Geld kosten, und die Mittel nichts bringen. Weil sie nicht richtig angewendet werden.
Sorry, das hört sich hart an, aber ich glaube, wenn Deine Mutter nicht selbst bald was tut, dann kannst Du ihr leider auch nicht helfen.
Ich wünsche Dir natürlich viel Kraft und auch Deiner Mutter alles Gute, damit es mit dem Zucker bald klappt. Ich wollte Deine Mutter jetzt auch nicht verurteilen, (ich kenne sie nicht) ich wollte nur klar machen, das es sehr schwierig wird, Menschen davon zu überzeugen, was von anderen anzunehmen.
Gruß Sylvia -
Susanne
Rang: Gastam 12.07.2006 14:19:53
hallo!
Sylvia, Du meistest sicher Amellie, ich hab nur nen Vater der wenig einsieht aber es wenigstens halbwegs versucht...
Amellie, leider sind Eltern extrem schwer zu erziehen. Und wirklich ändern kannst Du Deine Mutter nicht. Was dir möglich ist wäre, ihr ein Kochbuch für Diabetiker zu besorgen (z.B. Genießen wie ein Diabetiker) und sie eindringlich vor Spätfolgen zu warnen. vielleicht kennt sie auch jemanden,d er nach einem Schlaganfall übel beieinander ist - sag ihr dass Schlaganfälle auch zu den folgen von Diabetes gehören.
viel mehr wirst Du aber nicht tun können, gerade wenn sie so wenig annehmen will. Mit ICT könnte sie zwar die werte niedriger halten, aber die frage ist, ob ihr die Berechnerei nicht bald zu viel wird. Außerdem könte sie mit ICt und fortführung ihrer Ernährungsgewohnheiten deutlich zunehmen, dass wäre praktisch das letzte, was sie jetzt noch brauchen könnte.
Gewaltiges Übergewicht, naja, so dramatisch hätte ich es jetzt nicht ausgedrückt (das sind die leute, die selber Normalgewicht haben), aber sicher würden ihr wenigstens 10 oder 15 Kilo weniger sehr sehr gut tun. Könntest Du sie wenigstens zu Sport animieren? vielleicht kannst Du ihr die teilnahme an einem Nordic Walking Kurs schenken? Wenigstens zum ausprobieren?
Die werte - also ein isolierter Wert sagt immer denkbar wenig aus. Zu hoch klingt er schon, aber es kommt auch sehr auf den verlauf an. Gerade Aufwachwerte können auch sehr Schwanken weil bei etlichen Diabetikern die Werte gegen Ende der Nacht noch mal nach oben schnellen, das hat was mit Biorhythmus zu tun, muss aber nciht unbedingt was heißen auch die gesamte Stoffwechseleinstellung. auch der ZEitunkt des Messens verändert sdie werte - ob man nun misst, während man noch im Bett liegt oder erst dann, wenn man angezogen ist, die Zähne geputzt hat und die zeitung schon reingeholt.
ihren Arzt kann Deine mutter aber nur bedingt anschwindeln,d er wird ja auch ihren HbA1c bestimmen und der ist unbestechlich - selbst wenn sie geschönte Werte einträgt in ihr Blutzuckertagebuch, machen auch manche alte Leute.
Aber eines möchte ich dir noch raten: du bist nicht verantwortlich für die gesundheit Deienr Mutter. du bürdest Dir da eine Riesensache auf, mach das nicht. Selbst wenn Du ein Stockwerk über Deiner mutter im selben Haus wohnen würdest könntest Du ihr nicht vorschreiben,w as sie wann zu essen hat. das klappt ja nciht mal mit den eigenne Kindern sobald sie selber in einen LAden gehen können und sich mit Süßkram eindecken, wie soll es dann mit mündigen Erwachsenen gehen? Sie muss schons elber wissen,w as sie sich antut. Manche wachen erst auf, wenn der erste üble Schaden da ist, andere entscheiden sich bewusst, lieber 10 Jahre zu leben wie es ihnen Spaß macht als 15 mit Diät.
Susanne -
sylvia
Rang: Gastam 12.07.2006 15:37:32
Hallo Susanne,
sorry, ich meinte natürlich Amelie
Gruß Sylvia von sylvia