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Wenn die BZ - Teststreifen bei Typ1 nicht reichen ?
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Holger
Rang: Gastam 10.04.2010 15:31:42
Ich habe ganz aktuell Probleme mit der Verordnung der Teststreifen. Als Typ1er bekam ich bisher von meinem Diabetologen immerhin noch 750 Teststreifen pro Quartal verschrieben.
Er begründete die Summe damit, das laut ICT Richtlinie dem Typ1 Diabetiker 600 Teststreifen pro Quartal zustehen. Da ich einerseits enorm starke Schwankungen habe, die bei Werten von 50 - 400 liegen, andererseits auch regelmäßig Sport betreibe, hat er noch die 150 Stück (also 3 Packungen a 50) mehr verschrieben, so das ich auf die insgesamt 750 pro Quartal kam.
Durch die beiden genannten Gründe haben aber selbst die 750 Stück nicht gereicht die ich verschrieben bekam. So musste ich also immer wieder Teststreifen aus eigener Tasche dazu bezahlen. Denn wenn ich eine 100 km Radtour mache, oder mich anderweitig körperlich betätige, oder aber Korrekturspritzungen vornehmen muss, dann komme ich eben mit 6 mal messen am Tag nicht aus, sondern brauche auch schon mal zwischen 10 bis 15 Teststreifen pro Tag.
Nun, mit Beginn des zweiten Quartals 2010 will mir Der Diabetologe aber selbst die 750 Stück Teststreifen nicht mehr verschreiben sondern nur noch 600 laut der ICT - Richtlinie. Er würde andererseits in Regresspflicht genommen, sagt er.
Ich finde es ehrlich gesagt unzumutbar, das ich nun noch mehr Teststreifen aus eigener Tasche bezahlen soll und bin nicht bereit, das einfach so kampflos hinzunehmen. Daher habe ich bereits Kontakt mit meiner Krankenkasse aufgenommen. Von ihr heißt es ganz klar: "So viele Teststreifen wie sie benötigen, müssen Sie auch verschrieben bekommen, selbst wenn Sie 1000 pro Quartal brauchen. Der Arzt muss Ihnen die Streifen verschreiben. Eine Richtlinie ist nur ein Anhaltspunkt, der auf keinen Fall zwingend eingehalten werden muss. Wenn Sie also mehr als 600 Teststreifen brauchen, dann kann Ihnen der Diabetologe diese auch ohne weiteres verschreiben"
So: Nun stehe ich also da ! Zwischen Diabetologe und Krankenkasse. Es ist ein Ping - Pong spiel hin und her. Krankenkasse und Arzt schieben sich gegenseitig den "Schwarzen Peter" zu und ich bin als Patient der Leidtragende und kann sehen, wie ich an meine Teststreifen komme.
Da ich auf keinen Fall bereit bin, das einfach so hinzunehmen, das ich nunmehr nur noch 600 Teststreifen bekomme und gar keine Lebensfreude mehr habe und mir dann auch nicht mehr meine sportlichen Aktivitäten gönnen kann, überlege ich, ob man da einen Rechtsanwalt einschalten kann. Hat da evtl. jemand Erfahrung, ob man vor dem Sozialgericht oder an anderweitiger Stelle die benötigten Teststreifen einklagen kann ?
Mein Tagesablauf sieht eben so aus, das ich vorm Frühstück messe, 90 Minuten danach die Kontrollmessung, dann vor dem Mittagessen und 90 Minuten danach, vor dem Abendessen und 90 Minuten danach sowie vor dem Schlafen gehen. Das sind minimal 7 mal Messen am Tag, wenn alles gut geht. Mit den aktuell nur noch 600 Streifen pro Quartal, käme ich gerade nur noch auf 6,5 mal Messen am Tag, und das im Idealfall, wenn alles glatt geht, wenn keine Entgleisung und kein Sport statt findet :-(
Hat jemand ähnliche Probleme, oder bin ich wirklich ein Ausnahmefall. das ich mit den verschriebenen Teststreifen nicht hin komme ?
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53t3tt
Rang: Gastam 10.04.2010 17:01:54
>>das ich nunmehr nur noch 600 Teststreifen bekomme und GAR KEINE Lebensfreude mehr habe und mir dann auch NICHT MEHR meine sportlichen Aktivitäten gönnen kann<<
erstaunlich, dass deine lebensfreude von ein paar teststreifen abhängt und du wegen der fehlenden keinen sport mehr treiben könntest! wenn du nicht in der lage bist, deinen dm richtig zu handeln (50-400 BZ) und das mit 600 streifen, dann schaffst du es mit 1000 genau so wenig. sicher sind 600 NUR eine richtlinie, aber es wird oft genug bewiesen, das man mit einer gewissen regelmässigkeit (selbst mit sport) auch mit sehr viel weniger auskommt. das wird sich auch dein arzt denken und wenn du ihn vor gericht zitieren lässt, wird er seine einstellung mit medizinischer NICHT-notwendigkeit begründen. dann zahlst du zu den teststreifen auch noch deinen anwalt - wer's hat! schon mal über eine i-pumpe nachgedacht und mit dem arzt gesprochen? vielleicht ist dann deinen "enorm starken schwankungen" (die du nicht hast, sondern dir machst) besser beizukommen.
übrigens haben jahrzehntelang diabetiker mit ct bewiesen, dass sie ohne jegliche eigenmessung sehr gut ausgekommen sind und die hatten sport und lebensfreude! ausnahmen bestätigen auch hier die regel. -
Holger
Rang: Gastam 10.04.2010 17:22:57
Genau das ist wohl eine Ursache des Problems ! Das es auf der anderen Seite auch Typ1er gibt, die relativ gut klar kommen und wenig Schwankungen haben.
Daraus ziehen dann einige die trügerischen Schlüsse und meinen, es müsste bei allen Diabetikern gleich gut klappen und in den Griff zu bekommen sein.
Noch schlimmer, wenn dann sogar in fast aggressiver Art und Weise denjenigen die eben nicht so gut klar kommen, auch noch vorgeworfen und unterstellt wird, Sie seien schlicht und einfach selber Schuld. Das ist schon fast ein Schlag ins Gesicht.
Ich zitiere : "wenn du nicht in der lage bist, deinen dm richtig zu handeln" und "vielleicht ist dann deinen enorm starken schwankungen (die du nicht hast, sondern dir machst) besser beizukommen".
Wie heißt es so schön: Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu Sorgen.
Ich gönne jedem Typ1er, das er gut mit seinem DM klar kommt, aber vielleicht kann man es auch umgekehrt akzeptieren, das es Leute gibt, die eben ihre Werte nicht so gut in den Griff bekommen. Danke ! -
Jürgen
Rang: Gastam 10.04.2010 17:45:17
Hier hat mal ab und zu ein spätberufener Typ1 mitgeschrieben, der vor ner entfernt ähnlichen Herausforderung wie Du stand. Der Mann ist Mitte 30 in 2005 (daher wohl flashbang05 als nick) vom Typ1 überrascht worden. Damit war seine Karriere als Bundespolizist im aktiven Dienst eigentlich beendet. Denn mitten in nem Anti-Terror-Einsatz kann man ja nicht plötzlich zum Messen-Spritzen-Essen anhalten, nicht mal zum Messen. Und mitten im Einsatz beim Krackseln über ein paar Mauern oder im Moment der Schussfreigabe mit ner Hypo schlapp machen, käme auch völlig kontraproduktiv. Nicht nur für den Betroffenen selbst, sondern auch für die Kollegen, die da mit im Einsatz sind und sich voll aufeinander verlassen können müssen.
Der Mann wollte nicht an den Schreibtisch, sondern zurück in seinen aktiven Dienst mit allen Fahr- und Waffenscheinen und vor allem mit der Gewissheit, auch mit seinem Diabetes völlig uneingeschränkt einsatzfähig 24 Stunden am Stück seinen Mann stehen zu können. Die Gelegenheit wurde ihm unter der Bedingung eingeräumt, dass er absolut hypofrei ein halbes Jahr vollen Einsatz unter enger Beobachtung absolvieren und dabei einen HBA1c mit max 6,5 einhalten sollte.
Hat er gemacht und ist längst wieder voll im Dienst :-)
Hätte er wahrscheinlich nicht, wenn er schon Jahre lang an die übliche ICT-Behandlungsstruktur gewöhnt gewesen wäre. Dann hätte er die Bedingungen von vornherein als völlig unerfüllbar abgelehnt. Stattdessen hat er sich halt ohne diese Vorbelastung daran gemacht und seine Strategie entwickelt, sicher auch mit Hilfe des einen oder anderen offeneren Arztes, aber im vollen Widerspruch zu allen Diabetologen, die ihn alle sofort hinter den Schreibtisch schreiben wollten.
Will sagen: nicht regelmäßig messen-spritzen-essen geht nicht nur als mühsame und unzureichende Notlösung mit eingeschränkten Lebensfunktionen und miesem Behandlungsergebnis, sondern auch wirklich voll im Leben und mit leistungs- und behandlungsmäßig top Ergebnissen. Und mit 700 Streifen kommt er wahrscheinlich eher länger als 1 Jahr aus. Und wie ich die Entwicklung einschätze, sind wir hier in D auf dem besten Weg, mit ICT nur noch ganze 2 Streifen pro Tag zugebilligt zu bekommen. Klar können wir immer schauen, unter allen Umständen so viele wie möglich zu ergattern, und so kann Dir vielleicht jetzt helfen, wenn Du parallel bei Deinem Hausarzt und bei Deinem Diabetologen Teststreifen bestellst oder umgekehrt, wie das wohl manche mit Erfolg machen. Aber vernünftiger wäre vielleicht, sich schon in diesen verhältnismäßig üppigen Zeiten auf weniger Bedarf einzurichten?
Bisdann, Jürgen
Und bitte: Die wenigsten guten Ergebnisse kommen von einem Diabetes, der gut läuft. Die meisten guten erreichen Leute, die sich die kleinklein systematisch erarbeitet haben. -
Astrid
Rang: Gastam 11.04.2010 01:42:18
Hallo, sag´mal "Anonym", hast du denn gar kein Gefühl dafür, wie dein BZ sein könnte, mußt du da ständig nachmessen?
Auch wenn du ständig nachmißt, du weißt sowieso nicht, ob dein BZ gerade im Fallen oder Ansteigen ist.
Führst du Buch über deine stark wechselnden Werte? Auch in einer Unregelmäßigkeit kann man sicher eine Kontinuität erkennen.
Und was würdest du den ganzen Tag machen, wenn du keinen Diabetes hättest?
Mach´dich doch nicht verrückt mit der ständigen "Messerei".
mfg von Astrid -
Jürgen
Rang: Gastam 11.04.2010 14:37:40
Moin Astrid,
ich kenne viele Messer, die 10 und mehr Streifen am Tag verbrauchen. Und ich hab auch schon mit vielen über die Gründe diskutiert.
MAN ist ein ganz wichtiger. MAN misst z.B. morgens nüchtern. Die meisten der Leute, mit denen ich darum diskutiert habe, messen meistens morgens nüchtern zwischen 90 und 180 und schreiben das weder auf, noch machen sie sonst irgendwas infolge der Messung. Denn als Zielbereich haben sie in aller Regel 100-140 und die 50ger Korrekturregel, womit sie erst ab 190 ihren Korrekturfaktor nutzen würden. Wenn sie also im Rahmen der 90-180mg/dl zufrieden sind und ihre meisten morgentlichen Nüchternmessungen in diesen Bereich fallen, spricht eigentlich alles dafür, diese Messung nur noch stichprobenartig einmal pro Woche oder einmal pro Monat zu machen und die restlichen Tage hier den ersten Streifen zu sparen.
Dass der Fadenanfänger bei seinen Tests nicht wissen kann, ob er in einen fallenden oder ansteigenden BZ hinein misst, kann ich so nicht nachvollziehen. So wird die BZ-Kurve sich - Schreibtischarbeit vorausgesetzt - etwa 90 Minuten nach dem Essen meistens in der Nähe ihres Gipfels befinden. Wenn er die 90 Minuten geradelt ist, wahrscheinlich im tiefen Tal. Und wenn er dieses Radeltal mit einem guten Zug aus dem Cola-Eimer ausgeglichen hat, stehen die Chancen günstig, dass er vor der nächsten Mahlzeit in der Nähe vom Cola-Gipfel misst, denn der zieht sich ja mit der inzwischen auslaufenden bis ausgelaufenen Wirkung des letzten Bolus-Insulins erheblich länger hin. Und wenn er von der voraufgegangenen Mahlzeit bis zu dieser - übliche 3er-Tagesverteilung vorausgesetzt - vor dem Compi gesessen hat, findet er seinen BZ eben vor dieser in seinem Zielbereich - natürlich passende Bolus- und Basal-Dosierung vorausgesetzt :-)
Bisdann, Jürgen -
Astrid
Rang: Gastam 11.04.2010 20:42:06
Hallo Jürgen,
ist schon klar, was du meinst, der anonyme Fragesteller machte mir aber eher den Anschein, daß er total verunsichert ist, wenn er mal ein paar Stunden seinen BZ nicht kontrollieren kann, zwecks mangelnder BZ-Teststreifen.
Vielleicht wäre es erstmal sinnvoll zu klären, wieso sein BZ derart schwankend ist?
Und vielleicht ist eine ganz neue stationäre Einstellung nötig.
Es ist schwierig alle Faktoren zu berücksichtigen, wie zB. nachwirkende BZ-Senkung durch Ausdauersport, Tageszeit, hormonelle Gegenregulationen des Körpers, Wirkspitze des Basal-Insulins usw., das sind eben alles Erfahrungswerte und bei jedem Diabetiker verschieden. Was sagt dann eine ständige Messung aus? Nicht viel...
Man muß probieren dafür ein Gefühl zu entwickeln...
... Übrigens ist bei mir am wenigstens das Bolusinsulin, der Be-Faktor oder das Essen an sich für meine BZ-Schwankungen verantwortlich, sondern mein Basal-Insulin ( deutliche Wirkspitze und deutlich abflauend ), mein Monatszyklus, Gegenregulationen oder an und für sich ein sehr unterschiedlicher Insulinbedarf über den Tag verteilt.
...aber soviele Teststreifen würde ich auch nicht bekommen, ich bekomme 500 pro Quartal.
mfg von Astrid -
Jürgen
Rang: Gastam 11.04.2010 21:24:09
Moin Astrid,
so verschieden sind die Eindrücke: mir hat der Themenstarter vermittelt, dass er alles weiß und alles richtig macht und trotzdem diese Riesenschwankungen produziert, die er seit Jahren nur mit 750 Streifen im Quartal vor noch weiterem Schwanken bewahren kann.
Ich bin mir einigermaßen sicher, dass der Betreffende
- nie seine BE-Faktoren morgens-mittags-abends systematisch ausgetestet hat,
- nie systematisch seine Basal-Wirkung beobachtet und beachtet,
- nie systematisch ausgetestet hat, wie sich 1 Stunde Radeltraining auf seinen Basalbedarf auswirkt,
- nie systematisch ausgetestet hat, wie sich welche (Rest)menge Bolus-Insulin in 1 Stunde Radeltraining auf seinen BZ während des Radelns auswirkt,
- nie systematisch ausgetestet hat, wie sich 1 Stunde Radeltraining auf seinen direkt nachfolgenden Basal- und Bolusbedarf auswirkt,
- nie systematisch usw. usw...
Die einzige stationäre Anleitung, die nach meiner Kenntnis dazu führt, dass die Betroffenen sich all diese und weitere Fragen selbst so beantworten können, dass sie sich damit und mit sehr viel weniger Teststreifen ihren BZ-Verlauf zuverlässig zwischen minimal um 60 und maximal um 200mg/dl machen können, gibt es bei Dok Teupe.
Statt meiner üblichen 36IEs Lantus musste ich mal mehrere Quartale mit NPH auskommen. Hab mir da mit alle 8 Stunden 18IEs einen sehr ähnlich ausgeglichenen Verlauf gemacht. Basalwirkschwankungen sind, wenn man sie nicht will, also keine unabwendbare Notwendigkeit. Das gilt auch für Levemir und kleinere Dosen Lantus: Wenn die Wirkschwankungen stören, spricht eigentlich nichts gegen die Aufteilung auf mehrere Dosen und Zeiten. Andererseits weiß ich von einigen Usern, die solche Wirkschwankungen gezielt nutzen. So spritzt sich ein Bekannter und Nachtschwärmer seine Tagesdosis Levemir zwischen 2 und 3 Uhr morgens, wenn er von seinem Spätjob heim kommt. Er hat damit zwischen etwa 22 und dem messbaren Anlauf der neuen Injektion ein Wirkloch, aber das passt just in die Zeit seines praktisch Null Bedarfs. D.h. sein BZ bewegt steigt in dieser Zeit nicht auffällig an. Ok, hat er sich natürlich systematisch ran getestet.
Bisdann, Jürgen -
Astrid
Rang: Gastam 12.04.2010 00:24:34
Hallo Jürgen,
da geb´ich dir in allen Punkten recht. Und das meinte ich ja damit, daß man als sportlicher Typ1er, doch irgendwie ein Gefühl dafür entwickeln sollte wie der Körper reagiert, auch ohne ständig zu messen. Ich glaube nämlich auch, daß der "Frager" viele Faktoren noch nie ausgetestet hat.
Aber das kann nur "Anonym" selbst beantworten.
Übrigens finde ich ungleichmäßig wirkendes Basal und unterschiedlichen Insulinbedarf nicht störend, solange man weiß, wann es ist. Ich spritze ja auch nachts und nachmittags Levemir, paßt in meinen Tagesablauf einfach besser als morgens und abends.
Aber natürlich messe ich auch meinen BZ vor dem Sport und vor jedem Essen, morgens und abends und wenn ich mich mal nicht so gut fühle, nicht das der Eindruck entsteht, ich seh das zu locker.
mfg von Astrid -
Meinung
Rang: Gastam 13.04.2010 11:59:47
Hi anonym,
du gehst aber auch nicht grade höflich mit denen um, die sich hier ne Birne gemacht haben, um dir zu antworten:-((
Die Frage ist doch, für dich abzuwägen, was das Effektivste für dich wäre.
1. weniger Messungen?
2. Streifen dazu kaufen?
3. den Arzt wechseln, nach der Anfrage, ob dieser dir so viele Streifen verschreibt?
Also ich finde 600 oder 700 im Quartal schon sehr viel...
4. Der Wechsel auf eine Insulinpumpe und somit eine Verringerung der Messungen?
(mutmaßlich)
5. einen Anwalt zu Rate ziehen, wobei hier die Frage ist, ob es nicht wesentlich billiger kommt, wenn du dir die Dinger im net kaufst. Ich glaube, eine Stunde beim Anwalt kostet zwischen 150 und 200 Euronen
6.Gib doch der Krankenkassentante die Tel. deiner Ärztin und bitte darum, dass die beide das klären, dann stehst du nicht mehr dazwischen.
7. Frage direkt bei der KV nach, wie du dich jetzt verhalten sollst, denn die sind zuständig und entscheidungsfähig, was Rezeptierungen angeht. Die klären das notfalls mit EINEM Telefonat.
8. Bitte ich dich, mal in dich zu gehen..in Deutschland wird sofort rumgeheult und geschrieen, wenn man mal was nicht bekommt. Alles steht einem zu.
Das sieht in anderen europäischen Ländern ganz anders aus.. da hört man Niemanden jammern..
von Meinung -
asda
Rang: Gastam 13.04.2010 16:34:46
Einerseits find ichs irgendwie erschreckend, dass in Deutschland die Teststreifen für 1er quartalsweise begrenzt sind. Ich hol mir einfach ein Rezept beim Arzt, wenn ich welche brauch. Und nie würd jemand auf die Idee kommen, mir diese zu verweigern, weil ich schon zu viele bezogen hätt.
Andererseits find ich den Verbrauch schon recht hoch. Die Kontrollmessungen müssen ja wirklich nicht täglich sein. Ich mach sie nur noch, wenn ich etwas "Heikles" oder Ungewohntes gegessen hab und nicht genau abschätzen kann, wieviele KH da drin waren. Aber im normalen Alltag muss man sich ja auch soweit kennen, dass mans ohne Kontrollmessungen schafft.
Beim Sport weiss ichs nicht, da ich keinen betreib. Aber man kann auch zu viel kontrollieren. Wie beim Blutdruck, beim Gewicht und vielem anderen auch. -
Jürgen
Rang: Gastam 13.04.2010 16:43:12
Streifen zum Kontrollieren sind schon mit 2 am Tag 12 pro Woche rausgeschmissen.
Streifen zum BZ in engeren Grenzen Steuern kann beim Steuernlernen und in Sondersituationen 10 am Tag und auch bis zu mehreren Wochen erfordern. von Jürgen -
Astrid
Rang: Gastam 13.04.2010 19:03:05
Ich denke der Fragesteller, sollte erstmal abklären, wieso er jeden Tag einen 400er-Wert erreicht. Klar ist bei Diabetes alles möglich und bei jedem ist er individuell verschieden, aber Werte an die 400 sind ja schon eine massive Stoffwechselentgleisung, das hab´ich nach meiner stationären Einstellung nie mehr erreicht.
Sicher ist der BZ bei Typ1 ständig am Schwanken, aber über die 200er-Marke komme ich recht selten, und 400 würde ich nur mit einer Flasche Sekt erreichen :-)
mfg von Astrid -
Jürgen
Rang: Gastam 13.04.2010 19:40:07
Das mit dem Schwanken hat der BZ so an sich, wenn das Kind Diabetes mellitus heißt :-( von Jürgen -
Nachtrag
Rang: Gastam 14.04.2010 11:52:34
Eigentlich ist die Lösung doch ganz einfach. Wenn die KK sagt, sie zahlts, soll sie sich das schriftlich geben lassen, was sie da geäußert haben und damit zum Arzt.
WAs mich interessieren würde:
Wenn du die Kontrollmessung gemacht hast, und der Wert ist viel zu hoch, was tust du dann? Oder schreibst du den Wert auf ung gut?
Welche Konsequenz ziehst du dann draus? Veränderst du den Spritzfaktor, veränderst du die Nahrung, um beim nächsten MAl einen neidrigeren Wert zu erlangen?
Änderst Du was am SEA? Welchen SEA hast du jetzt?
von Nachtrag -
Katja
Rang: Gastam 17.04.2010 15:17:29
Hallo Jürgen, hallo Astrid,
ich habe doch einige Probleme mit Eurer Einschätzung, daß ein Diabetiker mit einer bestimmten Teststreifenmenge hinkommen MUSS! Wollt Ihr alle Diabetiker dazu verdonnern, einen völlig regelmäßigen Tages- und Wochenablauf einzuhalten? Denn nur damit kann man die Messungen reduzieren - und nur damit macht die Neueinstellung in einem Krankenhaus Sinn! Ich habe das 2002 am eigenen Leibe erfahren, als ich in einer renommierten Diabetesklinik die Pumpe bekam. In der zugehörigen Schulung fiel kein einziges Wort zu zyklischen Insulinbedarfsschwankungen (bei mir immerhin Pumpenindikation!) oder zu unregelmäßigen Tagesabläufen! Ich bekam BE-Faktoren für morgens, mittags und abends und konnte den Oberarzt nur ganz mühsam davon überzeugen, daß ich keinen Buckel in meiner Basalrate in den frühen Morgenstunden brauche! Den brauche ich übrigens bis heute nicht. Die "Sportanpassungen" waren ein einziges Fiasko, bei denen ich trotz massiv reduzierter Insulindosen alle 10 Minuten Hypo-BEs in Form von Saft brauchte - rund eine Stunde lang! Unmittelbar vor Ende der kurzen Wanderung lag mein BZ erstmals(!) bei 70 mg/dl - und schoß danach hoch. Bis heute konnte ich kein vernünftiges Sport-Schema entwickeln, mit denen ich Tanzen (einmal pro Woche), Wandern (hin und wieder am Wochenende; teilweise ein- bis dreiwöchige Wandertouren) und Radfahren einigermaßen in den Griff kriege. Aber ich weiß beispielsweise, daß es einen großen Unterschied beim Insulinbedarf ausmacht, ob ich beim Tanztraining oder beim Tanzabend bin! Und ich habe schon die Erfahrung gemacht, daß sich der BZ bei zwei aufeinanderfolgenden Tagen mit demselben(!) Sportprogramm völlig unterschiedlich verhielt! Am ersten Tag hatte ich die Basalrate NICHT reduziert, aber trotzdem fing der BZ nach rund anderthalbstündigem Spaziergang an zu steigen! Danach folgte die erste Tennisstunde meines Lebens, bei der ich nur mit halbstündlichen(!) Korrekturen meinen BZ von anfangs 108 zwischen 120 und 140 halten konnte! Die erste Korrektur hatte ich zum Entsetzen der begleitenden Diabetesberaterin bereits bei 108 gemacht, weil der BZ bei der Messung 30 Minuten zuvor noch bei 96 gelegen hatte. In diesem Fall hatte ich alle 30 Minuten gemessen und bei jedem(!) Anstieg vorsichtig korrigiert. Am nächsten Tag verlief mein BZ wie erwartet: bei leicht reduzierter Basalrate sank er langsam aber stetig - und ich mußte auch nicht annähernd so oft messen! Natürlich gibt es Leute, die bei Sport kaum messen müssen - aber das sind welche, die sich jeden Tag mehr oder weniger gleich stark belasten! Ich möchte da als prominente Beispiele Matthias Steiner und Dimo Wache nennen, die als Profisportler jeden Tag ein ausgefeiltes Trainingsprogramm absolvieren! Aber wenn ich tage- oder wochenlang kaum Bewegung habe und dann plötzlich eine Rad- oder Wandertour mache, habe ich plötzlich massive Probleme mit dem BZ... Nach der Klinikentlassung mußte ich dann in mühsamer Kleinarbeit meine Insulinversorgung an mein Leben anpassen. Das hat mich mehrere Jahre gekostet und ist teilweise bis heute nicht abgeschlossen. Unterstützung von Diabetologen kann ich dabei nicht erwarten, denn denen sind meine Probleme weitgehend unbekannt. Meinen Diabetologen konnte ich erst im Herbst letzten Jahres überzeugen, daß meine Basalratenanpassungen kein Spleen von mir sind, sondern tatsächlich mit meinem Zyklus zu tun haben! Dazu kommt, daß ich seit zwei oder drei Jahren immer wieder vom Zyklus unabhängige Niveauverschiebungen nach oben oder unten im Insulinbedarf beobachte, die ich mir bislang nicht erklären kann. Sie treten zwei oder dreimal im Jahr auf. Wenn ich meinen Diabetologen nächste Woche danach fragen werde, wird er mir wahrscheinlich wieder eine Antwort schuldig bleiben...
Meinen BZ kann ich nach 47 Diabetesjahren manchmal punktgenau schätzen! Dummerweise liege ich manchmal aber auch meilenweit daneben. Da tippe ich auf Hypo - und habe in Wirklichkeit einen BZ von 250 mg/dl - oder umgekehrt. Darauf kann ich mich nicht verlassen. Und die angegebene Schwankungsbreite von 50 bis 400 habe ich auch - genaugenommen von 28 bis 400 - aber natürlich nicht jeden Tag!!! Aber einmal im Jahr ist ein Wert um 400 durchaus drin. Hypos zwischen 28 und 50 sind weitaus häufiger. Je nach Zyklusphase treten solche Werte ein bis dreimal pro Woche oder auch bis zu fünfmal am Tag auf - trotz mehrfacher Anpassung der Basalrate und ständiger Korrekturen (in diesem Fall natürlich in Form von Hypo-BEs)! Denn Tage mit einem mittleren BZ von 70 oder 66 sind wirklich kein Spaß und erfordern natürlich auch weitaus mehr Messungen als sonst.
Ich brauche rund 800 Teststreifen im Quartal, führe jeden Abend Protokoll (Meßergebnisse samt Hypo-BEs; Insulindosen mit Angabe, ob Korrektur oder BE und Abweichungen (weil ich beispielsweise wg. geplanter Bewegung einen Bolus reduziert habe); Gesamtinsulinverbrauch; Veränderungen der Basalrate; Katheter-, Reservoir- und Batterienwechsel sowie Kommentare - alles mit Uhrzeit). Natürlich reagiere ich auf jede Messung, sofern sie von meinem Zielbereich abweicht. Mein Zielbereich liegt nüchtern zwischen 80 und 100; ab 110 korrigiere ich mit Insulin und unter 75 mit Hypo-BEs. Mein postprandialer Zielbereich ist nicht ganz so eindeutig, denn bei langsamen Kohlenhydraten wie Schokolade sollte er 120 bis 140 nicht überschreiten, während er bei schnellen bis 180 gehen darf. Das heißt aber auch, daß ich bei langsamen Kohlenhydraten früher korrigiere als bei schnellen. Einen postprandialen Wert von 200 oder mehr korrigiere ich in jedem Fall.
Jürgen schreibt: "MAN misst z.B. morgens nüchtern." Natürlich mache ich das auch! Dieser Wert ist für mich der erste Anhaltspunkt dafür, ob meine Basalrate zu meinem augenblicklichen Insulinbedarf paßt! In diesem Falle komme ich knapp unter dem Abendwert raus. Sinkt er stärker, fällt mein Insulinbedarf, liegt er höher, muß ich meine Basalrate erhöhen. Auf diesen Nüchternwert kann ich auch sehr viel schneller reagieren, weil jeder Wert nach einer Mahlzeit auch andere Ursachen haben kann (z.B. verschätzt). Da ich nicht selbst koche, sondern in Kantinen, Restaurants oder bei Verwandten esse, habe ich natürlich auch sehr viel mehr Störfaktoren als beispielsweise früher, als meine Mutter vielleicht 20 oder 30 verschiedene Gerichte kochte!
Jürgen, Du gehst teilweise leider von falschen Annahmen aus! Du schreibst: "Ich bin mir einigermaßen sicher, dass der Betreffende
- nie seine BE-Faktoren morgens-mittags-abends systematisch ausgetestet hat,
- nie systematisch seine Basal-Wirkung beobachtet und beachtet,"
Dummerweise sind die BE-Faktoren keineswegs von der Tageszeit abhängig, was selbst Diabetologen wie Teupe behaupten! Das habe ICH nämlich ausgetestet! Du kannst das auch selbst machen: laß einmal das Frühstück ausfallen und nimm es erst mittags mit dem mittäglichen BE-Faktor zu Dir! Du wirst Dich über Deinen postprandialen Wert wundern! Damit Du den Nüchtern-BZ nicht verfälscht, solltest Du bis mittags im Bett liegen bleiben, denn auch das Aufstehen hat Auswirkungen auf den BZ-Verlauf. Und ich frage mich, wie ich beispielsweise meine Basalrate "systematisch austesten" soll! Mein Insulinbedarf bleibt allerhöchstens neun Tage am Stück stabil...
Dank dieses Aufwands schaffe ich es, trotz stark schwankendem Insulinbedarf, gestörter Hypowahrnehmung und unregelmäßigem Tagesablauf seit Jahren einen HbA1c unter 6% zu haben - ohne eine einzige schwere Hypo! Und ich habe keinerlei Folgeschäden.
Und noch eine letzte Anmerkung: warum regen sich eigentlich alle über den angeblich zu großzügigen Teststreifenverbrauch auf? Schließlich werden schlappe 80% der Diabeteskosten für Folgeschäden fällig!!! Nur die restlichen 20% entfallen auf die eigentliche Diabetestherapie! Damit sollte jedem Menschen klar sein, wo die echten Einsparpotentiale liegen - bei der Behandlung von Folgeschäden und nicht bei der Prävention derselben! Aber auch denjenigen, die ihre Teststreifen bei EBAY verkloppen, kann man problemlos auf die Schliche kommen: indem sich JEDER Arzt die Protokolle zeigen läßt und und mit dem gemessenen HbA1c vergleicht oder von mir aus auch anhand des BZ-Meßgeräts stichprobenartig überprüft! Wenn dann größere Differenzen zwischen Verordnung und protokollierten Werten sowie HbA1c bzw. Werten auf dem Meßgerät auftreten, kann der Arzt die Teststreifenmenge ja reduzieren! DAS ist wirtschaftlicher Umgang mit knappen Ressourcen und nicht das generelle Limitieren bei denjenigen, die halt nicht mit 4 Messungen am Tag auskommen!
Viele Grüße
Katja -
rubfrfgz
Rang: Gastam 17.04.2010 15:57:47
Besser nicht antworten ,hier hat jemand nicht verstanden das Einzelfälle nicht allgemeingültig sind.Laßt Katja recht haben , sonst wird das wieder ein Endlosstreitpunkt. -
Katja
Rang: Gastam 17.04.2010 22:55:01
Hallo ANONYM,
wenn ich die Diskussion recht verstanden habe, ging es auch darum, daß ALLE Diabetiker mit höchstens 600 Teststreifen pro Quartal auszukommen haben! Ich bin aber keineswegs ein Einzelfall, denn auch der Threadstarter braucht mit 750 Streifen weitaus mehr - und wir sind mit Sicherheit nicht die Einzigen!
DU scheinst jedoch nicht verstanden zu haben, daß ein Langzeitdiabetiker OHNE Folgeschäden sehr viel sparsamer mit dem Geld der Solidargemeinschaft umgeht als jemand, der zwar Teststreifen spart, das aber mit Folgeschäden bezahlt - auch wenn das leider keine Einzelfälle sind!
In diesem Sinne
Katja
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Astrid
Rang: Gastam 18.04.2010 01:28:11
Hallo Katja,
...was du bei allem messen und korrigieren vergißt ist die zeitliche Verschiebung des Bz-Anstiegs oder Abfalls.
Grundsätzlich ist der Diabetes ja wirklich bei jedem individuell verschieden und auch ich hab´ Schwankungen, anscheinend ist mein Diabetes, im Moment zumindest, easy zu händeln, was nicht heißt, daß ich auch manchmal Werte dabei hab´, die mir erstmal unerklärlich erscheinen.
Aber mal ehrlich, wenn ich 110 messe und dann korrigiere, bekomme ich eine Hypo, daß ist doch mehr als logisch, und wenn ich dann beim Sport alle 10 min. was zu mir nehme, gibt es nach ein bis zwei Stunden die Quittung mit ´nem Wert über 200, da steuert die Leber dann auch noch gleich was dazu. Das sind doch ganz normale Vorgänge. Wenn ich so oft korrigiere, oder dazuesse ändert sich der BZ eben ständig, also völlig normal für Diabetiker.
Zäum doch das Pferd mal von hinten auf. Lege von vorneherein fest, was du spritzt, halte dich dran und beobachte dann deinen BZ.
Der Fragesteller hat sich ja nicht weiter geäußert, deshalb habe ich gemutmaßt, daß er nur Lebensqualität, durch ständige BZ-Kontrolle hat und deshalb mehr Teststreifen verschrieben haben möchte.
mfg von Astrid -
Katja
Rang: Gastam 18.04.2010 13:01:59
Hallo Astrid,
was machst Du, wenn Du seit wenigen Tagen Deine erste Pumpe hast, die erste sportliche Belastung unter Aufsicht eines Sporttherapeuten durchführst , bereits nach 10 Minuten deutliche Hyposymptome spürst - und einen dazu passenden Wert von um die 50 mg/dl mißt? Jedenfalls kamen keinerlei Einwände vom Fachpersonal - auch nicht, als nach insgesamt 20 Minuten die erste allgemeine BZ-Messung vorgesehen war und sich mein BZ um keinen mg/dl gerührt hatte!
Nach langjähriger Hypoerfahrung habe ich gewaltige Zweifel, ob die Leber wirklich "was beisteuert"! Ich habe in jungen Jahren auch einmal ausprobiert, was passiert, wenn ich abends deutliche Hyposymptome habe, nichts dagegen unternehme und schlafen gehe - nichts! Ich bin morgens harnzuckerfrei aufgewacht. Mit Anfang 30 hatte ich zwei schwere Hypos, weil es mir morgens nicht gut ging, was ich aber erst nach der morgendlichen Spritze (unter CT, also unter Abdeckung aller Mahlzeiten!) gemerkt habe. Dann habe ich mich wieder hingelegt und bin eingeschlafen. Aufgewacht bin ich in beiden Fällen 13 Stunden später, weil das Insulin aufhörte zu wirken... Wo war da die Gegenregulation der Leber??? Ich gehe inzwischen davon aus, daß die "Gegenregulation der Leber" nichts anderes ist als zu viele Hypo-BEs! Ich brauche normalerweise EINE EINZIGE Hypo-BE, um meinen BZ auf 80 - 90 mg/dl zu bekommen - nachdem er zwischenzeitlich bis auf 120 - 130 mg/dl steigt und dann wieder (in diesem Falle unkorrigiert!) fällt! Wenn ich dann immer wieder lese, daß man 2 bis 3 schnelle BEs und dann noch eine langsame essen soll, ist mir klar, wie ein überschießender BZ zu erklären ist! Diese Erfahrung habe ich aber schon vor weit über 20 Jahren gemacht...
Eine Einheit Insulin senkt meinen BZ um etwa 80 mg/dl. Einen Nüchternwert von 110 mg/dl korrigiere ich also mit gerade mal 0,1 IE! Wie soll ich damit in eine Hypo kommen???
Viele Grüße
Katja -
Astrid
Rang: Gastam 18.04.2010 15:46:43
Hallo Katja, ich hab´ja keine Erfahrungswerte mit einer Pumpe, kann ich also wirklich nicht beurteilen.
Und wir schreiben ja hier zum Erfahrungsaustausch, klar ist bei jedem anders. Aber ab und an bekommt man vielleicht eine neue Anregung.
Der BZ verändert sich doch nicht gleichförmig, z.B.
Ausdauersport:
da kann man 30 min. moderat auf dem Crosswalker trainieren, und nur 5 min länger reißen den BZ in eine Hypo, eine etwas höhere Pulsfrequenz beschleunigt das auch.
Bin da schon fast 2 Jahre am testen und kann es inzwischen bis auf 5 min eingrenzen, auch mit viel messen:))
...oder mittags hab´ich schon mit BZ 100 Hyposympthome, abends fühle ich mich noch mit BZ 50 total wohl.
...morgens senkt 1 IE meinen BZ um 100 und mehr, abends nur um 30.
...deshalb kann man auch mit 0,1 IE in eine Hypo geraten, wenn der Insulinbedarf des Körpers so unterschiedlich ist.
Und dann gibt es noch Tage ( bei Frauen ), da ist alles anders, kennst du sicher auch.
Und es gibt "Tendenztage", wache ich morgens mit niedrigem BZ auf, brauch ich den ganzen Tag weniger Insulin, oder esse mehr.
Hab´ich morgens schon BZ 140, brauch ich den ganzen Tag mehr Insulin. Warum ? Das weiß nur mein Körper..
Diese ganzen Nuancen sind anderen Leuten schwierig zu erklären, aber jeder Diabetiker sollte doch ein Gefühl dafür entwickeln. Das meinte ich zu dem Fragesteller.
Ich mach´meinen Körper nicht verrückt mit ständigen Korrekturen, und im Moment ( kann sich ja immer ändern ) läuft es gut.
Bin doch nicht der Sklave meiner Krankheit. Ich sehe meinen Diabetes einfach als Ermahnung diszipliniert und gesund zu leben, und fühle mich in meiner Lebensqualität sehr wenig eingeschränkt.
PS: Was machst du denn, wenn du BZ 105 mißt?
Du wartest 15 min, mißt nochmal ? Korrigierst dann oder ißt ?
mfg
von Astrid -
Jürgen
Rang: Gastam 18.04.2010 17:06:44
Moin Katja,
Deine Einlassungen zur Gegenregulation der Leber finde ich arm. Alle Deine Beispiele sagen, dass Deine Leber mit der Zeit Dein Zucker-Defizit ausgeglichen hat, das Du dir gespritzt hattest. Und genau das ist hepatische Gegenregulation.
Stattdessen scheinst Du eine überschießende Gegenregulation erwartet zu haben und vielleicht sogar heute noch bei normalen Menschen zu erwarten, von der immer wieder im Netz gesponnen wird. Allerdings habe ich ein solches Überschießen noch nirgendwo eindeutig mit Messwerten belegt gesehen und halte es schlicht für schlechten Mythos infolge unsauberer Recherche.
Bisdann, Jürgen -
Joa
Rang: Gastam 18.04.2010 19:49:58
> Jürgen schrieb:
> Stattdessen scheinst Du eine
> überschießende Gegenregulation
> erwartet zu haben und vielleicht sogar
> heute noch bei normalen Menschen zu
> erwarten, von der immer wieder im
> Netz gesponnen wird.
Vielleicht lieste Katjas Beitrag nochmal unter dem Aspekt der Sinnerfassung?
Sie schrubste, dass sie eine überschießende Glucosefreisetzung der Leber in der Folge eine Hypo als These abschreibt.
Was ja schon insofern Sinn macht, als eine rechte Hypo aufgrund hoher Insulinwirkung erfolgt, welche wiederum die Glucosefreisetzung der Leber effektiv hemmt.
> Allerdings habe ich ein solches
> Überschießen noch nirgendwo
> eindeutig mit Messwerten belegt gesehen
> und halte es schlicht für schlechten
> Mythos infolge unsauberer Recherche.
Auch wenn Du es für einen Mythos halten tust, die posthypoglykämische Insulinresistenz ist schon real existierend.
"Die Somatotropinsekretion nach Hypoglykämie ist bei Diabetikern unter
anderem für die oftmals länger anhaltende posthypoglykämische Insulinresistenz und
Hyperglykämie verantwortlich" (Scherbaum WA, 2001).
U.a. meint, dass auch andere Hormone der Stufe 6 der GR potente Insulinantagonisten sind. STH, Glucocorticoide und so Zeugs.
Die Ausschüttungsbereitschaft ist hinsichtlich Quantität und BZ-Grenzwert individuell offenbar unterschiedlich.
Und dann kann die Leber mit ihrer Glucose zuschlagen, wenn auch ihre Insulinrezeptoren durch kontrainsulinäre Resistenzwírkung geblockt werden. :-(
Aber wie schon gesagt, der Somogyi-Effekt ist eher was Selteneres. Meist sind es schon die Hypo-BE's.
Gruß
Joa -
Jürgen
Rang: Gastam 19.04.2010 00:39:59
Moin Joa,
jede Veränderung der Geschwindigkeit eines Autos lässt sich in X Gramm Druck auf Gas oder Bremspedal für Y Sekunden berechnen, auch im direkten voraus, wenn man noch das Reibungsverhalten der Reifenoberfläche auf der Straßenoberfläche und die jeweilige Geschwindigkeit des Fahrzeugs sowie dessen Masse berücksichtigt, Windstärke und Windrichtung nicht zu vergessen! - Sorry, aber wenn tatsächlich bewusst all die Physik fortlaufend angewendet werden müsste (wie Du das hier für den BZ in biochemischen Einzelheiten skizzierst), wenn wir uns per Auto von A nach B bewegen, wären Kraftfahrer noch immer eine seltene Minderheit wie damals, als Frau Benz ihren legendären ersten Ausflug machte.
Bisdann, Jürgen -
Joa.
Rang: Gastam 19.04.2010 01:38:52
Hallo Jürgen,
ich versuche es nochmal gaaanz einfach für Dich.
Die Leberzuckerfreisetzung spielt bei der Gegenregulation eine eher moderate Rolle und führt in aller Regel nicht zu einer anhaltenden Hyperglykämie nach der Hypo.
Ich stimme Katja und Dir daher zu.
Allerdings können nach tiefergehenden und/oder längeren Hypophasen anhaltende und deftige Hyperglykämien entstehen, weil die vom Notfallsystem des Körpers in die Schlacht geworfenen "schweren Hormongeschütze" dann nicht mehr punktuelle Kosmetik versuchen, sondern mit allen Mitteln die minimale Glucoseversorgung von Nerven und Gehirn sicherstellen.
Dabei können und müssen sie dann auch noch der Wirkung des Insulins auf die insulinabhängigen Glucoseverbraucher die Funktion entziehen, indem Insulinrezeptoren ziemlich schachmatt gestellt werden.
Was im übrigen den Vorteil hat, dass auch Leber und Nieren wieder mehr Glucose zur Verfügung stellen können, wenn sie nicht mehr durch die Insulinwirkung darin gehemmt werden.
Der Nachteil ist, dass so eine Rezeptorenblockade etliche Zeit nachwirken kann.
Was dann halt "posthypoglykämische Insulinresistenz" genannt wird.
Ist doch ganz einfach. Oder?
Gruß
Joa von Joa.