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Wenn die BZ - Teststreifen bei Typ1 nicht reichen ?

  • asda

    Rang: Gast
    am 13.04.2010 16:34:46
    Einerseits find ichs irgendwie erschreckend, dass in Deutschland die Teststreifen für 1er quartalsweise begrenzt sind. Ich hol mir einfach ein Rezept beim Arzt, wenn ich welche brauch. Und nie würd jemand auf die Idee kommen, mir diese zu verweigern, weil ich schon zu viele bezogen hätt.

    Andererseits find ich den Verbrauch schon recht hoch. Die Kontrollmessungen müssen ja wirklich nicht täglich sein. Ich mach sie nur noch, wenn ich etwas "Heikles" oder Ungewohntes gegessen hab und nicht genau abschätzen kann, wieviele KH da drin waren. Aber im normalen Alltag muss man sich ja auch soweit kennen, dass mans ohne Kontrollmessungen schafft.

    Beim Sport weiss ichs nicht, da ich keinen betreib. Aber man kann auch zu viel kontrollieren. Wie beim Blutdruck, beim Gewicht und vielem anderen auch.
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 13.04.2010 16:43:12
    Streifen zum Kontrollieren sind schon mit 2 am Tag 12 pro Woche rausgeschmissen.

    Streifen zum BZ in engeren Grenzen Steuern kann beim Steuernlernen und in Sondersituationen 10 am Tag und auch bis zu mehreren Wochen erfordern. von Jürgen
  • Astrid

    Rang: Gast
    am 13.04.2010 19:03:05
    Ich denke der Fragesteller, sollte erstmal abklären, wieso er jeden Tag einen 400er-Wert erreicht. Klar ist bei Diabetes alles möglich und bei jedem ist er individuell verschieden, aber Werte an die 400 sind ja schon eine massive Stoffwechselentgleisung, das hab´ich nach meiner stationären Einstellung nie mehr erreicht.
    Sicher ist der BZ bei Typ1 ständig am Schwanken, aber über die 200er-Marke komme ich recht selten, und 400 würde ich nur mit einer Flasche Sekt erreichen :-)

    mfg von Astrid
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 13.04.2010 19:40:07
    Das mit dem Schwanken hat der BZ so an sich, wenn das Kind Diabetes mellitus heißt :-( von Jürgen
  • Nachtrag

    Rang: Gast
    am 14.04.2010 11:52:34
    Eigentlich ist die Lösung doch ganz einfach. Wenn die KK sagt, sie zahlts, soll sie sich das schriftlich geben lassen, was sie da geäußert haben und damit zum Arzt.

    WAs mich interessieren würde:

    Wenn du die Kontrollmessung gemacht hast, und der Wert ist viel zu hoch, was tust du dann? Oder schreibst du den Wert auf ung gut?

    Welche Konsequenz ziehst du dann draus? Veränderst du den Spritzfaktor, veränderst du die Nahrung, um beim nächsten MAl einen neidrigeren Wert zu erlangen?

    Änderst Du was am SEA? Welchen SEA hast du jetzt?

    von Nachtrag
  • Katja

    Rang: Gast
    am 17.04.2010 15:17:29
    Hallo Jürgen, hallo Astrid,

    ich habe doch einige Probleme mit Eurer Einschätzung, daß ein Diabetiker mit einer bestimmten Teststreifenmenge hinkommen MUSS! Wollt Ihr alle Diabetiker dazu verdonnern, einen völlig regelmäßigen Tages- und Wochenablauf einzuhalten? Denn nur damit kann man die Messungen reduzieren - und nur damit macht die Neueinstellung in einem Krankenhaus Sinn! Ich habe das 2002 am eigenen Leibe erfahren, als ich in einer renommierten Diabetesklinik die Pumpe bekam. In der zugehörigen Schulung fiel kein einziges Wort zu zyklischen Insulinbedarfsschwankungen (bei mir immerhin Pumpenindikation!) oder zu unregelmäßigen Tagesabläufen! Ich bekam BE-Faktoren für morgens, mittags und abends und konnte den Oberarzt nur ganz mühsam davon überzeugen, daß ich keinen Buckel in meiner Basalrate in den frühen Morgenstunden brauche! Den brauche ich übrigens bis heute nicht. Die "Sportanpassungen" waren ein einziges Fiasko, bei denen ich trotz massiv reduzierter Insulindosen alle 10 Minuten Hypo-BEs in Form von Saft brauchte - rund eine Stunde lang! Unmittelbar vor Ende der kurzen Wanderung lag mein BZ erstmals(!) bei 70 mg/dl - und schoß danach hoch. Bis heute konnte ich kein vernünftiges Sport-Schema entwickeln, mit denen ich Tanzen (einmal pro Woche), Wandern (hin und wieder am Wochenende; teilweise ein- bis dreiwöchige Wandertouren) und Radfahren einigermaßen in den Griff kriege. Aber ich weiß beispielsweise, daß es einen großen Unterschied beim Insulinbedarf ausmacht, ob ich beim Tanztraining oder beim Tanzabend bin! Und ich habe schon die Erfahrung gemacht, daß sich der BZ bei zwei aufeinanderfolgenden Tagen mit demselben(!) Sportprogramm völlig unterschiedlich verhielt! Am ersten Tag hatte ich die Basalrate NICHT reduziert, aber trotzdem fing der BZ nach rund anderthalbstündigem Spaziergang an zu steigen! Danach folgte die erste Tennisstunde meines Lebens, bei der ich nur mit halbstündlichen(!) Korrekturen meinen BZ von anfangs 108 zwischen 120 und 140 halten konnte! Die erste Korrektur hatte ich zum Entsetzen der begleitenden Diabetesberaterin bereits bei 108 gemacht, weil der BZ bei der Messung 30 Minuten zuvor noch bei 96 gelegen hatte. In diesem Fall hatte ich alle 30 Minuten gemessen und bei jedem(!) Anstieg vorsichtig korrigiert. Am nächsten Tag verlief mein BZ wie erwartet: bei leicht reduzierter Basalrate sank er langsam aber stetig - und ich mußte auch nicht annähernd so oft messen! Natürlich gibt es Leute, die bei Sport kaum messen müssen - aber das sind welche, die sich jeden Tag mehr oder weniger gleich stark belasten! Ich möchte da als prominente Beispiele Matthias Steiner und Dimo Wache nennen, die als Profisportler jeden Tag ein ausgefeiltes Trainingsprogramm absolvieren! Aber wenn ich tage- oder wochenlang kaum Bewegung habe und dann plötzlich eine Rad- oder Wandertour mache, habe ich plötzlich massive Probleme mit dem BZ... Nach der Klinikentlassung mußte ich dann in mühsamer Kleinarbeit meine Insulinversorgung an mein Leben anpassen. Das hat mich mehrere Jahre gekostet und ist teilweise bis heute nicht abgeschlossen. Unterstützung von Diabetologen kann ich dabei nicht erwarten, denn denen sind meine Probleme weitgehend unbekannt. Meinen Diabetologen konnte ich erst im Herbst letzten Jahres überzeugen, daß meine Basalratenanpassungen kein Spleen von mir sind, sondern tatsächlich mit meinem Zyklus zu tun haben! Dazu kommt, daß ich seit zwei oder drei Jahren immer wieder vom Zyklus unabhängige Niveauverschiebungen nach oben oder unten im Insulinbedarf beobachte, die ich mir bislang nicht erklären kann. Sie treten zwei oder dreimal im Jahr auf. Wenn ich meinen Diabetologen nächste Woche danach fragen werde, wird er mir wahrscheinlich wieder eine Antwort schuldig bleiben...

    Meinen BZ kann ich nach 47 Diabetesjahren manchmal punktgenau schätzen! Dummerweise liege ich manchmal aber auch meilenweit daneben. Da tippe ich auf Hypo - und habe in Wirklichkeit einen BZ von 250 mg/dl - oder umgekehrt. Darauf kann ich mich nicht verlassen. Und die angegebene Schwankungsbreite von 50 bis 400 habe ich auch - genaugenommen von 28 bis 400 - aber natürlich nicht jeden Tag!!! Aber einmal im Jahr ist ein Wert um 400 durchaus drin. Hypos zwischen 28 und 50 sind weitaus häufiger. Je nach Zyklusphase treten solche Werte ein bis dreimal pro Woche oder auch bis zu fünfmal am Tag auf - trotz mehrfacher Anpassung der Basalrate und ständiger Korrekturen (in diesem Fall natürlich in Form von Hypo-BEs)! Denn Tage mit einem mittleren BZ von 70 oder 66 sind wirklich kein Spaß und erfordern natürlich auch weitaus mehr Messungen als sonst.

    Ich brauche rund 800 Teststreifen im Quartal, führe jeden Abend Protokoll (Meßergebnisse samt Hypo-BEs; Insulindosen mit Angabe, ob Korrektur oder BE und Abweichungen (weil ich beispielsweise wg. geplanter Bewegung einen Bolus reduziert habe); Gesamtinsulinverbrauch; Veränderungen der Basalrate; Katheter-, Reservoir- und Batterienwechsel sowie Kommentare - alles mit Uhrzeit). Natürlich reagiere ich auf jede Messung, sofern sie von meinem Zielbereich abweicht. Mein Zielbereich liegt nüchtern zwischen 80 und 100; ab 110 korrigiere ich mit Insulin und unter 75 mit Hypo-BEs. Mein postprandialer Zielbereich ist nicht ganz so eindeutig, denn bei langsamen Kohlenhydraten wie Schokolade sollte er 120 bis 140 nicht überschreiten, während er bei schnellen bis 180 gehen darf. Das heißt aber auch, daß ich bei langsamen Kohlenhydraten früher korrigiere als bei schnellen. Einen postprandialen Wert von 200 oder mehr korrigiere ich in jedem Fall.

    Jürgen schreibt: "MAN misst z.B. morgens nüchtern." Natürlich mache ich das auch! Dieser Wert ist für mich der erste Anhaltspunkt dafür, ob meine Basalrate zu meinem augenblicklichen Insulinbedarf paßt! In diesem Falle komme ich knapp unter dem Abendwert raus. Sinkt er stärker, fällt mein Insulinbedarf, liegt er höher, muß ich meine Basalrate erhöhen. Auf diesen Nüchternwert kann ich auch sehr viel schneller reagieren, weil jeder Wert nach einer Mahlzeit auch andere Ursachen haben kann (z.B. verschätzt). Da ich nicht selbst koche, sondern in Kantinen, Restaurants oder bei Verwandten esse, habe ich natürlich auch sehr viel mehr Störfaktoren als beispielsweise früher, als meine Mutter vielleicht 20 oder 30 verschiedene Gerichte kochte!

    Jürgen, Du gehst teilweise leider von falschen Annahmen aus! Du schreibst: "Ich bin mir einigermaßen sicher, dass der Betreffende
    - nie seine BE-Faktoren morgens-mittags-abends systematisch ausgetestet hat,
    - nie systematisch seine Basal-Wirkung beobachtet und beachtet,"
    Dummerweise sind die BE-Faktoren keineswegs von der Tageszeit abhängig, was selbst Diabetologen wie Teupe behaupten! Das habe ICH nämlich ausgetestet! Du kannst das auch selbst machen: laß einmal das Frühstück ausfallen und nimm es erst mittags mit dem mittäglichen BE-Faktor zu Dir! Du wirst Dich über Deinen postprandialen Wert wundern! Damit Du den Nüchtern-BZ nicht verfälscht, solltest Du bis mittags im Bett liegen bleiben, denn auch das Aufstehen hat Auswirkungen auf den BZ-Verlauf. Und ich frage mich, wie ich beispielsweise meine Basalrate "systematisch austesten" soll! Mein Insulinbedarf bleibt allerhöchstens neun Tage am Stück stabil...

    Dank dieses Aufwands schaffe ich es, trotz stark schwankendem Insulinbedarf, gestörter Hypowahrnehmung und unregelmäßigem Tagesablauf seit Jahren einen HbA1c unter 6% zu haben - ohne eine einzige schwere Hypo! Und ich habe keinerlei Folgeschäden.

    Und noch eine letzte Anmerkung: warum regen sich eigentlich alle über den angeblich zu großzügigen Teststreifenverbrauch auf? Schließlich werden schlappe 80% der Diabeteskosten für Folgeschäden fällig!!! Nur die restlichen 20% entfallen auf die eigentliche Diabetestherapie! Damit sollte jedem Menschen klar sein, wo die echten Einsparpotentiale liegen - bei der Behandlung von Folgeschäden und nicht bei der Prävention derselben! Aber auch denjenigen, die ihre Teststreifen bei EBAY verkloppen, kann man problemlos auf die Schliche kommen: indem sich JEDER Arzt die Protokolle zeigen läßt und und mit dem gemessenen HbA1c vergleicht oder von mir aus auch anhand des BZ-Meßgeräts stichprobenartig überprüft! Wenn dann größere Differenzen zwischen Verordnung und protokollierten Werten sowie HbA1c bzw. Werten auf dem Meßgerät auftreten, kann der Arzt die Teststreifenmenge ja reduzieren! DAS ist wirtschaftlicher Umgang mit knappen Ressourcen und nicht das generelle Limitieren bei denjenigen, die halt nicht mit 4 Messungen am Tag auskommen!

    Viele Grüße

    Katja
  • rubfrfgz

    Rang: Gast
    am 17.04.2010 15:57:47
    Besser nicht antworten ,hier hat jemand nicht verstanden das Einzelfälle nicht allgemeingültig sind.Laßt Katja recht haben , sonst wird das wieder ein Endlosstreitpunkt.
  • Katja

    Rang: Gast
    am 17.04.2010 22:55:01
    Hallo ANONYM,

    wenn ich die Diskussion recht verstanden habe, ging es auch darum, daß ALLE Diabetiker mit höchstens 600 Teststreifen pro Quartal auszukommen haben! Ich bin aber keineswegs ein Einzelfall, denn auch der Threadstarter braucht mit 750 Streifen weitaus mehr - und wir sind mit Sicherheit nicht die Einzigen!

    DU scheinst jedoch nicht verstanden zu haben, daß ein Langzeitdiabetiker OHNE Folgeschäden sehr viel sparsamer mit dem Geld der Solidargemeinschaft umgeht als jemand, der zwar Teststreifen spart, das aber mit Folgeschäden bezahlt - auch wenn das leider keine Einzelfälle sind!

    In diesem Sinne

    Katja
  • Astrid

    Rang: Gast
    am 18.04.2010 01:28:11
    Hallo Katja,
    ...was du bei allem messen und korrigieren vergißt ist die zeitliche Verschiebung des Bz-Anstiegs oder Abfalls.
    Grundsätzlich ist der Diabetes ja wirklich bei jedem individuell verschieden und auch ich hab´ Schwankungen, anscheinend ist mein Diabetes, im Moment zumindest, easy zu händeln, was nicht heißt, daß ich auch manchmal Werte dabei hab´, die mir erstmal unerklärlich erscheinen.

    Aber mal ehrlich, wenn ich 110 messe und dann korrigiere, bekomme ich eine Hypo, daß ist doch mehr als logisch, und wenn ich dann beim Sport alle 10 min. was zu mir nehme, gibt es nach ein bis zwei Stunden die Quittung mit ´nem Wert über 200, da steuert die Leber dann auch noch gleich was dazu. Das sind doch ganz normale Vorgänge. Wenn ich so oft korrigiere, oder dazuesse ändert sich der BZ eben ständig, also völlig normal für Diabetiker.

    Zäum doch das Pferd mal von hinten auf. Lege von vorneherein fest, was du spritzt, halte dich dran und beobachte dann deinen BZ.

    Der Fragesteller hat sich ja nicht weiter geäußert, deshalb habe ich gemutmaßt, daß er nur Lebensqualität, durch ständige BZ-Kontrolle hat und deshalb mehr Teststreifen verschrieben haben möchte.

    mfg von Astrid
  • Katja

    Rang: Gast
    am 18.04.2010 13:01:59
    Hallo Astrid,

    was machst Du, wenn Du seit wenigen Tagen Deine erste Pumpe hast, die erste sportliche Belastung unter Aufsicht eines Sporttherapeuten durchführst , bereits nach 10 Minuten deutliche Hyposymptome spürst - und einen dazu passenden Wert von um die 50 mg/dl mißt? Jedenfalls kamen keinerlei Einwände vom Fachpersonal - auch nicht, als nach insgesamt 20 Minuten die erste allgemeine BZ-Messung vorgesehen war und sich mein BZ um keinen mg/dl gerührt hatte!

    Nach langjähriger Hypoerfahrung habe ich gewaltige Zweifel, ob die Leber wirklich "was beisteuert"! Ich habe in jungen Jahren auch einmal ausprobiert, was passiert, wenn ich abends deutliche Hyposymptome habe, nichts dagegen unternehme und schlafen gehe - nichts! Ich bin morgens harnzuckerfrei aufgewacht. Mit Anfang 30 hatte ich zwei schwere Hypos, weil es mir morgens nicht gut ging, was ich aber erst nach der morgendlichen Spritze (unter CT, also unter Abdeckung aller Mahlzeiten!) gemerkt habe. Dann habe ich mich wieder hingelegt und bin eingeschlafen. Aufgewacht bin ich in beiden Fällen 13 Stunden später, weil das Insulin aufhörte zu wirken... Wo war da die Gegenregulation der Leber??? Ich gehe inzwischen davon aus, daß die "Gegenregulation der Leber" nichts anderes ist als zu viele Hypo-BEs! Ich brauche normalerweise EINE EINZIGE Hypo-BE, um meinen BZ auf 80 - 90 mg/dl zu bekommen - nachdem er zwischenzeitlich bis auf 120 - 130 mg/dl steigt und dann wieder (in diesem Falle unkorrigiert!) fällt! Wenn ich dann immer wieder lese, daß man 2 bis 3 schnelle BEs und dann noch eine langsame essen soll, ist mir klar, wie ein überschießender BZ zu erklären ist! Diese Erfahrung habe ich aber schon vor weit über 20 Jahren gemacht...

    Eine Einheit Insulin senkt meinen BZ um etwa 80 mg/dl. Einen Nüchternwert von 110 mg/dl korrigiere ich also mit gerade mal 0,1 IE! Wie soll ich damit in eine Hypo kommen???

    Viele Grüße

    Katja