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Wenn die BZ - Teststreifen bei Typ1 nicht reichen ?
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Astrid
Rang: Gastam 18.04.2010 15:46:43
Hallo Katja, ich hab´ja keine Erfahrungswerte mit einer Pumpe, kann ich also wirklich nicht beurteilen.
Und wir schreiben ja hier zum Erfahrungsaustausch, klar ist bei jedem anders. Aber ab und an bekommt man vielleicht eine neue Anregung.
Der BZ verändert sich doch nicht gleichförmig, z.B.
Ausdauersport:
da kann man 30 min. moderat auf dem Crosswalker trainieren, und nur 5 min länger reißen den BZ in eine Hypo, eine etwas höhere Pulsfrequenz beschleunigt das auch.
Bin da schon fast 2 Jahre am testen und kann es inzwischen bis auf 5 min eingrenzen, auch mit viel messen:))
...oder mittags hab´ich schon mit BZ 100 Hyposympthome, abends fühle ich mich noch mit BZ 50 total wohl.
...morgens senkt 1 IE meinen BZ um 100 und mehr, abends nur um 30.
...deshalb kann man auch mit 0,1 IE in eine Hypo geraten, wenn der Insulinbedarf des Körpers so unterschiedlich ist.
Und dann gibt es noch Tage ( bei Frauen ), da ist alles anders, kennst du sicher auch.
Und es gibt "Tendenztage", wache ich morgens mit niedrigem BZ auf, brauch ich den ganzen Tag weniger Insulin, oder esse mehr.
Hab´ich morgens schon BZ 140, brauch ich den ganzen Tag mehr Insulin. Warum ? Das weiß nur mein Körper..
Diese ganzen Nuancen sind anderen Leuten schwierig zu erklären, aber jeder Diabetiker sollte doch ein Gefühl dafür entwickeln. Das meinte ich zu dem Fragesteller.
Ich mach´meinen Körper nicht verrückt mit ständigen Korrekturen, und im Moment ( kann sich ja immer ändern ) läuft es gut.
Bin doch nicht der Sklave meiner Krankheit. Ich sehe meinen Diabetes einfach als Ermahnung diszipliniert und gesund zu leben, und fühle mich in meiner Lebensqualität sehr wenig eingeschränkt.
PS: Was machst du denn, wenn du BZ 105 mißt?
Du wartest 15 min, mißt nochmal ? Korrigierst dann oder ißt ?
mfg
von Astrid -
Jürgen
Rang: Gastam 18.04.2010 17:06:44
Moin Katja,
Deine Einlassungen zur Gegenregulation der Leber finde ich arm. Alle Deine Beispiele sagen, dass Deine Leber mit der Zeit Dein Zucker-Defizit ausgeglichen hat, das Du dir gespritzt hattest. Und genau das ist hepatische Gegenregulation.
Stattdessen scheinst Du eine überschießende Gegenregulation erwartet zu haben und vielleicht sogar heute noch bei normalen Menschen zu erwarten, von der immer wieder im Netz gesponnen wird. Allerdings habe ich ein solches Überschießen noch nirgendwo eindeutig mit Messwerten belegt gesehen und halte es schlicht für schlechten Mythos infolge unsauberer Recherche.
Bisdann, Jürgen -
Joa
Rang: Gastam 18.04.2010 19:49:58
> Jürgen schrieb:
> Stattdessen scheinst Du eine
> überschießende Gegenregulation
> erwartet zu haben und vielleicht sogar
> heute noch bei normalen Menschen zu
> erwarten, von der immer wieder im
> Netz gesponnen wird.
Vielleicht lieste Katjas Beitrag nochmal unter dem Aspekt der Sinnerfassung?
Sie schrubste, dass sie eine überschießende Glucosefreisetzung der Leber in der Folge eine Hypo als These abschreibt.
Was ja schon insofern Sinn macht, als eine rechte Hypo aufgrund hoher Insulinwirkung erfolgt, welche wiederum die Glucosefreisetzung der Leber effektiv hemmt.
> Allerdings habe ich ein solches
> Überschießen noch nirgendwo
> eindeutig mit Messwerten belegt gesehen
> und halte es schlicht für schlechten
> Mythos infolge unsauberer Recherche.
Auch wenn Du es für einen Mythos halten tust, die posthypoglykämische Insulinresistenz ist schon real existierend.
"Die Somatotropinsekretion nach Hypoglykämie ist bei Diabetikern unter
anderem für die oftmals länger anhaltende posthypoglykämische Insulinresistenz und
Hyperglykämie verantwortlich" (Scherbaum WA, 2001).
U.a. meint, dass auch andere Hormone der Stufe 6 der GR potente Insulinantagonisten sind. STH, Glucocorticoide und so Zeugs.
Die Ausschüttungsbereitschaft ist hinsichtlich Quantität und BZ-Grenzwert individuell offenbar unterschiedlich.
Und dann kann die Leber mit ihrer Glucose zuschlagen, wenn auch ihre Insulinrezeptoren durch kontrainsulinäre Resistenzwírkung geblockt werden. :-(
Aber wie schon gesagt, der Somogyi-Effekt ist eher was Selteneres. Meist sind es schon die Hypo-BE's.
Gruß
Joa -
Jürgen
Rang: Gastam 19.04.2010 00:39:59
Moin Joa,
jede Veränderung der Geschwindigkeit eines Autos lässt sich in X Gramm Druck auf Gas oder Bremspedal für Y Sekunden berechnen, auch im direkten voraus, wenn man noch das Reibungsverhalten der Reifenoberfläche auf der Straßenoberfläche und die jeweilige Geschwindigkeit des Fahrzeugs sowie dessen Masse berücksichtigt, Windstärke und Windrichtung nicht zu vergessen! - Sorry, aber wenn tatsächlich bewusst all die Physik fortlaufend angewendet werden müsste (wie Du das hier für den BZ in biochemischen Einzelheiten skizzierst), wenn wir uns per Auto von A nach B bewegen, wären Kraftfahrer noch immer eine seltene Minderheit wie damals, als Frau Benz ihren legendären ersten Ausflug machte.
Bisdann, Jürgen -
Joa.
Rang: Gastam 19.04.2010 01:38:52
Hallo Jürgen,
ich versuche es nochmal gaaanz einfach für Dich.
Die Leberzuckerfreisetzung spielt bei der Gegenregulation eine eher moderate Rolle und führt in aller Regel nicht zu einer anhaltenden Hyperglykämie nach der Hypo.
Ich stimme Katja und Dir daher zu.
Allerdings können nach tiefergehenden und/oder längeren Hypophasen anhaltende und deftige Hyperglykämien entstehen, weil die vom Notfallsystem des Körpers in die Schlacht geworfenen "schweren Hormongeschütze" dann nicht mehr punktuelle Kosmetik versuchen, sondern mit allen Mitteln die minimale Glucoseversorgung von Nerven und Gehirn sicherstellen.
Dabei können und müssen sie dann auch noch der Wirkung des Insulins auf die insulinabhängigen Glucoseverbraucher die Funktion entziehen, indem Insulinrezeptoren ziemlich schachmatt gestellt werden.
Was im übrigen den Vorteil hat, dass auch Leber und Nieren wieder mehr Glucose zur Verfügung stellen können, wenn sie nicht mehr durch die Insulinwirkung darin gehemmt werden.
Der Nachteil ist, dass so eine Rezeptorenblockade etliche Zeit nachwirken kann.
Was dann halt "posthypoglykämische Insulinresistenz" genannt wird.
Ist doch ganz einfach. Oder?
Gruß
Joa von Joa. -
rhbrjubu
Rang: Gastam 19.04.2010 02:44:46
euch beiden praktischen theoretikern ist aber schon bewußt ,daß es hier um bz-meßstreifen geht. selbst wenn das alles so ist ,wie ihr schreibt ,was hilft das beim wissen ,daß die meßstreifen angeblich nicht reichen ,weil sich arzt und kk stets widersprechen. da hilft das wissen über hepatische gegenregulation ungemein. anderswo heißt es dann immer: back to topic!
thx! -
Jürgen
Rang: Gastam 19.04.2010 10:23:55
Topic is abgehandelt:
niemand hat (nicht nur) in unserem System einen einklagbaren Anspruch auf eine irgendwie definierte Anzahl Teststreifen. Es gilt zwar, dass der Arzt entscheidet, was notwendig ist. Aber das gilt wirtschaftlich erträglich nur in dem Rahmen für ihn, in dem er sich - übrigens nicht nur bei BZ-Teststreifen - an die Vorgaben seiner Kassenärzlichen Vereinigung hält.
Die Vorgaben der Kassenärzlichen Vereinigungen werden im Rahmen der Selbstverwaltung gesetzt, zu dem es von außen keinen Zugang gibt.
Nachdem das so weit klar war, haben wir hier angefangen drum zu diskutieren, wie sich vielleicht ein gleich gesunder BZ-Verlauf mit weniger Streifen steuern lässt. Und dazu müssen wir selbstverständlich all das beachten, was unseren BZ-Verlauf beeinflusst, findest Du nicht? von Jürgen -
Christina
Rang: Gastam 19.08.2010 12:58:22
Katja, Du sprichst mir aus der Seele!!!!!!
Was für eine arroganter Quatsch, mit einer bestimmten Anzahl von Streifen auskommen zu müssen, "sonst hätte man es nicht drauf".
Ich stimme Dir sowas von zu!!!!!!
Das Leben ist nicht immer gleich, jede(r) reagiert anders und wenn ich Sicherheit haben möchte, dann messe ich eben. Vor, während, nach dem Sport usw. Vor, während, nach einer längeren Besprechung usw. usf.
Christina -
Angi
Rang: Gastam 09.09.2010 20:15:23
Das kann nur ein Nichtdiabetiker schreiben, der keine Ahnung hat... oder ein glücklicher Mensch, der keinen allzu abwechslungsreichen Tagesablauf hat und nur nach starren Regeln lebt.
Sicher können auch 1000 Streifen keinen guten BZ garantieren, aber eine engmaschige Kontrolle ist z.B. bei aktiven Menschen im Außendienst mit viel Verantwortung im Straßenverkehr und auch bei sportlich aktiven Menschen mit Typ-1 unablässlich; und somit kommt man als verantwortungsbewußter Mensch nunmal auf mehr als 6-7 Messungen pro Tag!!!
Mein Mann(42) hat vor nunmehr 15 Monaten durch Gallensteine eine schwerste Pankreatitis gehabt, durch die seine Bauchspeicheldrüse fast vollständig zerstört wurde... seitdem ist er Insulinpflichtiger Diabetiker!, Schwankungen sind hierbei oft und manchmal unberechenbar!
Um allen Mut zu machen: das Leben geht weiter... wir gehen wieder Tauchen, Skifahren, Arbeiten etc... das ist allerdings nur möglich, wenn in Extremsituationen aber auch sehr gewissenhaft der BZ eingestellt und auch kontrolliert wird.
1 Tauchtag kann bis zu 15 Messungen bedeuten. 1 Tag im Außendienst erfordert eigentlich BZ-Messung vor jedem Fahrtantritt!
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BE
Rang: Gastam 08.12.2010 14:49:12
Hallo,
wenn man einige Beiträge ließt, könnte man denken, sie kommen von Leuten die absolut keine Ahnung von Diabetes haben. Ich brauche auch meine 10-15 am Tag und das sind knapp 1000 im quartal. Es gibt Leute, die haben eine extreme Insulinempfindlichkeit, niedrige Dosen (1-1,5 IE pro Mahlzeit und 10 IE Lantus) die sind schon mehrfach im Krankenhaus zum einstellen gewesen und es bescheinigt jeder Arzt...schwer Einstellbar. Pumpenantrag läuft nun auch schon 3 Monate. Gerade in der Remissionsphase kann soetwas passieren. Die betroffenen sind sicher nicht meßgeil...die Leute haben teilweise alle 2 Tage ne Hypo...z.B. nur weil sie mal 30 statt 15 minuten gelaufen (nicht gerannt) sind.
Und jeder der schonmal ne Hypo mit kurz vor oder Sogar Bewußtlosigkeit...mißt lieber einmal mehr....