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Insulinresistenz - noch kein Diabetes!!
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Jürgen
Rang: Gastam 09.01.2011 17:14:43
Stimmt, gekniffen - ich vergaß, is ja Humaninsulin ;-(
Im Ernst: Es muss noch so viel eigenes Insulin gebildet werden, dass es locker für die Beispiel 2-3 Scheiben Brot reicht, von vor dem Essen um 80-100 auf 1 Stunde nach dem Essen 160-200 und vielleicht auch mehr und 2-3 Stunden nach dem Essen dann 50-40.
Das geht nur so lange, wie noch ausreichend eigene Beta-Zellen am Werk sind, also in der Zeit des Prädiabetes bis hinein in die ersten Jahre nach der Diagnosereife. Denn mit Erreichen der Diagnosereife hat auch ein Typ2 nur nach 50-20% der Beta-Zellen, die bei einem gesunden Menschen gleichen Geschlechts und Alters und BMI am Werk sind und VORSICHT: echtes Humaninsulin produzieren ;-) von Jürgen -
Rainer
Rang: Gastam 09.01.2011 21:57:51
Frage von Anonym:
"Tritt das nun relativ zu Beginn auf oder wenn man schon kurz vor der Schwelle zu Diabetes steht?"
Du hast noch die besten Chancen keinen Diabetes zu bekommen. Achte auf die schnell ins Blut gehenden KH, nimm lieber mehr Gemüse und mehr Fett. Sieh dir ruhig mal LOGI und LCHF an. Selbst wenn du beides nicht machen willst, kannst du dir dort viele gute Empfehlungen für eine Diabetes-verhindernde Ernährung holen.
LG Rainer -
eh
Rang: Gastam 09.01.2011 23:52:44
Ich will niemanden entmutigen, aber falsche Hoffnungen sollte man auch niemandem machen.
Einen Diabetes kann man nicht verhindern und schon gar nicht durch Ernährung. Man kann die Manifestation hinausschieben, mehr nicht. -
eh
Rang: Gastam 10.01.2011 11:16:35
Auch einen Typ 2 kann man nicht verhindern. Das würde ja bedeuten, daß man sich diese Krankheit wirklich "anfrißt". Ich hoffte, diese Version sei - wenigstens in Diabetesforen - endlich als Ammenmärchen enttarnt, denn für eine derartig simple Erklärung ist die Krankheit zu komplex.
von eh -
Joa
Rang: Gastam 10.01.2011 12:59:24
> Auch einen Typ 2 kann man nicht
> verhindern. Das würde ja bedeuten,
> daß man sich diese Krankheit
> wirklich "anfrißt".
> Ich hoffte, diese Version sei -
> wenigstens in Diabetesforen -
> endlich als Ammenmärchen enttarnt,
Ja nee, als KInder haben wir auch die Augen zu gemacht, damit uns die Anderen nicht mehr sehen konnten.
Das rasante Fortschreiten des Typ 2 bei Kindern und Jugendlichen liegt wohl an erhöhter Infektionsgefahr durch Computerviren?
> denn für eine derartig simple
> Erklärung ist die Krankheit zu komplex.
Die Stoffwechselzusammenhänge die zu Typ 2 führen sind sicherlich komplex und durchaus unterschiedlich.
Auch ist Typ 2 wohl eher als diagnostisches Sammelbecken zu sehen. *Den* Typ 2 pur wird es wohl nicht geben.
So war früher LADA mal Typ 2 oder auch MODY. Heute sind die unter Typ 1 und Typ 3 zu finden.
Gruß
Joa -
eh
Rang: Gastam 10.01.2011 13:25:59
Das sehe ich anders.
Man diganostiziert heute schnell einen Typ2 Diabetes, vor 30 Jahren dagegen war das überhaupt kein Thema.
Ich war zu dieser Zeit schwanger und ich wußte, daß ich Diabetes habe und hab es den Ärzten auch gesagt - hat keinen Menschen interessiert. Erst nach der Geburt (mein Sohn wog 4870g) hat man einen Test gemacht und mir hinterher erklärt, daß ich wohl einen Diabetes hätte. Unglaublich, aber wahr.
Auch wenn es immer wiederholt wird, einen Typ2 "frißt" man sich nicht an. Allerdings kann man dann die Verantwortung für die Krankheit dem Patienten anlasten - vielen Ärzten kommt das sehr gelegen und den Krankenkassen auch.
Ein Glück, daß wenigstens endlich in dieser Richtung geforscht wird. -
Jürgen
Rang: Gastam 10.01.2011 14:12:51
Es gibt KEINEN Typ1 oder Typ2 Diabetes ohne ZU WENIGE funktionierende Betas.
Beim Typ1 werden die wohl vom eigenen Immunsystem abgefressen.
Beim Typ2 gilt traditionell die Erschöpfung infolge Überlastung durch Insulinresistenz als Beta-mordend. Nur erklärt das nicht, warum die meisten Menschen mit Insulinresistenz wohl völlig gesund sind und halt eine mit dem höheren Insulin-Bedarf mit gewachsene Betazell-Masse haben.
Nur bei einer Minderheit mit Insulinresistenz wachsen keine zusätzlichen Betas, sondern da sterben immer mehr einfach weg.
Bei Erreichen der Diagnosereife gibt es keinen Typ2, der auch nur noch annähernd so viele funktionierende Betas hat, wie ein gesunder Mensch gleichen Geschlechts, gleichen Alters und mit gleichem BMI und der gleichen Insulinresistenz. von Jürgen -
Joa
Rang: Gastam 10.01.2011 14:29:11
Auch einen Typ 2 kann man nicht verhindern. Das würde ja bedeuten, daß man sich diese Krankheit wirklich "anfrißt".
Zumindest ist das aus allgemeiner und (auch aus meiner) Sicht ein ganz wesentlicher Faktor, neben dem "Ansitzen".
Ein anderer Faktor mag auch schon Fehlernährung für sich sein. Z.B. die falschen Fette in zu hohem Maß, angeblich auch Fructose, führen zur Verfettung der Leberzellen. Da muss noch nicht mal das vizerale Fett übermäßig überquellen. Dazu dann noch eine relativ geringe, genetisch vorgegebene Anzahl an Insulinrezeptoren, und schon hat der Mensch ein Problem an der Backe, dass irgendwann ggf. als Typ 2 diagnostiziert werden mag.
> Ich hoffte, diese Version sei -
> wenigstens in Diabetesforen -
> endlich als Ammenmärchen enttarnt,
Von Jürgen? :-))
Ansonsten gibt es das Problem der Schuldzuweisung von zwei Seiten.
Die empfindsame Seite sind da die Diabetiker selber, die (natürlich) oft alles dazu tun möchten sich "von der Schuld freizusprechen".
Von der medizinischen Seite aus ist unterdessen wohl schon klar, dass es nicht um Schuldzuweisung, sondern um kausale Zusammenhänge mit gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen (=Live Style), denen zu begegnen ist.
Und die allgemeinen Lebensbedingungen heutzutage sind halt nicht artgerecht und der schwierigste Patient dabei.
Gruß
Joa -
eh
Rang: Gastam 10.01.2011 14:46:19
@193....
Ich mache es mir durchaus nicht einfach, ich habe immerhin über 30 Jahre Erfahrung mit meinem eigenen Diabetes und auch mit ebensolangen Beobachtungen.
Interessanterweise wird in Foren nie auf meine Argumente eingegangen, sondern es kommen immer wieder dieselben unbewiesenen Behauptungen. Was mich dabei besonders ärgert, daß es oft Typ1 er sind, die sich da "bestens" auskennen und Dinge behaupten, von denen sie nichts wissen können.
Auch in meinem Jahrgang (1944) gab es dicke Kinder, erstaunlich - am Essen kann es damals nicht gelegen haben. Ich war allerdings keines davon.
Ich hab meinen Diabetes bekommen als ich Anfang 30 war und einen BMI von 18 hatte. Kann man wirkich behaupten, daß das dieselbe Krankheit ist, die ein 70 jähriger, übergewichtiger Mensch bekommt?
Meiner Meinung nach wird heutzutage alles unter Typ2 "verwurstet", was keine idealen Blutwerte hat. Ein sehr dickes Kind hat mit Sicherheit keine idealen Blutwerten, aber hat es deswegen auch Diabetes?
Wie gesagt, ich seh die Sache etwas differenzierter und Leute, die alle Diabetiker vom Typ2 als verfressene Dummköpfe hinstellen, sind mir ein Greuel. Ich hab davon einige erlebt (auch Ärzte) und ich hoffte, daß diese Typen endlich aussterben, aber sie erfreuen sich offensichtlich bester Gesundheit und verbreiten weiterhin diesen Schwachsinn. -
Jürgen
Rang: Gastam 10.01.2011 15:33:41
Moin Joa,
>Von der medizinischen Seite aus ist
>unterdessen wohl schon klar, dass es
>nicht um Schuldzuweisung, sondern
>um kausale Zusammenhänge mit
>gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen
>(=Live Style), denen zu begegnen ist.
Was heißt denn das konkret? Wenn wir mal eines der am intensivsten beobachteten und bis heute fortlaufend analysierten Beispiele nehmen, das gern sehr plakativ für die Life Style These hoch gehalten wird, das der Pima-Indianer, dann können wir daran nur ablesen, dass mit dem veränderten Life Style viele Leute an Gewicht zugelegt und Insulinresistenz entwickelt haben.
Aber nur bei einer Minderheit der dicken Insulinresistenten sind immer mehr Betas mit dem Ergebnis des Typ2 Diabetes eingegangen, während bei der völlig gesunden Mehrheit schlicht mit dem Gewicht auch ausreichend Betas gewachsen sind. - Also tatsächlich nicht mehr viel übrig von Life Style an diesem Parade-Beispiel :-(
Auf ein gutes 2011 Jürgen