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Diabetesneuling in grosser Ratlosigkeit
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tina
Rang: Gastam 18.01.2006 23:13:24
Im Juni 2005 wurde bei mir eine Diabetes Typ 2 festgestellt. Seitdem wird mir immer wieder vom Endokrinologen gesagt, ich könne ruhig alles essen, solle aber halt auf Fett und Zucker etwas achten und nach Möglichkeit abnehmen und ich bewegen. Bei der Diabetesschulung hiess es dann immer wieder, für mich gelten die ganzen Einschränkungen nicht, da ich weder Medikamente noch Insulin bräuchte. Mehr aus Neugier habe ich dann am 28.12.05 doch meinen BZ gemessen mit dem erschreckenden Ergebnis von 225 morgens.... Seit gestern bekomme ich abends eine halbe Metformin, bis jetzt habe ich nur festgestellt, dass ich mehr Durst habe, der Morgenwert, der bisher immer knapp unter 200 lag betrug heute früh 159 - natürlich immer noch zu hoch.
Ich soll jetzt eine Ernährungsberatung bei der AOK mitmachen, aber irgendwie fühle ich mich im luftleeren Raum. Ich habe das Gefühl, ein Arzt schiebt die Verantwortung immer dem nächsten zu, ich habe mich auch selbst ein bisschen sachkundig gemacht, und am Montag einen Augenarzt aufgesucht, das hat mir niemand gesagt. Fein, dass mich anschl. der Endokrinologe lobte...hab ich aber was von.
Z.Zt. beherrsche ich die Krankheit überhaupt nicht. Ich esse fast nur noch das Nötigste, weil ich bei allem Angst habe, die Werte noch mehr zu erhöhen.
Wem erging es ähnlich, und wie schafft man es zeitnah, dass man selbst nicht ständig ans Essen denkt und den Diabetes nicht mehr als ständigen Feind ansieht, der einen bedroht und das ganze Leben belastet ???
Ich danke ganz herzlich für die Geduld, diesen langen Eintrag gelsen zu haben und im voraus für ev. Zuschriften - bitte an meine Adresse :tina-jasmin@gmx.net -
a
Rang: Gastam 19.01.2006 03:31:02
Hallo,
Mach Dir keine Sorgen! Das Leben geht weiter!
Ich weiss ein platter Spruch. Aber es ist so. Bei mir, männlich, 40 Jahre, (damals) 126 Kilo, wurde DM II im Frühjahr 2005 festgestellt.
Für mich brach eine Welt zusammen. Ich war depremiert und frustriert hoch zehn. Nichts schien mehr zu gehen.
Was mich am meisten ärgert, niemals hat mir jemals ein Arzt gesagt: Mit Ihrem Gewicht können Sie Diabetes bekommen. Hätte damals nur einer mal ein „ernstes Wörtchen“ mit mir geredet, wer weiss, ich hätte Vielleicht reagiert und mein Leben verändert.
Jetzt ist es aber so. Seitdem ich hier im Forum lese, weiss ich, das es Leute gibt die viel schlimmer dran sind. Auch wenn es die meisten hier mit soviel Fassung und Selbstbewusstsein nehmen.
Geh zu einem Diabetologen! Besorge Dir bei Amazon Bücher zum Thema. Mut machten mir die Bücher von Hans Lauber. Z.B.: Fit wie ein Diabetiker. Lese im Internet alles über D.! Schreibe hier in das Forum und frage alles.
All das hat mir geholfen! Es wird auch Dir helfen!
Es gibt auch Selbsthilfegruppen:
http://www.diabetes-news.de/selbsthilfe/adressen.htm
Und Schwerpunkt-Praxen die sich auf DM spezialisiert haben:
http://www.diabetes-news.de/arzt/
Lass Dich nicht hängen! Es gibt 85jährige TypII Diabetiker die DM seit 25 Jahren haben und keine Folgeerkrankungen haben.
Die sind natürlich optimal „eingestellt“.
Es gibt aber auch viele Blinde und amputierte. Das sollte uns wachsam machen! Wir müssen aufpassen!
Möglicherweise benötigst Du schon Insulin. Aber damit kennen sich viele nette und kompetente Leute hier im Forum besser aus.
Kopf hoch! -
rudi
Rang: Gastam 19.01.2006 10:48:24
hallo tina,
dass man typ 2 festgestellt hat, ist ja schon mal was.
aber die reaktion ist schwach und überall die gleiche.
geh unbedingt zu einem diabetologen.
die nüchternwerte sind zu hoch. bei 160 mg/dl ist die nierenschwelle erreicht und durst und wasserlassen sind angesagt.
messen musst du 90 minuten nach dem essen. diese werte sind wichtig.
isst du z.b. brötchen? dann schiesst der blutzucker in die höhe.
ernährung und bewegung sind unheimlich wichtig.
noch wichtiger sind aufklärung und eine sachgerechte behandlung.
man muss reagieren ohne zu überreagieren.
wünsch dir alles gute und kopf hoch.
gruss rudi -
Elsbeth
Rang: Gastam 19.01.2006 16:25:39
Hi Tina,
unbedingt einen Diabetologen aufsuchen! So mancher Arzt hat von Diabetes nicht viel Ahnung.
Metformin senkt nicht den BZ wie Insulin, die Tabl. manipulieren die Verdauung. NW: Blähungen, Durchfall und u.U. gefährliche Übersäuerung des Körpers.
Nüchternwerte sollten unter oder um 100 liegen, nach dem Essen nicht über 140 gehen.
Du brauchst unbedingt eine gründliche Schulung, auch über die Ernährung. Ein gut geschulter und therapierter Diabetiker kann ganz normale Lebensmittel essen. Mit Metformin bist Du allerdings nicht sehr flexibel. Das wird meist Übergewichtigen verschrieben. Gewicht reduzieren ist natürlich auch wichtig - und Bewegung, Sport. von Elsbeth -
Maria
Rang: Gastam 19.01.2006 17:50:29
Hallo liebe Tina,
ich bin seit 5 Jahren Typ2 Diabetikerin.Auch mir ist es wie dir ergangen: Diabetes war übermächtig,ein immer anwesender bedrohlicher Feind.Ich habe mich in Büchern informiert,bin einer Selbsthilfegruppe beigetreten(die hat mir wenig gebracht, der Ge-
dankenaustausch im Forum ist weit fruchtbringender) und von Ärzten im Stich gelassen fühle ich mich auch heute immer wieder.
Manche hören nicht zu,andere beschwichtigen,haben nicht viel Ahnung.
Nach einiger Zeit tritt "Ich bin von nun an immer krank!" in den
Hintergrund,beherrscht dein Leben nicht mehr.Ganz los wirst du es nie,an manchen Tagen wirst du in Versuchung sein zu resignieren.
Versuch vollwertig zu essen und etwas mehr Bewegung zu machen, nimm dir aber nicht zu viel auf einmal vor,damit du nicht vor einem zu großen"Berg" zurückschreckst.Die für einen Diabetiker gesunde Ernährung ist eine für alle gesunde Ernährung und mir schmeckt sie ( Vollwertnudeln,Naturreis,Vollmehl,etc) Andere Lebensmittel schmecken für mich mittlerweile irgendwie leer.
Alles Liebe und Kopf hoch! -
tina
Rang: Gastam 19.01.2006 22:32:10
Lieben Dank für Deine Antwort. Es hat mich umgehauen, wie viel nette Menschen mir geantwortet haben, ich bin sehr froh darüber.
Der Witz ist : ich war ja beim Endokrinologen, und genau der ist es, der das Ganze so herunterspielt, was ich nun garnicht verstehe. Ev. muss ich mir wohl noch einen anderen suchen, was hier nicht ganz einfach ist. Ich bin vor fast 8 Jahren von Berlin nach Oldenburg / Niedersachsen gezogen, war immer eine grosse Ärzteauswahl gewöhnt, und hier sind die Kapazitäten sehr beschränkt.
Hoffentlich finde ich noch den Richtigen. Am 1.2. hab ich nun auch eine Ernährungsberatung und bin ganz gespannt, was die bringen wird.
Vielen Dank, ich werde hier sicherlich noch öfter auftauchen.....
Liebe Grüsse, Tina von tina -
tina
Rang: Gastam 19.01.2006 22:39:38
Hallo Rudi,
also Brötchen esse ich schon noch, aber nur all so einen Körnerkram, in dem ganz wenig helles Mehl verarbeitet wird ( nach Aussage der Bäckerei, in der ich gesagt habe, dass ich nur bestimmte Sachen essen darf wg. Diab. ).
Nach dem Frühstück sind die Werte auch - so denke ich - mit irgendwas zw. 120 und 140 in der Norm, oder ?????
Ansonsten esse ich ja seit ich den Schrecken zwischen den Weihnachtstagen bekam, eigentlich viel zu wenig. Morgens 1/2 Vollkornbrötchen und eine Tasse fettarme Milch, auf der Arbeit einen Hüttenkäse ( 0,8% Fett ), oder eine kleine Stulle aus Roggenvollkornbrot, nachmittags dann etwas Warmes. Meistens 2 Pellkartoffeln, ein bisschen fettarmen Quark, Gemüse und meistens Geflügel.
Wenn mich der Süss-Jieper packt, gibt es nur noch Cocktailtomaten...weniger geht doch nun wirklich nicht, oder klingt das alles noch nach zuviel ????? Trotzdem diese Werte, das kann einen total runterziehen. Ich hab mir auch ein Trimmrad gekauft, und jeden Tag radel ich mir da 40 Minuten einen ab beim Fernsehen, sonst würd ich das allein draussen nicht durchhalten.
Klingt doch eigentlich ganz vernünftig, oder ??
Lieben Dank für Deine nette Antwort und vielleicht bis bald.
Viele Grüsse, Tina von tina -
tina
Rang: Gastam 19.01.2006 22:48:21
Lieben Dank für Deine Antwort !
Dass Metformin den BZ nicht senkt, hat mich jetzt umgehauen. Das genau wollte mir der Arzt aber damit vermitteln, leider erklärt der sehr wenig. Er scheint auch jemand zu sein, der das garnicht mag, wenn der Patient mitdenkt und manche Dinge selbst weiss.....kratzt wohl an seiner studierten Ehre.
Ich hab seit dem 28.12. schon 5 Kilo abgenommen, und ein Trimmrad hab ich mir auch gekauft, jeden Tag 40 Min. sind Pflicht. Ich hoffe so sehr, dass ich das alles ohne Insulin in den Griff bekomme......
Liebe Grüsse, Tina von tina -
tina
Rang: Gastam 19.01.2006 22:56:57
Danke für Deine lieben Zeilen. Es gibt mir ein besseres Gefühl, nicht ganz allein mit diesem Wust an Lebensumstellung klarzukommen.
Mir sagte der Endokrinologe bespielsweise auch, ich könne lustig alles witer essen, müsse nur " etwas " auf Fett und Zucker achten, dann kriegen wir das schon in den Griff..........hört sich eigentlich ein bisschen zu leicht an, nicht wahr ????
Aber die Idee mit den Vollkornnudeln ist gut, ich hab seitdem nämlich keine einzige Nudel angerührt, und langsam hängen mir die Kartoffeln zum Halse heraus......
Ganz liebe Grüsse, Tina von tina -
thomas2002
Rang: Gastam 19.01.2006 23:45:02
hallo tina,
einiges, wass mir einfach in den sinn kommt.
die aokschulung macht sinn, da du dort erfährst, was und wievilel du essen darfst, und wie du eine reduktionsdiät durchziehst. sollten die werte danach nicht unter konntrolle sein, muss eine therapieanpassung her.
versuche mit bedacht abzunehmen, um nicht in den jojo-effekt reinzukommen. ziel ist max 4kg je monat. verteile die kohlehydrate über den tag. du musst dich bei deinem essen langfristig wohlfühlen.
führe ein blutzuckertagebuch, um ggf deinen arzt von einer therapieanpassung zu überzeugen. die passiert sonst erst bei spätschäden oder sonstwann. tagebücher bieten novo nordisk, lilly, ratiopharm etc pp an.
selbsthilfegruppen können durchaus von vorteil sein. rede mit den leuten über ihre erfahrungen, die ärtzte, die sie haben und warum sie welche therapie machen. es geht dabei um diabetologen, neurologen, nephrologen und augenärzte.
die untersuchungen der augen, nieren, nerven sollten, solange ohne befund, 1*im jahr stattfinden. versuche an einer schulung teilzunehmen. von thomas2002