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  • Robert

    Rang: Gast
    am 06.01.2006 19:28:05
    Hallo, ich bin fast 18 Jahre alt und selber kein Diabetiker. Ich weiß nicht genau wie ich das hier schreiben und erklären soll, also wenn's nen bißchen wirr is dann bitte einfach nicht beachten. Ich hab eine 16 jährige Freundin, mit der ich zwar noch nicht so lange zusammen bin, die ich aber schon länger kenne. Sie hat seit ihrer Kindheit Diabetes (ist also folglich Typ 1 !?) und schon seit längerer Zeit eine Pumpe. Da wir uns erst im letzten Jahr richtig gut kennengelernt haben weiß ich nicht, wie ihre Werte früher waren, aber zur Zeit sind die einfach restlos besch*****!!! Sie hat seit ca. einem halben Jahr (könnt auch ein bißchen kürzer oder länger sein, bin mir da nicht ganz sicher, muss sie da nochmal fragen), so Probleme mit ihren Werten (in den letzten paar Wochen häufig starken Unterzucker). Zu mir hat sie gesagt, dass die Werte so schlecht sind, dass die Ärzte in der Klinik ihr die Pumpe wegnehmen dürften, aber dass das auch keine Verbesserung wäre. In der Klinik haben die Ärzte vor ca. 3 Wochen erst wieder was verstellt, woraufhin sie dann eben mehrere Male diesen katastrophalen Unterzucker hatte, aber ich weiß nicht ob das das gesamte Werteergebnis bisher positiv beeinflusst hat (sieht soweit ich weiß dadurch um keinen Deut besser aus, weil sie dann eben solche Probleme bekommt). Sie leidet sehr darunter dass ihre Werte zu Zeit so schlecht sind, und weiß glaub ich auch nicht mehr genau was sie im Moment machen soll.

    Ich hätte jetzt folgende Fragen, bei denen mir vielleicht jemand Antworten geben könnte. Noch kurz zur Erklärung: Ich weiß zwar schon ewig dass meine Freundin Diabetes hat, und dass ist für mich vollkommen "normal", aber ich hab erst vor kurzer Zeit angefangen mich mit den ganzen gesundheitlichen Risiken und Folgen intensiv zu beschäftigen (seitdem sie so fertig ist, was mich halt auch ziemlich belastet). Also Fragen:

    1. Ist dass vielleicht schon bei mehreren Leuten vorgekommen, dass die Werte auf einmal schlecht werden, und is dass vielleicht nur ne Phase oder hat was mit der Pubertät zu tun?

    2. Ist es möglich dass die Werte sich nicht verbessern, und was hätte das dann für Folgen? (Ich schätz mal dann treten die gesamten gesundheitlichen Schädigungen einfach früher auf, oder?)

    3. Gibt es irgendeine Möglichkeit wie ich ihr helfen kann?

    Wäre enorm Dankbar für eure Antworten, egal ob die aufmunternd oder eher hart sind (also seid bitte einfach ehrlich).

    Ich will nicht dass mich hier jemand falsch versteht und meint, dass ich mich nicht trauen würde mit meiner Freundin darüber zu reden. Sie hat bloß erst zu mir gemeint, dass sie mich nicht in ihre Probleme mit hineinziehen will, was totaler quatsch ist, weil sie für mich der wichtigste Mensch auf der Welt ist, und ich will dass sie mit mir über ihre Probleme redet, was ich ihr auch in etwa so gesagt hab!!! Ich will aber daher nicht gleich zu viele Fragen auf einmal stellen, damit sie nicht meint mich "schonen" zu müssen und mir vielleicht irgendwas wichtiges nicht erzählt. Ich werd da mit ihr auf alle Fälle auch nochmal drüber reden, aber des darf halt nicht zu schnell sein und muss im richtigen Moment passieren.

    Sorry wenn das hier zu emotional war, aber es beschäftigt mich enorm...

    Vielen Dank im voraus schonmal,
    Robert
  • Heiko

    Rang: Gast
    am 06.01.2006 22:37:19
    Deine Fragen sind nicht einfach zu beantworten. Wir kennen deine Freundin ja überhaupt nicht. In erster Linie ist es wichtig, dass sie einen kompetenten Diabetologen hat, mit dem sie auch reden kann. Es ist auch wichtig, dass sie ehrlich diesem ist und ein Tagebuch führt.

    Doch das alles ist kein Garant dafür, dass sich die Probleme einfach lösen lassen. Wahrscheinlich beherzigt sie das eh schon alles.

    Die Pumpe hat im Prinzip den großen Vorteil, dass sie die Insolinmenge sehr präzise steuern kann. Aber es gibt einfach zu viele Faktoren, die den Blutzucker beeinflussen. Die Pubertät ist leider in der Tat ein Faktor, der den Zuckerhaushalt ziemlich durcheinanderwirbelt. Das heißt, vielleicht verbessert sich die Lage bei der Freundin in absehbarer Zeit wieder.

    Ich selbst kämpfe ganz extrem gegen schlechte Werte. Dazu kommt, dass ich nur sehr geringe Insulinmengen brauche und mittlerweile panische Angst vor Unterzuckerungen habe.

    Bei mir liegt das Problem unter anderem darin, dass das Insulin nicht gleichmäßig wirkt. Einmal sehr schnell, einmal sehr spät, einmal stark, einmal überhaupt nicht. Ich wünschte, ich hätte eine Lösung.

    Was mir allerdings etwas geholfen hat, ist, dass ich mich zu einem regelmäßigeren Tagesablaufzwinge. Aber das wirkt auch keine Wunder.

    Vielleicht kann es auch helfen, wenn deine Freundin ihren Arzt einmal auf einen Insulinwechsel anspricht. Nach dem Wechsel war bei mir die Insulinwirkung sehr regelmäßig - zumindest für eine Weile.

    Ansonsten kann ich eigentlich nur noch einmal sagen: Ehrlich mit dem Diabetologen zu reden ist das A und O, genauso wichtig wie einen "guten" Diabetologen zu haben, der auch mit komplizierten Fällen umgehen kann.

    von Heiko
  • Matthias

    Rang: Gast
    am 07.01.2006 00:01:42
    Hallo Robert,

    den Ausführungen Heikos kann ich mich voll
    und ganz anschließen. Guter Text.

    Ich habe seit über 30 Jahren Typ 1 und etwa
    7 Jahre eine Pumpe. Meine eigenen pubertären
    Komplikationen liegen nun schon länger zurück
    und spielten sich vor Allem vor einem Hintergrund therapeutischer Unmöglichkeiten ab.
    Dies und meine immer noch oft nicht adequate
    Lebensführung haben mir einige Spätfolgen eingebracht.
    Damals konnte ichs nicht besser und heute
    möchte ichs nicht besser machen. Bald werde ich fünfzig und fühle mich meistens ziemlich gut.

    Na ja, vielleicht werde ich die nächsten
    fünfzig Jahre ein bißchen braver.

    Euch beiden alles Gute und liebe Grüße
    Matthias

    P.S.: Deine Freundin hat großes Glück mit Dir
    gehabt,




  • thomas2002

    Rang: Gast
    am 07.01.2006 00:29:35
    hallo robert,

    es ist schwer etwas zu sagen, ohne die werte genauer zu kennen. es ist normal, wenn INSULINER alle paar wochen eine leichte unterzuckerung haben. allerdings kann es wirklich an der pupertät liegen, das die werte durcheinander geraten. wann war sie das letzte mal in einer schulung?

    sprich mit ihr ruhig deine sorgen durch, und frage sie, wass sie von einer neuen schulung hält.

    mein rat ist eine schulung in althausen bei doc teupe. er gilt einigen als gott.
    seine schulungen dauern 15 tage á 3x2h. er ist auf pumpen spetzialisiert, und bietet ein ausführliches schema der behandlung.

    http://www.diabetesdorfalthausen.de/Content/kontakt.asp

    und etwas weihrauch ;-)

    http://www.dietz-online.de/include.php?src=/home/Diabetes/gsite3-1.htm&PHPKITSID=485bc46c468ffbdc2f17fc4ec3703fb3

    http://www.chrostek.de/wb/pages/startseite/diabetesdorf.php von thomas2002
  • Robert

    Rang: Gast
    am 07.01.2006 11:38:16
    Vielen Dank euch allen, denke das hilft mir schonmal...

    Zu den Schulungen: Sie war soweit ich weiß in den letzten Jahren auf drei, und fährt jetzt nicht mehr hin weil's da eh nix neues gibt. Vielleicht sollte sie das trotzdem nochmal machen...

    Lg Robert
  • Gut-Drauf

    Rang: Gast
    am 07.01.2006 12:35:28
    Hi,

    ich bin selber kein Pumpenträger, aber bei mir im Krankenhaus war einer im Zimmer. Bei ihm wurde die sog. Basalrate neu eingestellt, weil er auch in den Unterzucker rauschte ohne, seiner Meinung nach, etwas falsch gemacht zu haben. Das nur als Gedanke dazu.

    Mfg. F.U. von Gut-Drauf
  • Milena

    Rang: Gast
    am 07.01.2006 21:14:14
    Ich kenne mich mit der Pumpe nicht aus, also kann ich dir in der Hinsicht nicht so sehr helfen. Ich bin auch Typ1 und Mitte zwanzig und kann dir einen ganz anderen Rat geben: Misch dich nicht zu sehr in die Krankheit deiner Freundin ein. Wenn sie Hilfe will natürlich schon, aber wenn sie sagt sie möchte das nicht, dann respektier das lieber.

    Es ist eins der anstrengendsten Sachen am ganzen Diabetes, das jeder alles besser weiß und überall helfen will. Wichtig ist, dass sie eine gute Schulung macht und selber sehr gut bescheid weiß. Es gibt immer Zeiten, zu denen die Einstellung nicht so gut klappt. Du kannst ihr helfen den richtigen Arzt zu suchen oder ein Schulungzentrum in eurer Nähe, aber biete deine Hilfe dezent an und erzähl ihr nichts von schrecklichen Folgeerkrankungen. Man macht sich als Kranke schon selber genug Sorgen.

    Ich fand das bei meinem Freund ganz wichtig, dass er mich meine Krankheit selber regeln lässt.

    Liebe Grüße! von Milena
  • Robert

    Rang: Gast
    am 07.01.2006 23:13:53
    @Milena:

    Nee, schon klar, das ist ihre Sache, und ich hab mich da bisher nicht weiter eingemischt als sie wollte, und hab das auch definitiv nicht vor!!!!!! Aber trotzdem gut dass du's gesagt hast, denn das dürfte ja in etwa auch ihre Sicht sein. Mach mir aber halt schon irgendwo Sorgen, aber weil ich sie damit nicht "nerven" will hab ich ja euch hier gefragt.

    Verschiedene Leute haben ja scho gemeint ich soll mit ihr darüber reden, und des hab ich schon noch vor. Aber dafür muss sie mit dem Thema anfangen, denn ich will da nix falsch machen weil ich weiß dass sie das zur Zeit ziemlich runterzieht.

    Also versteht mich nicht falsch, ich mach mit halt nen bißchen Sorgen, aber ich dräng mich ihr damit bestimmt nicht auf!!!

    Dank an euch alle, toll dass es so eine Seite gibt! von Robert
  • Milena

    Rang: Gast
    am 08.01.2006 12:30:37
    Dann ist ja gut. Es gibt bestimmt auch Leute, die das garnicht stört. Du kennst deine Freundin da bestimmt gut genug um das einzuschätzen - aber daran muss man eben auch denken, wenn man anderen etwas Gutes tun will.

    Aber Kopf hoch, sie hat ja einen tollen Freund, das kriegt ihr schon wieder hin. von Milena
  • Heiko

    Rang: Gast
    am 08.01.2006 13:21:28
    Bei mir selbst ist das so: Wenn ich Probleme habe, dann will ich schon mit jemandem darüber reden. Nein, ich möchte jemandem davon erzählen, mir den Frust von der Seele reden. Allerdings reagiere ich dann sehr allergisch darauf, wenn jemand anderer Meinung ist oder mir irgendwelche gut gemeinten Tipps geben will. Er kann damit vollkommen Recht haben, aber in Momenten, wo ich wirklich frustriert bin, da will ich einfach keine Ratschläge, sondern nur einen Zuhörer.

    Für Ratschläge bin ich aber immer offen, wenn ich nicht frustriert bin. Geht es mir gut, dann kann man mit mir super über alles reden. ;) von Heiko
  • Milena

    Rang: Gast
    am 08.01.2006 17:30:39
    Kenn ich, so bin ich auch. ;)
    ..obwohl Ratschläge.. hmm hmm.. von Milena