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Mit DM1 einen Partner finden?
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Matthias
Rang: Gastam 05.12.2005 20:02:23
Hallo,
Kurz zu mir, ich bin männlich, 33 und seit nem Jahr Typ1 Diabetiker. Zusätzlich zu dieser S******* ist dann vor drei Monaten auch noch meine Beziehung zerbrochen. Ich hatte schon zuvor eher Schwierigkeiten auf das andere Geschlecht zuzugehen, aber jetzt trau ich mich das gar nicht mehr.
Man stelle sich vor, man lernt ein nettes Mädel kennen, und muss ihr dann irgendwann beibringen, das man unheilbar krank ist. Ist sicher ne riesen Anmache :-)
Gibt es hier welche, die als bereits erkrankte eine(n) Gesunde(n) Partner(in) gefunden haben? Wenn ja, wie habt ihr das angestellt? Gleich offensiv damit umgegangen, oder ziemlich lang geheimgehalten.
Zwei Dinge will ich halt auf keinen Fall tun:
1. Erst mal jemand emotional binden, und ihm dann die Krankheitskeule vor den Latz knallen.
2. Mich bei meiner Partnersuche absichtlich auf Diabetiker beschränken (Ich kenne auch kaum welche....)
Über jede Antwort freu ich mich.
Danke
Matthias, der das hier erstmal lieber anonym postet. -
Olli
Rang: Gastam 05.12.2005 22:08:31
Mmhh....was hat denn ne Diabetes mit Partnersuche zu tun? Also das versteh ich echt nicht, man ist doch nicht pausenlos am fressen bei Dates, wo ist denn das Problem? Und beim 3.-4. mal kann mans ja erzählen. Ich versteh das Problem aber nicht, Typ 1 ist kein HIV, beeinträchtigt Partnerschafften garnicht. von Olli -
Matthias
Rang: Gastam 05.12.2005 22:29:47
Hi,
erstmal Danke für Deine Antwort. Was du da sagst ist ja erstmal ermutigend. Mein Problem ist aber eher, daß ich ja sowas wie ne langfristige Partnerschaft anstrebe.
Un da musste dann ja irgendwann so ehrlich sein, und der angebeteten darlegen, dassde mittelfristig ein Bein fehlt, die Nieren oder dassde bilnd wirst, oder aber eben alles drei. Und dann wird wohl der Grossteil die Flucht ergreifen. Vielleicht seh ich das ein bisschen verbissen, weil ich bis vor ein paar Monaten noch gesund war.
nochmals Danke,
Matthias -
Nadine
Rang: Gastam 06.12.2005 11:54:21
Als bei mir (jetzt 21) Diabetes diagnostiziert wurde war ich mitten in einer Beziehung bzw. als ich im KH lag war dann Schluss (aber nicht wegen dem Diabetes!). Da dachte ich mir auch, wie ich jemals wieder jemanden finden soll, der mit "so einer Kranken wie mir" sein restliches Leben verbringen möchte. Das lag aber bestimmt nur an dem ersten Schock.
Bin mittlerweile seit 1 Jahr mit einem "Gesunden" verheiratet und das war/ist für ihn kein Problem, dass ich sagen wir mal nicht ganz gesund bin. Ich hab es ihm natürlich nicht gleich beim ersten Date gesagt, aber wenn man merkt, dass das was festeres werden könnte, dann kann bzw. soll man das ruhig sagen. Wenn derjenige dann auf Grund dessen und nur auf Grund dessen keine Beziehung möchte, dann ist er bzw. sie garantiert die falsche. von Nadine -
Olli
Rang: Gastam 06.12.2005 21:39:31
Ganz abgesehen davon das man davon ausgehen kann das Diabetes Typ 1 in den nächsten 15 Jahren heilbar ist (das sagen sogar die pessimistischen Diabetologen) bzw. in naher Zukunft die Kombination aus implantierten Pumpen (wird bereits in Bad Oeynhausen durchgeführt) und kontinuierlicher Blutzuckermessung das Problem beseitigt verliert bei ner vernünftigen Einstellung (Hba1c unter 7) und dem modernen Insulinen niemand der sich einigermassen vernünftig verhält keiner mehr irgendwas. Heute weiss man: Das Problem ist nicht der Diabetes sondern die hohen Werte, und die kann man ja mit den modernen Analoginsulinen ruckzuck unter Kontrolle kriegen.
Du erzählst jawohl den Mädels nicht das du bald nen Bein verlierst oder sowas? *g* I
von Olli -
Matthias
Rang: Gastam 07.12.2005 18:36:51
natürlich sag ich das nicht gleich, aber irgendwann musste ja die Hosen runterlassen und sagen, dass Du Diabetes hast. Ich hab das jetzt erst einmal erlebt, aber die logische, automatische Gegenfrage ist natürlich "und was bedeutet das genau?"
Dann kannste ja schlecht sagen "nix, is wie eingewachsene Fingernägel..." sindern MUSST ehrlich sein.
Komisch, je mehr ich darüber nachdenke, umso mehr hab ich das Gefühl, dass ich zuviel darüber nachdenke..... :-)
Gruesse
Matthias -
Matt
Rang: Gastam 08.12.2005 14:29:18
@Matthias
Sorry, Matthias, aber ich wundere mich schon über die Gedanken, die Du in Deinem Alter so hast.
Ich, Typ 1 seit 10 Jahren, m., 40, verheiratet und 2 Töchter, fühle mich so gut wie überhaupt nicht beeinträchtigt und führe ein so was von normales Leben. Ich esse, trinke, feiere, rauche, fahre Auto, gehe schwimmen und habe auch ein Liebesleben - ist das alles für Dich denn so erstaunlich? Ach, ja. Gut eingestellt bin ich auch. Und wenn Gott will, dann werde ich 80 oder älter....
Du hast ja nicht Lepra oder die Krätze oder eine andere wirklich schlimme Krankheit. Oder bist Du so einer, der nach außen hin einen Grund braucht, wenn was nicht klappt.
Gute Besserung...
Matt -
Michael
Rang: Gastam 08.12.2005 20:07:31
Ich bin 62 / m und seit 18 Jahren Typ1 Diabetiker und seit 7 Jahren verheiratet. Für alle die sich gerne aufregen, meine Frau ist auch noch 24 Jahre jünger als ich.
Doch zurück zu Deinem "Problem", wir haben uns auf einem Geburtstag eines gemeinsamen Freundes kennengelernt und was macht man auf einem Geburtstag? Richtig !!! Essen und trinken, und was macht ein ein Diabetiker dann? Richtig !!! Messen und Spritzen. Also, meine Frau weiß seit sie mich kennt, das ich Diabetiker bin. Wo war noch mal Dein Problem? Sorry ich hab es vergessen.
Gruß Michael -
Martin
Rang: Gastam 15.12.2005 16:02:40
Hallo zusammen.
Ich bin 31 Jahre, und seit 19 jahren TypI Diabetiker. Ich kann Dir nur sagen, das es bislang für mich überhaupt kein Problem war, Partnerinnen zu finden. Natürlich habe ich auch frühzeitig gesagt, was mit mir los ist. Auch mit allen Vor- (gibts da überhaupt welche? :-)) und Nachteilen.
Und wie gesagt, bisang gabs NIE Probleme!
Wünsche Dir viel Mut & Gluck für deine Zukunft!
Martin -
Elli
Rang: Gastam 16.12.2005 20:23:51
Hi Mathias !
Wer hat Dich bloß mit solchen Gedanken geimpft??
den Begriff "krank" finde ich erstmal nicht so prickelnd, krank bis Du erst wenn die Spätschäden auftauchen... Ich kann Dir sagen, aus eigener Erfahrung,das man nach 34 Jahren DM 1(schwer einstellbar),einer unkomplizierten Schwangerschaft und tausend Irrtümer im Leben, nicht notwendigerweise Spätfolgen erwarten muß! Was Partnerschaften angeht, so wie Du mit deinem DM umgehst so kommt es auch bei deimem Partner an, je offener Du bist ,desto leichter ist es (Praxiserfahrung 15 Jahre feste Partnerschaft)
Viele Grüße Elli -
Matthias
Rang: Gastam 18.12.2005 12:39:49
Hallo zusamen!
Danke für eure antworten! Speziell die, die mich erwas 'härter angefasst' haben, haben mir am ehesten Denkanstösse gegeben.
Ich werd das jetzt mal lockerer angehen wollen mal sehen obs klappt. Euch allen wünsch ich ne schöne Weihnachtszeit und gute Werte über die Feiertage.
MAtthias von Matthias -
Brigitte Wolf
Rang: Gastam 20.12.2005 21:34:29
ich wills mal so formulieren, wenns auch ein bisschen hart rüberkommt - aber denk mal drüber nach:
Der Diabetes lässt sich immer und besonders gut als Ausrede für alles - was man auch ohne Diabetes vermeiden oder rechtfertigen möchte - verwenden. Das ist eine Fußangel, in die man aber nicht zwangsläufig treten muss.
Gruß - und viele Erkenntnisse - nicht nur über Deinen Diabetes - sowie eine gute Zeit.
P.S. Eine Partnerin, die - ohne sie dafür zu verurteilen - nicht mit (D)einer Krankheit umgehen kann, ist sowiso nicht die richtige für Dich und Dein Leben, das ein wenig anders ist, als bisher (auch wenn Du es Dir nicht ausgesucht hast).
Aber auch ohne Diabetes scheitern Beziehungen.
Manchmal ist es für einen selbst nur sehr viel angenehmer, es auf den Diabetes (oder irgend einen anderen "greifbaren" Grund zu schieben, als sich mit dem sehr viel komplizierteren eigenen Innenleben - den großen Schatten in jedem selbst - und somit auch mit unangenehmen Wahrheiten - zu befassen. Aber eins ist sicher: Wenn man seine Erkenntnisse nicht auf eine Insel (vielleicht auch mit Namen DIABETES) verbannt, dann kann man eigentlich nur reifer und damit auch selbstbewußter werden. Und ein selbstbewußter Mensch wird sich automatisch auch als liebenswert betrachten - auch wenn er nicht so "perfekt" ist, wie er es sich vorstellen kann. Und wer sich selbst mag, der wird auch von anderen gemocht - und manchmal sogar geliebt. Da ist was dran!!!
Also, viel Erfolg und Mut - bei der Suche nach Dir selbst - und danach auch bei der Partnersuche. -
Jahleea
Rang: Gastam 21.12.2005 10:28:29
Hallo,
das hört sich ja fast so an, als würde man, wenn man Diabetes hat innerhalb von drei Wochen sterben. Und unheibare Krankheit klingt auch so dramatisch.
ich bin einfach nur der Meinung, dass Diabetes ok ist und man kann froh sein, dass man nicht an Krebs, HIV etc. leidet.
Denn die Menschen haben es wirklich schwer. von Jahleea -
Klaus
Rang: Gastam 21.12.2005 16:12:33
Na entschuldige mal!
Auch wenn sich 'unheilbare Krankheit' noch so dramtisch anhört, es ist die WAHRHEIT!
Sobald Du DM hast dann weisst Du, Du musst damit leben und sterben. Verdrängen und Schönreden bedeutet dabei nur, dass man sich selbst belügt.
Klaus -
peter
Rang: Gastam 21.12.2005 17:01:31
Du musst ja nichts verdrängen oder schönreden, aber es liegt doch sehr viel in deinem handeln, inwieweit du mit der krankheit klar kommst und somit kannst du die einschränkungen auf ein minimum reduzieren. Das geht bei vielen anderen krankheiten nicht! Und es beeinträchtig einen ja auch nicht in einer partnerschaft von peter -
Jahleea
Rang: Gastam 23.12.2005 09:03:22
Jetzt entschuldige du mal, das ist meine persönliche Meinung.
Und zum Glück ist das ja auch alles relativ, würde ich mal sagen.
Und wenn du eine andere Meinung hast, dann ist das doch wunderbar.
Und ich sehe das eben einfach so, weil ich kenne es nicht anders. Man hat ja keine Wahl. Aber meiner Meinung nach muss man es ja trotzdem nicht so dramatisieren, denn es gibt wirklich viel schlimmeres. von Jahleea -
rosatulpe
Rang: Gastam 23.12.2005 18:12:57
Mein Mann hat mich genommen, obwohl ich diese"unheibare Krankheit "habe. Vielleicht hat ihm meine Selbstsicherheit gefallen, mein Mut jeden Tag diesen Eiertanz mit messen, spitzen, essen zu vollführen, vielleicht hat ihm meine Beständigkeit gefallen, oder meine Verzweiflung, oder mein Ärger, wenn ich morgens auf die Waage trete( er behauptet doch tatsächlich, dass er jedes Gramm an mir liebt, obwohl ich 5000 zuviel habe), oder meine Kontrollsucht. Ich weiss es nicht. Ich habe ihn ja auch genommen, obwohl er eine Brille trägt , laut und falsch singt und ziemlich grosse Füsse hat. Auf jeden Fall schmiert er mir nachts Honigbrote, wenn ich eine Hypo habe und ich massiere ihn, wenn er Rückenschmerzen hat. Und dazwischen haben wir ganz viel Spass miteinander und geniessen jeden Tag, denn man kann tatsächlich ganz viel aus seinem Leben machen. In diesem Sinne schöne Weihnachten und viel Freude am Leben im nächsten Jahr wünscht Euch Rosatulpe von rosatulpe