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Unterzucker im Schulunterricht!

  • hhschaefer

    Rang: Gast
    am 21.09.2005 20:04:22
    Hallo demletzt hatte ich im Unterricht einen Unterzucker und musste dringend etwas essen. Darauf hin fuhr mich meine Lehrerin an und verbat es mir. Meine Lehrerin meinte ich müsste ja bereits in der Pause merken das ich einen Unterzucker bekomme - dies ist nicht so!
    Kann mir jemand sagen ob es eine rechtliche Grundlage für solche Situationen gibt? von hhschaefer
  • Babette

    Rang: Gast
    am 23.09.2005 17:29:34
    Hallo,

    das war bestimmt ein ziemlicher Schock für dich! Ich weiß zwar nicht, wie die rechtliche Lage hier aussieht, aber unterlassene Hilfeleistung ist das allemal und die ist auch strafbar. Du könntest ja in so einer Situation auch mal bewußtlos werden, und dann wäre sie sogar verpflichtet, dir zu helfen!

    Aber wäre es nicht möglich, bevor man mit dem Gesetzbuch wedelt, sich mal an einen runden Tisch zu setzen? Und zwar mit allen, die betroffen sind, also alle Lehrer, deine Eltern und du ? Denn oft ist es doch ganz einfach Unwissenheit, die zu solchen unqualifizierten Äußerungen führt. Wer beschäftigt sich denn schon mit Hypos und weiß darüber bescheid, wenn er nicht selbst betroffen, also Diabetiker oder Angehöriger ist?! Und für dich wäre es ja auch eine Beruhigung zu wissen, daß deine Lehrer dir helfen können, wenn du mal nicht mehr in der Lage sein solltest, selbst zu reagieren.

    Ich wünsch dir viel Erfolg dabei!
    Liebe Grüße Babette
  • Katja

    Rang: Gast
    am 29.09.2005 02:01:55
    Hallo!

    Wenn du meinst das du was essen mußt dann iß!!

    Nimm mal Infomaterial über Diabetes mit in die Schule und geb es der Lehrerin.

    LG Katja
  • G-Star

    Rang: Gast
    am 23.11.2005 20:41:52
    Hi!
    Ich durfte in der Schule (Realschule) immer Essen wann und was ich wollte. Die Lehrer sollten schon richtig informiert werden wie Katja schon sagte.


    Was passiert denn wenn dein Zucker zu hoch ist und du mal runterspritzen musst. Wartest du solange bis Pause ist? Ich habe so ein ähnliches Problem, ich geh zu jdm. Spritzen auf die Schultoilette (Berufsschule), weil ich mich nicht in der Öffentlichkeit spritze. Aus meiner Klasse weiss so gut wie keiner das ich Diabetes habe. Mir ist das Ganze ziemlich peinlich meine Klassenkameraden denken schon, wieso ich als auf die Schultoilette renne :( Dazu muss ich sagen ich mach es jede Pause, weil ich unter einem Gupf leide. Das heisst der BZ steigt in den Morgenstunden continuirlich an. von G-Star
  • Chrissy1988

    Rang: Gast
    am 11.03.2006 16:01:20
    Ich denke, dass allen Diabetikern ihre krankheit nicht peinlich sein muss!
    Außerdem, was passiert wenn du einen hypo nicht merkst und du umkippst? was machen deine schulkameraden dann??

    ich bin selbst seit 11 jahren diabetikerin und meine lehrer wissen alle davon, weil ich es ihnen gleich in der ersten stunde gesagt habe. für sie ist es kein problem, wenn ich im unterricht esse. von Chrissy1988
  • Timo Feigel

    Rang: Gast
    am 11.06.2006 23:58:59
    Ich habe auch ganz schlechte Erfahrungen mit Diabetes und Schule.

    Ich wurde mit Diabetes geboren und bin noch dazu der erste Diabetes Typ 1 in ganz Bayern. Damals wussten die meisten noch garnicht das es sowas überhaupt gibt. Als es dann darum ging auf was für eine Schule ich gehen sollte wollten mich die meisten Hauptschulen nicht und wollten mich auf eine Sonderschule schicken. Irgendwann konnten wir uns aber doch durchsetzen, doch das Damoklesschwert der Sonderschule hing noch ein halbes Jahr über mir. Ich durfte nie auf Klassenfahrten mit da die Lehrer Angst hatten es könnte was passieren und sie wären damit überfordert. Als es dann darum ging ob ich auf das Gymnasium oder die Realschule gehe nahmen die mich auch nicht wegen des Diabetes. Sie hatten auch Angst. Also ging ich weiter zur Hauptschule. Als ich dann in die Berufsschule kam ging es eigentlich. Aber nach der Lehre wurde mein Lehrbetrieb dichtgemacht und ich mußte eine neue Arbeitsstelle suchen. Der Geschäftsinhaber der anderen Firma bei der ich mich bewarb mochte auch keine Diabetiker, aber dem Abteilungsleiter war das egal. Er stellte mich für 2 Jahre ein. Aber dann steckte irgendjemand von meinen netten Kollegen dem Geschäftsführer das ich Diabetiker bin, und der schmiss mich dann raus.

    Man sieht, nicht überall wird man mit offenen Armen empfangen. Ich wurde auch schon öfters gefragt ob das ansteckend ist(!!!). von Timo Feigel
  • Hannah

    Rang: Gast
    am 21.06.2006 23:46:29
    Hi!
    Ich habe mich früher auch immer auf der Schultoilette gespritz (bin übrigens 13, 9Jahre Diabetis) aber nun habe ich eine Insulnpumpe, somit brauch ich mich nicht zu verstecken, ich hasse es den Diabetis zu verstecken aber ich traue mich nicht ihn zu zeigen ich denke solche Sachen muss man einfach lernen, man muss akzeptieren wer man ist und das der Diabetis dazu gehört er ist ein Teil von uns wir sollten uns nicht schämen! Wegen dem Unterzukern im Unterricht, ich esse einfach meinen Traubenzucker und wenn die Lehrer was sagen sollten sage ich, dass ich Diabetis habe und essen MUSS. Wenn mich ein Lehrer blöd anmacht sage ich ihm meine Meinung, auch wenn das blöd klingt, wenn ich mich nicht traue hole ich meine mum dazu, ich denke nicht das uns jemand verstehen kann der keinen Diabetis hat, es ist einer Sache mit der man sich abfinden muss, es ist wie es ist und alles hat seinen Grund! Aber lasst euch niemals runter machen! Bloß weil wir anders sind, sind wir nicht schlecht, oder besser! von Hannah
  • Timo Feigel

    Rang: Gast
    am 22.06.2006 00:20:15
    Hallo Hannah,

    wenn du Eltern hast die den Diabetes akzeptieren ist das ja schön und gut, aber was ist wenn deine eigenen Eltern dich deshalb nicht leiden können? Ich wurde damit geboren und deshalb haben sich meine Eltern scheiden lassen. Wer ist Schuld an der Scheidung? Ich. Das hat mir meine Mutter selbst gesagt. Unterstützung bekam und bekomme ich überhaupt keine. Ich musste immer alleine auf die Kuren gehen und keinen interessierte was ich da gelernt habe. Das einzige was meine Eltern interessierte war, das ich wahrscheinlich mit 20 ein blinder Rollstuhlfahrer bin da ich den Diabetes dann schon 20 Jahre habe.

    In so einer Situation Selbstvertrauen zu entwickeln ist fast unmöglich. Wenn man dann noch von seinen Mitmenschen wie der letzte Dreck behandelt wird und die Lehrer und Schulen darum streiten wer den Behinderten jetzt endlich nimmt, da fragt man sich schon irgendwann, bin ich überhaupt ein Mensch? Gelten für mich die selben Gesetze wie für die anderen? Oder dürfen die mit mir machen was sie wollen? Zu den ersten beiden Fragen: Nein. Ich bin kein Mensch. Zum letzten Punkt: Ja. Sie dürfen machen was sie wollen. Wer in so einer Gesellschafft einen Defekt hat und auch noch aufmuckt wird gleich fertiggemacht. von Timo Feigel
  • Hannah

    Rang: Gast
    am 22.06.2006 00:32:34
    Hey Timo!! Lass dir das nicht gefallen!! Du bist ein Mensch!! Es gibt schlechte und gute Menschen und wenn deine Eltern, tut mir leid, aber wenn du so einen scheiß abziehen sind sie schlechte Menschen!! Hast du jemandem was getan hats jemals einen anderen so sehr verletzt wie du verlezt worden bist? Ich denke das alles seinen Grund hat, zum Beispiel denke ich das ich Diabetikerin bin um Menschen wie dir zu helfen und Rat zu geben (jedenfalls hoffe ich das, ich tue es nämlich gerne :)) Bist du auf dich alein gestellt ider hast du Freunde die zu dir halten? Hast du was in deinem Leben erreicht? Ich sage doch wir sind nicht schlechter wir sind nur anders, wir können nichts dafür das wir diabetes haben! Weißt du was ich denke? Ich denke Leute die Diabetiker verachten oder ignorieren haben Angst, sie haben Angst weil sie nicht wissen wie sie mit uns umgehen sollen. Gott ist für jeden vo uns da, wenn wir es zulassen, er weiß wie tief du verlezt worden bist, ich denke irgendwann werden diese Menschen aufwachen und ihre Fehler erkennen! Es gab einer Zeit in der ich Gott hasste für das was er mir angetan hat, (das ich Diabetes habe, meine beste Freundin ist ins Ausland gezogen, die ganze Familie meiner mum ist gestorben bevor ich sie kannte...) doch er meint es gut mit uns allen! Ich weiß das Gott für dich auch ein Schiksal hat, du wirst es finden, rede mit deinen Eltern, sage ganz klar und deutlich wie du emmpfindest, vieleicht über Telefon und dann auflegen!! Du bist dich kein schlechter Mensch oder? Denken deine Eltern das, bloß weil du Diabetiker bist? Vergiss es kein Mensch ist perfeckt, jder hat seine Macken und wenn dich jemand blöd anmacht, ignorieren! Du brauchst dich nicht zu rechtfertigen, du weißt wer du bist und das der Dia. dazugehört, das ist das einzige was zählt! Und wenn es dir mal richtig scheiße geht, dann bete zu Gott bitte ihn um etwas und du bekommst es, vielleicht nicht genau das was du willst aber etwas was dich erfreut, genieße dein Leben, dazu ist es da!! Hier falls du sie brauchst meine Email:
    Newyork-chick@web.de Viel Erfolg! Hannah
  • Timo

    Rang: Gast
    am 25.06.2006 19:52:00
    Hallo Hannah,

    wir sind vielleicht Menschen, aber nicht für die. Jedenfalls keine Richtigen. Meine Eltern haben mich wie gesagt wie den letzten Dreck behandelt. Die Lehrer in den Schulen die ich besuchte wollten mich grösstenteils auch nicht haben. Manche haben darum gestritten in welche Klasse ich musste.

    Ich weiss ja selber nicht ob das stimmt, aber meine Mutter erzählte mir einmal das kein Gymnasium mich annehmen wollte wegen des Diabetes, bei der Realschule war es dasselbe. Ich war laut meinem Kinderarzt der erste Typ 1 Diabetiker in ganz Bayern. Da kennt sich dann natürlich keiner damit aus, und da hatten dann alle Angst. Als dann ein anderer Jugendlicher auch Diabetes bekam sind die gleich in meine Heimatstadt gezogen weil sie dachten sie könnten vom Erfahrungsschatz der Ärzte und Lehrer profitieren. Aber Pustekuchen. Zu seinem Glück bekam er den Diabetes erst als er schon auf dem Gymnasium war, da war es dann nicht ganz so schwer, obwohl sie ihn am Anfang auch lieber auf eine Hauptschule geschickt hätten.

    Bei mir war es ja noch krasser, am liebsten wäre es der Hauptschule gewesen, wenn ich auf der Behindertenschule gelandet wäre. Dort hätte ich dann zusammen mit geistig Behinderten in der Klasse gesessen. Nichts gegen geistig Behinderte, aber das ist doch eine Frechheit! Als ich dann meine Mittlere Reife an der Pindl-Privatschule nachholen wollte kam ich wieder in so tolle Situationen. Ich kam in die Klasse rein und keiner wusste was von meinem Diabetes. Ich sprach mit meinen Klassenkameraden und knüpfte schon mal erste Kontakte. Dann kam der Klassenlehrer, stellte sich selbst vor, und sagte dann mit dem Finger auf mich deutend: "So, das ist der Timo. Passt auf der hat Zucker. Also nicht das ihr dann mal vorkommt und ihn verprügelt wenn er mal das spinnen anfängt." Ab da war es dann gelaufen. Keiner wollte mehr neben mir sitzen, keiner wollte mehr mit mir reden. In der zweiten Pause des ersten Schultages fragte mich dann der Klassenlehrer allen Ernstes ob ich mich nicht in das hintere Eck hinsetzen will wo sonst kein anderer sitzt. Ich verneinte und fragte dann aber auch wieso. Aber ich bekam keine Antwort sondern er drehte sich einfach um und ging. Ab da hatte ich jede Woche einen neuen Banknachbarn. Ich wurde von jedem als Asozialer H****sohn beschimpft. Keiner wollte mit mir reden oder sonst was mit mir zu tun haben. Man kann zwar sagen, wer gemobbt wird ist selber schuld, aber was habe ich denn da bitteschön falsch gemacht? Mir lässt man ja nie eine Chance. Ich wurde sogar schon mal gefragt ob Diabetes ansteckend ist. Das muss man sich mal vorstellen! Wenn die Leute sogar schon glauben das man nur in meiner Nähe sein muss um das auch zu kriegen, da ist es kein Wunder das mich keiner an sich ran lässt.

    Wir müssen schon mal ehrlich sein, Hitler ist zwar tot, aber sein Geist wandert immer noch in einigen Gebieten Deutschlands umher, und ich wohne leider in Bayern wo er noch sehr präsent ist. Da kann man sagen was man will.

    Auch zu deiner Frage ob ich Freunde habe, jein. Ich bin mit einer wunderbaren Frau verheiratet und eine ihrer Arbeitskolleginen ist mit uns befreundet. Aber sonst ist da nichts. Meine Frau hat sich wegen mir sogar von ihrer eigenen Mutter entfremdet als die mich als "behinderten Trampel" beschimpfte.

    Arbeit finden ist hier fast unmöglich da die Abteilungsleiter lieber gesunde Leute einstellen als so kränkelnde wie mich. Sie wissen zwar nicht was Diabetes bedeutet, aber die Tatsache das ich nicht gesund bin schreckt sie schon ab. Viele Grossbetriebe zahlen auch lieber die Strafe wenn sie nicht genügend Schwerbehinderte einstellen als das sie so einen einstellen. Mich haben sie ja auch rausgeworfen als der Geschäfftsführer herausgefunden hat das mir was fehlt. Der frühere Abteilungsleiter führte das Vorstellungsgespräch und als ich ihm sagte das ich Diabetes habe meinte der das wäre ihm egal, wenn ich arbeiten kann stört ihn das nicht. Das war ja auch der Fall. Also unterschrieb ich einen Fristvertrag über zwei Jahre. Nach 1 1/2 Jahren wurde dieser Abteilungsleiter allerdings zum Betriebsleiter befördert und ein anderer nahm seinen Platz ein, und der war mit dem Geschäfftsführer befreundet. Als ich dann fast 2 Monate 7 Tage die Woche arbeiten musste und ich mich deshalb beschwerte sagte der neue Abteilungsleiter dem Geschäfftsführer bescheid. Da ich aber scheinbar ein effektiver Arbeiter war wurde mir das verheimmlicht. Erst eine Woche bevor der Fristvertrag auslief wurde mir Bescheid gesagt, obwohl es eigentlich Pflicht ist 3 Monate vorher Bescheid zu sagen damit man noch Zeit hat um beim Arbeitsamt Arbeitslosengeld zu beantragen. Meine anderen Kollegen die auch Fristverträge hatten wurden schon ein halbes Jahr vorher benachrichtigt das es nichts wird. Als ich mit meinem Fall zur Gewerkschafft und zum Arbeitsgericht ging hieß es nur, dass sie da nichts machen können. Der darf das. Meine Frau arbeitet ja immer noch in dieser Firma. Und als sie den Geschäfftsführer auf einer Betriebsversammlung darauf ansprach meinte der nur: "Wenn er gewusst hätte was er da eingestellt hat, wäre ihr Mann viel früher geflogen. Solch schwache Elemente haben in seiner Firma nichts zu suchen." Merkwürdigerweise bekamm ich aber ein ausgezeichnetes Arbeitszeugniss ausgestellt.

    Toll, nicht?

    Das wars fürs erste. Ich will euch nur mal zeigen das es in Deutschland einen Haufen Schweine gibt.

    Ehrlich gesagt geht mir dieses ewige: "Wir sind auch Menschen!" Schön langsam auf den Geist, denn wenn ich ein Mensch wäre würde ich wie einer behandelt.