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laufbegeisterte Typ-1-Diabetikerin sucht...
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Kati
Rang: Gastam 20.09.2005 14:40:02
...Gleichgesinnte zum Diskutieren.
Bin letzten Sonntag meinen ersten Halbmarathon gelaufen und werde auf alle Fälle weitertrainieren.
Nach dem Lauf ist vor dem Lauf...
Hab das noch nciht so perfekt raus mit der Kohlenhydraversorgung speziell bei Langstrecken.
Momentan laufe ich mit Laufgurt, wo Apfelsaftflaschen drin sind. Aber ohne Messgerät geht bei mir nichts und ich messe immer alle halbe Stunde.
Gibte es vielleicht andere erfahrungen/Tipps?
Würde mich über Antworten freuen!
Kati
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Marion
Rang: Gastam 20.09.2005 16:27:41
Hallo Kati,
ich bin seit 2,5 Jahren Typ 1 (wahrscheinlich
Lada) Diabetikerin.
Ich bin letztes Jahr meinen ersten Marathon
gelaufen und möchte nächstes Jahr
meinen 2. laufen.
Zur Zeit bereite ich mich auf einen Halbmarathon vor, der in knapp 4 Wochen
stattfindet. Auch ich würde mich freuen
Erfahrungen auszutauschen.
Beim laufen geht es mir besser wie Dir.
Ich nehme kein BZ-Messgerät zum laufen
mit. Ich habe inzwischen soviel über mich
gelernt, daß ich genau weiß mit welchem
BZ ich laufen kann und was ich wann zu
mir nehen muß. Allerdings besitze ich
auch noch Restinsulin, sodaß ich mir
wahrscheinlich etwas leichter tue als Du.
Wie ging es Dir bei deinem ersten Halb-
marathon? Bist Du zufrieden.
Würde mich freuen von Dir zu hören.
Gruß
Marion -
Kati
Rang: Gastam 20.09.2005 18:55:46
Ja, ich hatte auch mal angestrebt, ohne Messgerät laufen zu können.
Ich merke Unterzuckerungen schon sobald ich unter 80 bin, aber da ist es ja dann schon zu spät und ich fühle mich einfach sicherer wenn ich das Messgerät bei mir habe!
Ich habe so einen Trinkgurt , da passen Flaschen und Messgerät rein ;)
Momentan mache ich es so, dass ich vorher 2-4 BE esse und alle halbe Stunde ca. 1 1/2 BE Abpfelsaft trinke.
Das läuft ganz gut, wobei ich bei Läufen die über 15 km gehen, fast noch mehr brauche!
Wie machst Du das beim Marathon, da muss man bestimmt auch noch normale BE zuführen, oder!?
Nimmst du so Powergel oder ähnliches!?
Mein Lauf war sehr gut! Ich laufe ja eigentlich erst seit einem halben Jahr und bin am Sonntag die Distanz zum ersten Mal gelaufen, es galt also nur durhckommen und mit den Werten war auch alles ok!
Hatte immer wieder meine Familie und meinen Freund auf der Strecke, die mich mit meinen Fläschchen versorgt haben :)
Das finde ich im Training eher problematisch, den ganzen "Proviant" mitzunehmen.
Freue mich auf Antwort,
Kati
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Marion
Rang: Gastam 21.09.2005 16:01:10
Hallo Kati,
mit einer guten Zeit kann ich auch nicht
dienen. Inzwischen kann ich zwar relativ
Problemlos die HM-Distanz laufen, aber
nicht in einem besonders hohen Tempo.
Außerdem gilt es beim ersten Lauf immer
nur gut durchzukommen. Das ist Dir ja
gelungen.
Also ich esse ebenfalls bevor ich laufe
ca. 3-4- BE´s. Allerdings müssen bei
mir dann trotzdem noch ca. 1,5 Std.
vergehen, da ich sonst mit dem Magen
Probleme bekomme. Der ist bei mir
generell etwas empfindlich. Deshalb
nehme ich auch nicht mehr Apfelschorle
mit auf den Weg, sondern benutze die
Produkte von Ultra Sport´s. Riegel wie
auch Pulver zum anrühren. Die sind
recht gut verträglich und mir schmecken sie
auch. Zur Zeit benutze ich jedoch mehr
die Riegel und nehme dann nur Wasser
mit. Generell muss ich BE´s mitnehmen
wenn ich länger als 1,5 Std. laufe, oder
mein Start BZ unter 120 ist. Meistens
starte ich zwischen 120 und 180.
Du wirst sehen, dass Du dir mit der Zeit
auch leichter tun wirst. Man lernt seinen
Körper kennen und der Körper gewöhnt
sich an die Belastung.
Mich interessiert auch etwas: Wie hat sich
generell dein Blutzuckerspiegel verändert
seit du läufst. Mußt Du jetzt wesentlich
weniger spritzen?
Im Vergleich zu anderen benötige ich
nämlich relativ wenig Insulin.
Darf ich auch Fragen wie alt Du bist?
Also ich bin 39 Jahre alt verheiratet und
habe 2 Kinder (6 + 9 Jahre alt).
Ich laufe seit 5 Jahren.
Freue mich auf eine Antwort.
Gruß Marion -
Kati
Rang: Gastam 22.09.2005 11:21:02
Hallo Marion,
ich bin "erst" 21 ;)
Da ich schon immer ziemlich sportlich war, (habe bevor ich Diabetes mit 17 bekommen habe, leistungsmässig geturnt und voltigiert) hat der Sport an sich nicht viel bei mir verändert denke ich.
Als ich vor einem Jahr mit Laufen angefangen habe, habe ich gleichzeitig auch ca. 8 kg abgenommen (die ich davor in Amerika zugenommen hatte...) Da ist mein Insulinbedarf um fast 50% zurück gegangen!
Aber ich glaube, dass war auch mit der Gewichtsabnahme verknüpft. Ich spritze auch nicht so viel, habe BE-Faktoren zwischen 1 und 1,25.
Du hast schon recht, es wird leichter, und ich brauche auch weniger Zusatz-BE als am Anfang, dennoch gibt es immer wieder Rückschläge, was ich jedesmal ganz schön frustierend finde; gestern z.B. bin ich mal wieder "grundlos" unterzuckert beim Laufen. Und wenn wenn dann so mit einem BZ von 60 durch den Wald joggt, kann einem schon unheimlich werden...
Das mit dem Restinsulin kenne ich auch!
Bei mir ist der Diabetes "zufällig" bei einer Routineuntersuchung diagnostiziert worden und entsprechend niedrig waren die Insulingaben auch am Anfang. Da werden einem viele Fehler und Vergesslichkeiten verziehen... ;) Inzwischen spritze ich so um die 30 E/Tag, ich weiß nicht so genau ob das viel ist.
Ich werde auf alle Fälle weiterlaufen! Jetzt über den Winter vielleicht nicht so viel, aber nächstes Jahr werde ich sicher wieder beim Halbmarathon oder einem 25-km Lauf dabei sein. Ich möchte dann auf alle Fälle ein bisschen mit den Zusatz-BE herumexperimentieren. Das mit dem A-Saft ist nicht so ideal, man kann einfach nicht mit so viel Ballast herumrennen...!
Wie war das bei dir, als Du Marathon gelaufen bist? Hattest Du da schon viel Lauferfahrung?
LG, Kati
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Marion
Rang: Gastam 22.09.2005 14:32:45
Hallo Kati,
nein ich komme eigentlich aus dem Ball-
sport. Sport habe ich auch schon immer getrieben, aber nicht so leistungsmäßig wie Du. Nach der Geburt meines Sohnes habe ich dann eine Sportart gesucht, bei der ich
unabhängig bin. So bin ich dann zum laufen gekommen. Es müsste jetzt mein 5 "Laufjahr" sein.
Anfangs lief es dann auch sehr gut und
dann bekam ich einen Infekt nach dem anderen und meine Gesundheit ging rapide den Bach runter. Ich habe dann 2 Jahre rumlaboriert, wurde untersucht und untersucht, aber es gab hinsichtlich des Zuckers keine Unauffälligkeiten.
Erst nach einer allergischen Reaktion auf Penicillin und einer hohen Einnahme von
Cortison kam der Zucker raus.
Inzwischen hat sich mein Körper gut erholt und meine Infektanfälligkeit hält sich in
Grenzen.
Ich trainiere ca. 3-4 mal in der Woche.
Sobald ich mal aufgrund Krankheit oder
sonstigen Gründen nicht laufen kann erhöht
sich mein Insulinbedarf auf über das
Doppelte.
Bezgl. deiner Unterzuckerung und A-Schorle
würde ich es mal mit Gel´s probieren.
Die haben den Vorteil, dass sie klein sind
und ekelhaft süss. Ich denke die wirken dann auch recht schnell. Aber etwas dazu trinken musst Du auf jeden Fall, sonst
bekommst Du Durstprobleme. Es gibt
da verschiedene Sorten, die kannst Du ja
mal durchprobieren. Die meisten davon
sind nämlich gewöhnungsbedürftig.
Fürst Du eigentlich Tagebuch bzgl. Essen-Laufen- Spritzen? Wenn nicht, versuch es
einmal. Du kannst daraus viel lernen, welche Nahrungsmittel eher halten und welche den BZ schneller in den Keller fallen lassen. Man soll es nicht glauben, aber das spielt eine große Rolle. Ich esse z.B. meistens ein selbst zusammen gestelltes
Müsli. Esse ich nur ein normales Brot mit
Honig, falle ich schneller runter. Also
Vollkornprodukte sind diesbezgl. wesentlich besser.
Liebe Grüße Marion -
Bernd
Rang: Gastam 20.10.2005 23:47:35
Hallo Kati,
ich kann deine Fragen sehr gut nachvollziehen. Ich habe 1996 mit der Manifestation des Diabetes mit dem Laufen begonnen und seit dieser Zeit laufe ich regelmäßig. Am Anfang war ich froh, wenn es für einige weinige Kilometer gereicht hat - da standen die Kohlehydrate nicht so im Vordergrund. Mit der Zeit habe ich richtig Spass am Laufen gefunden und 1998 beschlossen den 2ten Kölnmarathon mitzumachen - dann rücken die Kohlehydrate natürlich absolut in den Vordergrund.
Meine absolute Empfehlung lautet: BANANEN und evtl. PowerBar-Riegel.
Bananen bestehen aus Einfach- und Mehrfachzuckern, deshalb hast du quasi in kürzester Zeit genügend KH verfügbar, aber eben auch auf längere Zeit. Dadurch, dass die Durchblutung des Darms beim Laufen nachlässt wird die Resorption verlangsamt. Diese Effekt bestehen natürlich auch bei Nichtdiabetikern, weshalb viele Läufer zu Bananen tendieren. Diese Effekte führen auch dazu, dass du mit einem normalen BZ starten kannst (Einfachzucker) und trotzdem genug Sicherheit für 1-2 h durch die Mehrfachzucker hast.
Ich habe beim Marathontraining genau Buch geführt über BZ vorher/nachher, Kohlehydrate/Bananen, Zeit, Durchschnittspuls, Körpergefühl und Entfernung. So habe ich mir die Sicherheit Stück für Stück erarbeitet, bis zur Halbmarathondistanz nicht messen zu müssen - weiter ohne Messung würde ich allerdings nicht empfehlen. Mittlerweile habe ich mit Bananen einige Marathons mit Inliner und Laufen ohne größere Probleme gemeistert. Für 1 Stunde bei 145 Puls brauche ich 2 mittelgroße Bananen, das einzige Problem bei den Bananen ist, dass bei der längeren Distanz in der Marathonvorbereitung (30km-Läufe) bei der 5ten Banane der Schluckreflex versagt - brrrhhh. Dann sollte man umsteigen auf Powerbar o.ä. Kohlehydratriegel. Vor dem Lauf esse ich maximal 2 Bananen, falls ich mehr benötige nehme ich diese mit odr deponiere sie auf einer Rundstrecke.
Noch ein Hinweis: Banane ist nicht gleich Banane - ich bin mittlerweile fast ein Affe bzw. Experte :--)). Im Ernst, braune und unreife Bananen funktionieren nicht richtig, da scheinbar die Zusammensetzung Einfach-/Mehrfachzucker sich verschiebt - aber das muss jeder selbst ausprobieren.
Ich würd emich freuen, wenn es bei dir auch funktioniert - probiers mal vorsichtig aus - am ungefährlichsten kann man alles auf dem Laufband probieren.
Gruß
Bernd