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Diabetes-Auslöser Cortison
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Joerg
Rang: Gastam 19.09.2005 11:18:53
Hallo,
kann mir jemand eine Studie bzw. wissenschaftliche Ausarbeitung über die Möglichkeit/Wahrscheinlichkeit der Aktivierung/Auslösung von Diabetes Typ1 durch eine Cortisonbehandlung zur Verfügung stellen??
Vor der Cortisonbehandlung war HbA1c Wert in Ordnung und 6 Wochen nach Absetzen des Cortisons wurde ich nochmal untersucht und HbA1c war erhöht und Antikörperbestimmung sowie Glukosebelastungstest ergaben die Diagnose Diabetes Typ1.
von Joerg -
Marion
Rang: Gastam 19.09.2005 16:38:27
Hallo Jörg,
meines Wissens kann die Einnahme von
Cortison den Diabetes nicht auslösen.
Jedoch steigt der Blutzuckerspiegel unter
Einnahme von Cortison extrem an.
Im Endeffekt ist mir das gleiche passiert
wie Dir, nur hat man bei mir nicht den
Habc1 geprüft sondern nur den BZ-Spiegel.
Da die Blutprobe immer Morgens nüchtern
erfolgte, so vermutet man, kam der Diabetes
nicht raus. Unter Einnahme von Cortison,
100 mg pro Tag, ist der BZ dann auf
550 angestiegen. Gemerkt hat man es erst,
als ich nicht mehr richtig gesehen habe.
Auch bei mir wurde dann ein Habc1
bestimmt der mit 11 recht eindeutig ausfiel.
Auch Antikörper wurden gefunden. Man
geht jedoch davon aus, daß der Diabetes
auch schon vorher bestand. Also bevor
ich das Cortison erhalten habe.
Da ich aber sehr viel Sport treibe und
auch ernährungstechnisch viel beachte,
blieb der BZ nüchtern morgens ganz gut.
Von daher überprüfe erst einmal, ob es
nicht auch bei Dir möglich ist, dass Du
aufgrund Deines Lebensstils den Diabetes
anfänglich noch gut unterdrücken konntest
und erst das Cortison die Wahrheit ans
Licht gebracht hat.
Gruß Marion -
Lovely
Rang: Gastam 19.09.2005 23:49:43
Hallo Joerg.
Ja.
Längere Kortison-Einnahme kann Diabetes verursachen.
Kortison, wie auch Adrenalin und noch weitere Hormone, sind "Gegenspieler" zum Insulin. Wer also Kortison einnehmen muss, dessen Bauchspeicheldrüse muss ein Vielfaches an Insulin ausschütten, um den Zuckerspiegel im Lot zu behalten. Die Bauchspeicheldrüse wird regelrecht "ausgelutscht".
Such mal bei Google nach "Cushing-Syndrom". (Folgen eines zu hohen Kortison-Spiegels)
Ich kann dir jedoch nicht beantworten, ob auch ein Typ 1 (!) durch Kortison verursacht werden kann. Sämtliche Literatur bezieht sich immer nur auf "Diabetes" allgemein, ohne es näher zu definieren.
Der Typ 1 mit seiner Autoaggression (Antikörper) ist ja eine eigenständige Krankheit und hat eigentlich nichts mit "ausgelutschter" Bauchspeicheldrüse zu tun.
Ich kann mir jedoch vorstellen, dass der Diabetes Typ 1 auch eine Folge des Kortisons sein kann. Sehr häufig tritt der Typ 1 unter aussergewöhnlichen Umständen auf: Oft hatten die Patienten eine Grippe, einen Unfall, eine Schocksituation, Masern oder eine andere Krankheit, und danach ist dann der Typ 1 ausgebrochen.
Frag doch mal Deinen behandelnden Diabetologen. Seine Antwort würde mich auch interessieren.
Gruß,
Lovely -
Joerg
Rang: Gastam 20.09.2005 14:22:01
Hallo Lovely,
danke für die Info.
Aufgrund eines Bandscheibenvorfalles C6/C7 erfolgte eine Cortisonstosstherapie
mit dem Präparat Urbason.
Ca. 6 Wochen nach Absetzen des Präparates erfolgte die Blutuntersuchung, etc. mit der Diagnose Diabetes Typ1.
Der Bandscheibenvorfall ereignete sich bei einem Autounfall auf dem Weg zur Arbeit.
Nun steht eine Klage vor dem Sozialgericht gegen die BG an, um einmal den Bandscheibenvorfall sowie, falls überhaupt möglich, den Diabetes Typ1 als Folge der Heilbehandlung geltend zu machen.
Hat jemand bereits diesbezügliche Erfahrungen gemacht??
von Joerg -
klausdn
Rang: Gastam 20.09.2005 21:48:30
hallo jörg,
will nicht unken, die bandscheibe eventuell den dm bestimmt nicht, würds dir aber gönnen.
mein frage cortison und dm ist aber ne zeitfrage,
ich habe 35 jahre vorher 1jahr lang cortison gespritzt bekommen, und dann nen dm entwickelt, gibt es sowas als zusammenhang?
bevor fragen kommen: volon a, kristallsuspension,
subcutan.
mfg klaus von klausdn -
Lovely
Rang: Gastam 21.09.2005 00:51:43
Hallo Joerg.
So etwas "durch" zu bekommen, dürfte enorm schwierig sein (auch wenn es tatsächlich so ist), denn das Problem ist die Beweiskraft. Man kann es nicht beweisen. Die BG versucht natürlich so wenig wie möglich zahlen zu müssen und es auf die Krankenkasse abzuschieben. Aber höre Dich mal im Bekanntenkreis um: Im Prinzip weiß jeder, dass man von einer langen Cortison-Behandlung Diabetes bekommen kann.
Hier ist eine Google-Suche:
http://www.google.de/search?sourceid=navclient&hl=de&ie=UTF-8&rls=GGLD,GGLD:2004-10,GGLD:de&q=diabetes+nach+kortison
Und hier ein paar Seiten, in denen steht, dass Diabetes nach Kortison-Therapie möglich ist:
http://www.medizin-netz.de/icenter/diabetes.htm
http://www.vitanet.de/gesundheitsratgeber/stoffwechsel/diabetes_mellitus/entstehung-risikofaktoren/diabetes-ursachen/
http://www.aponet.de/vorsorge/ernaehrung/Krankheit_und_Ernaehrung/Ernaehrungstipps_bei_Diabetes/DiabetesEnd_Typen.html
http://www.netdoktor.at/krankheiten/fakta/cushing_syndrom.htm
Gruß,
Lovely -
Lovely
Rang: Gastam 21.09.2005 01:10:28
Hallo Joerg.
Ich nochmal :-)
Nun mußte ich mir "Urbason" noch eben anschauen. Es scheint ein eher schwaches Kortison zu sein. Der Wirkstoff ist eine Prednison-Art, d.h. ein Kortison mit der relativen Stärke von 4,0.
Die Stärke sagt aus, wieviel stärker das Cortison zum körpereigenen Cortisol wirkt. Cortisol ist immer 1,0.
Noch stärker wäre das Paramethason mit 10,0 und die beiden Betamethason und Dexamethason mit je 30,0.
Nun scheint aber Deine Argumentation gegenüber der BG noch schwieriger zu werden. Denn je geringer die Wirkstärke des Kortisons, desto geringer auch die Nebenwirkungen.
Ich drücke Dir trotzdem alle Daumen, die ich habe.
Gruß,
Lovely