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  • Marion

    Rang: Gast
    am 08.08.2005 21:03:27

    Hallo,
    ich habe eine etwas ungewöhnlich Anfrage.
    Seit ich Diabetes habe gehe ich nicht mehr
    sehr gerne auswärts essen. Ich habe
    einfach keine Lust immer auf die Toilette
    zu rennen oder mich zur Schau zu stellen.
    Manchmal erwischt man ja einen netten Tisch in der Ecke, dann geht es gut.
    Da ich außerdem Mutter zweier Kids bin
    sind wir nachmittags oft unterwegs und
    auch hier riskiere ich oft lieber einen zu
    hohen BZ oder esse nichts bevor ich mich
    in aller Öffentlichkeit spritze.
    Ich habe auch noch nie jemand anderen
    gesehen, der das tut.
    Wie macht Ihr das?

    MfG M.
    von Marion
  • klausdn

    Rang: Gast
    am 08.08.2005 22:03:56
    hallo marion,
    zum abschluß der schulung von ct auf ict sind wir alle
    (6+1) ins lokal gegangen und haben am tisch gespritzt, das geht recht diskret.
    manche spritzen durch die kleidung, das mache ich nicht .
    sofern man daraus keine "veranstaltung" macht bekommt selbst der nachbar nix mit.
    toiletten sind mir zu unhygenisch.
    uns wurde gesagt das ist ein lebenswichtiges medikament, und kein rauschgift.
    nur frauen mit durchgehenden kleidern sind gekniffen, da spritzt eine bekannte in die wade.
    aber damit habe ich keine erfahrung.
    mfg klaus von klausdn
  • Lovely

    Rang: Gast
    am 09.08.2005 00:23:42
    Hallo Marion.

    Spritzen im Restaurant ist Einstellungssache zum Diabetes. Das weiß ich aus Erfahrung. Früher war es mir auch unangenehm, aber heute nicht mehr. Es ist wie es ist, ich muss halt spritzen, sonst kann ich nicht essen.

    Vor wenigen Tagen habe ich an einer Currywurst-Bude im Stehen gespritzt :-) Ich weiß nicht einmal, ob jemand geschaut hat, weil es mir egal ist. Aber das geht auch immer so fix, dass es wohl kaum jemand mitbekommt.

    Bei Mc Donalds sitzen wir immer in der Kinderabteilung, weil es da rauchfrei ist (wegen unserer Tochter). Wenn ich dort spritze, dann schauen manchmal die Eltern und besonders kleine Kinder sehr interessiert. Aber ich habe noch niemals erlebt, dass jemand sein Gesicht abstoßend verzogen hat. Es ist bei den Mitmenschen meist Neugierde. (Ich selbst fände es auch interessant, es bei anderen zu sehen!)

    Im feineren Restaurant sind die Besucher meistens so sehr mit sich selbst oder dem Gegenüber beschäftigt, dass es dort am allerwenigsten auffällt.

    Letztens war ich in einem sehr gut besuchten Café am Flughafen. Es saßen Leute genau am Nebentisch. Obwohl die mitbekommen haben müssen (!) dass ich meinen Zucker getestet und gespritzt habe, haben die weder geschaut, noch ließen die sich durch meine Aktionen in ihrem Gespräch aufhalten.

    Irgendwie habe ich auch das Gefühl, als wenn die Mitmenschen genau wüßten, dass es eine Insulinspritze (Pen) ist und es als völlig normal empfinden. Genauso normal finde ich es, wenn jemand Nasenspray oder Asthma-Spray benützt und soviel anders ist das auch nicht.

    Und seien wir doch mal ehrlich: Gibt es überhaupt "den vollkommenen Menschen"? Ich denke, nein! Irgendwas hat doch jeder. Die Menschen sind nicht so, wie es in Werbeclips gezeigt wird. Warum soll man deshalb nicht so sein, wie man ist?

    Probiere es aus! Dann wirst Du erfahren, dass kaum jemand Notiz von Deinem Spritzen nehmen wird. Und wenn Dich jemand darauf anspricht, dann doch meist nur, um überhaupt ins Gespräch zu kommen. Hundebesitzer kommen auch schneller in ein Gespräch, weil ein Hund zum Anlass genommen werden kann.

    Ich würde mich freuen, wenn Du uns Deine erste Erfahrung zum öffentlichen Spritzen erzählen würdest :-)

    Gruß,
    Lovely
  • Lovely

    Rang: Gast
    am 09.08.2005 00:24:46
    ...noch etwas:

    Du solltest Deinen 2 Kindern ein gutes Vorbild sein und Ihnen von Anfang an beibringen, dass man eine Krankheit weder verstecken, noch etwas Großartiges daraus machen sollte.

    Dein sicherer, uneingeschränkter Umgang mit dem Diabetes wird ihnen helfen, auch andere Menschen mit einem Handicap als vollkommen normal zu akzeptieren, weil es eben nichts besonderes ist. von Lovely
  • AG

    Rang: Gast
    am 09.08.2005 07:51:25
    Moin,
    mir ging es bis vor kurzem ähnlich wie Dir (ich hab seit Ende April Typ 1). Mir war es auch immer sehr unangenehm, wenn ich vor´m Essen in einem Restaurant spritzen musste, ich bin dann auch immer auf´s Klo gegangen. Dann hab ich mir aber gesagt, daß es um meine Gesundheit geht, und da bin nur ich verantwortlich!! Auch wenn es sich jetzt vielleicht dumm anhört: andere Rauchen in der Öffentlichkeit (habe ich absolut nichts dagegen- muss jeder selber wissen!) - ich spritze mir halt mein benötigtes Insulin. Wegen anderen, fremden Personen, "spiele" ich nicht mit meiner Gesundheit!!
    Ich hoffe, dass sich das jetzt nicht so krass anhört, aber es ist nun mal eben so.
    Ich sehe es da genauso wie Lovely, gehe damit offen um, auch Deinen Kindern gegenüber :o),
    Einen angenehmen Tag wünscht,

    AG
  • Heidi G.

    Rang: Gast
    am 09.08.2005 15:08:07
    Hallo, Marion!

    Ich mach es mir total einfach und nehme dann ausnahmsweise eine Tablette Novo Norm.
    Ich hab ausgetestet, welche Stärke.
    Merkwürdigerweise bleiben meine Werte im grünen Bereich, wenn ich das nicht zu oft mache.
    Aber ich bin auch TypII. Gruss, Heidi von Heidi G.
  • klausdn

    Rang: Gast
    am 09.08.2005 18:20:47
    hallo heidi,
    so wie ich das mitbekommen habe ist marion 1er, denn auch ladas sind 1er, und können wegen geringerer antikörper mit hilfe von insulin noch lange etwas eigenproduktion haben(und das hilft gewaltig-
    nämlich gleichmäßig zu fahren)
    wenn so jemand novonorm nimmt weiß niemand was passiert, entweder garnichts oder ein schub der umschmeißt.
    ich hatte im frühjahr einen schub(ohne erklärung warum) für genau vier tage am abend , ich konnte essen ohne spritzen, dachte schon - es gibt doch heilung !!!
    nein ohne vorwarnung war es vorbei.
    zum glück spüre ich den bz und messe lieber einmal mehr, sonst halleluja. eine entgleisung reicht.
    mfg klaus von klausdn
  • Elli

    Rang: Gast
    am 09.08.2005 18:26:32
    Ich kann Dich gut verstehen, mir war/ist das auch unangenehm. Aber was die anderen bereits gesagt haben stimmt, die meisten Leute nehmen es gar nicht war. Bei einer Fortbildung habe ich zwei Wochen lang bei jedem Essen mit den Kollegen am Tisch gespritzt. Die meisten hatten es bis in die zweite Woche nicht registriert.
    Trotz dieser Erfahrung bin ich aber noch lange nicht konsequent genug mit dem Spritzen am Tisch. Wenn es aber nur um die Leute an irgendwelchen Nachbartischen geht, die sind mir mittlerweile egal.

    Grüße,
    Elli
  • eve

    Rang: Gast
    am 10.08.2005 13:58:01
    ich, typ2, spritze seit februar, und bin nur einmal auf die toilette genagen beim auswärtsessen. das allerdings nur, weil ich auf ner geburtstagsfeier war und an meinem tisch zwei frauen sassen, mit denen ich mir die diskussionen ersparen wollte, wieso ich an diabetes erkrankt bin. nämlich wegen meines massiven übergewichtes.
    ansonsten spritze ich immer am tisch. und das funktioniert prima, auch wenn ich ein speckfältchen zeigen muss ;)), denn uns wurde während der schulung gesagt, man solle nicht durch die kleidung spritzen, weil die gefahr besteht, das fasern anhaften und es eine entzündung geben kann.
    negative reaktionen von nachbartischen kamen nie. aber, ich achte da auch nicht drauf.

    gruss
    eve
  • Ronny

    Rang: Gast
    am 11.08.2005 02:36:12
    ich habe mir früher immer in den unterarm gespritzt, lässt sich diskret realisieren.
    nun habe ich aber eine pumpe und damit keinerlei probleme. wobei ich denke, wie die anderen auch schon gesagt bzw. geschrieben haben, du solltest offener werden. für die meisten "normalen" menschen ist es alltäglicher mit dem diabetes umzugehen, wie wir manchmal meinen.
    lg ronny
    von Ronny