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  • Heinrich

    Rang: Gast
    am 14.03.2005 16:31:55
    Hallo,

    ich brauche einmal Eure Meinung. Als vor etwa zwei Wochen bei mir Diabetes festgestellt worden ist, bin ich sofort ins Krankenhaus eingeliefert worden. Die Werte sind schnell auf ein normales Level zurückgegangen. Nach etwa zwei Tagen im Krankenhaus habe ich gemerkt, dass meine Sehfähigkeit deutlich besser geworden ist. Ich trage seit gut vier Jahren eine Brille, die ich seitdem nicht mehr benötige. Die Ärzte sagen, dass dies eigentlich nichts mit dem Diabetes zu tun haben kann und ich einen Augenarzt aufsuchen soll. Allerdings würde ich das für einen großen Zufall halten. Hat vielleicht irgendjemand von Euch ähnliche Erfahrungen gemacht? Ich stelle mir die Frage, ob es möglich ist, dass ich schon seit vier Jahren an Diabetes erkrankt bin und es nie gemerkt habe.
    Ich habe gehört, dass dies bei Typ 2-Diabetikern möglich ist, allerdings ist bei mir der Typ 1festgestellt worden. Vielleicht könnt Ihr mir, wo Ihr doch schon etwas mehr Erfahrungen mit der Krankheit habt, Eure Meinung dazu kundtun. Etwa zur gleichen Zeit wie die Sehstörung hat auch mein Gedächtnis nachgelassen und ich habe eine gewisse Leere im Kopf festgestellt, was als Depression diagnostiziert worden ist. Jetzt habe ich den Eindruck, dass dies alles mit einer schleichenden Diabeteserkrankung zu tun haben könnte, da auch mehrere Medikamenten- und auch Gesprächstherapien keine sonderliche Verbesserung des Zustandes gebracht haben. Dieser Eindruck hat sich auch durch den Bericht "Insulin im Gehirn" verstärkt.

    Gruß
    Heinrich
  • Anke S.

    Rang: Gast
    am 14.03.2005 20:05:23
    Hallo Heinrich,


    es ist richtig, dass ein über Jahre nicht erkannter oder schlecht eingestellter Diabetes Sehschäden verursachen kann. Doch handelt es sich bei diesen Schäden leider um irreparable, die lediglich gestoppt, nicht aber rückgängig gemacht werden können.
    Schäden dieser Art können also nicht für dein geschildertes Problem verantwortlich sein.

    Daneben besteht immer die Möglichkeit von kurzfristigen Sehproblemen, die entstehen können, wenn der BZ sehr hoch liegt bzw. stark zwischen hohen und niedrigen Werten schwankt.
    Diese Probleme entstehen durch eine BZ-bedingte Flüssigkeitsverschiebung im Augapfel und vergehen wieder, sobald erneut ein nomaler BZ-Wert erreicht ist.

    Wenn bei dir ein Typ-1-Diabetes diagnostiziert worden ist, steht nicht (!) zu erwarten, dass du bereits über Jahre unerkannt erhöhte BZ-Werte gehabt hast.

    So kann dir man ohne weitere Diagnostik nun tatsächlich keine Verdachtsdiagnose nennen. Ich würde dem Augenarzt das Problem genau so schildern, sicher kann er dir nach der Untersuchung Näheres sagen.

    Den Artikel zum "Insulin im Kopf" würde ich nicht überbewerten ! Es ist zwar eine sehr interessante Meldung aus der Wissenschaft, aber es lassen sich für den Einzelnen noch lange keine aktuellen Schlussfolgerungen daraus ziehen.


    Dir wünsche ich für die Einstellung alles Gute !
    Viele Grüße Anke von Anke S.