Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren musst Du Dich Anmelden oder Registrieren.

Vergesslich - orientierungslos

  • annet002

    Rang: Gast
    am 14.03.2005 21:15:45
    Hallo Klaus,

    ich hatte hier am 02.03.05 einen Kommentar geschrieben unter dem Titel "Ist Metformin wirklich sinnvoll?", wo ich meinen Krankheitsverlauf beschrieben habe.
    Ich habe mein Leben total umgekrempelt....bis Dez. 04 habe ich Insulin gespritzt. Die Werte wurden durch die Gewichtsreduktion (mittlerweile 46 kg abgenommen) und den regelmäßigen Sport so gut, das keine Einheiten mehr zum spritzen nötig waren.

    Das mit dem schlechten Gedächtnis und den Konzentrationsstörungen fing schon vor ca 3 Jahren an.

    Da ich im Juli 2004 mit wahrscheinlich über 600 mg/dl eingeliefert wurde und ich vorher mit meinen Symptomen, die wie ich heute weiß eindeutig dem Diabetes zuzuordnen waren, gegen Wände stieß, weiß ich nicht wie lange ich schon Diabetes habe.

    BIN NACH WIE VOR IMMER NOCH STINKSAUER AUF ALLES WAS SICH "ARZT" NENNT !!!!!!!!!

    Es verunsichert schon ganz schön und nagt am Selbstbewußtsein, wenn man immer denkt man kann sich dies oder jenes nicht merken. Vorallem im Arbeitsleben. Ich mache mir die unmöglichsten Notizen (sicherer gehts schon nicht mehr) aus Angst mir aufgetragene Aufgaben oder erläuterte Neuigkeiten zu vergessen.
    Da tut es gut mal mit anderen zu schreiben, denen es ähnlich geht und wo vielleicht Krankheitsbedingt Parallelen zu finden sind. Medizinisch bin ich da noch nicht auf die Suche gegangen.

    Danke trotzdem für das entgegengebrachte Interesse und die Hinweise auf interessante Beiträge
    MfG Annett von annet002
  • Monika Gunia

    Rang: Gast
    am 14.03.2005 21:40:40
    Hallo ihr Lieben, die ihr diese meine Zeilen lest,

    ich bin seit ca zehn Jahren ein Typ 2 Diabetiker. Das mit der Vergesslichkeit habe ich auch schon zu meinem Entsetzen festgestellt. Ich habe von meinem Arzt erfahren, daß bei jeder Unterzuckerung Gehirnzellen unwiederbringlichl kaputt gehen.
    Ich glaube auch, daß ein zu hoher Zucker diese Schäden verursacht. Ich habe auch jahrelang nicht gewußt, daß ich latent zuckerkrank bin und habe immer wieder unter Unterzuckerungen gelitten, bis hin zur Ohnmacht.

    Heute komm ich mir manchmal ziemlich verblödet vor.
    Das mit den Zahlendrehern kenn ich gut.
    Bei mir gibt es immer wieder Wortfindungsstörungen. Das sieht zwar aus wie Alzheimer, ist aber "nur eine Zuckerdemenz".

    Wir werden uns damit abfinden müssen, daß wir eben doch krank sind, auch wenn man uns immer wieder erzählt, daß es ja gar nicht so schlimm ist, und wir voll leistungsfähig sind.
    Wichtig ist mir gewesen, daß ich das angenommen habe, mit Einschränkungen leben zu müssen.
    Und das Beste draus zu machen. Eine gute Blutzuckerkontrolle ist wichtig. Denn wenn wir den Zucker gut im Griff haben, kann er auch nicht so verheerend wirken.
    Es ist eine heimtückische Krankheit, laßt euch nicht täuschen. Aber - nicht war, wir lassen uns nicht unterkriegen!!!:-)))
    Liebe Grüße
    Monika
    von Monika Gunia
  • Uli

    Rang: Gast
    am 15.03.2005 09:20:12
    Hallo Monika,

    ich habe auch seit 10 Jahren Diabetes Typ 2, aber keine Ausfälle meiner Gehirnleistung ;-)

    Statine gegen angeblich zu hohes Cholesterin könnten auch die Uraache sein - es ist sogar eine Amnesie möglich - s. Buch "Mythos Cholesterin".

    Gehirnschäden durch Unterzuckerung? Ich habe bisher erst von einem Fall gehört, da war eine junge Frau aber zwei Tage alleine in der Wohnung, nachdem sie eine offenbar zu große Dosis 24Std. Insulin gespritzt hatte und zu spät gefunden wurde. Ihr Studium konnte sie nicht mehr fortführen, war dauerhaft auf Pflege angewiesen.

    Viel gefährlicher sind Hypos für die Augen, speziell die Netzhaut, auch starke Schwankungen des BZ.

    Ich habe zum Glück nie Hypos.

    Alkoholmißbrauch ist dafür berüchtigt, die grauen Zellen dauerhaft zu schädigen. Mein Kollege mußte deshalb frühzeitig aus dem Berufsleben ausscheiden.


    von Uli
  • Anke S.

    Rang: Gast
    am 15.03.2005 11:21:58
    Hallo Ihr Netten alle,

    die Ihr mit Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen sicher nicht alleine da steht !

    Ich möchte auf eure Beiträge hin nun noch einmal ein paar Daten "posten":

    Es ist richtig, dass Unterzucker bleibende Schäden im Gehirn verursachen kann. Die Betonung liegt auf KANN und ist abhängig davon, wie lange und wie tief die Unterzuckerung war. Beileibe nicht jede Hypo macht Schäden, die nicht wieder gut zu machen wären !!
    Ich halte es für wichtig, nicht leichtfertig mit Unterzuckerungen umzugehen (und habe aus gegebenem Anlass deswegen auch in der Vergangenheit entsprechende Antworten hier im Forum geschrieben). Doch halte ich es für genauso wichtig, keine unnötige Panik zu machen !!

    Daneben ist es so, dass die Konzentration kurzfristig leiden kann, wenn der BZ zu hoch oder zu niedrig ist oder zwischen beiden Extremen schwankt. (Dieses Problem kenne ich auch selber zur Genüge, da ich bereits bei Werten über 180 mg/dl zu keiner vernünftigen Aufgabe mehr zu gebrauchen bin.)
    Ein erster Ansatz für alle, die sich in ihrer Konzentration beeinträchtigt sehen, ist sicher ein engmaschiges BZ-Tagesprofil über ein paar Tage um abzuklären, ob Konzentrationsstörungen nicht vielleicht unerkannt mit regelmäßig "nicht normalen" BZ-Werten zusammenhängen.
    Diese Störungen wären nicht bleibender Natur, sondern situationsabhängig. Was leider nicht heisst, dass man nicht täglich darunter leiden könnte !

    Lassen sich überhöhte, zu niedrige oder schwankende BZ-Werte als Ursache sicher ausschließen, ist eine weitere Abklärung nötig. Konzentrationsstörungen können so vielfältige Ursachen haben, dass sich zur Diagnostik und Therapiemöglichkeit keine pauschale Aussage treffen lässt. Doch der Leidensdruck, der durch nachlassende Gedächtnisleistung entsteht, muss sicher nicht resigniert ausgehalten
    werden - eine Abklärung lohnt sich auf alle Fälle !


    Viele Grüße Anke


    von Anke S.
  • Sonja

    Rang: Gast
    am 16.03.2005 14:00:38
    Hallo an Alle,

    vielen Dank für die zahlreichen Antworten, hätte ich gar nicht mit gerechnet. Da muß ich allerdings erst mal klarstellen:

    Ich trinke KEINEN Alkohol - niemals
    Ich nehme KEINE Drogen - niemals
    Ich rauche NICHT - Vor 8 Jahren aufgehört
    Ich nehme KEINE Medikamente - ab und zu mal ein Rennie (höchstens 1 mal im Monat oder Kopfschmerztablette höchstens alle halbe Jaher)
    Ich bin in keinster Weise von irgendwas abhängig.
    Aber ich kann NICHT auf Süsses verzichen. Werde dann sogar richtig nervös und aggressiv, es gibt Streit und ich drohe sogar meinem Mann mit Scheidung - später merke ich erst, wenn ich was Süsses gegessen habe und ich wieder "runter gekommen" bin, daß es überhaupt keinen wirklichen Anlaß zum Streiten gab, es lag einfach nur an mir und meinem Hang zu Süßigkeiten. Wenn ich es nehme beruhigt es mich in gewisser Weise. Ich denke, daß das eine Sucht ist. Das möchte ich auch nicht beschönigen.
    Ich kaufe auch immer ordentlich Vorrat ein, damit - falls ich mal nicht aus dem Haus kann - immer genug da ist. Auch habe ich schon was versteckt, damit mein Mann davon nichts mit isst. Ich bin aber nicht geizig, nicht das jetzt der Eindruck entsteht. Ich gebe gerne ab und schenke auch gerne. Aber wenn ich merke, daß die Süßigkeiten ausgehen, dann werde ich richtig nervös, ich mecker sogar meinen Mann an, wenn er vom Einkaufen nichts Süsses mitgebracht hat. In den Momenten gibt es nichts schlimmeres für mich.

    Vielleicht geht es ja hier auch jemandem so. Kann man Insulin im Gehirn auch mit einem EEG vielleicht messen oder gibt es andere Methoden?

    Nochmals herzlichen DAnk für Eure Antworten. Ich glaube, ich werde jetzt öfter hier schreiben.

    Schöne Woche noch wünscht Sonja
  • Lovely

    Rang: Gast
    am 16.03.2005 17:53:00
    Hallo Sonja.

    Ich habe herzhaft lachen müssen, als ich von Deinem Verhalten in Bezug auf Süßes gelesen habe. Allerdings kein "auslachen", sondern lachen, weil ich dieses Verhalten von mir selbst kenne.

    Ich habe auch schon Süßigkeiten versteckt, damit weder Tochter noch Mann davon essen :-)))) sondern alles für mich bleibt.

    Aber ich sehe dieses Verhalten nicht als Sucht an, höchstens als "Macke". Mein Mann und auch meine Tochter wissen darüber und essen selbst gerne Süßes und so "ärgern" wir uns spaßhaft auch schon gegenseitig deshalb.

    Ich meine, eine wirkliche Sucht ist etwas anderes. Akzeptiere lieber Dein Verhalten und schäme Dich nicht deswegen. Du bist nicht unnormal. Ein ähnliches Süßigkeiten-Verhalten haben bestimmt viele.

    Gruß,
    Lovely
  • Sara

    Rang: Gast
    am 17.03.2005 01:03:18
    Hi Sonja und Lovely,

    jaa - ich auch! *grins*

    Das erinnert mich übrigens daran, dass ich noch ein Stück Erdbeer-Joghurt-Schokolade im hintersten Kühlschrankeck für mich gebunkert habe... *gg*

    Es grüßt Euch ganz herzlich
    ein weiteres "Naschmaul"!

    Sara

    P.S.: Sonja, seit ich Diabetes habe, kann ich mir Namen und Zusammenhänge auch schlechter merken, die Konzentration ist auch manchmal schlechter als früher.
    Habe mich deswegen auch schon recht mies gefühlt - ich werde es noch weiter beobachten und wenn es mehr wird mal meinen Diabetologen fragen, ob es einen Zusammenhang zum Diabetes gibt.
    Hast Du mal mit Deinem Arzt über Deine Sorgen gesprochen? Ich hoffe, er kann Dir weiterhelfen.

  • Monika

    Rang: Gast
    am 19.03.2005 01:08:07
    Hallo Ihr Lieben,
    bin erst heute dazugekommen, Eure Beiträge zu lesen.
    Ich bin sehr froh, diese Seite gefunden zu haben, denn ich habe keinerlei Kontakt zu anderen Leidensgenossen. Ich bin einer dieser Menschen, die den direkten Umgang mit Menschen immer mehr scheut. Ist nicht krankhaft sondern eher philosophisch.
    Also, wenn mein Arzt nicht recht hat und meine Ausfälle sind nicht zuckerbedingt dann bleibt nur Alzheimer oder irgend ein anderer ekliger ---heimer. Na vielen Dank!
    Wenn ich Alzheimer habe gehe ich bestimmt nicht zum Doc. Die können nämlich nichts aber auch gar nichts machen. Meine Schwiegermutter die ich bis zuletzt gepflegt habe hat diese Erkrankung gehabt. Die Ärzte stochern da nur im Nebel, machen bedenkliche Gesichter oder aufmunternde, geben Pillen, die nicht wirklich helfen und wenn es zuende geht, bist du austherapiert. Dann erreichst Du sie nicht mal mehr am Telefon. Das ist die nackte Wahrheit.

    Habt ihr eigentlich schon mal davon gehört, daß Insulin später mal Krebs verursachen kann?
    (Fernsehbericht vor ein paar Monaten)
    Und noch ne Frage:
    Wie lang kann man als Typ 2 Diabetiker mit Insulin auskommen? Gibt es da Erfahrungsberichte?
    Vielen Dank schon mal für eventuell einlaufende Berichte.
    Liebe Grüße
    Monika

  • Ines

    Rang: Gast
    am 19.03.2005 18:28:09
    Hallo Sonja, Lovely, Sara ....
    ich würde Heißhungerattacken auf Süßes nicht so einfach als Macke abtun.
    Habt ihr Euch vielleicht auch mal überlegt, daß der Körper in der Regel nur dann mit Heißhungerattacken reagiert, wenn etwas fehlt?
    Ich denke ganz einfach, Eure Ernährung ist nicht ausgewogen, denn dann können solche Freßanfälle einfach nicht auftreten.
    Kein Problem sind solche Attacken bei schlanken Menschen, die nicht zum Übergewicht neigen. Die Übergewichtigen haben es verdammt schwer damit und es ist fast unmöglich, abzunehmen.
    Heißhungerattacken gibt es bei einer kohlenhydratreduzierten Ernährung (z.B. L.O.G.I) nicht. Noch besser finde ich, seit dem ich mich mit der Ernährung an sich beschäftige, die Ernährung nach den Regeln der Traditionellen Chinesischen Medizin. Ich wage sogar zu behaupten, wer sich heutzutage nach den gängigen Ernährungspyramiden und den Empfehlungen der (meisten) Diabetologen) ernährt, hat schon verloren.
    Viele Grüße Ines
  • Reinhard

    Rang: Gast
    am 20.03.2005 08:48:59
    Hallo Monika,

    in Bezug auf Krebsgefahr meinst Du vermutlich die Insulin-Analoga Lantus, Levemir, Humalog, Apidra.
    Das Risiko trägt der Patient, da noch keine Langzeitstudien abgeschlossen sein können, weil diese Insuline eben noch nicht soo lange auf dem Markt sind.

    von Reinhard