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Jahrelang Unterzuckerung - jetzt Diabetes !
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Daniela
Rang: Gastam 20.02.2005 14:33:10
Hm, nicht einfach zu beantworten, aber DU bist ja Typ II-Diabetikerin und da sind Eiweiße und Fette nicht so BZ-erhöhend.
Es gibt eigentlich nichts wirkliches was BE-frei ist. Auch Gemüse, Salate müssen ab einer bestimmten Menge angerechnet werden, es hängt auch von Deiner Therapie und dem Eigeninsulin ab.
Beim Typ I-Diabetiker kann das Meiden von Kohlenhydraten sehr schnell zur Glukoneigenese führen, das bedeutet, dass aus Fetten udn Eiweißen Zucker gewonnen wird, der BZ steigt an und die Insulinempfindlichkeit ist stark herabgesetzt. Wie sich das beim Typ II verhält weiß ich nicht. Sammel Erfahrungen anhand Deiner BZ-Werte und schreibs Dir als Anhaltspunkte auf, es ist aber immer etwas verschieden wie der Körper auf etwas reagiert, ein richtiges Schema gibts nicht, wir sind ja auch keine Maschinen ;-) von Daniela -
Anke
Rang: Gastam 20.02.2005 18:57:36
Hallo Namensvetterin !
Deinen Frust kann ich gut verstehen - allerdings sind Unterzucker und Diabetes mellitus zwei völlig verschiedene Paar Stiefel.
Unterzucker ist ein Symptom, das bei recht vielen Erkrankungen auftreten kann, unter anderem auch im Anfangsstadium eines Diabetes mellitus bzw. durch Insulinüberdosierung, wenn man zuviel Insulin spritzt.
Obwohl ein solches Anfangsstadium sich im Extremfall über Jahre hinziehen kann (zumeist nur Wochen bis Monate, falls überhaupt), ist ausgesprochen unwahrscheinlich, dass es sich über 15 Jahre (!) zieht. Die Vermutung liegt nahe, dass der Unterzucker bei dir eine andere Ursache als den nun leider auch noch eigetretenen Diabetes mellitus hatte.
Dennoch sollte ein Unterzucker natürlich abgeklärt werden, ist das bei dir denn nicht geschehen ? Innerhalb von 15 Jahren ?
Mögliche Ursachen aufzuzählen, sprengt hier ohne näheres Wissen deiner Begleitumstände etwas den Rahmen. Aber ich würde trotz inzwischen eigentretenen Diabetes die Unterzucker-Ursachen noch einmal abklären, (falls wirklich nicht bereits geschehen) um mögliche u.a. bösartige Erkrankungen sicher auszuschließen.
Vielleicht hat dein Arzt das ohne weiteres Besprechen auch längst getan, am besten zur eigenen Beruhigung einfach noch einmal einen Gesprächstermin mit ihm vereinbaren :-)
Viele Grüße Anke
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Lovely
Rang: Gastam 20.02.2005 21:50:33
Hallo Anke. (Nr. 2, die, die schon länger dabei ist :-))
Zum Unterzucker muss ich auch mal etwas fragen und Dein Wissen ist hier vermutlich größer als meins.
Mein Onkel, nicht blutsverwandt mit mir, Mitte 50, extrem schlank - fast dünn, macht sehr viel Radsport. Er ist erblich vorbelastet, seine Mutter hatte Diabetes und ich glaube, weitere Verwandte auch.
Er hat mal einen Nüchternwert von 125 gemessen, der ihm schon komisch vorkam. Weitere Blutwerte brachten keinen Hinweis auf Diabetes. ABER, er hat des öfteren das Problem, dass er unterzuckert. Insbesondere, was nahe liegt, beim Radsport. Nicht-Diabetiker dürften aber eigentlich nicht unterzuckern, oder?
Obwohl ich aus den Medien mal erfahren habe, dass die Radfahrer bei der Tour de France auch in ein Hungerloch fallen können, aber ich weiß nicht, ob das mit Unterzucker vergleichbar ist.
Oder kann es daran liegen, dass er so dünn ist und dadurch seine Leber nicht genügend Glucose-Reserven speichert?
Weißt Du hierüber etwas?
Gruß,
Lovely -
Anke
Rang: Gastam 21.02.2005 12:05:58
Hallo, ANKE Nr. 1 - die, die sich gut auskennt ...
JA, ich habe einige Tests beim Arzt machen lassen. War auch 2X in diesen 15 Jahren in der Klinik - ohne Befund. Die Werte waren immer völlig okay - trotzdem bin ich oft, aus heiterem Himmel, in die Unterzuckerung gerutscht.
Die Ärzte meinten jedesmal - d a s hätte man schon mal....solle halt immer Traubenzucker oder eine Schnitte Brot mit mir führen.
Einzig mein Apotheker machte mich darauf aufmerksam, dass sich daraus - irgendwann - Diabetes entwickeln könnte..Und genau dies fand ich, als schliesslich Zucker festgestellt wurde, !!! doch etwas seltsam....
Vielleicht sollte man doch mehr auf die Hinweise seines Apothekers hören.
Schönen Tag - Anke ,( Nr. 2 - die NEUE)
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Anke
Rang: Gastam 21.02.2005 12:41:57
Hi Lovely,
für Hypoglykämien gibt´s wie gesagt recht viele Ursachen, doch welche davon bei deinem Onkel zutrifft ... ?!
Ich ordne die möglichen Ursachen einmal ihrer Wahrscheinlichkeit nach ...
Möglicherweise bahnt sich tatsächlich ein Diabetes mellitus an. Das würde allerdings dann als Ursache unwahrscheinlich, wenn er den Unterzucker in der längeren (!) Vergangenheit regelmäßig gehabt hätte.
Bei vegetativer Labilität, genauer verstärktem Vagotonus (ich gehe davon aus dass dir die Begriffe etwas sagen ? Ansonsten einfach schreien ...:-) kann es ebenfalls zur Hypo kommen.
Es gibt verschiedene Funktionsstörungen der Leber, die auch zu einer nicht ausreichenden Glukoseabgabe führen können. Schlank zu sein, hat auf die Reserven der Leber allerdings -meines Wissens- keinen Einfluß.
Die kontrainsulinären Hormone (bei Insuffizienz der Nebennierenrinde oder des Hypophysenvorderlappens, auch hier unterstelle ich dir einmal ein gutes Grundwissen) können ausfallen.
Es gibt erbliche Defekte (z.B. Fructoseintoleranz) und Krankheiten (z.B. Glykogenosen), die zu Hypos führen können.
Es gibt Tumoren, die unkontrolliert Insulin produzieren.
Nach Magenoperationen kann es auch zu regelmäßigen Unterzuckerungen kommen (Schlagwort Dumping-Spätsyndrom).
Und und und...
Gesunde Nichtdiabetiker sollten keinen Unterzucker bekommen, das ist richtig. Die Schwelle für die körpereigene Gegenregulation kann aber auch einfach mal sehr tief liegen.
Je nachdem, wie massiv die Hypos sich äußern, würde ich schon eine Ursachenforschung betreiben ;-)
Viele Grüße - ich nenne mich jetzt einmal Anke S. und hoffe, dass meine neue Namenskollegin im Forum einen anders lautenden Nachnamen hat ;-).
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Anke
Rang: Gastam 21.02.2005 13:05:45
Hallo "Anke - die Neue" :-))
Fein, dass die Unterzuckerungen bei dir bereits abgeklärt sind, ist sehr beruhigend :-)
Hm, wenn sie das Frühsymptom eines sich anbahnenden Diabetes sind, kann man leider nicht viel anderes machen, als jeweils auf sie zu reagieren und den Zeitpunkt abzuwarten, an dem der Diabetes sich manifestiert. Eine Möglichkeit, sie zu minimieren, besteht lediglich in sehr häufigen möglichst kleinen Mahlzeiten - damit die Bauchspeicheldrüse niemals viel Insulin auf einmal ausschütten muß, und damit immer ein bißchen Nahrung im Magen ist. Ganz sicher aber hast du keine Therapie verpasst, die dir den Diabetes erspart hätte. Obwohl das auch nicht tröstlich klingt, ich weiss ....
Weiterhin alles Gute, viele Grüße Anke S.
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Lovely
Rang: Gastam 25.02.2005 13:03:09
Hallo Anke S.
Einen herzlichen Dank von meiner Tante, mit der ich Deine Ausführungen besprochen habe. Und ein großes Lob für die sehr qualifizierten Hinweise!
Für meinen Onkel wird wohl am ehesten der er-erbte Diabetes zutreffen, und evtl. die Einschränkung der kontrainsulinären Hormone, was bei einem Alter ab 40/50 ja häufig der Fall ist (vgl. Wechseljahre bei Männern).
Inzwischen hat mein Onkel sein Verhalten geändert und ißt 2-4 BE auf der Arbeit vor Antritt des Heimwegs mit dem Rad (30 km). Dadurch treten UZ kaum noch auf habe ich heute erfahren.
Er wird wohl damit leben müssen, dass irgendwann wahrscheinlich der Diabetes ausbricht, obwohl er ausser der Vererbung keinerlei Risiko-Faktoren dafür hat.
Noch mal herzlichen Dank!
Gruß,
Lovely -
Anke S.
Rang: Gastam 04.03.2005 23:47:52
Hi Lovely,
gerne ;-)
Und einen herzlichen Gruß an die Tante unbekannterweise :-))
Viele Grüße Anke von Anke S.