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Folgeerkrankungen
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Diana
Rang: Gastam 16.02.2005 22:49:44
Hallo!
Ich (30) habe seit 4 Jahren Diabetes Typ 1 und mache mir schon Gedanken über die Zukunft (wie ihr alle wahrscheinlich).
Aber für mich ist der Gedanke, blind zu werden, faulende Füße zu bekommen usw. nur zu ertragen mit der Option, daß ich das ganze selber beenden kann, wenn es mir zuviel wird.
Bisher dachte ich immer, mit der ausreichenden Menge Insulin wäre das kein Problem.
Jetzt erfahre ich aber, daß man evtl. an einer Überdosis nicht stirbt oder sogar noch durch geistige Schäden erst recht zum Pflegefall wird.
Das hört sich jetzt blöd an, aber das war mein einziger Ausweg!
Was soll ich denn machen, wenn das nicht mehr zur Wahl steht?
Bitte nehmt dies nicht als Spinnerei und es besteht auch keine Gefahr, daß ich mir jetzt was antue, ich brauch das einfach nur als Absicherung für die nächsten 30 Jahre.
Also, wenn irgendjemand weiß, wieviel Insulin man spritzen muß, damit man`s nicht überlebt, dann sagts mir bitte.
Ich glaube icht, daß ich darauf eine Antwort bekomme, falls doch - danke! -
ANONYM
Rang: Gastam 17.02.2005 09:33:19
Mir scheint, Du hast nicht nur das Diabetes-Thema, sondern psychische Probleme. Es gibt Psychologen, die sich mit solchen Diabetiker-Problemen auskennen. Ich selbst habe damit keine Mühe, obwohl schon einige Folgeschäden vorhanden sind, weil mein Diabetes zu spät erkannt wurde und dann noch Arztfehler hinzukamen.Dennoch genieße ich mein Leben ;-)
Die beste Versicherung für Dich, das Leben auch mit Diabetes zu genießen, ist: Kompetent mit dem Diabetes umgehen, dann sind die Chancen für Folgeschäden schon stark eingeschränkt. Denk nur an ettliche prominente Diabetiker wie Peter Ustinov u.a., Was war das ein toller Lebenskünstler! Und auch der noch lebende, quicklebendige Konrad Beikircher! von ANONYM -
Ines
Rang: Gastam 17.02.2005 10:03:30
Hallo Anonym,
wie kommst Du denn darauf, daß gerade Du mit diesen Folgeerkrankungen der Diabetes betroffen sein wirst? Die treten höchstwahrscheinlich dann auf, wenn Du Deine Blutzuckerwerte nicht im Griff hast oder defensiv mit Deinem Diabetes umgehst, d.h. ihn einfach ignoriest.
Davon gehe ich nicht aus, denn Du bist ja offensichtlich gut informiert über mögliche Folgeerkrankungen.
Ich denke, wenn Du Deinen Blutzucker durch angemessene Insulininjektionen nach Anleitung eines guten Diabetologen in den Normbereich bringst - und das ist heutzutage ohne große Probleme und Einschränkungen möglich - dann wirst Du ein erfülltes Leben haben und ohne Spätfolgen klarkommen. Auch das Essen und manchmal auch Schlemmen ist so kein Problem, denn Du kannst ja durch angemessene Insulingaben darauf reagieren.
Diabetes ist heutzutage kein Grund, um zu verzweifeln oder gar an Selbsttötung (und das schon mit 30!) zu denken.
Ich selbst bin zwar erst seit August 04 betroffen, aber habe neben der Diabetes noch eine Autoimmunerkrankung der Lunge. Trotzdem sind mir solche Gedanken, wie Du sie momentan hast, nie in den Sinn gekommen.
Meine Mutter ist jetzt 70 Jahre alt, hat seit Ewigkeiten Diabetes und leider , weil zu spät erkannt, Polyneurophatie und eingeschränkte Sehkraft wegen Netzhautablösung. Sie denkt noch lange nicht an den Tod, und glaub mir, sie lebt trotz ihrer Einschränkungen gerne.
Aber wie gesagt, bei Dir muß es wegen der heute sehr guten Behandlungsmöglichkeiten des Diabetes gar nicht dazu kommen.
Also geh offensiv mit dem Diabetes um - Du KANNST damit leben. Und wenn er Dir weiterhin solche negativen Gedanken eingibt, laß Dich psychologisch beraten. Manchmal helfen auch Selbsthilfegruppen, die es sicherlich auch in Deiner Umgebung gibt.
KOPF HOCH, AUCH DU SCHAFFST DAS!
Mit lieben Grüßen
Ines
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Lovely
Rang: Gastam 17.02.2005 16:34:40
Hallo Anonym.
Deine Frage irritiert mich etwas. Man braucht kein Insulin, um sich umzubringen, es gibt tausend andere Möglichkeiten.
Ich möchte jetzt nicht alles wiederholen, was Anonym Nr. 2 und Ines geschrieben haben, aber es liegen wahre Worte darin.
Ich bin 35 Jahre alt und habe seit 32 Jahren Diabetes. Als ich Kind war, gab es weder Selbstmessungen noch "Blitz"-Insulin. Die Therapie bestand aus 2x tgl. Depot-Insulin....dass das bei einem Kind / Jugendlichen nicht funktioniert liegt auf der Hand. Ich habe dementsprechende Werte gehabt. Mal extremer Unterzucker, dann wieder so hoch, dass ich alle 10 Minuten trinken mußte und trotzdem das Gefühl hatte, bei lebendigem Leibe zu verdursten.
Natürlich habe ich auch Angst vor Spätschäden, vor allem wegen dem, was ich oben beschrieben habe.
Aber Spätschäden bekommt man nicht einfach so! Wer seinen Zucker im Normalbereich hält und sich "kümmert", der senkt seine Gefahr für Spätschäden drastisch!
Ich habe trotz meiner 32 Jahre Zucker keinerlei Schäden. Eine winzige Augenhintergrundveränderung im letzten Jahr ist wieder vollkommen verschwunden.
Schau nicht auf das, was passieren könnte, sondern handele so, dass es nahezu ausgeschlossen wird!
Gruß,
Lovely -
Anonym1
Rang: Gastam 18.02.2005 09:47:57
Danke für eure Worte!
Ich verstehe, warum ihr mir keine konkrete Antwort geben wollt.
Und ich finde auch sehr nett, daß ihr versucht, meine Gedanken ins Positive zu lenken.
Leider bin ich erstens nicht ein so positiv denkender Mensch, zweitens habe ich einige chronische Zusatzerkrenkungen, die gerade in dieser Kombination meine Lebenserwartung nicht unbedingt erhöhen.
Zu der Frage, warum Insulin zum Leben nehmen, - weil ich zu allem anderen zu feige bin und weil es natürlich unbedingt entgültig sein muß. Wenn ich mich vom Dach stürze, bin ich vielleicht hinterher nur querschnittsgelähmt.
Trotz allem geht es ja auch gar nicht um heute, sondern um irgendwann später.
Und da würde es mir das Leben doch wesentlich leichter machen, wenn ich für später Gewissheit hätte.
Ihr habt wohl auch Recht mit der Aussage, daß das nicht nur ein Problem des Diabetes ist. Und deshalb gehört das ganze hier vielleicht auch nicht hin.
Trotzdem bedankt. von Anonym1 -
ANONYM
Rang: Gastam 19.02.2005 09:22:18
Du solltest unbedingt einen Psychotherapeuten aufsuchen! von ANONYM -
Thomas
Rang: Gastam 21.02.2005 17:43:12
Also, so ganz verstehe ich die Frage nicht.
JEDER insulinpflichtige Diabetiker weiß, dass er sich mit einer "Überdosis" in ernsthafte Gefahr bringen und sogar in den Tod spritzen kann. Was willst Du hören? 100 Einheiten, 200 Einheiten?
Aber vielleicht überlebt man auch 300 Einheiten und behält eine Menge Spätschäden.
Wie wäre es denn mal mit was anderem?
Wenn es ernsthaft um einen selbstbestimmten Tod gehen sollte - und das hat mit Diabetes erst einmal gar nix zu tun- dann gibt es entsprechende Selbsthilfegruppen. Ich aber rate ab. Lass Dir mal lieber helfen. Das Leben ist schon ne prime Sache, eigentlich.
Thomas
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Diana
Rang: Gastam 23.02.2005 09:31:18
Ja, genau das wollte ich wissen. 500? 600? Ab wieviel gibst die Garantie?
Das man sich mit einer Überdosis in Gefahr bringt, weiß ich auch, aber das war auch nicht die Frage.
Den Tip mit der Sellbsthilfegruppe werde ich mir merken, aber bis dahin werde ich jetzt erst mal das Leben genießen.
P.S.: Geht`s eigentlich niemanden ähnlich? -
Lovely
Rang: Gastam 23.02.2005 22:24:02
Hallo Anonym.
Anscheinend nicht.
Ich hatte vor Jahren mal eine sehr schwere Depression mit der ich auch in ärztlicher Behandlung war. In dieser Zeit habe ich über Selbstmord nachgedacht als "allerletzte Rettung", falls wirklich nichts mehr geht. Der Gedanke an diese Selbstbestimmung war schon sehr erleichternd. Allerdings hatte meine depressive Situation nichts mit dem Diabetes zu tun und darum habe ich nie über Insulin als Waffe gegen mich selbst nachgedacht. (Wohlgemerkt: Ich spreche hier von Gedanken! Ich habe niemals etwas in die Tat umgesetzt. Und die Gedanken waren auch nur in der Zeit der Depression vorhanden.)
Ich will damit sagen:
Schau Dir an, warum Du diese Gedanken hast, bzw. warum Dir ein Plan für später JETZT so wichtig ist. Dafür muss es schließlich eine Erklärung geben. Und falls Du merkst, dass Du in einer schwierigen Situation bist, dann scheu Dich nicht, Hilfe anzunehmen von Ärzten, Therapeuten, Selbsthilfegruppen o.a.
Gruß,
Lovely -
Hans
Rang: Gastam 05.03.2005 10:47:50
Hallo Anonym,
die biologische Halbwertzeit von Insulin im menschlichen Körper liegt zwischen 4 - 8 Minuten, d.h. in dieser Zeit ist die Hälfte des Insulins nicht mehr wirksam.
Mit Insulin Selbstmord zu machen ist allein aus diesem Grunde nur sehr schwer möglich.
Das Schicksal der Bundeswehrärztin Christiane Bauer zeigt es mehr als deutlich.
Christiane Bauer hatte sich eine sehr größe Menge Insulin i.v. gespritzt und zusätzlich noch andere Medikamente und Alkohol zu sich genommen. Nach 2 Jahren Koma ist sie dann verstorben.
Depression und Diabetes korrespondieren leider häufig miteinander. Eine entsprechende Behandlung ist in deinen Fall bestimmt ratsam.
Wir alle tragen erhöhte Lebensrisiken (Rauchen, Bewegungsmangel, usw.) in uns, so ist das Leben nun mal.
Du musst auch lernen Theorien die sich als falsch erwiesen haben zu revidieren.
Grüße von Hans