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Gedanken zum Leben, zum Tod, zum Chaos

  • fliesgen

    Rang: Gast
    am 04.06.2004 15:31:42
    Hallo Bea,

    mit großer Betroffenheit habe ich Deine langen und traurigen Beiträge gelesen. In einigen Punkten fand ich mich wieder, vor allen Dingen, was Deine Ängste angeht. Ich glaube, die sind "normal" und verständlich. Jeder reagiert wahrscheinlich anders auf die Diagnose. Ich habe mich erst einmal hingesetzt und habe Rotz und Wasser geheult, dann habe ich fast alle Freunde und Verwandten angerufen und es ihnen erzählt. Meine Frau und ich haben uns sofort Bücher gekauft oder ausgeliehen. Von einem auf den anderen Tag haben wir beide unsere Ernährung umgestellt, sogar vor der Schulung. Mein Hausarzt hatte mit eine Tablette verschrieben "Amaryl" und gab mir den falschen Rat, auf Kohlenhydrate zu verzichten. Das war sogar recht gefährlich, weil mir damit Unterzuckerung drohte, wenn ich diesen Rat befolgt hätte.. Mittlerweile bin ich bei einer Diabetologin und fühle mich gut aufgehoben. Die Diagnose war erst am 21.04. dieses Jahres und seitdem habe ich 9 kg abgenommen, mache jeden Tag Sport und fühle mich fit wie ein Turnschuh. Das war einfacher, als ich vorher angenommen habe.
    Ich habe ein Buch gelesen "Fit wie ein Diabetiker" von Hans Lauber. Der ist so um die 50 und auch Diabetiker vom Typ II. Er betrachtet Diabetes als Chance auf ein gesundes Leben. Vollwertkost und Sport sei das Gesündeste, was man sich antun kann. Derzeit lebt er nach der Devise "Essen, Messen und Laufen", ohne Tabletten oder Spritzen. Ich fahre lieber Rad und treibe meinen Zucker damit ganz schön runter und hoffe, dass ich es auch eines Tages ohne Tabletten auskommen kann.
    Die Reaktion Deines Mannes kenne ich in gemäßigter Form von Freunden. Jeder hat eine Tante oder Oma in der Familie oder jemand im Bekanntenkreis, der eine Form der Diabetes hat und angeblich gut damit zurecht kommt oder dem es sogar schlimmer ergeht. Aber so sieht es nun einmal nur von außen aus. Man KANN wirklich gut mit Diabetes leben, wenn man einige (eigentlich wenige) Regeln beachtet. "Disziplin" hört sich immer so hart an. Ich betrachte diese "Regeln" nicht als Einengung. Ganz im Gegenteil: mir geht es besser denn je. Ich bin 36 Jahre alt und übergewichtig, stark übergewichtig. Aber das wollte ich nicht wahr haben, habe mich viel dünner gesehen, als ich es war. Auch meinen Lebensstil habe ich beschönigt. Jetzt habe ich einen riesen Schuss vor den Bug bekommen und habe in den richtigen Spiegel geschaut. Das war sehr erschreckend. Ich glaube auf dem richtigen Weg zu sein. Man muss aktiv werden, egal was andere sagen oder meinen. Diabetes mag eine Krankheit sein, aber man sollte sich nicht von ihr führen lassen, sondern sie selber aktiv leiten. Vielleicht ist das nur die Kehrseite einer Medaille. Im Moment jedenfalls hilft mir der Gedanke.
    Vor den Spätfolgen hat jeder Angst. Unwissenheit bringt einen in eine diffuse Panik. Vor wenigen Wochen dachte ich, jede erdenkiche Späterkrankung schon zu haben. Sie sind von Ärzte alle abgeklärt worden. Ich habe keine diese Erkrankungen. Noch nicht. Vielleicht nie, aber vielleicht später. Wer weiß das schon. Aber, morgen kann mir auch ein Flugzeug auf den Kopf fallen. Ich weiß natürlich nicht, wie ich reagieren würde, wenn mein Arzt gewisse Spätfolgen feststellte wie es evtl. bei Dir der Fall ist. Ich weiß auch nicht, was das für mich bedeuten würde, wenn meine Frau meine Krankheit nicht ernst nähme, so wie das offensichtlich bei Deinem Mann ist. Deine Schilderung macht mich richtig traurig. Vielleicht sollte ihm jemand anders mals die Leviten lesen? Aber wer weiß? Vielleicht reagiert er ja auch so, weil er selbst Ängste hat? Er scheint mir irgendwie das Problem wegschieben zu wollen. Er steckt vielleicht selbst den Kopf in den Sand und kann damit nicht umgehen, weil er Angst hat? Einen Lösungsvorschlag habe ich da ganz gewiss nicht. Vielleicht solltet Ihr beide zu einem Arzt oder Therapeuten, der dann Deinem Mann klar machen kann, dass es sich schon um eine Erkrankung handelt, die ernsthafte gesundheitlich Folgen haben KANN. Wenn man aber partnerschaftlich etwas dagegen tut (und damit ist auch er in der Pflicht), kann man Folgeerkrankungen vermeiden oder aufhalten und eine hohe Lebensqualittät erreichen. Wenn Du glücklicher bist, hat er doch auch viel davon.
    Gefühle darf man nicht hinter Masen verstecken. Manchmal muss man das vielleicht aus Selbstschutz, aber doch nicht dauernd. Deine Ängste, Hoffnungen, Träume, Gefühle..das bist Du, das macht Dich aus..und wenn Du Dich schlecht fühlst, musst Du Dich selbst ernst nehmen und die Menschen, die Dich umgeben, auch. Wenn Du die Diabetes im Griff hast, kommen wieder bessere Zeiten, gute Gefühle, schöne Träume und herzerfülltes Lachen...Vielleicht wird jetzt alles anders, aber das kann auch schön sein, trotz oder vielleicht auch wegen der Diabetes. Ich wünsche Dir und Deinem Mann jedenfalls, dass Ihr es packt!

    Liebe Grüße
    Oliver von fliesgen
  • Lutz Waltinger

    Rang: Gast
    am 18.06.2004 02:32:32
    Hallo Bea,schon 1992 wurde bei mir ein"Zucker"festgestellt .Zu erst sollte ich es mit Diät in den griff bekommen,doch er wurde immer schlimmer.1994 hatte ich so abgennomen das mich meine Hausärztin nach Jena in die Uni überwies,da wurde ich auf Insulin umgestellt.Durch die Untersuchungen Wurde weiterhin eine seldene Krankheit das Lawrence-Syndrom festgestellt (Fettgewebsschwund,Knochenmissbildungen der Hände und Füße,Insulinresistender Diabetes und eine veränderung der inneren Organe) ich war mit den Nerfen runter ,aber meine zwei Kinder haben mir den nötigen halt gegeben.Jetzt bin ich trotz enormer Gewichtsschwankungen(180 cm 57kg)wider auf dem wege der besserung.Insulinverbrauch pro Tag 35-35-35 Actrapit 44-48 Protaphan.Das Leben ist viel zu wertvoll man sllte es geniesen! von Lutz Waltinger
  • Thomas

    Rang: Gast
    am 07.03.2005 02:28:09
    Hallo Bea,

    viele Details über deine Befindlichkeit haben mich an den Symptomkomplex des "chronischen Hyperventilations-Syndroms" erinnert, das eher selten von Ärzten diagnostiziert wird.

    Ich selber habe darüber erfahren, als ich mich - wegen meines Asthmas - begann, mit der russischen Buteyko-Methode auseinanderzusetzen.

    Du kannst leicht selbst testen, ob du von der Methode profitieren könntest, indem du morgens, noch im Bett, nach einer normalen Ausatmung einfach die Nase zuhältst und auf deiner Armbanduhr die Sekunden zählst, bist du den ersten Impuls zum nächsten Einatmen spürst. Wenn die gemessene Zeit, deine sog. "Kontgrollpause", unter 20 Sekunden liegt, dann atmest du sehr wahrscheinlich chronisch zu viel, und dann ist es nach Aussage der Buteyko-Methode kein Wunder, wie du dich fühlst,.

    Alles Gute!

    Thomas
  • Douglas

    Rang: Gast
    am 04.05.2005 20:08:28
    Hallo Bea,

    Meine Frau hat auch Diabetes. Festgestellt vor etwa einem Jahr.
    Als Erstes habe ich ihr ein Blutzuckermeßgerät Marke Ascensia (oder so ähnlich) gekauft.
    Hat bei Ebay neu gut 10 Euro gekostet.
    Die Lanzetten (Nadeln zum stechen) die in das Gerät passen, sind auch nicht teuer und wenn nur eine Person damit mißt oft verwendbar.
    Das einzige was etwas mehr kostet sind die Teststreifen.
    Da gibt es aber in Ebay Angebote mit bis zu 500 stück. Wenn sich da 2, 3 oder mehr Leute die das gleiche Gerät haben zusammentun sind die auch erschwinglich.
    Die "drüberpinkelstreifen" haben wir nie verwendet.
    Sollen auch nicht so genau sein.

    Vielleicht schaust Du mal bei Ebay:

    http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&category=32450&item=7154194266&rd=1

    Dieses Gerät arbeitet einfach und genau.
    Grüße aus Bayern sendet
    Douglas und Gerlinde