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Angst vor Diagnosen
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Ulla
Rang: Gastam 17.03.2004 11:27:30
Hallo,
mein Sohn (23) hat seit seiner Diabetes-Diagnose vor einigen Jahren Angst vor jedem Arzttermin. Er befürchtet immer negative Diagnosen. Was kann man tun?
Er geht nicht mehr zu Vorsorgeuntersuchungen etc. Seine Blutzuckereinstellung ist super und er kommt damit sehr gut zurecht. Aber ich mache mir Sorgen, da Kontrolluntersuchungen der Augen und Nieren doch trotz guter BZ-Einstellung so wichtig sind.
Gruss und danke im voraus für eure hilfe. von Ulla -
Reiner
Rang: Gastam 17.03.2004 17:40:00
Hallo Ulla,
dein Sohn ist alt genug um zu entscheiden. Gesundheit ist immer Eigenverantwortlichkeit.
Natürlich ist es sinnvoll sich regelmässig kontrollieren zu lassen. Durch diese Untersuchungen werden ja Prozesse, die im Körper sowieso ablaufen entdeckt.
Wenn Folgeerkrankungen diagnostiziert werden, kann eine Behandlung eingeleitet werden. Nur dann hat der Betroffene die Möglichkeit etwas zu tun, aktiv zu werden.
95% der diabetisch bedingten Erblindungen können durch frühzeitige Intervention verhindert werden.
Wenn die Ängste deines Sohnes sehr gross sind, wäre das Gespräch mit einem Therapeuten durchaus sinnvoll.
Grüße von Reiner
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Marga
Rang: Gastam 18.03.2004 08:32:48
Hallo Ulla,
woher weißt Du, daß seine BZ-Einstellung super ist?
Wenn es so wäre, braucht er doch
keine Angst zu haben.
Er muß ja nun immerhin regelmäßig zum Arzt (hoffentlich Diabetologe),
um Insulin u.a. verschrieben zu be-
kommen. Wieso schafft es sein Arzt
nicht, ihn regelmäßig zur Kontrolle
zu untersuchen? von Marga -
Ulla
Rang: Gastam 18.03.2004 11:01:47
Hallo Marga,
sein INsulin etc. verschreibt der Arzt ungesehen, weil er von den in der Anfangszeit regelmässigen Untersuchungen Hba1c etc. weiss, dass mein Sohn sehr gut eingestellt ist. DAvon bin ich auch überzeugt, er misst 10-12 x am Tag. Aus der Schulung wurde er nach 1 Woche entlassen, weil Der Diabetologe überzeugt war, dass er ihm nichts mehr beibringen kann.
Seine Angst vor Diagnosen hat sich erst nach und nach eingestellt. Es ist ihm klar, dass er keine Angst zu haben braucht, aber trotzdem "schwitzt er Blut und Wasser" vor jeder Diagnose. Ich denke , er hat damals mit der Diabetes-Diagnose ein Trauma erlebt, dass er nicht verarbeitet hat. Von befreundeten Diabetikern weiss er, dass er fast allen so geht. Bleibt da nur noch der Therapeut (den er natürlich nicht will)?
Gruss Ulla -
Ulla
Rang: Gastam 18.03.2004 11:07:52
Hallo Reiner, Deinen Vorschlag habe ich ihm auch schon gemacht, aber davon will er nichts wissen. Du hast recht, dass er alt genug ist , um eigenverantwortlich zu handeln, aber als Mutter versucht man immer zu helfen. Ich hatte gehofft, dass selbst von Ängsten Betroffene ein "Geheimrezept" haben.
Danke und Gruss
Ulla -
Marga
Rang: Gastam 18.03.2004 17:37:11
Hallo Ulla,
vielleicht kauft er sich mal eines der
Bücher von Dr. Axel Hirsch, Diabetiker
und Psychologe in einem Hamburger
Krankenhaus.
Bei mir wurde der Diabetes Typ 2 unter dramatischen Umständen (Folgeschäden) festgestellt, und ich
habe es doch auch geschafft, damit
jetzt gut zu leben.
von Marga -
Silva Liebsch
Rang: Gastam 02.04.2004 21:36:15
Er misst 10 x am Tag???
Na dann ist er wirklich paranoid!
Es ist zwar gut, möglichst viel zu messen, aber zehnmal täglich! Das schränkt doch die Lebensqualität zu stark ein!
Außerdem kosten die vielen Teststreifen auch mächtig Geld!
Wahrscheinlich haben sie recht: Ihr Sohn hat die Diagnose noch nicht verwunden.
Das merkt man auch daran, dass er absolut nicht zur Vorsaorgeuntersuchung gehen will. Sicher hat er so viel Angst vor Folgeerkrankungen, dass er total verkrampft ist. Er sollte sich wirklich psychologisch beraten lassen!
Allerdings werde ich mittlerweile auch größtenteils vom Hausarzt betreut, da ich meinen BZ ebenfalls recht gut im Griff habe. Ein halb- bis dreivierteljährliche Besuch beim Diabatolegen ist allerdings anzuraten. Die Vorsorgeuntersuchungen am Auge und am Herzen müssen unbedingt durchgeführt werden, auch wenn bei der Messwut ihres Sohnes Spätfolgen eher unwahrscheinlich sind. von Silva Liebsch