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Erfahrung mit Lantus 24 h Insulin ???

  • Peter

    Rang: Gast
    am 17.01.2004 21:27:50
    Hallo,
    mein Sohn Aljoscha (6,5 Jahre) hat seit ca. 3 Jahren Diabetes Typ I. Sein HbA1c Wert liegt in der letzten Zeit bei 6,7 % (angestrebter Wert : < 7,0 %). Also eigentlich alles im grünen Bereich.
    Über den Tag gesehen können wir mit den "normalen" immer wieder vorkommenden unerklärlichen hohen und tiefen BZ-Werten eigentlich zufrieden sein. Aber leider hat mein Sohn morgens seit längerer Zeit sehr hohe BZ-Werte um 300 - 350.
    Auch der Versuch durch nächtliches Spritzen gegen 11.00 Uhr hat keine Besserung gebracht. Wir haben im Gegenteil festgestellt, daß Aljoscha sehr schnell uns intensiv auf das Insulin reagiert. D.h. wir gehen jedesmal das Risiko einer Unterzuckerung ein, obwohl wir nur sehr vorsichtig mit Erhöhungen von halben Einheiten spritzen. Wir nehmen übrigens Actrapid und Protraphan beides U40.
    Um Aljoschas morgentlichen BZ-Wert zu normalisieren hat uns unser Arzt nun Lantus verschrieben. Da wir nun das Problem der Umstellung bzw. Einstellung haben und nicht wissen was auf uns zu kommt, würden wir gerne Eure Erfahrung dazu hören.
    Danke für Eure Mühe.
    Peter
  • Georg

    Rang: Gast
    am 18.01.2004 10:41:55
    Hallo Peter,

    ich empfehle Dir, Dich mal an die
    diabetische newsgroup zu wenden,
    da ist viel Sachverstand versammelt,
    auch zum Thema Lantus.

    de.sci.medizin.diabetes von Georg
  • Ralph

    Rang: Gast
    am 25.01.2004 10:04:29
    Hallo,

    bei einem stoffwechselgesunden Menschen wird der Blutzuckerwert durch einen sehr effizienten Regelkreis gesteuert.

    Wird kein körpereigenes Insulin mehr produziert, versuchen die Ärzte durch unterschiedliche Strategien eine optimale Versorgung mit Insulin nachzuempfinden.

    Die Blutzuckerwerte deines Sohnes sind am Morgen erhöht. In diesem Zusammenhang spricht man von einem DAWN-Phänomen.

    Dafür gibt es 2 Hauptursachen:

    1. Nächtliche Unterzuckerungen.

    Es findet eine, vom Betroffenen nicht immer bemerkte Gegenregulation statt und in der Leber gespeicherter Zucker wird in den Blutkreislauf abgegeben.

    Wird in der Nacht der BZ-Wert engmaschig gemessen, würde man die Gegenregulation schnell erkennen.

    2. Vermutlich wird durch Ausschüttung bestimmter Hormone in der morgenstunden die Wirkung des Insulins abgeschwächt.

    Jede Insulinsorte hat einen charakteristischen Wirkungsverlauf. Den Wirkungseintritt, die Wirkungslänge und den Wirkungsverlauf.

    Idealerweise korrespondiert dieser Wirkungsverlauf mit dem Blutzuckerspiegel.

    Bei einem ausgeprägtem DAWN-Phämomen wird es schwierig. Um ca. 4 - 5 Uhr morgens steigen die BZ-Werte an, der Betroffene schläft, das vor dem zubett gehen gespritzte basale Insulin wirkt noch, aber es wirkt gleichmässig. Der Patient bräuchte zu dieser Zeit mehr Insulin. Es müsste also ein Insulin gehen, das ab einem bestimmten Zeitpunkt (4-5 Uhr) verstärkt in den Blutkreislauf abgegeben wird.

    Leider gibt es kein Insulin mit einer solchen Kennlinie. Die Ärzte versuchen durch die Auswahl von anderen Insulinsorten, z.B. Semilente oder Lantus und auch den Zeitpunkt und den Ort der injektion die Situation zu beeinflussen.

    In gewissen engen Grenzen kann das auch funktionieren.

    Eine bessere therapeutische Lösung ist die Insulinpumpe.

    Hier wird der basale Insulinbedarf stündlich programmiert. Bei einem DAWN-Phänomen kann also in den frühen Morgenstunden automatisch mehr Insulin von der Pumpe abgegeben werden und die erhöhten Werte werden entsprechend niedriger ausfallen.

    Das Tragen einer Pumpe setzt intensive Schulung voraus.

    Ob ein 6 jähriges Kind in der Lage ist mit einer Insulinpumpe umzugehen ist eine sehr individuelle Fragestellung. Ab 12 Jahren, mit entsprechender Schulung und unterstützung der Eltern bestimmt möglich. Es gibt allerdings auch Kleinkinder die die Pumpe tragen.

    Hier solltest Du einen Arzt konsultieren, der sich auf die Behandlung von Diabetes bei Kindern und Jugendlichen spezialisiert hat.

    Letztendlich müssen auch die Krankenkassen die Kosten dafür genehmigen. Das wichtigste ist natürlich die akzeptanz des Kindes zur Pumpentherapie.

    Grüße von Ralph


  • Petra E. Palmer

    Rang: Gast
    am 07.02.2004 11:00:49
    Haben Sie schon Semilente ausprobiert? Semilente ist ein Zinkverzögerndes Insulin und wird eingestetzt um hohe Werte am Morgen abzudecken. Der Wirkbeginn setzt etwas später ein. Es darf jedoch nicht mit Normalinsulin(Actrapid) gemischt werden. Semilente sollte gegen 22°° Uhr in Oberschenkel gespritzt werden. Morgens können sie weiter das verwendete Protaphan nehmen. Zur Dosierung setzten Sie sich mit ihrem Diabetologen in Verbindung. von Petra E. Palmer
  • silke Ritter

    Rang: Gast
    am 10.02.2004 14:36:59
    Meine Tochter hat seit zwei monaten Diabetes Typ 1 . Wir sind in der Klinik gleich auf Lantus eingestellt worden es ist einfach eine tolle erleichterung für die Kinder . Da sie wieder ungestört die Nacht durchschlafen können .Am besten ihr informiert euch bei dem behandelten Diabetisarzt eures Kindes. von silke Ritter