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Hilfe - Führerschein in Gefahr!

  • Sabine

    Rang: Gast
    am 17.09.2003 23:02:21
    Hallo!

    Ich selbst habe nicht Diabetes, aber mein Mann ist seit ca. 7 Jahren davon betroffen. Vor einigen Wochen hatte er einen Unfall verursacht. Gottseidank ist nicht das Schlimmste passiert - eine Frau, mit deren Fahrzeug er zusammengestoßen ist, hat gottseidank "nur" leichte Verletzungen.

    Heute kam ein Schreiben von der Verwaltung. Es wird gefordert, dass er seine Fahrtauglichkeit durch einen Facharzt prüfen lässt. Zum Zeitpunkt des Unfalls kam er in eine starke Unterzuckerung.

    Stellt Euch vor, die haben das nicht bemerkt und gedacht, er würde Drogen nehmen!! Ich habe auf ihn gewartet, er kam nicht zum vereinbarten Zeitpunkt nach Hause. Hab dann die Polizei angerufen. Ob was passiert sei. Diese hat das dann bestätigt. Aber was denn mit meinem Mann los sei, er würde ja gar nicht reagieren (Sanitäter waren zu dem Zeitpunkt schon eine Weile vor Ort). Erst, als ich dem gesagt habe, sie sollen ihm mal den Zuckerwert prüfen, haben die ihm mal Blut genommen und gemessen.

    Naja. Aber das mit dem Führerscheinentzug macht mir bange. War jemand schon in solch einer Situation? Wie geht so ein "Test" vor sich, was haben wir zu erwarten?

    Besten Dank schonmal,

    Sabine
  • Andreas

    Rang: Gast
    am 18.09.2003 00:40:33
    Hallo Sabine!

    Wenn in der Aufforderung kein bestimmter Arzt genannt wurde, dann wird sicherlich der behandelnde Diabetologe der prüfende Facharzt sein. Dessen Aufgabe ist es ohnehin, den Zucker vernünftig einzustellen und den Patienten entsprechend in seinem Verhalten zu schulen.

    So schwere Unterzuckerungen mit Bewußtlosigkeit sind lebensbedrohlich und sollten in jedem Fall vermieden werden. Egal ob im Straßenverkehr oder an anderem Ort! Solche Unterzuckerungen haben natürlich eine Ursache, die sich fast immer vermeiden läßt. Andererseits kann man so eine Reaktion ziemlich sicher verhindern, indem man vor Fahrtantritt den Zucker mißt und bei längeren Fahrten wiederholt kontrolliert.

    Es geht hier nicht nur um den drohenden Entzug der Fahrerlaubnis, sondern auch um die eigene Sicherheit!

    Herzliche Grüße
    Andreas
  • Georg

    Rang: Gast
    am 18.09.2003 11:24:15
    Hallo Sabine,

    ich fürchte, Dein Mann hat schlechte
    Karten, wenn er nicht mittels eines
    möglichst umfangreichen Tagebuchs
    bzw. großem Memory-Teil des BZ-
    Meßgerätes nachweisen kann, daß
    er gut eingestellt ist.

    Soviel ich weiß, wird ein anderer Arzt
    bestimmt als der behandelnde, um
    Gefälligkeitsgutachten auszuschließen.

    Im übrigen stimme ich Andreas zu.
    Und wichtig ist nicht nur die eigene
    Sicherheit, sondern natürlich auch
    die der anderen Verkehrsteilnehmer. von Georg
  • Sabine

    Rang: Gast
    am 18.09.2003 11:47:47
    Hallo Georg,

    das hört sich nicht sehr gut an!

    Klar, das steht außer Frage - es muss alles getan werden, um solche Dinge zu vermeiden, und es ist für uns beide furchtbar schlimm, dass das passiert ist.

    Und Du hast Recht, dass ein anderer Diabetologe als der behandelnde diesen Test durchführen wird.

    Wenn mein Mann den Führerschein verliert, bedroht das auf jeden Fall unsere Existenz, denn wir arbeiten beide selbständig von zu Hause aus und sind darauf angewiesen.

    Klar. Jammern hilft nichts, wenn schon das Kind in den Brunnen gefallen ist.

    Vielleicht war schonmal jemand in der gleichen Situation und kann uns seine Erfahrungen mitteilen.

    Danke nochmal

    Sabine
  • Heinz

    Rang: Gast
    am 18.09.2003 17:43:36
    Hallo Sabine,

    der Vorfall zeigt, daß Dein Mann eine Gefahr für sich und andere darstellt, solange er nicht richtig eingestellt ist.

    Vielleicht läßt sich die Ursache finden und dann fällt die Beurteilung schon besser aus.

    Heinz
  • Daniela

    Rang: Gast
    am 19.09.2003 22:06:20
    Hi,

    Du sagst Dein Mann ist seit 7 Jahren Diabetiker und hat EINEN Unfall verursacht..

    Ich sage manch einer hat KEINEN Diabetes und viele Unfälle hervorgerufen!

    Was ich sagen will ist Folgendes: Dein Mann hat eigentlich in der Vergangenheit bewiesen, dass er mit seinem Diabetes gut umgehen und es bis auf diesen Vorfall gut einschätzen kann. Jeder Fahrer kann in eine ähnliche Situation kommen, der Diabetiker ist sich dessen nur bewusster..

    Ich würde zu einem Anwalt raten und versuchen den Füherschein nur auf Zeit abgeben zu müssen, in dieser Zeit ist gute Einstellung und Buchführung, eine Füherscheinnachschulung und eine Diabetikerschulung angesagt.
    Wenn Sie im Rechtschutz sind, versuchen sie unbedingt sich durchzusetzen, das geht aber nur mit ausreichend "Beweismaterial", dass Ihr Mann an sich gut mit dem Diabetes umgehen kann, wenn Sie sich nicht durchsetzen könnte das bedeuten, dass JEDER Diabetiker seinen Führerschein abgeben müsste, rein rechtlich betrachtet, denn jeder Diabetiker kann in eine solche Situation geraten!

    In ähnliche Situationen können aber auch Menschen mit:
    Herzstörungen
    Kreislaufproblemen
    anderen Stoffwechselstörungen
    kommen. Das muss dem Richter/der Richterin klargemacht werden.

    Wenn ein Nicht-Diabetiker einen Unfall aufgrund einer vorübergehenden Krankheit verursacht bedeutet das nicht unbedingt Führerscheinentzug, so sollte es auch bei Diabetikern gehandhabt werden.

    Solange wie unser Staat den Diabetikern nicht die Verkehrsmittel zur Verfügung stellt (z.B. Öffentliche Verkehrsmittel umsonst oder mit staatlicher Unterstützung, Behindertenbeförderungen..), solange wird es autofahrende Diabetiker geben.
    Klar, das ist natürlich überzogen, aber die Rechtslage ist eben auch nicht ganz klar.

    Ich würde nach Präzidentfällen suchen, wo nicht der Diabetes sondern z.B. grippale Infekte oder Ähnliches zu Unfällen geführt haben und der Führerschein NICHT enzogen wurde, das kann nur ein guter Anwalt erreichen ;-)

    Viel Erfolg, ich hoffe für uns alle, dass Sie Recht bekommen..
    von Daniela
  • Sabine

    Rang: Gast
    am 20.09.2003 18:31:10
    Hallo Daniela,

    ich danke Ihnen (darf ich "Du" sagen ;-)?!) für die hoffnungsvollen Zeilen. Ich hoffe sehr, dass die Sache gut laufen wird - ich werde einfach mal berichten, wenn's soweit ist.

    Liebe Grüße
    Sabine
  • Daniela

    Rang: Gast
    am 21.09.2003 17:05:42
    Klar kannst Du Du sagen.

    Dieser Fall ist wirklich brisant, denn ein Führerscheinentzug würde bedeuten, dass quasi, rein theoretisch betrachtet, JEDER Diabetiker ihn dann abgeben müsste, auf jeden Fall dürften Diabetiker dann keine Berufe mit KFZ-Tätigkeit ausüben, mir kann keiner erzählen, dass das so ohne weiteres ablaufen wird.

    Ich bin gespannt und drücke Daumen!!!! von Daniela
  • Robert

    Rang: Gast
    am 21.09.2003 20:45:54
    Daniela,

    Du scheinst nicht zu wissen, daß
    Diabetiker von manchen Berufen
    per se ausgeschlossen sind, z.B.
    Pilot, Bus-Fahrer, (LKW-Fahrer meine
    ich auch) und andere gefährliche
    Berufe oder Berufe, wo Personen
    befördert werden.

    Dein langer Kommentar ist vor allem
    von Wut auf den Diabetes geprägt,
    weniger von Sachkenntnis - wie
    meistens.
    von Robert
  • Daniela

    Rang: Gast
    am 22.09.2003 23:35:06
    Logisch weiß ich, dass Diabetiker nicht in Berufen arbeiten dürfen, in denen das KFZ Hauptbestandteil der Arbeit ist, bzw. eine KFZ-führende Tätigkeit ausüben.
    Ich denke zwar auch, dass das richtig ist, aber es gilt eben nur für Berufe in denen das Autofahren zu BErufsbezeichnung gehört.
    Nebenbei gesagt können auch unterzuckernde Fußgänger ein Unfallrisiko darstellen, genauso wie besoffene Fußgänger auch..

    Wieso sollte ich schreiben als wäre ich wütend auf den Diabetes?
    Nein, ich würde es mal als Gerechtigkeitssinn bezeichnen. Muss ein erkälteter Autofahrer, der wegen seiner Erkältung einen Unfall verursacht hat, den Führerschein abgeben?
    Ìch denke nicht..
    Es wird wahrscheinlich nur Entzug für einen bestimmten Zeitraum geben, nicht aber der Entzug auf Lebenszeit.

    Der Mann hat seit 7 Jahren Diabetes und sonst noch keinen Unfall verursacht, wieso bitte sollte er seinen Führerschein dann abgeben?

    Ich meine es ist wichtig einen guten Rechtsbeistand zu haben und durchzusetzen, dass der Führerschein NICHT entzogen wird, das ist wichtig für alle autofahrenden Diabetiker.
    Demnächst wird einem Diabetiker der Schein entzogen weil er einen Unfall verursacht hat, trotzdem er nicht unterzuckert oder mit zu hohem BZ gefahren ist...

    Sorry, aber so geht es nicht. Es gibt eie Menge Krankheiten, die zur Bewustlosigkeit führen können, u.a. eben auch Kreislaufstörungen.

    Logisch ist jedenfalls, dass eine Schulung erfolgen muss, eine Diabetikerschulung, Buchführung und vorsichtigeres Handeln im Umgang mit dem KFZ. Und dass er vielleicht lieber einen Fahrer einstellt wäre auch zu bedenken, dann wäre aber nur die Einschränkung des Fahrens für den Job notwendig, nicht der Entzug des Führerscheins.

    Ich glaube Du bist Dir nicht im Klaren was so ein Urteil für Diabetiker bedeutet. von Daniela