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Zu niedrige Werte
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Michaela
Rang: Gastam 29.12.2001 18:23:35
Hallo, Ihr " Süssen ", habe ein kleines Problem. Ich hatte immer gedacht, Hba1c - Werte unter 6 sind super, mußte mich eines Besseren belehren lassen. Angeblich bekomme ich öfters Unterzuckerungen, habe bloss noch nichts gemerkt. Ja, ich habe oft Werte um 5 mmol oder 4, fühle mich aber topp. Unterzuckerungssymtome habe ich bei 2,5 oder so. Muß deswegen noch mal zu Schulungen und man will mich noch mal neu einstellen. Hat da jemand schon mal Erfahrungen gesammelt? Also bis dann. von Michaela -
Gyuri
Rang: Gastam 30.12.2001 22:07:27
Hallo Michaela,
Deine Frage ist für einen Statistiker wie mich, äußerst interessant. Aber keine Angst, ich will Dich nicht mit Zahlen zuschaufeln.
Nur soviel (etwas vereinfacht):
Der HbA1c-Wert ist ein Wert, der den durchschnittlichen Zuckerspiegel der letzten Wochen bis Monate widerspiegelt. Wenn Du ständig Deinen Blutzucker messen könntest und einen Durchschnitt von sagen wir mal 100 mg/dl errechnen würdest, könntest Du mit einem HbA1c-Wert von vielleicht 6% rechnen.
Der Durchschnitt allein sagt aber garnichts über die Verteilung der einzelnen Messergebnisse aus. Ein Diabetiker, der immer 100 mg/dl misst, hat den gleichen Durchschnitt und somit auch den gleichen HbA1c wie einer, der gleich oft 40 bzw. 160 mg/dl misst. Nur theoretisch, denn beide Diabetiker gibt es nicht.
Ich weiß von Typ1-Kindern, die Ihre Ärzte austricksen, indem sie ihre BZ-Messungen nach oben manipulieren, um mehr spritzen zu dürfen. Mehr spritzen = mehr Süßigkeiten! :-) Und da ist der HbA1c auch keine Hilfe, aber die Waage.
Der HbA1c-Wert ist wichtig, aber nicht das Maß aller Dinge. Je gründlicher Blutzuckerwerte gesammelt und ausgewertet werden, desto sicherer kann man sein, über seinen Zuckerhaushalt bescheid zu wissen. Ich hatte schon 4,7% obwohl ich ganz sicher bin, dass ich noch nie echten Unterzucker hatte.
Ob Dir eine Schulung da viel weiterhelfen kann, wage ich zu bezweifeln. Ich rate allen zur Erstellung von Tagesprofilen bei denen auch eine gelegentliche Messung nachts zwischen 2 und 4 Uhr nicht fehlen sollte. Um die Zeit ist der BZ bei manchen Diabetiker am niedrigsten. Ziel des Tagesprofil ist es, zu schauen, wie man Spitzen von Über- und Unterzucker durch Medizin, Diät und Sport verhindern kann. von Gyuri -
Frank
Rang: Gastam 30.12.2001 22:17:24
Hi Michaela, Hi Gyuri.
:-) war auch gerade an einer Antwort :-)
Wäre beinahe ein echtes Crossposting geworden, und das in diesem Forum!
Um jetzt nicht alles wegzuwerfen, noch einige Anmerkungen.
Während in den alten Bundesländern Blutzucker überwiegend in Milligramm pro Deziliter (mg/dl)gemessen wird, hat sich in den neuen Bundesländern die internationale Maßeinheit Millimol pro Liter (mmol/l) durchgesetzt
Leider entstehen immer Missverständnisse bei den notwendigen Umrechnung.
Michaela hat den Hba1c (mittlerer Blutzuckerwert = Zuckeranteil in den roten Blutkörpern in %) mit dem momentanen Blutzuckerwert verwechselt.
Ein Hba1c von 6 % "entspricht" dabei einem durchschnittlichen Blutzuckerwert von 125 mg/dl bzw. 4,4 mmol.
Hba1c-Werte unter 6 (%) sind normal (für Nicht-Diabetiker). Ein Zielwert für Diabetiker wird oft mit 6,5 (%) angegeben.
Die von Michaela angesprochenen Werte zwischen 4 und 5 mmol sind normal (keine Unterzuckerung), da (umgerechnet) zwischen 115 und 150 mg/dl gelegen.
Eine Unterzuckerung beginnt unter 60 mg/dl (3 mmol/l), was die Symptome ab 2,5 mmol erklärt.
Ich hoffe damit endgültig zur Verwirrung beigetragen zu haben und wünsche einen guten Rutsch
Frank (kein Statistiker) -
Michaela
Rang: Gastam 31.12.2001 14:15:20
Vielen Dank an Euch, jetzt ist meine Wissenslücke etwas kleiner geworden. Leider erklärte es mein Diabetologe etwas umständlicher, da verstand ich nur Bahnhof. Was man alles so mit der "Statistik "erklären kann, finde ich erstaunlich. Aber es war super. Kann man eigentlich mit dauerhaften guten BZ Werten Folgekrankheiten bekommen ? Ich habe Diabetikerfreunde, welche schon sehr lange ihren Diabetes haben, Superwerte haben und trotzdem Probleme mit den Augen und Durchblutungsstörungen in den Beinen bekamen und deshalb berentet wurden. Mein Diabetologe meinte, daß sei sehr unwarscheinlich und hätte mit dem Diabetes nicht zu tun.
Vielleicht lesen wir uns im neuen Jahr wieder !
Also, auch auch ich wünsche Euch einen guten Rutsch und bis dann. von Michaela -
Frank
Rang: Gastam 01.01.2002 18:41:24
Hallo Michaela
>Leider erklärte es mein Diabetologe etwas
>umständlicher, da verstand ich nur Bahnhof.
Zunächst: Ich kenne deinen Diabetologen nicht, und kann mir dehalb auch kein Urteil erlauben.
Meine generelle Meinung ist:
Die "Befähigung", Arzt zu werden, hängt seit einigen Jahrzehnten von einem guten Notendurchschnitt ab, und nicht von der Art und Weise, wie er erklären kann.
Zudem werden Beratungsgespräche wohl relativ schlecht honoriert, und deshalb von einigen Ärzten nur sehr "kurz" gehalten.
Außerdem bemerkte ich, dass wenn sich ein Arzt nicht sicher ist bzw. Rückfragen vermeiden will, der Latein-Anteil deutlich zunimmt.
>Kann man eigentlich mit dauerhaften guten BZ
>Werten Folgekrankheiten bekommen ? Ich habe
>Diabetikerfreunde, welche schon sehr lange ihren
>Diabetes haben, Superwerte haben und trotzdem
>Probleme mit den Augen und Durchblutungs-
>störungen in den Beinen bekamen und deshalb
>berentet wurden. Mein Diabetologe meinte, daß
>sei sehr unwarscheinlich ...
Da sind wir wieder bei der beliebten Statistik ;-)
Was sind für dich Superwerte ?
Legt man einem Hba1c-Wert eines Nicht-Diabetikers zugrunde, der zwischen 4,7 - 6 % liegt, bedeutet dies einen durchschnittlichen Blutzuckerwert von ca 100 mg/dl (5,6 mmol/l) und damit einen BZ-Nüchternwert von ca. 80 mg/dl (4,4 mmol/l).
Dies wären dann "Superwerte". Wenn deine Freunde diese Werte über Jahrzehnte erreichen würden, nicht zu vergessen, dass die Nüchternwerte bitte 2 Stunden nach der Mahlzeit zu erreichen sind, dann ist es wohl sehr sehr unwahrscheinlich, wenn diese Krankheiten Folge des Diabetes sind.
Was "gute" Blutzuckerwerte sind, hat sich in letzter Zeit sehr gewandelt. Früher galt ein Nüchtern-BZ-Wert kleiner 200 mg/dl (11 mmol/l) vielfach als unbedenklich.
Bei einigen Ärzten leider auch heute noch.
Für mich habe ich den Schluss daraus gezogen, nicht alles zu glauben, nur weil es aus dem Mund eines Arztes kommt, sondern mich selbst umfassend zu informieren und notfalls auch unbequem nachzufragen.
Gruss
Frank -
Michaela
Rang: Gastam 02.01.2002 11:14:52
Natürlich versuche ich mich, auch anderweitig zu informieren, deshalb schaue ich mir diese Seite an.Ich finde Erfahrungsaustausche unter Diabetikern wichtig, ohne ,daß man aus seiner Krankheit einen Kult macht. Schließlich ist das Leben auch mit Diabetes lebenswert. Aber man muß sehen, wie interessant diese Seite wird oder auch nicht . Ich jedenfalls tausche mich gern mit " Süssen " aus, um für mich das Beste abzugewinnen.
Um das Thema optimaler BZ Wert zu ergänzen, bin ich der Meinung, daß jeder individuelle Werte haben sollte. Für mich, als ansonsten Gesunde, sind BZ Werte um 5 erstrebenswert, aber als Diabetiker mit anderen Krankheiten wird man andere Werte anstreben.Durch die Wechselwirkung mit anderen Medikamenten ( Kortison, z.Bsp. ) wird man solche Werte selten bekommen. Da ist wieder ein guter Arzt gefragt.
Leidliches Thema !
MfG Michaela. -
Martin
Rang: Gastam 12.01.2002 06:31:20
Hallo alle Zusammen,
bin erst vor zwei Tagen auf dieses Forum gestoßen. Michaela hatte gefragt, ob es normal sei, daß man die Unterzuckerungen nicht mehr so merkt wie früher. Die Frage habe ich auch. Seit 9 Jahren habe ich Zucker, seit 3 Jahren die Pumpe (super). Aber bei Unterzuckerungen versagen die klassischen Symptome wie Schwitzen und Zittern etc. Ich merke das maximal noch an meiner Konzentrationsfähigkeit, was natürlich in der Nacht nicht funktioniert. Nach einer schweren Hypo (mit Notarzt, Krankenhaus etc.) meinte der dortige Arzt (selber Pumpenträger), daß ich in der Vergangenheit zu niedrig eingestellt gewesen sei. Daher bekom ich eine Neueinstellung.
das Interessante: Er sagte: Um die Hypo Wahrnehmung wiederzuerlangen solle ich für 3 Monate einen Ziel BZ von 150 haben. Die Wahrnehmung würde wiederkehren. Nach nunmehr 7 Monaten hat sich da aber nichts getan. Inzwischen kenne ich andere die ähnliche Wahrnehmungsprobleme haben und auch nicht wissen was tuen.
Wer hat auch solche Probleme und wer einen Möglichkeit die Wahrnehmung wiederherzustellen?
Grüße
Martin -
Frank
Rang: Gastam 14.01.2002 20:38:15
Hallo Michaela,
sorry, dass ich erst so spät antworte. Ich war 2 Wochen im Skiurlaub.
Du schriebst:
>Schließlich ist das Leben auch
>mit Diabetes lebenswert
Mit der ICT sehe ich da bei mir keine grossen Probleme. Die wirklich verbotenen Dinge haben für mich mit der eigentlichen "Lebensqualität" wenig zu tun.
>Für mich, als ansonsten Gesunde, sind
>BZ Werte um 5 erstrebenswert
Das sind dann aber schon sehr gute Werte !
Leider lerne ich immer wieder relativ junge Typ-2-Diabetiker (< 50 Jahre) kennen, die den Nüchternwert von 180 mg/dl (10.0 mmol/l) nicht mehr unterschreiten, trotzdem aber lieber bei Tabletten bleiben, weil "Spritzen" nicht in Frage kommt.
In spätestens 10-20 Jahren wird sie mit höherer Wahrscheinlichkeit wohl die eine und/oder andere Folgekrankheit einholen.
Eigentlich schade - finde ich!
Frank
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Michaela
Rang: Gastam 23.01.2002 21:03:50
Hallo Frank,
leider habe ich Deinen Beitrag auch erst heute gelesen .
Bist Du Typ 1 oder Typ 2 ? Aber eigendlich ist das auch unwichtig, denn die BZ Werte
sollten immer im Topbereich sein.
Ganz nebenbei, ich bin Pumpenträgerin, mit der Spritze bekomme ich meine Zielwerte nicht so optimal in Griff. Aber mit der Pumpe ist es möglich.
MfG Michaela -
Leopold Koczian
Rang: Gastam 09.06.2002 20:36:13
Mein Schwage hat, bei Urinmessstreifen etwa 170. Nun hatt er sich ein E.Messgerät gekauft um eine genaues BZ Bild zu bekommen.Leider weis er nicht was im Ermädssen ist , in welchen Bereich er es gut oder schlecht ist?!
Nüchter 85 und nach dem Essen 135 ?
was kann ich ihm sagen? Bitte um Eure Hilfe Herzlichen Dank Meine E-Mail k.poldi@freenet.de von Leopold Koczian