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Hilfe bei Studiumsprojekt

  • Gast

    Rang: Gast
    am 29.03.2011 10:22:05
    Hallo,

    ich mache ein Studium zum Wirtschaftsinformatiker. Nun ist es unsere Aufgabe eine App, sowie Portale über Diabetes zu erstellen.

    Dafür wäre es schön wenn ihr an folgender Umfrage teilnehmen würdet.

    http://www.q-set.de/q-set.php?sCode=GYVVVWRPXTDU

    Auch über sonstige Anmerkungen würden wir uns sehr freuen.
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    am 29.03.2011 10:44:54
    Moin Marco,

    vielleicht schaust Du mal auf diabetesmine.com und da u.a. nach iphone apps, vor allem auch im Zusammenhang mit dem jährlichen Wettbewerb.

    Zu einem großen Irrtum:
    Die Berechnung der Spritzmenge auf der Grundlage des jeweiligen Blutzuckers, den BEs und den entsprechenden persönlichen BE-Faktoren ist eine schwache Krücke, auf der niemand wirklich zum einigermaßen gesund gesteuerten Blutzucker-Ziel humpeln kann. Sonst hätten wir längst super funktionierende entsprechend programmierbare vollautomatische Messgeräte-Pumpen-Kombis.

    Tatsächlich kann der jeweils situative Insulin-Bedarf locker um den Faktor 2 und auch mehr nach oben und unten von der so einfach ausrechenbaren Menge abweichen.

    Bisdann, Jürgen
  • Marco (Gast)

    Rang: Gast
    am 31.03.2011 08:50:15
    Danke für den Hinweis,

    ich habe mir bereit einige Android-Apps angeschaut und was diese alles für Funktionen bieten - u.a. auch Berechnungen für die Spritzung. Den Wettbewerb werde ich mir auch noch anschauen

    Theoretisch muss doch ein Programm die gleiche Berechnung, wie der Mensch durchführen können, wenn auch alle Informationen vorliegen?!

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    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 31.03.2011 13:50:59
    Moin Marco,

    schau mal in die Katastrophen-Freds in typischen Typ1-Foren und geh getrost davon aus, dass die weit überwiegende Mehrzahl der Hilfesuchenden KEINEN Wiege-/Schätz- und Rechenfehler gemacht hat. Wenn Deine geplante App also nicht mehr erreichen soll, reicht ein kleines Programm mit ner Datenbank zum Ankreuzen vom Futter und der Eingabe von Menge und persönlichem Insulin-Faktor zur Ausgabe der Spritzmenge. Passt zu Punkt 3 in der Werbefilm-Sizze:

    Einfaches Beispiel aus einem Werbespot: Ein Außendienstler sitzt in einem Cafe, bestellt ein Stück Kuchen, misst seinen Blutzucker, gibt die Messung in sein Smartphone ein und spritzt entsprechend der Phone-Ausgabe. Ende vom Spot. - Dann
    1. geht er munter zu seinem Termin in dem Bürogebäude auf der anderen Straßenseite. Die Verhandlung verläuft unerwartet kontrovers und zieht sich. Die Messkontrolle danach etwa 2 Stunden später zeigt mit 320mg/dl einen so hohen Blutzucker, als hätte er für den Kuchen überhaupt nicht gespritzt :-(
    2. macht er sich auf den 20 Minuten-Weg in der Innenstadt zu seinem nächsten Termin - und schafft es gerade noch bis in den Sessel im Foyer. 40Mg/dl zeigt sein Messgerät, höchste Zeit für Traubenzucker, und weil er sich so beschissen fühlt, wirft er gleich alle 3 Dextro-Täfelchen ein, die er noch in seiner Tasche findet. Den Termin 3 Stockwerke höher muss er absagen, weil er sich unmöglich auf eine schwierige Verhandlung konzentrieren kann :-(
    3. bekommt er die Nachricht, dass sein nächster Gesprächspartner verhindert ist und dieser Termin ausfällt. Also geht er nach der Kuchenpause in Ruhe die paar Schritte bis zu seinem Auto im Parkhaus an der Ecke und fährt schon mal die 30km zu seinem nächsten Termin 2 Stunden weiter. Kurz vor dem Ziel hält er am grünen Rand eines Kaufhausparkplatzes und holt ein bisschen Schlaf für die zu kurze letzte Nacht nach. Die Stichprobe 10 Minuten vor dem Termin zeigt seinen BZ voll im grünen Bereich :-)

    Das tatsächliche Leben wird allerdings zusätzlich dadurch etwas komplizierter, dass nicht nur das für die Wirkung der Spritze zählt, was der Typ in diesen vor allem 2 Stunden danach macht, sondern auch das, was er etwa 2-5 Stunden und vielleicht sogar noch länger vorher gemacht hat.

    Was an Aufwand für Daten-Erfassung und -Verarbeitung für eine einigermaßen gesunde und unterzuckerungsfreie Blutzucker-Steuerung notwendig ist, findest Du hier erschreckend umfänglich skizziert.

    Bisdann, Jürgen
  • Gast

    Rang: Gast
    am 31.03.2011 14:22:14
    Gast schrieb:

    Theoretisch muss doch ein Programm die gleiche Berechnung, wie der Mensch durchführen können, wenn auch alle Informationen vorliegen?!


    Und wozu brauche ich dann noch ein Programm? Ehe ich da noch lange mit der Software rumfummele, habe ich das doch schon längst im Kopf ausgerechnet. Jahrelanges Training macht's möglich. Ich bin inzwischen sogar soweit, dass ich auf den Teller schaue und sofort weiss, wie viele BE da liegen. Das funktioniert ganz wunderbar: Unter- oder überzuckert bin ich schon ewig nicht mehr, und der Langzeitzucker ist super. Vielleicht sollte ich mit der Nummer mal bei "Wetten, dass" auftreten. ;)

    Gruß, Robert
  • Gast

    Rang: Gast
    am 31.03.2011 17:02:37
    schrieb:
    Und wozu brauche ich dann noch ein Programm? Ehe ich da noch lange mit der Software rumfummele, habe ich das doch schon längst im Kopf ausgerechnet. Jahrelanges Training macht's möglich.


    Das kann ja schonmal lt. Jürgen nicht stimmen!

    Jürgen schrieb:
    Zu einem großen Irrtum: Die Berechnung der Spritzmenge auf der Grundlage des jeweiligen Blutzuckers, den BEs und den entsprechenden persönlichen BE-Faktoren ist eine schwache Krücke, auf der niemand wirklich zum einigermaßen gesund gesteuerten Blutzucker-Ziel humpeln kann.


    Und wenn DU kein Programm brauchst - wie schön für DICH. Es soll aber Leute geben (DM-Neulinge OHNE jahrelanges Training, Kopfrechenschwächlinge, Faule, Technikfreaks....), die so etwas vllt. gern hätten?
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    am 31.03.2011 17:37:18
    Sorry Meckerfriehk,

    wer wie Robert super hin kommt, berücksichtigt eben aus Erfahrung intuitiv die Einflussfaktoren, ohne deren Berücksichtigung DM-Neulinge sich mit und ohne schönste Apps tolle Blutzucker-Achterbahnen produzieren. Natürlich für die Technikfreaks darunter mit der Freude, das mit ner schönen App state of the app vollbracht zu haben ;-)

    Bisdann, Jürgen
  • Marco

    Rang: Gast
    am 31.03.2011 18:51:38
    Gut, also das mit der Berechnung ist anscheinend wirklich kritisch.

    Aber es gibt ja noch genug andere Apps. Einfach nur die Werte zu dokumentieren, Rezepte für Diabetiker, Nährwerte/Kohlenhydrate von verschiedenen Lebensmittel (bei einer kostenlosen App war ich erstaunt wie viele Einträge enthalten sind)

    Wie sehr seit ihr denn überhaupt auf eine Dokumentation eurer Werte angewiesen?
    Braucht ihr diese nur für den Arzt?

    Ist ja am Anfang sicherlich anders, als nach nen paar Jahren Erfahrung.
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    am 31.03.2011 21:28:54
    Moin Marco,

    interessant fände ich ne lernende App, die praktisch systematisch von der ersten ärztlichen Einstellung als Basis an gezielt zu trial&success anleitet und mit immer mehr Daten die immer persönlichere BZ-Steuerung fortlaufend optimiert. Und zwar in sehr viel kürzerer Zeit und mit sehr viel weniger Daten, also jemand für das selbe Ergebnis braucht, der die Aufgabe wirklich systematisch mit einem detaillierten Tagebuch angeht.

    Für's Lernen wird der gesamte Tagesablauf gebraucht einschließlich Zeit, Dauer und Intensität körperlicher und geistiger Tätigkeiten, BZ vor dem Essen, Spritzmenge, Futterart und Menge und anschließender BZ-Verlauf in Halb- oder Stunden-Schritten bis zum Auslauf der Insulin-Wirkung. Je umfassender und dabei strukturiert übersichtlicher die Daten-Sammlung, desto günstiger die Entwicklungs-Möglichkeiten.

    Meinst Du, das wäre app-mäßig möglich? Jürgen
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    am 01.04.2011 00:20:31
    Gast-1 schrieb:
    Theoretisch muss doch ein Programm die gleiche Berechnung, wie der Mensch durchführen können, wenn auch alle Informationen vorliegen?!



    Das würde aber eine ziemlich komplexe Software erfordern. Die Funktionen im menschlichen Körper lassen sich nicht unbedingt allein durch Algorithmen beschreiben.
    Ich denk dabei nur ans Fahrrad fahren.
    Ich denk hier eher an ein chaotisches System. 2 Ausgangszustände mit exakt den gleichen Anfangsbedingungen werden nicht gleiche Endzustände ergeben, dazu gibt es zuviele Variablen.

    Gast-2 schrieb:
    Ehe ich da noch lange mit der Software rumfummele, habe ich das doch schon längst im Kopf ausgerechnet. Jahrelanges Training macht's möglich.



    So einfach wie du das denkst ist das was dabei in deinem Kopf abläuft eben nicht. Ich hab jahrelang versucht solche "intuitiven" Handlungsweisen in meinem Beruf (Handwerk) durch ein Programm zu beschreiben. Ich hab´s aufgegeben.

    [quote=hjt Jürgen].... lernende App[/quote]
    Deine Idee basiert aber auch auf der Annahme wenn man nur genug Daten hat, dann lässt sich das auch berechnen.
    Hierbei wird auch oft vergessen dass "Fehler" machen zB. auch ein Bestandteil von solchen Prozessen ist.

    Oder seh ich das falsch?