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Plötzliche Sehstörungen und Werte gehen nicht runter

  • Rang: Anfänger
    Punkte: 12
    Beiträge: 4
    Mitglied seit: 16.04.2011
    am 16.04.2011 08:45:33
    Hallo,

    ich bin 36 Jahre alt und weiß seit einem Jahr dass ich Typ2 habe.
    Seit einem Jahr nehme ich jetzt Metformin 1000 (1x täglich) und Januvia (1x täglich).
    Mein Nüchternwert liegt morgens um die 250. Ich habe in dem Jahr jetzt 11 kg abgenommen. Mein Arzt sagt, dass er mir kein Insulin geben will, weil ich dann nicht weiter abnehmen könne (müssen noch ~18 kg runter).

    Obwohl ich überall lese, dass es wichtig ist, dass man gut eingestellt ist, sagt mein Arzt, dass es schon besser sei. OK, als ich zu ihm kam hatte ich einen HbA1c von über 10 und Nüchternwerte von über 400.


    Mein Hauptproblem sind nun meine Augen. Obwohl ich alle drei Monate zum Augenarzt gehe und dieser immer sagt, es sei alles in Ordnung, habe ich seit etwa vier Wochen erhebliche Sehstörungen. Alles wird unscharf und ich kann dann gar nicht weiter arbeiten. (Arbeite im Büro, meist am PC). Das dauert so ~30 Min. dann geht es wieder. Auch tun mir in letzter Zeit oft die Augen weh, was ich vorher nie hatte, Mein Augenarzt sagt, dass die Augen vielleicht zu trocken sind und hat mir Tropfen verschrieben. Aber wieso sollten auf einmal meine Augen zu trocken sein. Die Tropfen habe ich noch nicht genommen.

    Muss ich mir Sorgen machen? Den Augenarzt wechseln?
    Ist es wirklich ok so hohe Werte die ganze Nacht über zu haben. Ich habe gelesen, dass viele nur Abends ein wenig Insulin spritzen, damit die Werte über Nacht runter gehen. Ich verzichte abends komplett auf Kohlenhydrate und verstehe nicht, warum der Blutzuckerwert über Nacht trotzdem so hoch bleibt.

    Gruß,
    Frank
  • Georg

    Rang: Gast
    am 16.04.2011 08:56:05
    Hallo Frank,

    Deine BZ-Einstellung muß unbedingt verbessert werden!
    Am besten gehst Du zu einem Diabetologen.

    Was das verschwommene Sehen angeht, so liegt das daran,
    daß Deine Werte inzwischen immerhin besser sind als
    vorher, wenn auch nicht optimal. Um ernste Folgeschäden
    an den Augen (und nicht nur da) zu verhindern, muß die
    Einstellung besser werden, hohe Werte dürfen aber nicht
    abrupt reduziert werden, das schädigt die Netzhaut.

    Alles Gute!
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
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    Beiträge: 8857
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 16.04.2011 09:50:42
    Moin Frank,

    wenn Du vor 1 Jahr mit HBA1c über 10 ernannt worden bist, war Dein Diabetes wahrscheinlich schon 3-5 Jahre diagnosereif und hatte sich dazu schon von gesund bis zum Überschreiten der geltenden Diagnose-Grenzwerte so etwa 3-5 Jahre entwickelt. Tatsächlich ist Dein Typ2 also wahrscheinlich schon so 6-10 Jahre alt, und wenn Du noch keine weiteren Beschwerden außer mal einem bisschen verschwommenen Sehens hast, hast Du schon ein großes Schwein ;-)

    Aber ab sofort würde ich nicht weiter auf noch mehr Schwein bauen, sondern auf ordentliche ärztliche Betreuung, und die besagt: 2 Quartale nacheinander HBA1c über 7 bedeutet nächste Stufe in der Blutzucker senkenden Behandlung. Dafür sollte Dein Dok Dich vielleicht besser an einen Diabetologen überweisen. Und bis dahin könntest Du ja schon mal nach dieser Anleitung schauen, wie weit Deine defekte Blutzucker-Automatik es noch schafft, wenn Du sie entsprechend entlastest.

    Als ich meinen BZ übrigens vor 20 Jahren aus größeren Höhen in gesünder niedrigere geholt hab, konnte ich schließlich die Zeitung nicht mehr weit genug weg halten und musste mir zwischendurch mit billigen Lesebrillen helfen. Hat etwa ein halbes Jahr gedauert, bis die Anpassung komplett ausgestanden war.

    Daumendrück, Jürgen

    Die Idee, dass hohe Werte nicht abrupt geändert werden sollten, bezieht sich eher auf andauernde große Schwankungen im BZ etwa täglich zwischen 200 und 400. Wer den Spielraum innerhalb einer Woche auf 100 bis 200 begrenzt, begeht keine schädliche Änderung.
  • Gast

    Rang: Gast
    am 18.04.2011 00:01:15
    Hallo Frank,

    wie sind denn deine sonstigen BZ Werte nach Mahlzeiten mit KH?

    Es ist zwar nicht so deutlich zu erlesen, aber in Deinem Fall würde ich nicht völlig ausschließen, dass Typ 2 eine Fehldiagnose sein könnte, und dass tatsächlich eine langsame Verlaufsform des Typ 1, genannt LADA, vorliegt.

    Das sollte sicherlich zeitnah überprüft werden.
    Wenn's Dein HA nicht machen will, dann ganz schnell zum Dia-Doc. Das aber so wie so.

    Gruß
    Joa
  • Rang: Anfänger
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    Beiträge: 4
    Mitglied seit: 16.04.2011
    am 19.04.2011 16:29:15
    Vielen Dank für die Infos bisher.

    Nach den Mahlzeiten (1-2 Stunden) sind die Werte bei 400-450.

    Ich bin bereits bei einem Diabetologen, da mein Hausarzt Januvia nicht verschreiben konnte. Ich werde einen neuen Termin machen und klar sagen, dass mir die Werte zu hoch sind.

    Gruß,
    Frank
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    Rang: Erweitertes Mitglied
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    Beiträge: 8857
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 19.04.2011 17:16:50
    Moin Frank,

    schon bei der normal KH-lastigen Ernährung liefern Nieren und Leber etwa die Hälfte der Glukose, die ein gesunder Mensch am Tag verstoffwechselt. Und die Hälfte braucht natürlich auch passend Insulin. Und wenn das nicht passend kommt, steigt der BZ halt auch ohne zu essen.

    Hauptgund für den immer ungesünder ansteigenden BZ ist bei allen Typen von Diabetes mellitus die zu geringe Anzahl von Insulin produzierenden Beta-Zellen. Wenn der Typ1 zum ersten mal mit ner Ketoazidose zusammenklappt, häufig der Anlass für die Diagnose, hat sein fehlgesteuertes Immunsystem etwa 80% seiner Betas abgefressen. Wenn ein Typ2 die Diagnose-Grenzwerte erreicht und überschreitet, hat er in aller Regel nur noch die Hälfte der Betas, die bei einem gesunden Menschen gleichen Geschlechts und Alters mit gleichem BMI und gleicher Insulin-Resistenz Dienst tun. Niemand weiß bis heute, warum.

    Klar ist, je weniger eigenes Insulin ausgegeben werden kann, desto weniger kann man mit KH-Verzicht und mehr Bewegung und irgendwelchen Pillen zum gesunden Blutzucker beitragen. Dann hilft wirklich nur noch passend Spritzen. Für gutes Langzeitauskommen am besten tatsächlich möglichst früh. Denn was das Immunsystem an Beta-Zellen verschont, erledigt jeder BZ längere Zeit über 140 ein Stückchen weiter :-(

    Bisdann, Jürgen
  • Rang: Anfänger
    Punkte: 45
    Beiträge: 1
    Mitglied seit: 24.04.2011
    am 24.04.2011 12:28:53
    Hallo Frank,
    Bin seit 8 Jahren Diabetikerin und seit erst 8 Monaten werde ich richtig behandelt, und zwar von einem FA. Zur Zeit nehme ich an einer Insulineinstellung teil die 12 Wochen dauert 1x2Sunden die Woche. In diesem Kurs wird über Ernährung, Folgeschädenund Insulineinstellungen, KH-werte, Unter und Überzuckerung und Vorsorgeuntersuchungen gesprochen. Dieser Kurs erklärt mir meine Krankheit und gibt mir Sicherheit.
    Je besser ich eingestellt bin um so mehr habe ich Sehschwierigkeiten. Doch das sei normal, da sich mein Körper auf einen guten Blutzucker umstellt. Der Körper braucht 3 Monate dazu und dann kann ich zum FA für eine neue Brille.

    Bin jetzt im DMP-Programm und fühle mich jetzt sicherer und gehe anderst mit meiner Krankheit um.


    Alles Gute

    Ronja
  • Rang: Mitglied
    Punkte: 69
    Beiträge: 10
    Mitglied seit: 19.03.2011
    am 27.04.2011 11:10:26
    Hallo lieber Frank,
    ich beginne damit, dass du nicht 36 Jahre alt - sondern 36 Jahre jung bist. Bei den Fakten die ich bis jetzt so herauslesen konnte ist es höchste Zeit deinen DM in den Griff zu bekommen. Ein guter Arzt/Ärztin sind ebenso wichtig wie die eigene Selbstverantwortung. Informiere dich so gut es nur möglich ist, Bücher, Schulungen, Ernährungsumstellung und SPORT sollten schon seit gestern deine Freizeitbeschäftigung sein. Zu dem was ich hier über deinen HbA1c herauslesen konnte, in Kombination mit 250 Nüchtern sagt eine einfache Mathematik, dass - auch wenn ich nur deinen Nüchternwert als Mittleren BZ herannehme du auch heute noch einen HbA1c von über 10% hast.

    (Formel HbA1c (%) = 0,031 · durchschn. BZ (mg/dl) + 2,393)

    wenn ich noch etwas mit den Spitzen des Tages interpoliere sind wir eher bei einer Wahrheit von 11,5-12%.

    Bitte setzte all deine Kraft ein um Spätschäden, so gut es noch geht zu minimieren. Die Liste ist lang und blind, beinamputiert, impotent an der Dialyse zu hängen ist etwas was du schleunigtst verhindern musst. Du hast statistisch noch mindestens 50 Jahre vor dir.

    Ich wünsche dir von Herzen das Beste und liebe Grüße aus Wien
    Erwin

    Nachtrag: Trinken, trinken und nochmals trinken - 3l täglich aber MineralWASSER.
    Bearbeitet von User am 27.04.2011 12:37:29. Grund: Nicht angegeben
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 657
    Beiträge: 197
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 27.04.2011 12:24:53
    Hallo Frank !

    Ich glaube das die meisten schon alles geschrieben haben , was wichtig ist.
    Bitte nimm deine Diabetes nicht zu leicht und vorallem selbst in deine und eines Diabetologens Hand.
    Verzichte dringend auf Spätfolgen du bist noch so jung.
    Nüchternwerte von 250 sind unhaltbar.
    Das müßte dein Doc wissen und dich in Fachhände geben wenn er es nicht packt.
    Und es sollte auch nicht mehr ewig dauern die Werte zu stabelisieren.
    Den Augenarzt brauchst du wohl nicht wechseln denn der kann an deinem BZ nichts richten und wenn deine Werte besser sind dann wird das mit den Augen auch besser.

    LG Anni
  • Gast

    Rang: Gast
    am 27.04.2011 13:20:50
    richtig deinen arzt kannst du in die tonne treten, der schläft tief und fest.
    und "du" ? was meinst du was metformin und januvia bei 250-450 ausrichten ?
    -- nichts --! vergiß deinen pillenkram, und mach eine gute ict schulung mit und spritze insulin. dein pillenkram ist entsprechend - wenn der wald brennt ein bier getrunken und dann versucht den brand auszupinkeln-
    selbst sport würde ich bei solchen werten nicht machen.