Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren musst Du Dich Anmelden oder Registrieren.

Ist das wirklich Diabetes?

  • Rang: Anfänger
    Punkte: 27
    Beiträge: 0
    Mitglied seit: 27.06.2011
    am 27.06.2011 11:01:36
    Guten Tag,
    ich habe einige Fragen zur Diabetes, die mich sehr in die Verzweiflung werfen und zu denen ich hoffentlich hier Antworten bekommen kann. Sowohl mein Hausarzt und gleichzeitig Diabetologe, als auch meine Frauenärztin fertigen mich bei meinen Fragen immer recht kurz mit Aussagen ab, ich sei auf Zielgerade zur Diabetes, müsse mich abfinden, aber wirkliche Erklärungen über Werte bekomme ich nicht. In manchen Punkten, die ich anmerke, werde ich bestenfalls sogar belächelt, obwohl ich nichts dafür kann, wenn die Messungen abnorme Verhalten zeigen.

    Derzeit bin ich 40 Jahre alt, mit dem 6. Kind schwanger und im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung stellte sich heraus, dass mein HbA1c bei 6,2 in der 13. SSW lag.
    Das ist nicht ungewöhnlich, da bereits Blutabnahmen seit 2007 zeigten, dass eben dieser Wert immer in dem Bereich 6,0-6,5 liegt. Aktuelle Messungen über Fingerblut und Schnellteststreifen, zeigen Werte, je nach Tageszeit, nüchtern oder nach Mahlzeiten, zwischen 81-127 an, wobei der Durchschnitt der Messungen zwischen 100-115 liegt.

    Mein Diabetologe meinte nun, dass nicht nachzuvollziehen sei, wie lange ich bereits mit dem höheren HbA1c-Wert lebe, es aber wahrscheinlich sei, dass dies schon über Jahre der Fall ist. Zum erhöhten HbA1c beklagt er sich darüber, dass mein Eisenspeicherwert konstant zu niedrig sei, solange er meine Blutwerte überwacht (zumindest DAS ist mir aber bereits seit Teenagerzeit bekannt und die Messung des Eisenwerts über Fingerblut ist stets im grünen Bereich).
    Ich gehe nun davon aus, dass ich kein Diabetes habe, sondern lediglich einfach grenzwertige Werte, die eben zu mir gehören und mit denen ich gut lebe. Mein Diabetologe lacht über diese, wie er sagt „Naivität“.

    Nun soll ich jede Woche einen Tag 3x täglich zum messen des BZ. Da ich jedoch logistisch nicht in der Lage bin (ich habe noch jüngere Kinder zu Hause, derzeit keinen PKW und kann nicht 3x tgl. 2,5km hin und dann wieder zurück, mit 2 Kleinkindern im Schlepp bewältigen) jede Woche einen Ärztetag einzulegen, setzte ich nach langem Hin und Her durch, 2-3 Wochen zu Hause selbst messen zu können und dann nur alle 3-4 Wochen einen BZ-Messtag bei ihm in der Praxis einzulegen.
    Ich verwende zu Hause den „Braun Contour“.

    Als ich meinen Arzt bat, mir wenigstens Teststreifen aufzuschreiben, da diese auf Dauer (mein Mann hat gerade erst nach Firmeninsolvenz und Arbeitslosigkeit eine neue Arbeit gefunden, die uns finanziell in die ergänzende Leistung zum HartzIV bringt) kaum erschwinglich für mich sind. Er verweigerte mir das Rezept mit der Begründung, er dürfe es mir nicht ausschreiben, da ich NOCH nicht Insulin pflichtig sei. Das wurde mir von der Krankenkasse bestätigt.
    Nachdem ich nun aber einige „seltsame Erlebnisse“ bei den Messungen hatte, bin ich immer mehr davon überzeugt, dass ich keineswegs direkt die Insulinpflicht anstrebe, sondern eben so lebe und mein Körper sich gewöhnt hat. Sollte dem so sein, bräuchte ich vernünftige Argumente meinem Arzt gegenüber, mich aus dieser Zwangsposition des ständigen Messens heraus zu lassen und hoffe da auf Erfahrungen und Meinung von Betroffenen, die über die Diabetes mehr Kenntnisse besitzen, als ich.

    Ein besonders extremes Beispiel für abstruse BZ-Werte, erlebte ich vergangenen Samstag.
    Gegen 18:00 Uhr maß ich einen BZ von 123. Wir waren eingeladen und es gab in den folgenden Stunden viel zu Essen und trinken. Bis gegen 21:00 Uhr aß ich 1 Cheeseburger, 1 Krakauer, 1 Steak, 1 Brötchen, 1 Stück Erbeer-Creme-Torte, 2 Becher Kaffee mit Milch und Zucker, sowie insgesamt annähernd 1l Coca Cola (KEINE light). Bei der Messung um 22:00 Uhr zu Hause, befand sich mein BZ bei 94!!!
    Wie kann das sein? Ich maß 3x hintereinander. 2x mit dem Ergebnis 94, einmal mit 95.

    Mittlerweile habe ich das Gefühl, nicht mehr ganz richtig im Kopf zu sein. Ich fühle mich schlecht beraten, abgestempelt und dass man mir etwas andichtet, was ich nicht habe. Sollte ich tatsächlich Diabetes haben, werde ich damit leben lernen müssen, aber im Moment fühle ich mich wie ein Versuchskaninchen.
    Ein Genießen meiner Schwangerschaft ist fast gar nicht mehr möglich. Alles scheint sich nur noch um die vermeidliche Diabetes zu drehen. Ich könnte es verstehen, wenn ich bedrohliche Messergebnisse hätte, aber vergleiche ich mit den Tabellen, komme ich bestenfalls gelegentlich (und dann auch nur nach bestimmten Schlemmersünden) in einen gelben Bereich.
    Was würden Ihr mir empfehlen?

    Für liebe Antworten gegenüber einem Diabetes-Unerfahrenen, würde ich mich sehr freuen!

    Lieben Gruß,
    Olga
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 8853
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 27.06.2011 12:40:25
    Moin Olga,

    dass frau ne Schwangerschaft genießen kann, hab ich zwar schon oft gelesen, aber direkt von ihrem Genuss erzählt haben mir alle Schwangeren (damals unsere eigene Erfahrung und die in unserem Umfeld, jetzt unsere Kinder mit ihren Umfeldern in der Familienphase) bisher allenfalls in hörbaren Anführungszeichen ;-)

    Ner Tochter in Deiner Situation würd ich schlicht raten, die Füße still zu halten, und den Dok nen lieben Mann sein zu lassen. Für den Zucker würd ich empfehlen, die Stärke-Mengen, Brot und alles mit Mehl, Kartoffeln, Reis und selbstverständlich Zucker (lieber etwas weniger, Deinem 6. fehlt damit nix :-) so zu begrenzen, dass mein BZ etwa 1 Stunde nach dem Einverleiben nicht über 140 klettern würde. Das ist wichtiger als jeder Nüchtern- oder 2-Stunden-Wert, und damit seid Ihr beiden voll auf der sicheren Seite :-)

    Daumendrück, Jürgen

    hey, WICHTIG: ich bin kein Arzt!
     1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag.
  • Rang: Anfänger
    Punkte: 27
    Beiträge: 0
    Mitglied seit: 27.06.2011
    am 27.06.2011 13:37:15
    Danke Jürgen, für die schnelle Antwort!
    Mein "Problem" ist ja, dass ich so oder so nicht über 140 komme.
    Ein einziges Mal war ich bei 145, aber da hatte ich auch heftig mit einer Instant-Currysoße eine Stunde zuvor gesündigt.
    Der Durchschnitt liegt bei mir so zwischen 100-127, wenn ich nicht nüchtern bin (meine Güte, hört sich das an! *lol*)
    Und gerade da macht es mir ja zu schaffen: Gehe ich nach Tabellen, scheint mein BZ doch absolut noch im nicht beängstigenden Bereich zu sein, oder sehe ich das falsch?
    Selbst der Speicher scheint mit 6,0-6,5 zwar grenzwertig, aber auch noch im grünen Bereich zu sein, soweit ich das beurteilen kann.
    Wo also habe ich dann eine Diabetes oder wie mein Arzt es nannte "eine verkappte Diabetes"?

    Ich denke, dass jeder Diabetiker froh wäre, eben keine Diabetes zu haben. Und mir redet man ein, eine zu haben, die ich aber nicht verstehe. Mein Gefühl sagt mir, das ist reine Panikmache und ich habe nichts.
    Das Schlimme ist ja, dass ich mich nicht einmal traue meinen Arzt zu fragen, wie diese Werte am Samstag entstehen konnten, denn da habe ich ja mehr als gesündigt und der BZ ging runter. Der weist mich ja noch ein, weil das theoretisch gar nicht möglich ist. Und ich würde es ja auch nicht glauben, wenn ich es nicht selbst gesehen hätte.
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 8853
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 27.06.2011 15:03:12
    Moin Olga,

    mit Schwangerschaft sehen die Doks die Werte halt etwas enger. Manche wollen 1 Stunde nach dem Essen statt der 140 sogar die 120 als Obergrenze, und alle reiten auf nüchtern weniger als 90 rum, obwohl ja auch bis 120 noch in ihrem gesunden Rahmen wären und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit an der Tageszeit kein Zauber hängt.

    Gesunde Menschen wachen halt mit gut 60-80 auf, messen etwa 1 Stunde nach viiiiiiiiiiiiel Kohlenhydraten=Zucker für ein paar Minuten maximal 120-140 und sind ne Stunde weiter wieder unter 90. HBA1c bis 5,5. Da liegst Du schon ein Stückchen drüber, auch wenn noch nicht über den normalen Diagnose-Grenzwerten.

    Mit 2 oder 3 Brötchen oder ner großen Portion Fritten könntest Du wahrscheinlich auch ohne Zuckersoßen einen deutlich höheren 1-Stunden-Wert als 140 messen, und so wird das auch Deine Samstags-Erfahrung erklärbar. Denn auf einen auf diese Weise zuerst viel zu hoch gefutterten Blutzucker folgt eine für diese Zuckermenge eigentlich zu große Insulin-Ausgabe, die den BZ dann unter den Wert vor dem Essen absenkt.

    Bisdann, Jürgen
  • Rang: Anfänger
    Punkte: 27
    Beiträge: 0
    Mitglied seit: 27.06.2011
    am 27.06.2011 15:13:40
    Mhm... ja, das ist nachvollziehbar.
    Merkwürdig fand ich allerdings auch, dass mein BZ letzte Woche, nachdem ich 4 Tage strenge Anti-Zuckerdiät machen musste, einen nüchtern BZ von 103 hatte. Esse und trinke ich abends so nach dem, was mir schmeckt, also auch mal einen heißen Kakao vorm Einschlafen oder einen Puddingbecher oder was auch immer, habe ich nüchtern Werte um 90 (mal etwas mehr, mal etwas weniger).
    Hört sich sicher dumm an, aber ich habe bei diesen Werten das Gefühl, je mehr ich mir Zucker verkneife, je höher steigt mein BZ.
    Kann es aber auch nur schätzen, weil ich ja nicht dutzend Mal am Tag messe.
    Bearbeitet von User am 27.06.2011 15:15:04. Grund: Nicht angegeben
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 8853
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 27.06.2011 16:35:30
    hey, was isst Du denn so als Antizuckerdiät?
  • Rang: Anfänger
    Punkte: 27
    Beiträge: 0
    Mitglied seit: 27.06.2011
    am 27.06.2011 22:53:12
    Das ist es doch, ich esse ganz normal das, worauf ich hunger habe. Also auch mal etwas Süßes, wenn auch nicht so sehr viel. Dafür aber Zucker im Kaffee und auch mal ein Honigtoast oder meinen geliebten heißen Kakao...
    Ich meine, bei Ansätzen zur Diabetes müsste dann doch mein BZ ins utopische schießen, oder nicht?
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 8853
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 27.06.2011 23:03:11
    hast Du ne Stunde nach som Honigtoast schon mal gemessen?
  • Rang: Anfänger
    Punkte: 27
    Beiträge: 0
    Mitglied seit: 27.06.2011
    am 27.06.2011 23:45:38
    Ja, wenn aber auch erst einmal. Ich hatte um die 122, glaube ich. Aber auf keinen Fall höher.
    Dazu muss ich aber sagen, dass ich ein paar Stunden (2 Std.?) zuvor einen Nüchtern-BZ von 103 hatte.
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 657
    Beiträge: 197
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 28.06.2011 00:39:59
    Hallo Olga !

    Ich kann zwar nicht viel zu deinem Problem beitragen.
    Nur so viel.
    Dein Arzt ist der Meinung das du Diabetes hast und somit kann er dir einmal im Quartal Teststreifen aufschreiben und das bezahlt dann auch die Kasse.
    Habe mich diesbezüglich schlau gemacht.
    Bin auch Typ2 ohne Insulin.

    Genieße deine Schwangerschaft und viell. ist nach der Geburt ja alles wieder im grünen Bereich.


    LG Anni
  • Rang: Anfänger
    Punkte: 27
    Beiträge: 0
    Mitglied seit: 27.06.2011
    am 28.06.2011 08:28:07
    Annimaus,
    zur Zeit müsste ja zuerst einmal geklärt werden, ob ich überhaupt Typ1 bin.
    Wegen der Teststreifen habe ich mit dem Arzt und auch der KK lange debattiert. Es gäbe die Richtlinie, dass ich erst ab Typ2 Teststreifen bekommen kann und da lassen die sich auf nichts weiter ein.
    In Ordnung finde ich das nicht, denn mein Arzt will ja, dass ich messe. Ist ja nicht so, dass ich das zum Vergnügen mache. Aber ich muss sie privat bezahlen, egal wie.
  • Gast

    Rang: Gast
    am 28.06.2011 09:46:53
    Olga schrieb:

    zur Zeit müsste ja zuerst einmal geklärt werden, ob ich überhaupt Typ1 bin.
    Wegen der Teststreifen habe ich mit dem Arzt und auch der KK lange debattiert. Es gäbe die Richtlinie, dass ich erst ab Typ2 Teststreifen bekommen kann und da lassen die sich auf nichts weiter ein.



    Wenn du Typ 1er wärst, würdest du in jedem Fall Teststreifen verschrieben bekommen, weil du dann insulinpflichtig wärst. Wenn du Diabetes hast, dann Typ 2 oder Typ 4. Dabei wird es wohl wahrscheinlich wirklich schwieriger, Teststreifen verschrieben zu bekommen, wenn du kein Insulin spritzt. Wie wäre es denn mit diesen hier:

    http://www.INSULINER.de/insublog/wordpress/servicebestellung/betachek-teststreifen/

    Die kannst du mehrmals durchschneiden und hast daher ganz viele Teststreifen für 11,50€. Nachteil ist eben, dass du den Wert anhand der Farbe abschätzen musst, aber wenn man bedenkt, dass ein BZ-Messgerät auch bis zu 15% Abweichung hat, ist das ja nicht so schlimm!

    Liebe Grüße,
    Nessi
  • Rang: Anfänger
    Punkte: 27
    Beiträge: 0
    Mitglied seit: 27.06.2011
    am 28.06.2011 11:40:32
    Upps, ich habe es laut den Angaben immer so verstanden, dass man Typ1 Dianetiker ist, wenn man beim HbA1c zwischen 6,2-7,5 liegt und Typ2 dann die Insulinpflicht mit HbA1c höher als 6,6 ist.
    Da kann man mal sehen, dass ich im Grunde gar keine richtige Ahnung habe. Daher vielleicht auch die verstärkte Verunsicherung.
    Bin dabei auch ehrlich nur von dem ausgegangen, was auf dem Laborbefund meiner Blutuntersuchung steht.
    Heute Nachmittag habe ich wieder einen Arzttermin. Telefonisch erfuhr ich schon, dass wie immer, der HbA1c zu hoch und mein Eisenspeicher leer ist. Zumindest das mit dem Eidenspeicher ist seit meiner Jugend bekannt. Auf Zucker hat man mich, soweit ich weiß, nicht getestet. Aber irgendwie sagt meine innere Stimme, dass ich den HbA1c sicher auch schon seit meiner Jugend erhöht habe. Vielleicht ist das naiv. Aber ich lebe doch schon definitiv Jahre damit, ohne dass es sich zum Guten oder Schlechteren verändert hätte.
    Warum dann auf einmal eine solche Panik, von der ich mich auch noch mitreißen lasse, obwohl ich doch gelassen bleiben will?

    Ach so, fast vergessen. Teststreifen habe ich nun geschenkt bekommen, weil eine Freundin, die selbst Diabetikerin ist, auf ein anderes Gerät umgestellt hat und für meins Teststreifen da waren, die ihr nur die Schränke vollstaubten.
    Bearbeitet von User am 28.06.2011 11:41:51. Grund: Nicht angegeben
  • Gast

    Rang: Gast
    am 28.06.2011 11:54:26
    Typ 1 und Typ 2 sind im Prinzip völlig verschiedene Krankheiten. Typ 1 ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das körpereigene Immunsystem die Beta-Zellen zerstört. Typ 1er haben daher kein eigenes Insulin mehr und müssen dieses von Anfang an von außern zuführen.

    Typ 2er haben meist noch relativ viel eigenes Insulin (wenn auch bei 2ern die Anzahl der Beta-Zellen meist reduziert ist), allerdings sind ihre Körperzellen sozusagen resistent gegen Insulin, so dass ihr Insulin ebenfalls nicht ausreicht. Meist wird bei 2ern erstmal mit Tabletten nachgeholfen, später dann evtl. mit Insulin.

    Ohne jetzt beurteilen zu wollen, ob du Diabetes hast oder nicht, nur eine kurze Anmerkung:
    Du musst dich von dem Gedanken loseisen: "Solange es mir mit meinen Werten gut geht, muss ich doch nichts ändern." Hohe BZ-Werte tuen nicht weh und bis zu einem gewissen Grad merkt man sie noch nicht mal. Trotzdem schädigen sie dann schon die Blutgefäße und die Nerven und damit auch die Netzhaut und die Nieren etc. Deshalb ist es äußerst wichtig, dass deine Werte im möglichst gesunden Rahmen liegen, auch wenn es dir mit erhöhten Werten gut geht. Die Folgeschäden kommen meist nicht nach ein paar Jahren, sondern erst später. Also denk an deine Zukunft und an deine Kinder und sieh zu, dass du ALLES dafür tust, deine Werte im gesunden Bereich zu halten, denn deine Kinder möchten doch noch sehr lange was von dir haben und du sicherlich auch von ihnen!

    Liebe Grüße,
    Nessi
  • Rang: Anfänger
    Punkte: 27
    Beiträge: 0
    Mitglied seit: 27.06.2011
    am 28.06.2011 16:36:21
    Ja, natürlich werde ich mich umstellen, wenn ich zumindest verstanden habe, dass ich tatsächlich Diabetikerin sein sollte.
    Mir macht es eben nur so zu schaffen, dass "lediglich" der Zuckerspeicher erhöht ist. Der BZ den ich über Fingerblut messe, geht selten in einen erhöhten Bereich. Wie gesagt, meist zwischen 100-127.
    Gut, gestern hatte ich ein merkwürdiges Erlebnis, das ich wohl eben wegen meiner Unkenntnis der Diabetes nicht verstehe und entsprechend nicht deuten kann, ob mein Körper sich völlig "normal" verhielt oder das auch schon Signale sind.

    Durch Stress war ich ab Mittags unterwegs, hatte zwar 2 Becher Kaffee mit Milch und Zucker, aber ansonsten nichts. Gegen 18:30 Uhr, auf dem Heimweg wurde mir ein wenig, wie man bei uns sagt, kodderig. Also maß ich gleich zu Hause und hatte einen BZ von 64.
    Mein Mann meinte es gut und flößte mir Malzbier ein. 1 Stunde später lag mein BZ bei 158!
    Damit ist, denke ich mal, Malzbier dann für die Zukunft gestrichen.

    Auf Jürgens Frage, ob ich eine Stunde nach einem Honigtoast gemessen habe, ich mir aber nicht mehr wirklich sicher über den Wert war, habe ich heute noch einmal den Selbstversuch gestartet.
    Ich maß direkt vor dem Essen und genau eine Stunde später. Man kann jetzt nicht sagen, dass ich wirklcih dick Honig auf der Toastscheibe hatte, aber es war genug, würde ich sagen.
    Vor dem Toast hatte ich BZ 94, eine Stunde später 98.

    Langsam denke ich immer mehr, dass ich spinne. Ich meine, bei solchen Sachen wie Zucker, Kohlenhydraten und Honig geht doch auch bei jedem Nicht-Diabetiker der BZ hoch. WIe kann das sein, dass er sich bei mir fast konstant hält und dann wieder gelegentlich so extrem fällt um extrem auf Zucker zu reagieren, wie gestern mit dem Malzbier.
    Das mutet fast an, als reagiere mein Körper da nach Tageslaune, aber mehrheitlich eben mit konstanten Werten im grünen Bereich beim Fingerblut, gleichzeitig zu hohen Speicherwerten.
    Wenn ich das erzähle, fühle ich mich wie ein Volltrottel, denn das alles ergibt ja gar keinen Sinn.

    Messfehler scheide ich aus, da ich 2 Geräte hier habe und bei dem Honigtoast-Test auch mit beiden Geräten gemessen habe.
  • Gast

    Rang: Gast
    am 28.06.2011 17:10:48
    schrieb:
    Mir macht es eben nur so zu schaffen, dass "lediglich" der Zuckerspeicher erhöht ist.

    das ist übrigens bei den meisten diabetikern bei nichtmedikamentierung so. das der bz auch mal in niedrige bereiche (64 mg/dl) absackt ist auch normal, die einen merken es , die anderen nicht. und dass nach malzbier, dessen kh-gehalt je nach menge (033 / 0,5 l) zwischen 3 und 5 be (bei einem gi von 90!!) liegt, der bz auf 158 mg/dl ansteigt ist so unnormal auch nicht. und wenn sich durch ein honigbrot (mindestens 2-3 be) der bz kaum ändert liegt doch eigentlich fast alles im grünen bereich. dass dein körper auf grund der schwangerschaft mehr mit den hormonen (die den bz beeinflussen) zu tun hat, ist auch klar. nebenbei: die messgeräte haben immerhin eine toleranz von bis zu 15% +/-. mit anderen worten - du spinnst nicht und wenn du den bz ab und an kontrollierst (und der weiter in dem genannten bereich liegt), würde ich mich nicht verrückt und alle 5 gerade sein lassen. auf jeden fall würde ich mich kalorienbewusst im sinne deines kindes entscheiden...
  • Rang: Anfänger
    Punkte: 27
    Beiträge: 0
    Mitglied seit: 27.06.2011
    am 28.06.2011 23:41:29
    ICH würde mich ja gern NICHT verrückt machen. Es ist eher diese Panik, die Frauenärztin und Diabetologe (und Hausarzt) verbreiten. Sie sagen mir, ich soll absolut ruhig bleiben, würden mich aber gleichzeitig am liebsten non-stop anzapfen und überwachen, weil doch alles soooo schnell.... sooo gefährlich....
    Und da dann ruhig bleiben ist fast unmöglich!

    Das ich mich eigentlich recht bewusst ernähre, ist daran zu erkennen, dass ich bis zur 19. SSW gerade einmal 900gr zugenommen habe. Aber das kenne ich von den letzten beiden Schwangerschaften auch schon, denn da habe ich gerade einmal etwas über 4kg und knapp über 7kg in der gesamten Schwangerschaft zugenommen. Denke, da werde ich bei diesem Kind auch keine Rekorde in Sachen Gewichtszunahme brechen.

    Also, dann werde ich mal veruchen ruhig zu bleiben und meine Ärzte, sollten sie mich wieder einmal panisch machen, einfach höflich bitten, mal den Mund zu halten und mich einfach nur schwanger sein zu lassen ;-D
  • Gast

    Rang: Gast
    am 29.06.2011 09:12:05
    Hallo Olga!

    Auch ICH will dich wirklich nicht beunruhigen. Aber du hast einen HbA1c von 6,2%. Meiner liegt im Moment bei 6,1% (bin Typ 1er) und wenn ich sehe, wie oft ich Werte über 200mg/dl habe, fände ICH das sehr erschreckend, wenn ich jetzt schwanger wäre, denn gerade in der Schwangerschaft sollte der BZ sehr sehr niedrig sein.

    Sei froh, dass deine Ärzte sich so gewissenhaft kümmern, das ist nicht selbstverständlich, gerade bei einem beginnenden Typ 2. Meines Wissens nach wird dein Insulinbedarf in den nächsten Wochen der Schwangerschaft noch enorm ansteigen. Wenn deine Werte also jetzt schon hart an der Grenze sind, werden sie wohl noch weiter steigen. Du solltest also auf deine Ärzte hören und dich "anzapfen" lassen, auch wenn du da keine Lust zu hast und lieber "deine Schwangerschaft genießen" willst!

    Liebe Grüße,

    Nessi
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 8853
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 29.06.2011 09:35:50
    Moin Nessi,

    gratuliere zu Deinem super 1c! Du weist auf eine Schwierigkeit hin, die viele Typ1 vielen Typ2 und vielen Schwangerschafts-Diabetikerinnen voraus haben, nämlich das Begrenzen der Spitzen vor allem nach dem Essen. Nicht dass wir Typ2 nicht auch gewaltig zwischen hoch und tief zappen könnten. Klar fehlt uns auch Insulin, aber ein guter Teil unseres höheren BZ wird von der beständig höheren Zuckerausgabe aus der Leber bestimmt, und wenn wir uns mit unseren Stärke-KHs ein bisschen zurück halten, kommen wir weitgehend ohne diese Spitzen über 200 aus, die ja eh keinen Einfluss auf den 1c haben.

    Doch, es kann gut sein, dass Olgas BZ im weiteren Verlauf der Schwangerschaft noch weiter ansteigt. Aber das kriegt sie doch rechtzeitig mit, wenn sie regelmäßig stichprobt :-)

    Bisdann, Jürgen
  • Gast

    Rang: Gast
    am 29.06.2011 09:56:10
    hjt_Jürgen schrieb:


    Doch, es kann gut sein, dass Olgas BZ im weiteren Verlauf der Schwangerschaft noch weiter ansteigt. Aber das kriegt sie doch rechtzeitig mit, wenn sie regelmäßig stichprobt :-)




    Ja genau, WENN sie regelmäßig misst. Olga vermittelt aber (zumindest mir) den Eindruck, als würden die Ärzte übertreiben und sie wäre doch kerngesund. Sorry Olga, ist nicht böse gemeint. Und wenn man diese Einstellung hat, wird das Messen auch des öfteren schon mal vernachlässigt. Bei einem HbA1c von 6,2% ist offensichtlich NICHT alles in Ordnung, auch wenn ihre selbst gemessenen Werte ganz okay sind und gerade IN DER SCHWANGERSCHAFT sollte man das ernst nehmen. Danach kann sie mit einem 6,2er HbA1c sicherlich gut leben, aber jetzt in der Schwangerschaft ist es nun mal äußerst wichtig, das ganze unter Kontrolle zu haben. Und da Olga offensichtlich noch keine Ahnung von Diabetes hat, sollte sie auf jeden Fall auf ihre Ärzte vertrauen und ihnen nicht erzählen, dass sie "mal den Mund halten sollen". Es geht ihnen um deine Gesundheit und um die deines Babys! Die Ärzte haben nichts davon, sondern ihr zwei!

    Liebe Grüße,
    Nessi