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Ist das wirklich Diabetes?
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am 28.06.2011 08:28:07
Annimaus,
zur Zeit müsste ja zuerst einmal geklärt werden, ob ich überhaupt Typ1 bin.
Wegen der Teststreifen habe ich mit dem Arzt und auch der KK lange debattiert. Es gäbe die Richtlinie, dass ich erst ab Typ2 Teststreifen bekommen kann und da lassen die sich auf nichts weiter ein.
In Ordnung finde ich das nicht, denn mein Arzt will ja, dass ich messe. Ist ja nicht so, dass ich das zum Vergnügen mache. Aber ich muss sie privat bezahlen, egal wie. -
Gast
Rang: Gastam 28.06.2011 09:46:53
Olga schrieb:
zur Zeit müsste ja zuerst einmal geklärt werden, ob ich überhaupt Typ1 bin.
Wegen der Teststreifen habe ich mit dem Arzt und auch der KK lange debattiert. Es gäbe die Richtlinie, dass ich erst ab Typ2 Teststreifen bekommen kann und da lassen die sich auf nichts weiter ein.
Wenn du Typ 1er wärst, würdest du in jedem Fall Teststreifen verschrieben bekommen, weil du dann insulinpflichtig wärst. Wenn du Diabetes hast, dann Typ 2 oder Typ 4. Dabei wird es wohl wahrscheinlich wirklich schwieriger, Teststreifen verschrieben zu bekommen, wenn du kein Insulin spritzt. Wie wäre es denn mit diesen hier:
http://www.INSULINER.de/insublog/wordpress/servicebestellung/betachek-teststreifen/
Die kannst du mehrmals durchschneiden und hast daher ganz viele Teststreifen für 11,50€. Nachteil ist eben, dass du den Wert anhand der Farbe abschätzen musst, aber wenn man bedenkt, dass ein BZ-Messgerät auch bis zu 15% Abweichung hat, ist das ja nicht so schlimm!
Liebe Grüße,
Nessi -
am 28.06.2011 11:40:32
Upps, ich habe es laut den Angaben immer so verstanden, dass man Typ1 Dianetiker ist, wenn man beim HbA1c zwischen 6,2-7,5 liegt und Typ2 dann die Insulinpflicht mit HbA1c höher als 6,6 ist.
Da kann man mal sehen, dass ich im Grunde gar keine richtige Ahnung habe. Daher vielleicht auch die verstärkte Verunsicherung.
Bin dabei auch ehrlich nur von dem ausgegangen, was auf dem Laborbefund meiner Blutuntersuchung steht.
Heute Nachmittag habe ich wieder einen Arzttermin. Telefonisch erfuhr ich schon, dass wie immer, der HbA1c zu hoch und mein Eisenspeicher leer ist. Zumindest das mit dem Eidenspeicher ist seit meiner Jugend bekannt. Auf Zucker hat man mich, soweit ich weiß, nicht getestet. Aber irgendwie sagt meine innere Stimme, dass ich den HbA1c sicher auch schon seit meiner Jugend erhöht habe. Vielleicht ist das naiv. Aber ich lebe doch schon definitiv Jahre damit, ohne dass es sich zum Guten oder Schlechteren verändert hätte.
Warum dann auf einmal eine solche Panik, von der ich mich auch noch mitreißen lasse, obwohl ich doch gelassen bleiben will?
Ach so, fast vergessen. Teststreifen habe ich nun geschenkt bekommen, weil eine Freundin, die selbst Diabetikerin ist, auf ein anderes Gerät umgestellt hat und für meins Teststreifen da waren, die ihr nur die Schränke vollstaubten.
Bearbeitet von User am 28.06.2011 11:41:51. Grund: Nicht angegeben -
Gast
Rang: Gastam 28.06.2011 11:54:26
Typ 1 und Typ 2 sind im Prinzip völlig verschiedene Krankheiten. Typ 1 ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das körpereigene Immunsystem die Beta-Zellen zerstört. Typ 1er haben daher kein eigenes Insulin mehr und müssen dieses von Anfang an von außern zuführen.
Typ 2er haben meist noch relativ viel eigenes Insulin (wenn auch bei 2ern die Anzahl der Beta-Zellen meist reduziert ist), allerdings sind ihre Körperzellen sozusagen resistent gegen Insulin, so dass ihr Insulin ebenfalls nicht ausreicht. Meist wird bei 2ern erstmal mit Tabletten nachgeholfen, später dann evtl. mit Insulin.
Ohne jetzt beurteilen zu wollen, ob du Diabetes hast oder nicht, nur eine kurze Anmerkung:
Du musst dich von dem Gedanken loseisen: "Solange es mir mit meinen Werten gut geht, muss ich doch nichts ändern." Hohe BZ-Werte tuen nicht weh und bis zu einem gewissen Grad merkt man sie noch nicht mal. Trotzdem schädigen sie dann schon die Blutgefäße und die Nerven und damit auch die Netzhaut und die Nieren etc. Deshalb ist es äußerst wichtig, dass deine Werte im möglichst gesunden Rahmen liegen, auch wenn es dir mit erhöhten Werten gut geht. Die Folgeschäden kommen meist nicht nach ein paar Jahren, sondern erst später. Also denk an deine Zukunft und an deine Kinder und sieh zu, dass du ALLES dafür tust, deine Werte im gesunden Bereich zu halten, denn deine Kinder möchten doch noch sehr lange was von dir haben und du sicherlich auch von ihnen!
Liebe Grüße,
Nessi -
am 28.06.2011 16:36:21
Ja, natürlich werde ich mich umstellen, wenn ich zumindest verstanden habe, dass ich tatsächlich Diabetikerin sein sollte.
Mir macht es eben nur so zu schaffen, dass "lediglich" der Zuckerspeicher erhöht ist. Der BZ den ich über Fingerblut messe, geht selten in einen erhöhten Bereich. Wie gesagt, meist zwischen 100-127.
Gut, gestern hatte ich ein merkwürdiges Erlebnis, das ich wohl eben wegen meiner Unkenntnis der Diabetes nicht verstehe und entsprechend nicht deuten kann, ob mein Körper sich völlig "normal" verhielt oder das auch schon Signale sind.
Durch Stress war ich ab Mittags unterwegs, hatte zwar 2 Becher Kaffee mit Milch und Zucker, aber ansonsten nichts. Gegen 18:30 Uhr, auf dem Heimweg wurde mir ein wenig, wie man bei uns sagt, kodderig. Also maß ich gleich zu Hause und hatte einen BZ von 64.
Mein Mann meinte es gut und flößte mir Malzbier ein. 1 Stunde später lag mein BZ bei 158!
Damit ist, denke ich mal, Malzbier dann für die Zukunft gestrichen.
Auf Jürgens Frage, ob ich eine Stunde nach einem Honigtoast gemessen habe, ich mir aber nicht mehr wirklich sicher über den Wert war, habe ich heute noch einmal den Selbstversuch gestartet.
Ich maß direkt vor dem Essen und genau eine Stunde später. Man kann jetzt nicht sagen, dass ich wirklcih dick Honig auf der Toastscheibe hatte, aber es war genug, würde ich sagen.
Vor dem Toast hatte ich BZ 94, eine Stunde später 98.
Langsam denke ich immer mehr, dass ich spinne. Ich meine, bei solchen Sachen wie Zucker, Kohlenhydraten und Honig geht doch auch bei jedem Nicht-Diabetiker der BZ hoch. WIe kann das sein, dass er sich bei mir fast konstant hält und dann wieder gelegentlich so extrem fällt um extrem auf Zucker zu reagieren, wie gestern mit dem Malzbier.
Das mutet fast an, als reagiere mein Körper da nach Tageslaune, aber mehrheitlich eben mit konstanten Werten im grünen Bereich beim Fingerblut, gleichzeitig zu hohen Speicherwerten.
Wenn ich das erzähle, fühle ich mich wie ein Volltrottel, denn das alles ergibt ja gar keinen Sinn.
Messfehler scheide ich aus, da ich 2 Geräte hier habe und bei dem Honigtoast-Test auch mit beiden Geräten gemessen habe. -
Gast
Rang: Gastam 28.06.2011 17:10:48
schrieb:
Mir macht es eben nur so zu schaffen, dass "lediglich" der Zuckerspeicher erhöht ist.
das ist übrigens bei den meisten diabetikern bei nichtmedikamentierung so. das der bz auch mal in niedrige bereiche (64 mg/dl) absackt ist auch normal, die einen merken es , die anderen nicht. und dass nach malzbier, dessen kh-gehalt je nach menge (033 / 0,5 l) zwischen 3 und 5 be (bei einem gi von 90!!) liegt, der bz auf 158 mg/dl ansteigt ist so unnormal auch nicht. und wenn sich durch ein honigbrot (mindestens 2-3 be) der bz kaum ändert liegt doch eigentlich fast alles im grünen bereich. dass dein körper auf grund der schwangerschaft mehr mit den hormonen (die den bz beeinflussen) zu tun hat, ist auch klar. nebenbei: die messgeräte haben immerhin eine toleranz von bis zu 15% +/-. mit anderen worten - du spinnst nicht und wenn du den bz ab und an kontrollierst (und der weiter in dem genannten bereich liegt), würde ich mich nicht verrückt und alle 5 gerade sein lassen. auf jeden fall würde ich mich kalorienbewusst im sinne deines kindes entscheiden... -
am 28.06.2011 23:41:29
ICH würde mich ja gern NICHT verrückt machen. Es ist eher diese Panik, die Frauenärztin und Diabetologe (und Hausarzt) verbreiten. Sie sagen mir, ich soll absolut ruhig bleiben, würden mich aber gleichzeitig am liebsten non-stop anzapfen und überwachen, weil doch alles soooo schnell.... sooo gefährlich....
Und da dann ruhig bleiben ist fast unmöglich!
Das ich mich eigentlich recht bewusst ernähre, ist daran zu erkennen, dass ich bis zur 19. SSW gerade einmal 900gr zugenommen habe. Aber das kenne ich von den letzten beiden Schwangerschaften auch schon, denn da habe ich gerade einmal etwas über 4kg und knapp über 7kg in der gesamten Schwangerschaft zugenommen. Denke, da werde ich bei diesem Kind auch keine Rekorde in Sachen Gewichtszunahme brechen.
Also, dann werde ich mal veruchen ruhig zu bleiben und meine Ärzte, sollten sie mich wieder einmal panisch machen, einfach höflich bitten, mal den Mund zu halten und mich einfach nur schwanger sein zu lassen ;-D -
Gast
Rang: Gastam 29.06.2011 09:12:05
Hallo Olga!
Auch ICH will dich wirklich nicht beunruhigen. Aber du hast einen HbA1c von 6,2%. Meiner liegt im Moment bei 6,1% (bin Typ 1er) und wenn ich sehe, wie oft ich Werte über 200mg/dl habe, fände ICH das sehr erschreckend, wenn ich jetzt schwanger wäre, denn gerade in der Schwangerschaft sollte der BZ sehr sehr niedrig sein.
Sei froh, dass deine Ärzte sich so gewissenhaft kümmern, das ist nicht selbstverständlich, gerade bei einem beginnenden Typ 2. Meines Wissens nach wird dein Insulinbedarf in den nächsten Wochen der Schwangerschaft noch enorm ansteigen. Wenn deine Werte also jetzt schon hart an der Grenze sind, werden sie wohl noch weiter steigen. Du solltest also auf deine Ärzte hören und dich "anzapfen" lassen, auch wenn du da keine Lust zu hast und lieber "deine Schwangerschaft genießen" willst!
Liebe Grüße,
Nessi -
am 29.06.2011 09:35:50
Moin Nessi,
gratuliere zu Deinem super 1c! Du weist auf eine Schwierigkeit hin, die viele Typ1 vielen Typ2 und vielen Schwangerschafts-Diabetikerinnen voraus haben, nämlich das Begrenzen der Spitzen vor allem nach dem Essen. Nicht dass wir Typ2 nicht auch gewaltig zwischen hoch und tief zappen könnten. Klar fehlt uns auch Insulin, aber ein guter Teil unseres höheren BZ wird von der beständig höheren Zuckerausgabe aus der Leber bestimmt, und wenn wir uns mit unseren Stärke-KHs ein bisschen zurück halten, kommen wir weitgehend ohne diese Spitzen über 200 aus, die ja eh keinen Einfluss auf den 1c haben.
Doch, es kann gut sein, dass Olgas BZ im weiteren Verlauf der Schwangerschaft noch weiter ansteigt. Aber das kriegt sie doch rechtzeitig mit, wenn sie regelmäßig stichprobt :-)
Bisdann, Jürgen -
Gast
Rang: Gastam 29.06.2011 09:56:10
hjt_Jürgen schrieb:
Doch, es kann gut sein, dass Olgas BZ im weiteren Verlauf der Schwangerschaft noch weiter ansteigt. Aber das kriegt sie doch rechtzeitig mit, wenn sie regelmäßig stichprobt :-)
Ja genau, WENN sie regelmäßig misst. Olga vermittelt aber (zumindest mir) den Eindruck, als würden die Ärzte übertreiben und sie wäre doch kerngesund. Sorry Olga, ist nicht böse gemeint. Und wenn man diese Einstellung hat, wird das Messen auch des öfteren schon mal vernachlässigt. Bei einem HbA1c von 6,2% ist offensichtlich NICHT alles in Ordnung, auch wenn ihre selbst gemessenen Werte ganz okay sind und gerade IN DER SCHWANGERSCHAFT sollte man das ernst nehmen. Danach kann sie mit einem 6,2er HbA1c sicherlich gut leben, aber jetzt in der Schwangerschaft ist es nun mal äußerst wichtig, das ganze unter Kontrolle zu haben. Und da Olga offensichtlich noch keine Ahnung von Diabetes hat, sollte sie auf jeden Fall auf ihre Ärzte vertrauen und ihnen nicht erzählen, dass sie "mal den Mund halten sollen". Es geht ihnen um deine Gesundheit und um die deines Babys! Die Ärzte haben nichts davon, sondern ihr zwei!
Liebe Grüße,
Nessi