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Der Pressetext: Abgezählt - Ein Blutzuckerteststreifen für dich, zwei für mich
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am 30.08.2011 12:40:21
Hallo,
ich denke, das der untenstehende Text, den ich einmal hier aus dem Forum kopiert habe, durchaus eine Diskussion wert ist:
25.08.2011
Kassel, 24. August 2011
Die Krankenkassenärztlichen Vereinigungen reglementieren die Verordnung von Blutzuckerteststreifen für Typ 1- und Typ 2-Diabetiker bundesweit. Je nach „Schweregrad“ der Krankheit, sind unterschiedliche Mengen an Teststreifen pro Quartal für die Patienten vorgesehen
Nicht-insulinpflichtige Typ-2-Diabetiker müssen selbst die Kosten für ihre Teststreifen tragen, Insulinanaloga und deren Nutzen werden in Frage gestellt und die Anträge auf Insulinpumpen zunehmend abgelehnt. Und damit immer noch nicht genug, wird die Anzahl der von der Krankenkasse bezahlten Blutzuckertestreifen für Typ-1- und Typ-2-Diabetiker anhand eines Orientierungsrahmens durch die Organisationen der Ärzte festgelegt.
Zum Verständnis: Teststreifen sind Arzneimittel und werden auf das Budget des Arztes angerechnet. Die Kassenärztlichen Vereinigungen geben den Ärzten deshalb zur Budget-Planung eine Empfehlung an die Hand, wie viele Teststreifen ein Diabetiker im Schnitt pro Quartal benötigt. Nach Berechnungen der Krankenkassenärztlichen Vereinigungen sollte ein erwachsener Typ-1-Diabetiker mit 450 Teststreifen pro Quartal auskommen. Dies entspricht drei bis fünf Messungen pro Tag. Viel zu wenig, wenn man allein bedenkt, dass der Arzt bereits eine Messung vor dem Essen und eine Messung zwei Stunden danach empfiehlt. Bei Kindern und Jugendlichen wird dem Arzt z. B. durch die Kassenärztliche Vereinigung in Bayern ein Orientierungswert von immerhin 600 Teststreifen vorgegeben. Dieser ist begründetet durch die kindliche Entwicklung. Mit etwa 5-7 Teststreifen pro Tag fällt es Kindern und Jugendlichen schwer eine optimale Stoffwechseleinstellung zu erreichen. Denn nicht nur pubertätsbedingt sind häufigere Messungen nötig. Auch spontane Aktivitäten oder nicht vorhersehbare Verhaltensänderungen bedürfen besonderer Aufmerksamkeit. Die körperliche als auch seelische Entwicklung des Kindes darf unter der Begrenzung der Menge an Teststreifen doch keinesfalls leiden.
Das Bayerische Ministerium für Umwelt und Gesundheit verdeutlicht auf Anfrage des DDB richtig: „... die tatsächlich notwendige Menge an Teststreifen hängt ausschließlich vom Einzelfall ab“. Deshalb könne die verordnete Menge an Teststreifen im konkreten Fall auch verringert oder erhöht werden, hieß es weiter. Der Widerspruch wird deutlich: warum eine Reglementierung über die Menge der zu verordneten Teststreifen schaffen, wenn der Arzt dann doch nach Einzelfall entscheiden muss? Dies ist auch ein Mehraufwand für den Arzt. Letzterer muss der Krankenkasse gegenüber eine Begründung liefern, warum der Patient mehr Teststreifen benötigt. Sollte dies zu Schwierigkeiten führen, bleibt dem Patienten noch die Möglichkeit Schmerzensgeld anzufordern.
Der Vorsitzende des Deutschen Diabetiker Bundes Dieter Möhler gibt, wie schon so oft zuvor zu verstehen: „Wird die Teststreifenmenge eingeschränkt, führt dies zu einer schlechteren Stoffwechselsituation. Daraus resultierende Beschwerden nehmen Diabetikern die Möglichkeit zur freien Lebensgestaltung.“ Er verweist auf § 27 SGB V. Dieser besagt, dass eine Verschlimmerung der Stoffwechselsituation zu vermeiden ist und Beschwerden durch die Krankheit zu lindern sind. Die Leistungen der Krankenkassen haben sich daran auszurichten. Möhler weiter: „Ein Wirtschaftlichkeitsgebot muss doch in den Hintergrund treten, soweit die Durchsetzung eines solchen die Patienten gefährdet. Nur eine entsprechende Versorgung führt zu Qualitätssicherung!“
Der DDB fordert eine Entscheidung nach Einzelfall über die Verordnung der Menge an Teststreifen pro Quartal, ohne vorgegebenen Orientierungsrahmen der Kassenärztlichen Vereinigung. Die Patienten können den Gürtel nicht noch enger schnallen, ihre Lebensqualität leidet damit zunehmend.
Pressemitteilung Deutscher Diabetiker Bund e.V.
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am 30.08.2011 12:46:11
Wie sind Eure Erfahrungen mit der Verschreibung von BZ - Teststreifen ? Also ich bekomme als Typ1 auch nicht genug verschrieben und muss ständig welche aus eigener Tasche zukaufen. Das geht ganz schön ins Geld :-( Aber was soll ich machen ? Mein Diabetologe weigert sich, mir mehr als 500 Stück im Quartal zu verschreiben. Damit komme ich absolut nicht aus. Da ich ständige Schwankungen habe, auch mal was außerhalb der Reihe essen möchte, was ich BE - mäßig nicht ganz so gut einschätzen kann, muss ich auch hin und wieder Messungen zwischendurch machen. Außerdem betreibe ich auch noch Sport, was bei Diabetes immer wieder geraten wird, aber erneut zu zusätzlichen Messungen führt.
Was macht ihr ? Kauft ihr auch Teststreifen aus eigener Tasche ? oder wie geht ihr damit um, das man immer weniger BZ - Teststreifen verschrieben bekommt und der Arzt sich auch weigert, mehr zu verschreiben, weil er Angst hat, er würde in Regress genommen. -
am 30.08.2011 16:06:56
Standardmäßig sollen INSULINER jeden Tag morgens mit dem Aufstehen und abends vor dem Zubettgehen messen und zwischendurch vor jeder Mahlzeit. Macht 5 Messpunkte, von denen keiner dazu taugt, den BZ in einem halbwegs gesunden Zielrahmen mit 100mg/dl maximaler Schwankungsbreite zu steuern, also etwa zwischen Minimum vor dem Essen 100 und Maximum 200 etwa 1 Stunde nach dem Essen.
Und wo die standardmäßig empfohlenen Messpunkte allenfalls zur groben Einstellungskontrolle im Rahmen von plusminus wenigstens 1%Punkt beim HBA1c taugen, z.B. zwischen 7 und 9, wofür statt 5 am Tag auch 1-2 reichen würden, sehe ich unsere Teststreifen-Menge in den nächsten Jahren noch gewaltig schwinden. Wer mehr will, wird wie die meisten Menschen mit Diabetes in dieser Welt um's Selberkaufen nicht herum kommen - und sich dann wahrscheinlich auch um einen zielführenderen Gebrauch bemühen. -
am 30.08.2011 23:35:36
hallo Jürgen,
du kennst mich ja als "Gernemesser" ;-) Die erste Zeit hab ich natürlich viel gemessen. Mann will ja wissen wie und warum und ob es überhaupt in die richtige Richtung läuft.
Mittlerweile hat sich das aber wieder gelegt. Morgens/Vor und nach der Hauptmahlzeit/ und einmal fürs Gewissen.
Dazwischen kann ich einigermassen gut theoretisch abschätzen.
Das viele Messen anfangs hat aber schon sehr bei der Steuerung geholfen denke ich und damit auch einen Spareffekt erwirkt. (kaum Arzt, weniger Medis etc.)
Die Mehrkosten durch Medis und Teststreifen musste ich natürlich an anderer Stelle einsparen. So fielen halt Marmelade, Kuchen etc. dem Sparpaket zum Opfer. ;-)
Jetzt aber noch eine ernsthafte Frage: weiss jemand zufällig ob überhaupt und wenn wieviel die privaten KK erstatten ?
--- je höher der BZ umso höher die Auslastung des Teststreifens ---
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am 01.09.2011 00:18:57
Hi havier !
Keine Ahnung bin nur Normali Kranker .
Bezahle schon von Anfang an meine Streifen selbst und nun die noch von meinem Mann.
Komme so auf 300 Steifen im Monat mit 2 pro Tag für mich und im Moment 8 für meinen Mann.
Pie mal Daumen für 30 Tage.
Bei 13,50 für 50 Stück bezahle ich also rund 81,00 im Monat.
Plus eine auf Vorrat noch dazu macht 94,50.
und das seid Feb. -- denn ich habe ja noch nicht so lange mit dem Vielmessen aufgehört sind schon ca 661...und noch paar zerquetschte.
Und davon noch was mehr denn erst hatte ich Streifen und das Messgrät von Accucheck Aviva
wo die Streifen ja 27 Euro/ 50 Stü kosteten.
Naja der Urlaub viel eben etwas " Sparsamer " aus -- im Jarden is och schee.
LG Anni -
am 01.09.2011 10:25:41
Hallo Anni,
es ist zwar ziemlich viel was da bei dir zusammengekommen ist, aber das ist sehr gut investiert!!! Eine zweite Gesundheit kann man sich nicht kaufen, einen aufwändigeren Urlaub kannst du später mal nachholen. Bei mir ist bestimmt auch so viel zusammengekommen, ich habe es lieber gar nicht erst zusammengezählt.
Meinen Glückwunsch, was du mit den 700€ und viel Fleiß bei dir und jetzt auch noch bei deinem Mann alles erreicht hast.
LG Rainer
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am 01.09.2011 22:55:11
Danke Rainer !
Hba1c -- neuster Stand seid 25.08 = 6,7 ICH BIN STOLZ
Hoffe nur das ich das so halten kann.
LG Anni -
am 02.09.2011 00:25:32
hallo,
ich stehe zwar immer noch auf dem Standpunkt dass oft genug messen den Verlauf entscheidend verbessern kann. Wenn ich mir meine letzten 10 Monate BZ ansehe und picke mir wahlos für jeden Tag 1 Messpunkt heraus dann erhalte ich eigentlich auch kein anderes Ergebnis als BZ = fallend.
Man muss sich also fragen wieviel Messwerte benötige ich um eine Information einigermassen genau zu erhalten.
Wenn ich also nur wissen will ob mein BZ auf lange Sicht steigt oder fällt würden tatsächlich wenige Messungen reichen.
Zuviel messen bringt auch zuviel "nutzlose" Information mit sich.
--- Im Extremfall würden 2 Messungen genügen. Eine nach der Geburt und eine kurz vor dem Tod ---
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am 02.09.2011 12:47:46
Hallo H4,
die Entscheidung zum weniger Messen ist eigentlich ganz einfach:
Wenn der gemessene Wert fast immer mit dem erwarteten übereinstimmt, dann kannst du dich auf deine Erfahrung verlassen und kommst mit wesentlich weniger Messungen aus.
Um abzusichern, dass der BZ nicht insgesamt aus dem Ruder läuft, reichen 2...3 Werte pro Woche aus. Wenn von denWerten dann einer daneben liegt, dann muss du wieder intensiver messen. Wenn du deinen Tagesablauf erheblich umstellst, dann musst du das natürlich auch.
Wenn du wegen einer Erkältung oder Entzündung erhöhte Werte erwartest, dann kannst du das Messen lieber ganz sein lassen. Das bringt nur Ärger und keinen neuen Erkenntnisse.
Beste Grüße, Rainer -
am 02.09.2011 14:09:51
Hallo havier !
Das mit dem 2 Messungen haben wir ja schon hinter uns .
Ablöffeln will ich eigentlich noch nicht.
Also Messe ich noch 2mal am Tag und meist dann wenn ich der Meinung bin das ich " Gesündigt " habe oder eifach um zu sehen ob meine Einschätzung stimmen.
Die messergebnisse meiner " Sünden " zeigen mir dann am besten ob es wirklich eine Sünde war oder ob mein Bz das Sündigen verkraften konnte.
Jeder der das ließt meint jezt besimmt das muß ja nicht sein mit dem Sündigen, aber es sind nur kleine Dinge die ich da Austeste wie zb ein paar Weintrauben oder einen Teller Nudelsuppe, halbes Brötchen usw .
LG Anni
Man muß ja Grenzen stecken können !