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Bodybuilder und Insulin
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am 27.11.2011 16:05:06
Hallo Gemeinde,
bin also kerngesund und hoffe es auch zu bleiben. Eine Sache die ich mit LEidenschaft mache dafür ist Bodybuilding. Aber immer mehr wird in diesem Sport zu Insulin gegriffen zwecks Steigerung der Leistung.
Was halten Sie davon?
Hier ein kleiner Auszug aus einem Forum:
http://www.team-andro.com/phpBB3/beitrag4079203.html#p4079203 -
Gast
Rang: Gastam 27.11.2011 17:14:19
schrieb:
Was halten Sie davon?
nichts!! wenn es sinnvoll, gesund und notwendig wäre, warum verschreibt dannkein arzt einem bodybuilder insulin?? die beziehen das zeug doch aus bloss aus dunklen kanälen (und betrügen damit die krankenkassen und beitragszahler!). und nebenbei: ich bezweifle, dass ein bodybuilder "gesünder" als ein gesunder sein kann (ohne etwas gegen sport zu haben) - aber wenn's "schee" macht... und "leistungssteigerung"? was steigert ein bodybuilder denn? sein gehirnleistung? -
am 27.11.2011 18:02:51
Ich benutze jeden Tag Insulin und kann darin keine Gesundheitsgefährdung erkennen. Ich weiß auch von ner ganzen Reihe z.T. international aktiver Sportler, die Insulin nehmen. Auch z.B. unser Gewichts-Ass Steiner. Allerdings würde mir an Deiner Stelle schon zu denken geben, dass meines Wissens alle diese Sportler sofort auf Insulin verzichten würden, wenn ihr Stoffwechsel das zuließe, und dass die Millionen INSULINER allein in D sich nicht unbedingt durch wohldefinierte Bemuskelung auszeichnen. -
am 27.11.2011 20:08:04
Nein ich betreibe Bodybuilding natural und ohne die Verwendung von Anabolika & Co.
Aber ich muss immer wieder feststellen das sich gesunde Menschen mit Insulin dopen damit die Kohlenhydrate und andere Nährstoffe direkt in die Muskelzellen gelangen.
Das ganze wird dabei noch verharmlost btzw. als gut und gesund eingestuft?! -
am 01.12.2011 16:57:22
hjt_Jürgen schrieb:
Ich weiß auch von ner ganzen Reihe z.T. international aktiver Sportler, die Insulin nehmen. Auch z.B. unser Gewichts-Ass Steiner.
Natürlich spritzt Matthias Steiner Insulin! Weißt Du auch, warum? Er ist Typ-1-Diabetiker!!!
Deshalb er braucht ein Attest seines Arztes, denn Insulin steht seit 1998(!) auf der Dopingliste!!!
Zum Nachlesen in der offiziellen Dopingliste: http://www.wada-ama.org/Documents/World_Anti-Doping_Program/WADP-Prohibited-list/WADA_Prohibited_List_2010_EN.pdf#page=3
Viele Grüße
Katja -
am 01.12.2011 18:52:28
Lass die Finger davon.Klar ist Insulin nicht schädlich,einziger Punkt wäre nur,dass es bei falscher handhabung tödlich sein kann.
Sind schon genügend BBler an den Folgen einer Unterzuckerung gestorben,das kann ruckzuck gehen.Sobald du mit Insulin,in FAchkreisen auch SLIN genannt,anfängst,gilst du NICHT mehr als Natural-Bodybuilder. -
am 01.12.2011 20:11:48
So einfach ist es nicht, an einer Überdosis Insulin zu sterben! Du brauchst entweder bestimmte weitere Erkrankungen (z.B. eine nicht mehr ausreichend arbeitende Leber), oder Du hast großes Pech wie Thomas Fuchsberger, der letztes Jahr nur deshalb an einer schweren Hypo starb, weil er mit dem Gesicht in einem Bach zu liegen kam. Wäre er nur 20 cm weiter vom Bach entfernt zusammengebrochen, würde er heute noch leben.
Der Psychologe einer Diabetesklinik hat mal gesagt, daß Diabetiker schon Suizidversuche mit hunderten von Einheiten Insulin überlebt hätten. -
am 01.12.2011 20:29:07
Was? Na das ist ja interessant,ich dachte immer man kann in ein schweres Koma fallen,dadurch schlimme Folgeerkrankungen haben oder sogar sterben,so wurde es mir zumindest gesagt,wie läuft es denn nun wirklich? -
am 01.12.2011 22:44:17
Mich ärgert schon lange, daß es praktisch keine Aufklärung über die Risiken von schweren Hypos (= hypoglykämischen Schocks) gibt! Ich habe mir gerade in Deinem Alter viele Gedanken darüber gemacht, was passiert, wenn ich irgendwann alleine wohnen würde und dann eine schwere Hypo bekäme. Würde ich wieder aufwachen? Wenn ja: in welchem Zustand? Im Diabetesjournal wurde diese Frage alle paar Jahre mal gestellt und immer gleich beantwortet: man solle ja aufpassen, daß man keine schwere Hypo bekäme! Eine wirklich hilfreiche Antwort :-(
Dann zog ich mit fast 27 in eine eigene Wohnung und schloß mich einem Hausnotrufsystem an. Man mußte einmal innerhalb von 14(?) Stunden auf eine Taste drücken. Tat man das nicht, kam erst ein Alarmsignal; danach wurde eine Person benachrichtigt, die einen Schlüssel hatte. Dummerweise reagiere ich ziemlich allergisch auf Klingel- und Wecktöne aller Art, so daß ich einer heftigen Hypo zwar mein Hausnotrufgerät bediente und auch auf meinen Wecker drückte, aber nicht mehr peilte, daß das in Wirklichkeit das Telefon klingelte ... Die drei Geräte waren akustisch nicht zu verwechseln. Nachdem mir klar war, daß mich dieses System nicht schützen kann, bestellte ich es wieder ab. Dann war ich mit meiner Angst allein. Drei oder vier Jahre später hatte ich zwei Erlebnisse, die meine Angst restlos beseitigten. Ich war alleine zu Haus und stellte nach der Insulinspritze um acht Uhr morgens fest, daß ich nichts essen konnte. Da ich damals noch CT machte, also morgens sowohl Basal- als auch sämtliches Mahlzeiteninsulin spritzte, mußte ich in regelmäßigen Abständen essen, um keine Hypo zu bekommen. Jedenfalls hatte ich in einem Fall noch eine Tasse Tee mit Fruchtzucker getrunken, das andere Mal nicht. Dann legte ich wieder ins Bett - und schlief ein. Aufgewacht bin ich jeweils abends gegen 21:00 Uhr - mit heftigen Kopfschmerzen, aber ansonsten unversehrt. Klar: das gespritzte Insulin hat nur eine begrenzte Wirkdauer, und danach steigt der BZ automatisch wieder an! In der Zwischenzeit hielt mein Körper den BZ auf dem lebensnotwendigen Minimum und schaltete alle "unnötigen Verbraucher" - z.B. das Bewußtsein - aus. Seitdem habe ich keine Angst mehr :-)
Das andere Extrem ist das diabetische Koma. Das hatte ich nur ein einziges Mal, als mein Diabetes festgestellt wurde. Nur nach ganz groben handwerklichen Fehlern sind weitere Komata möglich - wenn man beispielsweise kein Insulin mehr spritzt, weil man nichts essen kann ...
Im Gegensatz zum hypoglykämischen Schock entwickelt sich ein Koma langsam, also über mehrere Tage hinweg. Nur mit einer Pumpe kann man es in vielleicht einem oder zwei Tagen "schaffen", aber nur deshalb, weil bei dieser Therapieform kein Insulindepot vorhanden ist. Selbst dann müßte ich noch sämtliche(!) Regeln mißachten, die in einer Pumpenschulung vermittelt werden! Also keinen BZ messen und auch dann nicht reagieren, wenn mir übel wird und ich dauernd aufs Klo muß.
Ein Koma ist tatsächlich eine lebensbedrohliche Situation!
Das Problem ist, daß die Zuckerfreisetzung der Leber ohne Insulin nicht gebremst werden kann. Das führt in einen Teufelskreis: kein Insulin - Zellen hungern - Leber setzt Zucker frei - BZ steigt - mangels Insulin können Zellen kein Zucker aufnehmen - Zellen hungern - Leber setzt Zucker frei - BZ steigt - ... Dazu kommen zwei weitere Faktoren: bei der Umwandlung von Fett in Zucker entstehen Ketonkörper. Das Gehirn kann diese verstoffwechseln, aber der Körper wird dadurch übersäuert. Daher kommen typische Symptome wie Übelkeit und Bauchschmerzen. Der andere Faktor ist, daß der Körper den überschüssigen Zucker irgendwie wieder loswerden will. Dazu wird alle verfügbare Flüssigkeit im Körper gesammelt, um zumindest einen Teil des Zuckers über die Nieren ausscheiden zu können. Man rennt also ständig aufs Klo. Da der Körper das Flüssigkeitsdefizit wieder ausgleichen muß, fängt man an zu trinken, was man bekommen kann. Allerdings wird so nicht nur ein Teil des überflüssigen Zuckers ausgeschieden, sondern auch Salze und andere Elektrolyte. Das hat natürlich auch wieder Konsequenzen. Ohne Eingreifen von außen läßt sich dieser Prozeß nicht mehr stoppen. Deshalb war vor Entdeckung des Insulins Diabetes ein sicheres Todesurteil.
Die Folgeerkrankungen sind wieder eine andere Baustelle. Die entwickeln sich dann, wenn ich über einen längeren Zeitraum schlecht eingestellt bin. Wenn ich also jahrelang(!) einen HbA1c von 8% oder höher habe, kann ich im Prinzip darauf warten. Natürlich gibt es Diabetiker, die trotzdem keine bekommen, aber das ist im Prinzip vergleichbar mit Helmut Schmidt, der seit Jahrzehnten Kettenraucher ist, aber trotzdem in ein paar Tagen seinen 93. Geburtstag feiert. Von einem Koma bekommst Du definitiv keine Folgeerkrankungen - dafür ist es, Hilfe vorausgesetzt, viel zu kurz! Es gibt aber einen statistischen Zusammenhang zwischen HbA1c und dem Auftreten von Folgeschäden: je höher der HbA1c, desto höher ist das Risiko! Eine Untergrenze soll es nicht geben. Allerdings ist man meiner Erfahrung nach mit einem HbA1c von unter 6,5 - 7% auf der sicheren Seite. Natürlich ist mein Diabetes nicht immer optimal eingestellt gewesen. Vor allem in der Pubertät und als Twen habe ich mich aus unterschiedlichen Gründen nicht besonders gut um ihn gekümmert; mein HbA1c lag Mitte der 80er Jahre bei etwa 8%. Die Quittung bekam ich mit 30, als eine beginnende Retinopathie diagnostiziert wurde. Einige Zeit darauf bekam ich den Diabetes wieder besser in den Griff, der HbA1c sank erst auf durchschnittliche 7, später auf 6,7%. Als ich dann mit 40 die Pumpe bekam, war das eine Auge wieder völlig in Ordnung, das andere folgte kurz darauf. Seitdem liegt mein HbA1c im Normbereich - und Folgeschäden wurden nie wieder diagnostiziert :-)1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag.