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Verdacht Schwangerschaftsdiabetes, eine Frage bzgl Blutzuckerwert
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Gast
Rang: Gastam 30.12.2011 19:57:55
Moin Havier,
egal ob 60ger oder 70ger, das war das finstere Mittelalter der Diabetologie. Erste einheitliche Maßstäbe für Diabetes gab's übrigens erst Ende der 70ger und das mit so hohen BZ-Werten, dass die Betroffenen Typ2 schon mit ersten Folgekrankheiten auffielen. Die Typ1 fielen schon eher auf, häufig mit nem Zusammenbruch infolge Ketoazidose.
Die hohen Diagnose-Werte wurden damals angeblich damit gerechtfertigt, dass der Diabetes als Todesurteil mit langsamer Vollstreckung galt, die man mit der Behandlung nur ein bisschen verlängern konnte und mit früherer Behandlung auch nicht zu bessern wusste. Also ließ man die Betroffenen möglichst lange in dem Glauben, eben keinen Diabetes zu haben.
Fachoffiziell wurden niedrigere BZ-Werte erst in den 90ger Jahren des vorigen Jahrhunderts eingeführt, und erst seitdem kann man eigentlich von einer halbwegs gesunden Diabetes-Behandlung sprechen. Beide Damen, die sich hier so herzlich schreiben, hatten das Glück, ihre Diabetesse schon sehr viel früher sehr viel gesünder zu behandeln bzw. behandelt zu bekommen :-)
Mit besten Wünschen zum Jahreswechsel, Jürgen -
Gast
Rang: Gastam 30.12.2011 22:54:50
schrieb:
70er oder 60er ? Havier --- ich bin ein falscher 50er ---
Du bist wirklich ein falscher Fuffz'ger! Nenn' doch bitte mal den Beitrag, in dem steht:
"Mein Diabetes hat sich in den 70er Jahren manifestiert .... ich war 1962 erst 4, als es mich erwischte". Du bist ja wie "Anke" - die auch aus 3 Beiträgen einen gemacht - Hauptsache sie konnte etwas bemängeln! -
Gast
Rang: Gastam 30.12.2011 23:21:10
Sorry, aber jetzt steh ich irgendwie auf dem Schlauch.
Die Textauszüge sind natürlich aus 2 verschiedenen Beiträgen. #10 und #23
Sind die etwa von 2 verschiedenen Gästen ?
Wenn ja, dann tut´s mir leid. Absichtlich würde ich sowas nicht machen.
Manchmal ist das - zumindest für mich - nicht ganz leicht die Gäste zu unterscheiden.
Havier
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Gast
Rang: Gastam 31.12.2011 10:25:34
Hallo Jürgen,
ganz so schlimm war es auch in den 60er Jahren nicht für Typ2. Er wurde auch damals schon behandelt. Meine Mutter und Schwester (beide Typ2) wurden natürlich auch mit dem damals üblichen Euglucon behandelt, kriegten aber auch Insulin als die Werte zu hoch wurden. Natürlich nach einem strengen Spritzschema, die Messerei steckte ja noch in den Kinderschuhen, bzw. die gab es für privat nicht.
Und daß sie Diabetes hatten wurde ihnen durchaus gesagt, warum meinst du, habe ich meinen Diabetes so früh entdeckt? Ich war immer wieder beim Arzt zum testen, gemerkt hab ich damals noch nichts.
Mit heute waren die Maßnahmen für Typ2 allerdings nicht zu vergleichen. -
Gast
Rang: Gastam 31.12.2011 14:49:07
@H4: Wir glauben dir mal, dass du nicht bewusst 2 verschiedene zusammengestrickt hast, aber wie immer: wer lesen kann, ist im Vorteil:
#10: "Mein Diabetes hat sich in den 70er Jahren manifestiert, damals war ich Anfang 30."
#23: "wenn ich meinen DM T1 erst mit über 30 bekommen hätte (ich war 1962 erst 4, als es mich erwischte)"
Aber ich denke, jeder macht mal Fehler und nobody is perfect (obwohl es manche glauben!). Darum oder trotzdem wünsche ich allen einen guten, schmerzfreien Rutsch ins neue Jahr und in dem dann gute BZ-Werte incl. ordentlichem Management egal mit welchem DM und welcher Ernährung. -
Gast
Rang: Gastam 31.12.2011 15:27:19
Gut, dann ist meine Glaubwürdigkeit ja wieder hergestellt ;-)
Und für´s neue Jahr hab ich mir auch ne Menge vorgenommen.....
Grüße an alle und einen guten Rutsch
Havier
--- ... ich mach´s im Neuen Jahr genauso wie im alten ;-) ---
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Gast
Rang: Gastam 31.12.2011 15:36:19
Moin Erika,
Euglukon war 1966 völlig neu, die erste wirklich BZ-senkende Tablette, und dass Ihr das damals gekriegt habt, spricht für einen für damalige Verhältnisse absolut fortschrittlichen Dok. Denn damals fanden neue Medis den Weg sehr viel langsamer als heute in den Gebrauch in Kliniken und schließlich in Arztpraxen.
Diagnose-Schwelle für Diabetes war Zucker im Urin, also nüchtern etwa 200mg/dl, und ohne Zucker im Urin wurde kein Glukosetest im Labor im kranken Haus angeordent. Und in der normalen Insulin-Einstellung pflegte der BZ über den Tag zwischen etwa 100 und 400mg/dl zu schwanken. Bei Typ2 auch insgesamt noch ein Stück höher, weil Typ2 keine Keto kriegt und mit der höheren Einstellung mehr von den lästigen Hypos vermieden werden können.
Deine Diagnose und Behandlung war ganz oben auf der Höhe der damaligen Zeit, und die war halt im Rückblick finsteres diabetologisches Mittelalter. Verbreiteter Licht gab es da drin erst mit den beiden großen Studien DCCT für Typ1 in USA und UKPDS für Typ2 in England. Die UKPDS wurde in der zweiten Hälfte der 70ger Jahre eingestielt. Also muss es damals schon einzelne Lichter/Ärzte gegeben haben, die ihre Typ2 auf HBA1c um 8 und darunter einstellten. Aber die große Menge der Fachärzte und Ärzte folgte erst mit Abschluss und Auswertung der UKPDS in der zweiten Hälfte der 90ger.
Auf ein gutes 2012, Jürgen