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Neuling (vermutl. TypII) sucht Rat
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am 23.12.2012 19:47:28
Hi
Bei mir wurde diese Woche Diabetes festgestellt.
Zur Vorgeschichte:
Ich bin 41, rauche nicht, trinke nicht (zumindest nur extrem selten), mache aber eigentlich keinen Sport und bin mit 81kg bei 174cm etwas Übergewichtig.
Mein Arzt hat mir neulich beim Impfen zu einen großen Blutbild geraten, da er noch keins hatte.
Dabei kam ein Blutzucker von 340 (nicht nüchtern) und ein Langzeit (Hbc Irgendwas) von 8,8 raus.
Ich hab das ganze am Telefon erfahren.
Er hat mir geraten von möglichst allen Kohlenhydraten (Brot, Kartoffeln, Milch, Nudeln, Reis usw.) Abstand zu nehmen.
Mein Problem ist nun, das dies meine Hauptnahrungsmittel sind (waren).
Morgens habe ich gerne zwei Scheiben Graubrot mit Margarine und Erdbeermarmelade gegessen.
Mittags in der Mensa,wenn es da Etwas verträgliches gab (näheres siehe unten)
Alternativ 'nen Stück Kuchen, oder eine Laugenbrezel, oder mal eine Bulette im Brötchen.
Abends dann gerne ein paar belegte Brote mit Salami.
Zugegeben, zwischendurch waren auch Schokoriegel oder Weingummi dazwischen.
Viele Gemüse vertrage ich leider nicht,
die gehen nach spätestens einer halben Stunde wieder rückwärts aus dem Kopf.
Ich weiß, ich bin selber Schuld, ich habe damit meine Bauchspeicheldrüse an die Wand gefahren.
Vorwürfe bekomme ich schon genug, nicht zuletzt auch von mir selber.
Ich lebe z.Zt. von einem Apfel (saurer) morgens und einer Scheibe Wurst abends.
Brot, Kuchen, Süßigkeiten und Mittagessen ersatzlos gestrichen.
Ich habe leider erst im nächsten Jahr einen Termin bei Diabetologen bekommen.
Meine Fragen sind jetzt:
Lohnt sich bei so hohen Werten eine Behandlung überhaupt noch?
Mir wurde zu verstehen geblieben das die Diabetes wohl schon seit ein paar Jahren unentdeckt geblieben war.
Oder soll ich das beste Aus der Zeit machen bevor mich die Folgeerkrankungen (Erblindung, Nierenversagen, Amputation) einholen?
Jetzt wo ich die Diagnose weiß, bemerke ich auch allmählich die typischen Symptome.
Hab jetzt ab und an kalte Zehen.
Mein Urin schäumt manchmal.
Ich sehe seit heute auf dem rechten Auge schlechter.
Ich weiß grad' echt nicht was ich tun soll.
Hab seit einer Woche nicht mehr durchschlafen können.
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am 23.12.2012 23:07:24
Hallo Hauke,
erst mal ganz ruhig bleiben und tief durchatmen. Dein Diabetes hat sich über längere Zeit entwickelt. Wenn du dir jetzt 1...2 Monate Zeit nimmst, um ihn zu verstehen und damit richtig umzugehen, dann passiert nichts schlimmes. Am Anfang geht es übrigens fast allen so, dass sie die Krankheit nicht akzeptieren wollen. Dabei gibt es gerade bei Diabetes viele Möglichkeiten, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und mit gutem BZ Vorsorge gegen die schrecklichen Folgeerkrankungen zu treffen.
Natürlich lohnt es sich bei deinen Werten, etwas dagen zu tun. Lies dir als Beispiel mal das hier und ein paar andere Erfahrungsberichte durch.
Bei guter BZ-Führung werden sich beginnende Nervenschäden an den Zehen erfahrungsgemäß wieder rückentwickeln. Schlecht sehen wirst du eine Zeit lang einfach deshalb, weil du vorher sehr hohe BZ-Werte hattest, die jetzt kleiner werden. Das regelt sich wieder ein. Die Nieren musst du untersuchen lassen und wenn wirklich schon etwas mit denen ist, dann musst du das laufend überwachen.
Das wichtigste ist aber, dass du auf gesunde BZ-Werte achtest. Die erreichst du durch eine diabetesgerechte Ernährung, du musst auf die Menge und Qualität der KH achten. Außerdem ist es sehr wichtig, dass du dir eine Sport suchst, den du regelmäßig treiben kannst. Ergänzend dazu musst du dann die Medikamente nehmen, die du für einen guten BZ benötigst.
Kopf hoch, das ist zu schaffen. LG Rainer -
Gast
Rang: Gastam 24.12.2012 09:54:50
hallo hauke,
bitte schmeiß deine selbstvorwürfe ganz schnell über bord, mit allem was du an essen beschrieben hast hats du "überhaupt nichts" und schon garnicht die bsd gegen die wand gefahren. es ist zz die allgemeine hysterie daß man den diabetikern die schuld für den diabetes in die schuhe schieben will - das ist außer bei den extremfressern mit 200 kg gewicht, völlig falsch.
sei froh daß der arzt rechtzeitg was gemerkt hat, du wirst bei guter behandlung gesund alt wie alle anderen auch.
nur zur info ob ein apfel sauer ist oder nicht sagt "absolut" nichts über seinen kh gehalt aus,
sondern nur über seinen säuregehalt.1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
Gast
Rang: Gastam 24.12.2012 11:49:03
Tut mir leid, aber ich musste grad echt ein wenig lachen. Ich weiß, für dich ist es nicht lustig, aber das mit "das beste aus der Zeit machen, bevor mich die Folgeerkrankungen einholen" ist schon lustig, wenn man ein bisschen Ahnung von Diabetes hat.
Ich hatte bei der Diagnose einen HbA1c von 12%, seitdem ist er immer zwischen 5 und 6,2% gewesen. Umso besser du deinen BZ steuerst, desto geringer ist das Risiko für Folgeerkrankungen. Wenn du aber jetzt "das beste aus der Zeit machst", dann sind die Folgeschäden vorprogrammiert.
Zuerst mal sollte dein Diabetologe deinen Diabetes-Typ bestimmen. Hast du Typ 1 bekommst du Insulin und darfst weiter so essen, wie du es bisher gemacht hast. Hast du Typ 2, wird dein Arzt mit dir besprechen, welche Therapieform für dich die beste ist.
Alles Gute! -
am 24.12.2012 13:02:40
Gast schrieb:
"das beste aus der Zeit machen, bevor mich die Folgeerkrankungen einholen" ist schon lustig, wenn man ein bisschen Ahnung von Diabetes hat.
Ich meinte das eher so, das ich nochmal verreisen wollte, solange ich noch kann.
So wie ich das verstanden habe, ist das so, das wenn die Blutgefäßveränderungen einmal angefangen haben, dann lassen sich die nicht mehr aufhalten.
Gast schrieb:
Ich hatte bei der Diagnose einen HbA1c von 12%, seitdem ist er immer zwischen 5 und 6,2% gewesen.
Das heißt dann bestehen noch Chancen?
Bist du Typ 1 oder Typ 2?
Gast schrieb:
Alles Gute!
Danke
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Gast
Rang: Gastam 24.12.2012 13:21:45
Ich bin Typ 1, aber "Chancen" hat man bei beiden Typen. Solltest du schon Schäden haben (was ja nicht so sein muss), können die sich auch durch gute Werte teilweise zurückbilden. Auf jeden Fall kann der Verlauf verlangsamt oder gestoppt werden. Weder Typ 1, noch Typ 2 heißt, dass du irgendwann amputiert oder blind bist. Diabetes ist eine der wenigen Krankheiten, deren Verlauf man aktiv beeinflussen kann. Man muss nur wollen! :-)