Therapieziel: Lebensqualität
Die Therapieziele Lebensverlängerung und sekundäre und tertiäre Prävention standen bisher immer im Mittelpunkt therapeutischer Konzepte. Die Lebensqualität der Patienten fand wenig Berücksichtigung und mußte auch schon mal Einschränkungen durch Therapien hinnehmen. Dabei ist die Lebensqualität aus Sicht des Patienten aber die entscheidende Größe, denn nur sie ist aktuell erfahrbar und konkret, während die anderen Therapieziele häufig abstrakt und in der Ferne bleiben. Auch in der Diabetologie gewinnt die Lebensqualität der Patienten unter den Therapiezielen heute an Gewicht. Neue therapeutische Konzepte müssen vor allem auch in dieser Dimension beurteilt werden. Bezüglich zum Beispiel der Insulintherapie kommt es nach wie vor zu therapiebedingten Einschränkungen der Lebensqualität (Patienten werden angehalten, einen Spritz-Eß-Abstand einzuhalten, es wird ihnen Haushaltszucker verboten oder die Einnahme von Zwischenmahlzeiten vorgeschrieben). Dieses sind die Konsequenzen aus unphysiologischen Kinetiken der derzeit zur Verfügung stehenden Insuline. Die Normalinsuline werden zu langsam resorbiert, mit der Folge, daß ihre Wirkung zu spät einsetzt, das Maximum zu gering und die Wirkungsdauer zu lang ist. Durch schneller wirkende Normalinsuline, wie Insulin lispro (Produktname: Humalog®), mit einer wesentlich schnelleren Resorption und damit kürzeren und in dieser Zeit stärkeren Wirkungsdauer, können auf die dargestellten Einschränkungen in der Lebensqualität der Patienten in jedem Fall verzichtet werden. Neben der deutlich schnelleren Resorption zeichnet sich Insulin lispro durch einen weiteren entscheidenden Vorteil gegenüber den bisherigen Normalinsulinen aus: Die Verlängerung der Wirkungsdauer bei Dosiserhöhung fällt wesentlich geringer aus im Vergleich zu Normalinsulin.Damit wird eine intensivierte Insulintherapie übersichtlicher, es werden überlappende Normalinsulinwirkungen vermieden. Dieses könnte auch die in einigen Studien beobachtete, signifikant geringere Hypoglykämierate unter dem analogen Insulin im Vergleich zum Huminsulin bei Typ-I-Diabetiker erklären.