Durch normale Werte: Schützen Sie Ihre kleinen Gefäße!
Behalten Sie die Nerven und Ihre Beine!
Definitionen:
poly= viele
mono= einzeln
Neuropathie= Nervenschaden
peripher= Arme und Beine betreffend
Viele Nerven-Probleme!
Betroffene haben häufig nicht nur eine eingeschränkte Lebensqualität, sondern auch ein drastisch erhöhtes Risiko, an einem plötzlichen Herztod zu sterben; außerdem ist die Gefahr für eine Amputation der Beine erhöht (diabetisches Fußsyndrom/periphere Neuropathie). Die Erkrankung der den Fuß versorgenden Nerven ist mit die häufigste Ursache für die Amputationen bei Diabetikern. Das Risiko ist im Vergleich zu Nichtdiabetikern um den Faktor 10 bis 22 erhöht – jedes Jahr werden etwa 28 000 Menschen mit Diabetes in Deutschland amputiert. Diabetische Nervenerkrankungen treten mit zunehmender Diabetesdauer und schlechter Blutzuckereinstellung deutlich häufiger auf, oft gleichzeitig mit einer diabetischen Retinopathie und Nephropathie, aber auch mit anderen Risikofaktoren wie Fettstoffwechselstörungen und Rauchen.
Neuropathie: unklar
Viele in Tiermodellen untersuchte Entstehungsmechanismen konnten nicht einfach auf den Menschen übertragen werden, so daß bis heute nicht völlig geklärt ist, was im einzelnen zu einem bestimmten Nervenschaden geführt hat. Offenbar gibt es auch Schädigungen der Nerven, die nur vorübergehend und von kurzer Dauer sind – ja sogar wieder verschwinden! Weit häufiger sind aber Nervenschäden, die sich nicht mehr zurückbilden lassen und bei denen sich durch Spezialuntersuchungen krankhafte Veränderungen am Nerven selbst finden lassen.
Mögliche Beschwerden:
...bei senso-motorischer Neuropathie:
- Schmerz (brennend, stechend) - manchmal auch fehlender Schmerz
- Verlust des Temperaturempfindens
- Verlust der Oberflächenempfindlichkeit
- Verlust oder Minderung des Lageempfindens
- Verlust oder Minderung des Vibrationsempfindens
- Verlust der Fähigkeit, spitz/stumpf zu unterscheiden
- Minderung oder Verlust bestimmter Reflexe (Knie, Ferse)
- Evtl. zusätzliche Zeichen der autonomen Neuropathie
Die Entstehungsgründe
Für die Entwicklung einer diabetischen Neuropathie werden heute ursächlich verschiedene Faktoren verantwortlich gemacht:
- Durchblutungsstörungen der Blutgefäße, die den Nerven selbst versorgen, und die Arteriosklerose.
- Dauerhaft erhöhter Blutzucker, auch „oxidativer Streß“; erhöhter Blutzucker mit der Bildung von besonderen Alkoholen (Sorbitol), aber auch die Bildung von Eiweiß-Zucker-Verbindungen scheinen die Funktion von Nerven zu beeinträchtigen.
- Nachweis von Eiweißen (Antikörper) gegen das eigene Nervengewebe; verminderte Nervenwachstumsfaktoren.
- Eine Störung der Nährstoffversorgung entlang der langen Nerven scheint die Ursache dafür zu sein, daß die ersten Beschwerden oft an den am weitesten entfernt gelegenen Abschnitten auftreten - nämlich im Bereich der Füße oder der Hände „strumpfartig“ oder „handschuhartig“.
Die Risikofaktoren Unabhängige Risikofaktoren für die Entwicklung eines diabetischen Nervenschadens sowohl bei Typ-1- wie bei Typ-2-Diabetikern sind
- das Alter des Betroffenen,
- die Diabetesdauer,
- der HbA1c-Wert,
- das Cholesterin,
- der Bluthochdruck,
- Netzhaut- und Nierenschäden sowie
- Alkoholkonsum und Rauchen.
Die Diagnose „diabetische Polyneuropathie“ ist eine Ausschlußdiagnose und kann immer erst dann angenommen werden, wenn andere Ursachen sicher ausgeschlossen wurden wie:
- Alkohol,
- bestimmte Medikamente wie zum Beispiel Schmerzmittel,
- chronischer Nierenschaden,
- Mangel an B-Vitaminen („Fehlernährung“-Alkoholismus!),
- Arteriosklerose/Beinarterien,
- Bandscheibenschäden (Wirbelsäule) und
- Tumoren.
Diabetische Nervenerkrankung: die Formen
Die mit über 80 Prozent häufigste Form der diabetischen Neuropathie ist die „symmetrische sensomotorische Neuropathie“, bei der sich im Laufe der Erkrankung frühzeitig Gefühlsstörungen finden lassen - vor allem an den Füßen „sockenförmig“ oder an den Händen „handschuhförmig“. Die Störungen zeigen sich als Mißempfindung, Kribbeln oder Ameisenlaufen. Oft fehlt auch das Empfinden für Kälte oder Wärme. Verbrennungen oder Verletzungen können dann im Zusammenhang mit einer Infektion schließlich zu einem diabetischen Fuß mit der Gefahr der Amputation führen. Als eine der ersten Beschwerden beklagen die Betroffenen, die Füße und Zehen nicht mehr heben und sich nicht mehr auf die Zehenspitzen stellen zu können. Oft führen erst stärkste Schmerzen die Betroffenen zum Arzt!
Erst Empfindungsstörung, später Lähmung
Störungen der Gefühlsempfindung wie Kribbeln und Kalt-Warm gehen möglichen Muskellähmungen oft um Jahre voraus.
Die asymmetrischen Formen (oft einseitig auftretend) der diabetischen Neuropathie treten mit etwa 5 bis 10 Prozent deutlich seltener auf und betreffen hauptsächlich den Rumpf, den Oberschenkel oder die Hüfte eines Patienten; sie werden oft als „Ischiasschmerz“ fehlgedeutet. Häufig folgt eine Schwäche der betroffenen Muskeln. Dies führt häufig dazu, daß Betroffene Schwierigkeiten beim Treppensteigen haben oder Probleme beim Aufrichten aus der Hocke.
Unklare Zeichen!
Gefühlsstörungen, wie wir sie häufig bei Bandscheibenschäden finden, fehlen in der Regel. Ebenso klagen diese Patienten im Gegensatz zu bandscheibenbedingten Beschwerden (Hexenschuß) nie gleichzeitig über das Auftreten von Rückenschmerzen – dadurch ist eine Abgrenzung häufig klinisch möglich. Apparatetechnische Zusatzuntersuchungen müssen manchmal die Diagnose klären helfen: Kernspintomographie, Elektromyographie, Röntgen, CT.
Der Befall einzelner Hirnnerven (Mononeuropathie) führt manchmal in Verbindung mit einem hinter dem Auge empfundenen Schmerz zu Doppelbildern infolge einer Lähmung der versorgten Augenmuskeln.
Hängendes Augenlid
Manchmal „hängt“ auch ein Augenlid infolge der Lähmung des Lidhebermuskels, die Pupillenreaktion ist in der Regel nicht beeinträchtigt. Die Augenmuskellähmungen bilden sich meist innerhalb weniger Wochen wieder zurück; geschieht dies nicht, muß als Ursache immer auch eine TIA (=vorübergehende Durchblutungsstörung des Gehirns) oder auch ein Tumor ausgeschlossen werden.
Bei Diabetikern treten deutlich häufiger als bei Nichtdiabetikern auch „Engpaßsyndrome“ auf, bei denen bestimmte Nerven eingeengt werden und dadurch Beschwerden verursachen.
Das Engpaßsyndrom
Das bekannteste ist das Karpaltunnelsyndrom, bei dem der „Nervus medianus“ im Bereich des Handgelenks auf der Beugeseite eingeklemmt wird - in einem „Tunnel“ aus Knochen und Sehnen. Frauen sind insgesamt häufiger betroffen als Männer, die Gebrauchshand (Führungshand) deutlich häufiger und schwerwiegender als die Nichtgebrauchshand.
„Finger wie Würste...“
Patienten klagen oft über leichte Taubheits- oder Kribbelmißempfindungen in den Spitzen von Daumen, Zeige- und Mittelfinger (N. medianus), später oft auch über ein Schwellungsgefühl („wie Würste“) und Steifigkeit, gelegentlich auch über einen tief empfundenen Schmerz, insbesondere nachts und in den frühen Morgenstunden. Das Ganze kommt häufig vor bei Diabetikern und bei:
- Schwangeren,
- Menschen mit Rheuma,
- Menschen mit Kollagenosen (Bindegewebserkrankungen),
- Menschen mit Schilddrüsenunterfunktion.
Die sichere Diagnose erfolgt mittels eines Elektroneurogrammes (ENG) beim Nervenarzt, die Erkrankung erfordert anschließend, eventuell chirurgisch zu behandeln.
Eingeweide und Sexualorgane betroffen?
Die „autonome Neuropathie“ betrifft die Eingeweidenerven bzw. das vegetative Nervensystem: Wenn also die nicht unserem Willen unterworfenen Nerven beteiligt sind, die „autonomen Nerven“, haben Betroffene Probleme mit den Nerven, die
- das Herz versorgen sowie
- die Eingeweide,
- die Nieren, • die Blase,
- die Sexualorgane, Darm usw.
Man erkennt sehr leicht, daß es sich um eine sehr wichtige und für den Betroffenen häufig schwerwiegende Komplikation des Diabetes handelt.
Jeden 3. kann‘s treffen
Wie auch bei der peripheren Neuropathie muß etwa jeder 3. Diabetiker mit einer Schädigung der autonomen Nerven im Laufe seines Lebens rechnen, insbesondere dann, wenn gleichzeitig eine Netzhaut- und eine Nierenbeteiligung vorliegt.
Man schätzt, daß gegenwärtig mehr als 40 Prozent aller Patienten, die einen Herzinfarkt erleiden, diesen gar nicht bemerken („stummer Infarkt“) und so immer die Gefahr eines plötzlichen Herztodes besteht.
Sinnvolle Untersuchungen:
Was Ihr Arzt tun sollte bei Verdacht auf eine Neuropathie:
- Schmerzempfindung, z.B. mit Zahnstocher, Einmalnadel oder Kneifen einer Hautfalte.
- Berührungsempfindung (Oberflächensensibilität), z. B. mit Wattebausch.
- Vibrationsempfindung mit 128-Hz-Stimmgabel (nach Rydel-Seiffer) zunächst am Großzehengrundgelenk innen; falls kein Empfinden besteht, Untersuchung am Innenknöchel.
- Muskeleigenreflexe (Kniescheibe, Achillessehne)
- Temperaturempfindung mit Tip Therm (Warm-Kalt-Empfinden)
- Duckempfindung mit 10-g-Monofilament auf der Unterseite des Zehenballens der 2. Zehe Gefahr: stummerInfarkt
Weitere Hinweise auf eine Herzbeteiligung können sein:
- verminderte Belastbarkeit,
- fehlender Anstieg des Herzschlags und des Blutdrucks unter Belastung,
- erhöhter Puls bereits in Ruhe,
- Fehlen einer nächtlichen Puls- und Blutdruckabsenkung (24-h-EKG/Blutdruckmessung!).
Insbesondere bei der Durchführung einer Narkose im Rahmen einer Operation können so schwerwiegende Komplikationen auftreten, wenn eine Neuropathie am Herzen nicht beachtet wurde.
Wenn Magen und Darm betroffen sind
Störungen der Magen- und Darmfunktion (bis zur Magenlähmung) können bei Patienten mit Diabetes Ausdruck einer Beteiligung der Eingeweidenerven sein. Da die Beschwerden oft sehr unspezifisch sind, müssen zuvor andere Erkrankungen als Ursache ausgeschlossen werden. Hohe Blutzuckerwerte können von sich aus schon die Magenentleerung deutlich verzögern - entsprechende Untersuchungsergebnisse verfälschen.
Beschwerden als Hinweis auf eine gestörte Magenentleerung finden sich bei etwa 20 bis 30 Prozent aller Typ-1- und Typ-2-Diabetiker:
- Übelkeit, Erbrechen,
- Blähungen, Völlegefühl sowie
- frühzeitiges Sättigungsgefühl.
„Brittle Diabetes“: schwankende Werte
Haben Sie regelmäßige Unterzuckerungen nach den Mahlzeiten bei vorausgegangener Insulininjektion? Oder haben Sie schwankende Blutzuckerwerte? Dann sollte man auch an eine Gastropathie denken bzw. an einen „Brittle-Diabetes“ – reden Sie mit Ihrem Arzt darüber!
Findet man nach einer Nüchternperiode von etwa 8 bis 12 Stunden nach Ausschluß einer anderen Ursache noch Speisereste im Magen, kann der Verdacht auf eine Beeinträchtigung der Magenfunktion geäußert werden. Weitere Funktionstests (Szintigraphie, Atemtest, Ultraschall) können die Diagnose erhärten.
Durchfälle, Verstopfung sowie eine Stuhlinkontinenz können ebenfalls im Rahmen einer autonomen diabetischen Neuropathie auftreten.
Nervenschäden unter Beteiligung der Blase
Der Nervenschaden des Urogenitaltraktes äußert sich in Form einer Harnblasenentleerungsstörung und/oder Sexualstörungen bei Mann und Frau. Zur Untersuchung der Harnblasenstörung hat sich als einfache Methode bewährt die Bestimmung der „Restharnmenge“ mittels Ultraschall bei voller Blase und nach deren Entleerung. Sexuelle Störungen bei Diabetes mellitus sind häufig.
Häufig sexuelle Störung
Etwa 50 Prozent aller Männer und etwa 30 Prozent aller Frauen mit Sexualstörungen haben eine autonome Neuropathie. Die Häufigkeit der Erektionsstörung beim Mann ist etwa doppelt so häufig wie bei Nichtdiabetikern. Neben der autonomen Neuropathie kommen für diese Art Störungen immer auch in Frage eine Durchblutungsstörung, die Nebenwirkung von Medikamenten (z.B. Schmerzmittel, Antidepressiva, Blutdruckmittel), aber auch eine psychische Ursache. Daran sollten Sie und Ihr Arzt bei der Diagnose unbedingt denken! Mehr als 80 Prozent aller Männer können mit den heute zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zufriedenstellend behandelt werden.
Frauen ohne Lust
Diabetische Frauen klagen oft über nachlassende sexuelle Lust, ausbleibenden oder auch schmerzhaften Orgasmus - eine vergleichbare medikamentöse Therapie gibt es bisher nicht. Auch die Pupillenreaktion und die Schweißsekretion können betroffen sein. Manche Patienten berichten über extremes Schwitzen vor allem beim Essen („gustatorisches Schwitzen“), wobei in der Regel das Gesicht und der Oberkörper betroffen sind, während die Haut der unteren Körperhälfte eher trocken ist. Auslöser sind möglicherweise Gewürze sowie der direkte Kontakt mit der Schleimhaut des Mundes. Eine besondere Form des Schadens am vegetativen Nervensystem ist die verschlechterte Unterzuckerungswahrnehmung (Hypoglykämiewahrnehmungsstörung): Sie kann dazu führen, daß man keine Alarmzeichen bei Unterzuckerungen mehr bemerkt.
Balsam für die Nerven
Den Stoffwechsel optimal einstellen - das ist zumindest beim Typ-1-Diabetes die einzige ursächliche Therapie der diabetischen Neuropathie. Eine strikte normale Blutzuckereinstellung ist in der Lage, sogar bereits bestehende Nervenschäden im gewissen Umfang zurückzubilden – das zeigen auch die Ergebnisse nach Pankreas- bzw. Inselzelltransplantationen. Beim Typ-2-Diabetiker sprechen klinische Erfahrungen ebenfalls für den Versuch einer Blutzuckernormalisierung, eindeutige Beweise fehlen jedoch. Aufgrund der vorliegenden Untersuchungen wird nach europäischen Empfehlungen ein HbA1c-Wert von 6,5 Prozent angestrebt.
Diabetische Nervenschäden können sich spontan bessern und sogar völlig zurückbilden – auch ohne Therapie; dies macht die Beurteilung des Erfolges mancher Therapien oft so schwierig oder unmöglich!
Es gibt Medikamente
Schmerzen und schmerzhafte Mißempfindungen beeinträchtigen die Lebensqualität der Betroffenen stark. Zur Behandlung gibt es eine Reihe von Medikamenten, die man teils auch kombinieren kann. Im Zusammenhang mit der Verordnung dieser Medikamente sind immer ihre zum Teil ausgeprägten Nebenwirkungen zu berücksichtigen. Zuerst steht wie schon gesagt die optimale Blutzuckereinstellung. Daneben ist die -Liponsäure einer der wenigen grundsätzlichen Behandlungsansätze: Sie hat sich in verschiedenen Studien beim Typ-1- wie beim Typ-2-Diabetes bewährt bezüglich der
- Linderung der Beschwerden,
- Reduzierung neurologischer Ausfälle sowie auch
- der Verbesserung objektivierbarer Parameter wie der Nervenleitgeschwindigkeit.
Kasse zahlt nicht!
Die Therapie mit α-Liponsäure wird in der Regel begonnen mit der intravenösen Gabe für etwa 14 - 21 Tage, danach wird die Therapie mit Tabletten einige Monate fortgeführt. Achtung: Die Behandlung wird in der Regel heute nicht mehr von den Kostenträgern bezahlt!
Für die symptomatische Therapie, also für die Behandlung der Beschwerden, werden Schmerzmittel eingesetzt wie Paracetamol /Acetylsalicylsäure, Opioide wie Oxygesic oder Tramal, „trizyklische Antidepressiva“ Saroten sowie vor allem moderne Antiepileptika wie das Neurotin oder das ganz neue Lyrica. Letzteres hat sich schon kurz nach seiner Markteinführung als hervorragende Alternative mit geringen Nebenwirkungen bewährt – besonders zur Nacht!
Viele Hoffnungen liegen auf der medikamentösen Hemmung der „Proteinkinase C ß-Form“ – sie könnte möglicherweise eine weitere Verbesserung der ursächlichen Behandlung der Neuropathie sein (z. B. Ruboxistaurin)
Umstrittene Vitamine
Dagegen wird die Wirksamkeit der Behandlung mit B-Vitaminen zum Teil sehr kontrovers diskutiert. Ergänzend haben sich sehr bewährt: balneotherapeutische Verfahren wie Zweizellen- oder Vierzellenbäder zur symptomatischen Behandlung – dadurch kann man auch Medikamente einsparen! Auch eine Nervenstimulation über die Haut sowie die Akupunktur scheint in einigen Fällen zu helfen. Umstritten ist ebenfalls die äußerliche Anwendung einer Salbe aus Capsaicin, dem Scharfstoff des Cayennepfeffers. Lokale Hautreizungen können auftreten, und der „Erfolg“ tritt oft erst nach mehreren Wochen ein, ebenso ist eine intakte Hautoberfläche unbedingt erforderlich.
Nicht barfuß laufen
Patienten mit diabetischer Neuropathie und Taubheitsgefühl an den Füßen sollten Barfußlaufen meiden und zur täglichen Fußinspektion einen Spiegel nehmen, damit Fußverletzungen rechtzeitig erkannt werden. Wer eine schmerzlose Neuropathie hat, sollte besonders aufpassen: Man ist logischerweise noch mehr gefährdet – und wird manchmal mit seinen Beschwerden gar nicht ernst genommen, weil die Schmerzen fehlen.
Im Alltag bedeutend sind wie ausgeführt eine Beteiligung des Herz-Kreislauf-Systems, die Lähmung des Magens, eine Sexualstörung sowie eine gestörte Unterzuckerungswahrnehmung.
Das Fazit
Eine spezielle Neuropathie-Behandlung des Herz-Kreislauf-Systems ist in der Regel nicht erforderlich. Aufgrund der gehäuften Anzahl an stummen Herzinfarkten muß jedoch die Koronare Herzkrankheit rechtzeitig erkannt werden, damit richtig behandelt werden kann. Oft sind ganz verschiedene Organsysteme betroffen – damit die Therapie in guten Bahnen verläuft, sollten rechtzeitig unbedingt ein Arzt des entsprechenden Fachgebietes (Neurologe, Kardiologe etc.) vom Hausarzt oder Diabetologen hinzugezogen werden.