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Frage zum Insulin-Lock-Bonbon :-)
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Helmut
Rang: Gastam 08.04.2009 14:32:22
Hallo anonym,
ja, so habe ich es auch verstanden, als Info an die Bauchspeicheldrüse "mach was, es kommt gleich Futter" ;-)
Ich weiß nur nicht, WIE LANGE braucht denn die Bauchspeicheldrüse ungefähr, um ausreichend zu reagieren. Sprich: reicht es, das Bonbon (oder was auch immer) unmittelbar vor dem Essen zu lutschen oder sollte es z.B. eine halbe Stunde vorher sein, damit dann - wenn die Mahlzeit kommt - die BZ-Spitze nicht so hoch geht. Wäre toll, wenn Klaus noch mal etwas dazu sagen würde. Vielleicht schaut er ja mal vorbei.
Zur Bewegung während des Tages. Stimmt schon, dass dadurch auch ein Einfluß auf den BZ gegeben ist, aber bei mir ist es immer die 1. Mahlzeit des Tages. Auch wenn ich mal das Frühstück auslassen musste, am Vormittag im Job unterwegs bin und erst Mittag die 1. Mahlzeit habe, ist trotz Bewegung am Vormittag das gleiche wie wenn ich in der Früh aus dem Bett komme und sofort frühstücke.
Ich denke, es hängt damit zusammen, dass diese 1. Phase bei mir nicht richtig klappt und es zu lange dauert, bis die Bauspeicheldrüse das benötigte Insulin produziert hat. Dann kommt genug, aber beim Start geht der BZ höher als es normal wäre.
Würe mich freuen, wenn mir jemand sagen könnte, wie lange vor dem Essen man dieses "Insulin-Lock-Bonbon" ungefähr nehmen sollte.
Vielen Dank!
Helmut
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Helmut.
Rang: Gastam 08.04.2009 14:37:33
Hallo Klaus :-))
da haben wir gerade gleichzeitig geschrieben! Habe soeben Deine Antwort gelesen. Herzlichen Dank!!
Noch eine Frage bitte:
Wenn ich es richtig verstanden habe, dann wird in der 1. Phase das gespeicherte Insulin ausgeschüttet und zwar quasi bereits dann, wenn man den ersten Bissen im Mund hat und dann in der 2. Phase gibt die Bauchspeicheldrüse das neu produzierte Insulin nach. Ist das so richtig?
Wenn ja: weiß man, warum nicht genügend gespeichertes Insulin für die 1. Phase zur Verfügung steht? Können die Zellen nicht speichern? Oder haben sie zwar gespeichert, können es aber nicht abgegen?
Nochmals Dank an Dich!
Helmut von Helmut. -
klausdn
Rang: Gastam 08.04.2009 15:54:18
hallo helmut,
ich weiß es nicht, unser diadoc aus der dia-abteilung des kh, kam damit vor ca 2 jahren in die shg, als er gerade aus kopenhagen von diesem forschungsprojekt zurück kam, dort wurde durch laufende vergleiche bz-wert zu , vorhandenem insulin, bei t2 das fehlen der phase 1 festgestellt.(die probanden waren normal bis leicht übergewichtig) also definitiv keine die sich eine resistenz direkt angefuttert hatten.
mfg. klaus
von klausdn -
Helmut
Rang: Gastam 09.04.2009 03:26:51
Hallo Klaus,
vielen Dank, das ist alles sehr interessant! Ich habe auch ganz eindeutig das Problem, dass im Ganzen gesehen wohl nicht zu wenig Insulin produziert wird, aber es zu spät kommt und dadurch die BZ-Spitzen entstehen. Noch ist für die Ärzte alles "im grünen Bereich", denn sie schauen nur auf dem 2 Stunden-Wert. Ihr habt schon recht hier, wenn Ihr immer wieder daran erinnert, dass wir selbst aktiv werden müssen. Die Ärzte (die ich kenne) warten bis man die Grenzwerte überschritten hat.
Viele Grüße
Helmut -
thomas2002
Rang: Gastam 09.04.2009 19:57:37
ich habe mal byetta - ein medikament, welches vor insulin gespritzt wird - gegoogelt, und in einer der antworten war, daß zellen im darm frühteitig bescheid geben, wenn kohlenhydrate im darm ankommen.
möglicherweise interessante stichpukte zum googlen dürften sein
*humane Glucagon-like-Peptide-1 (GLP-1)
*Exendin-4
*Inkretinhormone von thomas2002 -
b
Rang: Gastam 14.04.2009 16:02:11
Thomas, das ist nicht ganz korrekt, dass Byetta VOR Insulin gespritzt wird. Es kann anstelle von Insulin gespritzt werden. Viele Patienten waren vor Byetta INSULINER. -
hh
Rang: Gastam 14.04.2009 16:50:36
so isses, und manche waren es schon jahrelang bis sie sich ganz schön kugelrund gespritzt hatten. -
dfgtr
Rang: Gastam 14.04.2009 18:00:02
>>bis sie sich ganz schön kugelrund gespritzt hatten.<< wir reden doch hier nicht von botox, du depp aus l/p in rp. bissel ningelig heute? scheint so! -
Jürgen
Rang: Gastam 17.04.2009 20:25:57
Moin Helmut,
der Unterschied zwischen Phase1 und 2 ist einfach. Phase1 ist Incretin-gesteuert. D.h. Eine Sammlung von Darmhormonen, den Incretinen, bestellt entsprechend der Glukose, die im Darm vor der Übergabe in den Blutkreislauf steht, die erst Insulinausschüttung so just-in-time, dass dann Glukose und Insulin zusammentreffen und der BZ gesund meistens in der Spitze deutlich unter 140 mg/dl bleibt. Auf dem Weg zum Typ2 bleibt diese Phase1 als erstes auf der Strecke. Phase2 ist BZ-gesteuert und regelt nach, was dann noch übrig bleibt.
Die Idee, dass das Insulin schon mit dem ersten Bissen oder gar mit dem Anblick ausgeschüttet würde, ist voll realitätsbefreit. Denn Insulin hat eine Halbwertzeit von nicht mal 5 Minuten. Nach 10 Minuten isses nur noch 1/4 wert und nach ner halben Stunde - so lange brauchen schnelle KHs - ist praktisch nix mehr da.
Was im Zusammenhang mit Futter-Input Phase2 genannt wird, ist eigentlich die BZ-abhängige Grundsteuerung, die gesund immer für einen BZ meistens um etwa 80 mg/dl sorgt. Wenn die Phase1 fehlt, steigt halt der BZ erst an und in der Folge dann die Insulinausschüttung. Klar kann man da mit etwas Voressen schon ein bisschen bewegen, und manchmal hilft das auch deutlich messbar. Und zwar gar nicht mal so sehr zum Anfordern von Insulin, wie eher zum Abstellen von Glukagon, vor allem morgens. Die Alpha-Zellen des Pankreas geben gesund nur dann Glukagon aus, wenn der BZ zu niedrig verläuft. Und das stimuliert die Leber zur Zuckerausgabe. Diabetisch defekt auch dann, wenn der BZ längst hoch genug ist, und im Fortschritt des Defektes ganz im Gegensatz zum Gesunden vor allem auch dann, wenn gerade neue Glukose gegessen wird. Im Anfang kann mit einem kleine Happen Essen diese Fehlsteuerung manchmal noch unterbrochen werden.
Deine Beobachtung, dass die selbe Menge BEs morgens sehr viel mehr Insulin braucht oderund den BZ sehr viel höher ansteigen lässt, als zu anderen Tageszeiten, trifft auf die meisten Menschen zu, auch auf völlig gesunde. Und deswegen essen viele Menschen mit Diabetes die Menge ihrer KHs nicht zum Frühstück, sondern zu anderen Tageszeiten.
Bisdann, Jürgen -
v
Rang: Gastam 18.04.2009 12:30:36
">>bis sie sich ganz schön kugelrund gespritzt hatten.<< wir reden doch hier nicht von botox, du depp aus l/p in rp. bissel ningelig heute? scheint so!"
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Sorry, hier darf ich dir bitte widersprechen, denn der, der das schrieb, hat nicht Unrecht.
Leute, die sehr hohe Insulindosen spritzen müssen, beklagen sehr häufig eine akute schnelle Gewichtszunahme überwiegend im Bauchbereich, und genau dort verlieren Sie nach Weglassen des Insulin und Ersatz durch Byetta fast identisch ebenso so schnell viele Kilos, wie sie unter Insulin vorher zunahmen.
Insulin ist und bleibt ein Hormon.
Dazu kommt die Insulinresistenz.