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1 Kilo zugenommen, HbA1c steigt um 1,3%

  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 6
    Mitglied seit: 22.08.2013
    am 22.08.2013 21:31:25
    Hallo!

    Ich habe gerade den letzten Funken Vertrauen in meine Diabetesberaterin verloren. Ich habe ein ganzes Kilo zugenommen, und das soll jetzt ganz alleine einen Anstieg des HbA1c von 7,2 auf 8,5% erklären. Nach einer anderen Ursache forschen? Fehlanzeige! Auch an meinen Medikamenten wird nichts gemacht.

    Eckdaten:
    33 Jahre alt
    Typ2 seit 7 Jahren
    Liegt seit meinem Urgroßvater in der Familie
    2x 1000mg Metformin, 1,2mg Victoza abends

    Hba1c war vor einem Jahr noch auf 6% (97,5 Kilo), ist dann über Winter auf 7% angestiegen (97 Kilo), im März 7,2% (100Kilo) und jetzt auf 8,5% (101 Kilo)

    Ich weiß auch dass die Gewichtsentwicklung nicht toll ist, aber ehrlich gesagt weiß ich wirklich nicht, woran das liegt, ich esse nicht wirklich anders und bewege mich mehr.

    Die Diabetesberaterin ist eine echte Schnepfe, aber die Ärztin ist gut, deswegen bin ich nicht sicher ob ich wechseln soll.

    Was sagt ihr zu der These, dass nur die Gewichtszunahme die schlechten Werte verursacht?

    Viele Grüße
    Susanne
  • Gast

    Rang: Gast
    am 23.08.2013 09:06:44
    nach mm ist es umgekehrt, bescheidene bz werte fördern das gewicht.
    und erhöhte bz werte erhöhen den hba1c.
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 8855
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 23.08.2013 09:19:24
    Moin Susanne,

    wenn du nix grundsätzlich anders machst, als mit HBA1c 6, und nur die Medis nimmst, wirst du wahrscheinlich weiter zunehmen - an Gewicht, HBA1c und Medis. Denn das ist der Typ2 Standard-Weg.

    Wenn du auf BMI 25 abspecken würdest, könnte sein, dass dein BZ auch ohne Medis gesund verlaufen würde, also morgens nüchtern bis maximal 90, in der Spitze nach dem Essen von wenigen KHs maximal 140mg/dl und mit HBA1c maximal 5,5. Und deine Beraterin hätte recht. Vielleicht wäre er aber auch dann schon höher, und deine Beraterin müsste anders reden.

    Hier mal, was ich jetzt an deiner Stelle tun würde.

    Daumendrück, Jürgen
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 972
    Beiträge: 5072
    Mitglied seit: 25.02.2011
    am 23.08.2013 14:39:27
    SusanneC schrieb:
    Die Diabetesberaterin ist eine echte Schnepfe, aber die Ärztin ist gut, deswegen bin ich nicht sicher ob ich wechseln soll.

    Hallo Susanne,

    ich denke eher, dass die beiden gut zusammenpassen. Wie soll ich es sonst verstehen, dass die Ärztin dich mit dem schlechten HbA1c von 7,2 und den katastrophalen 8,5 rumlaufen lässt und dir über die zu ihrem Team gehörende Diabetesberaterin ausrichten lässt, dass du nur ein paar Kilo abnehmen musst, dann wird schon alles wieder. Gib dich nicht mit einem HbA1c von 6,5 und darüber zufrieden. Du musst wahrscheinlich noch sehr viele Jahre mit deinem Diabetes leben und das möglichst ohne die Folgeerkrankungen. Das schaffst du nicht mit so schlechten BZ-Werten.

    Allerdings kannst du nicht alles von der Ärztin erwarten, du musst auch selber aktiv werden. Die Reduzierung der KH, wie Jürgen sie beschrieben hat, ist schon mal ein sehr wichtiger Beitrag. Genauso wichtig ist es, dass du dich regelmäßig ordentlich bewegst. Wenn du das beides machst, dann tust du viel gegen deinen Diabetes und nimmst vielleicht dabei noch ab. Das Abnehmen ist aber wirklich nicht das wichtigste, sondern eine gute Begleiterscheinung.

    Wenn du deine Möglichkeiten mit einer diabetesgerechten Ernährung und ordentlicher Bewegung ausgeschöpft hast, dann brauchst du ergänzend dazu die passenden Medikamente. Victoza ist zwar ein gutes Medikament, aber es reicht wahrscheinlich bei dir nicht mehr aus. Der nächste Schritt wäre Insulin nach ICT und den würde ich dir - nach einer guten ICT-Schulung - sehr ans Herz legen. Wenn du doch lieber noch einen Versuch mit einem GLP1-Mimetikum machen willst, dann könntest du noch Byetta (zweimal täglich) zusammen mit Basalinsulin ausprobieren. Aber ansonsten sind bei dir die Medikamente außer dem Insulin ausgereizt.

    Sieh erst mal zu, was du mit Ernährung und Bewegung hinbekommst und kümmere dich dann um die richtigen Medikamente und vielleicht auch um einen guten Diabetologen. Für die Ernährung kann ich dir übrigens das Buch "Stopp Diabetes" empfehlen. Darin werden die theoretischen Zusammenhänge sehr gut dargestellt und es gibt wervolle praktische Hinweise. Die Abnahme ist dabei ein guter Nebeneffekt der Bemühungen, aber als Lösung ist sie bei dir wirklich nicht geeignet. So etwas funktioniert manchmal bei neu diagnostizierten Diabetikern, aber nicht mehr, wenn der Diabetes wie bei dir schon länger besteht und schon so weit fortgeschritten ist.

    LG Rainer


  • Gast

    Rang: Gast
    am 17.09.2013 17:13:40
    Hi. Kann sein, dass ich jetzt absoluten Blödsinn rede, da ich selbst Typ 1 nicht Typ 2 bin. Trotzdem schreibe ich gerade ein Buch über Diabetes und muss dadurch viel regergieren, wodurch ich auch viel über Typ 2 lese. F

    ür mich klingt das alles so, also würde sich einfach deine Insulinressistenz erhöhen. Dadurch produziert dein Körper noch mehr eigenes Insulin, was die Gewichtszunahme erklärt, das aber schlechter wirkt, was den hohen HbA1c erklärt. Das kann im Extremfall laut meinem Wissen aus zweiter Hand dazu führen, dass deine Bauchspeicheldrüse derart überlastet wird, dass sie gar kein Insulin mehr produziert und du in meinem Club der süßen Spritzer einsteigen musst.

    1 kg Gewichtszunahme ist ja an und für sich schon mit den täglichen Schwankungen im Wasserhaushalt zu rechtfertigen. Ich weiß nicht ob du jetzt übergewichtig bist oder nicht. Eine optimale Figur ist natürlich immer sexy, aber bei zu viel Insulin im Körper fast nicht realisierbar. Ich würde auf jeden Fall den Artzt wechseln, mit ihm deine Medikamente austesten und dann im weiteren Verlauf auf ein sexy Bauchi achten.

    Nicht zuerst sexy Bauchi dann gesunder Körper. Mir wurde vor etwas über einem halben Jahr auch von einem Arzt geraten, ich müsse schnellsten 10 kg abnehmen, weil ich ja zuckerkrank bin. Habe dem Arzt ein Veilchen angedroht. Hatte zu dieser Zeit einen BMI von 21 inklusive Winterjacke und Winterstiefeln. Der Abnehmtipp kommt immer wenns um Diabetes geht und der Arzt einfach keine Lust hat, sich mit einem über die schlechten Werte zu unterhalten. Da sollte man wirklich nicht immer mitspielen. Wir haben wirklich schon genug Magersüchtige. Liebe Grüße.
  • Gast

    Rang: Gast
    am 17.09.2013 18:13:56
    die insulinresistenz ist einer der schwammigsten begriffe in der diabetologie,
    tatsache natürlich ist te üg überhaupt keine frage, nur ob jemand 100 oder 101 kg wiegt hat mit dem hba1c nichts zu tun sondern mit dem bz verlauf. wenn der besser wird ist der hba1c auch mit 105kg besser.
    abnehmen kann t2 nur durch extrem verzicht wie jürgen schrieb, immer mit der gefahr irgendwann nicht mehr durchzuhalten und dann ist das ergebnis nicht 101kg sondern 120kg.
    oder bei gesunden bz werten zb zielwert 100+-20. und kh reduktion , das geht ist aber langsamer und mühsamer, aber nach mm besser durchzuhalten. und das geht auch mit insulin spritzen.
    denn bitte nicht vergessen (auch wenns nicht genehm ist) ein großteil der t1er ist auch übergewichtig, und hat probleme mit dem abnehmen, übrigens meist aus dem gleichen grund der bz pegel liegt zu hoch.
    übrigens dein fachbuch für t1 gibts seit einiger zeit von b. teupe. das ist hervorragend und belegt, mit allem was nötig ist. du erfindest das rad neu.
  • Gast

    Rang: Gast
    am 17.09.2013 19:11:30
    Nun tja, es tut mir ja leid, dass ich keinen besseren Begriff als Insulinresistenz kenne. Aber Fakt ist, dass wir süßen, wie alle anderen auch zwar auf eine gute Figur achten sollen, diese aber nicht eine gute Zuckereinstellung garantiert. Und wenn zuviel Insulin im Körper ist, nimmt man nunmal zu. Ich hab es geschafft mein Gewicht mit ca 500 kcal am Tag zu halten und nicht abzunehmen, weil ich viel zu viel Insulin gespritzt habe. Ging ich zu Ärzten, haben die die Insulindosis noch hochgesetzt um meine Überzuckerungen auszugleichen. Die Unterzuckerungen von bis zu 20 mg/dl wurden ignoriert. Mein Gewicht war immer normal bis zu niedrig, wobei mir auch angeraten wurde 10 kg abzunehmen. Jetzt habe ich erstmal meine Therapie neu einstellen lassen. Habe dadurch beim ersten mal 5 Einheiten weniger Latus und in Folge der fehlenden Übersteuerung meiner Leber auch weniger NovoRapid gespritzt und promt 3 kg verloren obwohl ich wesentlich mehr esse. Bin jetzt seit zwei Wochen auf Pumpe, spritze noch weniger, Feinabstimmung nehme ich gerade vor und muss weiterhin meine Portionen vergrößern. Eine schlechte Zuckereinstellung kann man einfach nicht gesund essen. Ernährung ist zwar wichtig, aber nicht die Lösung für alle Probleme.