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Das Leben mit der Krankheit
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Chris
Rang: Gastam 24.03.2009 11:52:59
Ahoi...
da ich mich schon etwas länger damit "rumschlage", versuch ich's jetzt mal unter Gleichgesinnten:
Vor zwei Jahren hat mich der Typ 1 erwischt und zwar dermaßen, dass ich wegen flascher Diagnose ins diabetische Koma gefallen bin (BZ von knapp unter 1.600). War ganze drei Tage weg und hab dann die Diagnose bekommen. Als ich dann nach recht langem Krankenhausaufenthalt wieder in meinen Alltag zurück gekommen bin, hab ich mich laut Aussagen langjähriger Freunde doch charakterlich stark verändert...
Wie auch immer, ich bin (meiner Meinung nach) eigentlich ganz gut mit der Geschichte klar gekommen, aber sobald ich schlechte (zu hohe) Werte habe, zieht mich die ganze Nummer echt runter. Und zwar dermaßen, dass ich keinen mehr an mich ran lassen kann und das Gefühl habe, ich müsste alleine gegen das alles angehen. Das geht soweit, dass ich mich ein paar Tage über nichts mehr freuen kann und nur noch deprimiert durch die Gegend laufe und so sehr ich mir das auch vornehme, es gibt nichts, was mich wieder in die Spur bringt. Mittlerweile leidet natürlich auch meine Beziehung darunter...
Hat irgendwer ähnliche Erfahrungen und wenn ja, wie geht ihr damit um????
Danke für euer Feedback
Chris
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htrz
Rang: Gastam 24.03.2009 14:16:11
++Und zwar dermaßen, dass ich keinen mehr an mich ran lassen kann und das Gefühl habe, ich müsste alleine gegen das alles angehen. Das geht soweit, dass ich mich ein paar Tage über nichts mehr freuen kann und nur noch deprimiert durch die Gegend laufe und so sehr ich mir das auch vornehme, es gibt nichts, was mich wieder in die Spur bringt. Mittlerweile leidet natürlich auch meine Beziehung darunter...++
Das hat nichts mit dem Diabetes zu tun, denn das passiert auch anderen mit vollkommen anderen Problemen bzw. Krankheiten. Hat wahrscheinlich etwas mit der Psyche zu tun und da ist bekanntlich auch jeder anders. Ich werde mich hüten dir diesbezüglich Ratschläge zu geben, zumal ich mit dem DM noch nie derartige "Probleme" hatte. Wichtig wäre auf jeden Fall die Vermeidung hoher, ungesunder Werte (Einstellung okay?) und die Wissenserweiterung bzgl. der "Krankheit" (ist schliesslich kein Schnupfen!). Mit dem richtigen "Knoff hoff" bekommt man einen guten DM-Verlauf hin (dafür gibt es genug Beispiele) und kann fast wie ein Gesunder leben, denn: "Es hätte viel schlimmer kommen können....!" Mach et jut. -
kati
Rang: Gastam 24.03.2009 14:36:26
Hallo Chris.
Geht es dir nicht gut weil die BZ Werte schlecht sind, oder sind die so schlecht weil es dir nicht gut geht? Das sollte dir erst mal klar werden, bevor du deine Probleme auf den DM "schiebst".
Ich bin aus "meinem Loch" (hatte nix mit DM zu tun) durch Reden, Reden und nochmals Reden rausgekommen. Erst als mein Partner verstanden hat warum ich so war wie ich war, konnte er mir besser helfen. -
Nora
Rang: Gastam 24.03.2009 15:16:05
Hi Chris!!
Wow, 1600 mg/dl ist ja krass!! Ich hatte bei der Manifestation nen BZ von 800, also gerade mal die Hälfte ;) Heftig!! Kannst ja froh sein, dass du das Ganze so gut überstanden hast!!
Mir kommen deine "Gedanken" schon ein bisschen bekannt vor. Erstmal musst du sicher auf dich hören und entscheiden, ob es einfach so ist, dass du manchmal keine Lust auf das alles hast, genervt bist von schlechten Werten usw. oder ob du wirklich ne Depression hast (dann müsstest du natürlich an ne Therapie denken). Hört sich aber eher so an, als kämst du einfach noch nicht wirklich mit dem DM klar. Hat bei mir auch lange gedauert, aber zumindest bei mir wurde das mit der Zeit immer besser... man gewöhnt sich an den DM, das Leben damit. So lange hast du den DM ja noch nicht, das wird sich sicher noch besser einspielen. Ab und zu mal hohe Werte wirst du nicht vermeiden können, vielleicht bist du zu "ehrgeizig" oder "verbissen" bei den Werten?? Oder bist du nicht richtig eingestellt??
Das mit dem "niemanden an sich ran lassen" kenne ich leider... versuche auch, möglichst alleine mit allem klarzukommen, mit niemandem darüber zu reden und den DM so gut es geht zu verstecken. Ist warhscheinlich der falsche Weg. Was man dagegen machen kann, weiß ich leider auch nicht. Ich wünsche dir auf jeden Fall, dass du es schaffst, den DM zu akzeptieren!! Es stimmt schon, gibt wirklich Schlimmeres!!
Wenn du Lust hast, kannst du ja mal deine Mail-Adresse reinstellen, dann können wir uns ein bisschen austauschen.
Viele Grüße,
Nora -
Chris
Rang: Gastam 24.03.2009 15:31:38
Hey Nora...
Danke!! Oh ja, das war schon 'ne verdammt krasse Erfahrung. Leider seh ich das in den Momenten, wo's mir nicht so gut geht damit, nicht nach dem Motto "Hätte schlimmer kommen können", sondern "hätte auch gar nicht passieren brauchen" - vor allem, wenn man 30 Jahre ohne gelebt hat.
Darauf würde ich gerne zurück kommen. Du scheinst irgendwie Ähnliches durch zu machen oder durch gemacht zu haben?!
Würde mich freuen, wenn wir uns mal so austauschen könnten... Hier mal meine Mailadresse: chris.maier@arcor.de
Danke natürlich auch an die anderen beiden Schreiber... Bin echt für jede "Hilfe" dankbar im Moment!
Chris
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Dame 5435
Rang: Gastam 25.03.2009 20:46:23
Hallo Chris,bin seit 4 Monate Typ-1.Es ist so einfach-hohe BZ Werte kann man korigieren.Dafür muss du regelmäsig BZ messen-vor und nach dem Essen.Muss du forschen und experimentieren,finde heraus wieviel IE du brauchst.Und wenn du das wuder Analog Insulin spritzst,dann muss auch deine schlechte Laune nach ´ne Stunde weg sein. :):):) von Dame 5435 -
Neuling
Rang: Gastam 28.03.2009 21:22:14
....das tut mir beim lesen weh....diese wunderbaren, blöden Aussagen.....natürlich läuft nach 4 Monaten Dia I mit disziplin noch alles.....aber halt nicht bei allen........spare Dir bitte künftig Ratschläge dass man ja alles wunderbar hinkríegen kann. Jeder mensch tickt anders und bei jedem wirkt der Diabetes anders....und mal auch auf die Psyche.
LG ein langjähriger Diab. von Neuling -
Fuchs
Rang: Gastam 01.04.2009 18:08:07
@Neuling
Im Grunde genommen hat Dame aber recht. Soooo schwierig ist das doch alles nicht. Wir haben ja keine Multiple Sklerose oder Knochenkrebs. Bei allem Respekt, aber unsere Krankheit ist ziemlich gut erforscht, in der Regel gut therapierbar und kaum bis gar nicht lebensbeeinträchtigend.
Gute Schulungen, regelmäßige Arztbesuche und ein gutes Maß an Konsequenz gehören freilich dazu.
Was erwartest du denn, was wir hier schreiben sollen: Ja, stimmt, alles ganz schlimm, Du Armer. Welches Schicksal....???
Fuchs