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diabetes und gewicht?

  • marie

    Rang: Gast
    am 23.03.2009 14:08:30
    Lieber Jürgen,

    danke für deinen beitrag und die vielen informationen.

    ja, ich werde demnächst einen termin beim diabtetolgen machen. ich war letzten sommer da, war ich dachte ich habe eine schwangerschaftsdiabetes und habe mich testen lassen. zu dem zeitpunkt war es noch nicht ausgebrochen, aber ich hatte tage und nächtelang einen unstillbaren durst und habe mind. 5 liter am tag getrunken. naja, der hba-irgendwaswert lag bei 5,4 und mein zucker bei 80. daher weiss ich zumindestens das es vorher nicht hatte. warum ich zu diesem zeitpunkt so einen durst hatte konnte mir niemand erklären. als ich dann später (10 wochen später) einen zuckerbelastungstest gemacht habe, hatte ich keine symptome, aber schwangerscchaftsdiabetes... ???!!! die ärztin hat dann irgendein protein oder so getestet und meinte laut der antikörper würde in mir ein typ 1, sog. lada schlummern. kann ausbrechen muss aber nicht.

    kann es sein das ich trotzdem typ 2 bin?

    wenn ich dich richtig verstehe, sind meine werte erstmal ok und sind nicht lebensbedrohlich bzw behandlungsbedürftig?

    liebe grüße
    marie

  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 23.03.2009 15:56:52
    Moin Marie,

    bei Diabetes bricht nix aus, sondern der Blutzucker steigt einfach immer länger immer höher an und übersteigt schließlich die Schwellen, die Ende der 70ger Jahre des vorigen Jahrhunderts keineswegs medizinisch, sondern verwaltungstechnisch zu seiner Diagnose gesetzt und seitdem kaum verändert wurden. Alle Versuche seitdem, die Definition abzusenken, weil schon mehr als 10 von 100 Diabetikern folgekrank sind, wenn sie sie frisch erreichen, haben bislang keine WHO-Mehrheit gefunden. Deswegen haben die USA im Frühjahr 2002 zunächst im Alleingang einen Bereich unter den alten Definitionsschwellen als Prädiabetes und damit als nicht mehr gesund definiert. Allerdings nur als bedingt behandlungsbedürftig, weil es keine Möglichkeit gibt, den Blutzucker ärztlich unter den Diagnoseschwellen für Prädiabetes einzustellen. Und noch unter dem Prädiabetes hat man die Definition für den Schwangerschaftsdiabetes eingezogen. Auch dabei gibt es keine Möglichkeit der gesunden ärztlichen Einstellung, aber die der gesunden Erpressung. Denn die meisten werdenden Mütter tun alles für ihr Kind und knobeln sich ihre weitgehend gesunde BZ-Führung meistens sehr intensiv und erfolgreich selbst an.

    Ähnlich einfach nach Draufsicht funktioniert die Typeneinteilung. Wo innerhalb verhältnismäßig kurzer Zeit im Rahmen eines fehlgesteuerten Autoimmunprozesses die eigene Insulinproduktion nahezu komplett zerstört wird, heißt das Resultat Typ1. Wo der Betazellverlust bisher nicht erklärt werden kann und über Jahre bis Jahrzehnte bei 50-20% der normalen Kapazität verharrt und zudem Fehlsteuerungen der Insulin- und der Glukagon-Sekretion die Szene bestimmen, heißt das Ding Typ2. Nur noch Ewiggestrige halten sich bei der Insulinresistenz als vorgeblich wesentlichem Merkmal des Typ2 auf, mit der man früher den Typ2 erklärt hat, als man die einzelnen Defekte noch nicht so gesehen oder gewürdigt hat. Und weil die Defekte einander ja wenigstens zum Teil nicht ausschließen, kann man selbstverständlich Merkmale aus beiden Bereichen haben und damit praktisch Typ1 und Typ2.

    Je länger man mit seinem Diabetes Typ egal unbeschwert zu leben gedenkt, desto zuverlässig gesünder sollte man seinen BZ steuern. Denn die ärztlichen Einstellungen reichen bei bester Befolgung zu einem HBA1c von 6,5-7 und damit im Durchschnitt für kaum 20 Jahre ohne Folgekrankheiten. Und bei 6,5 verläuft der BZ schon mehr als 10 von 24 Stunden über 200 mg/dl. Wer mehr will, muss schon selbst für seinen wirklich gesunden BZ sorgen. Das heißt, das was Du bis jetzt bei Dir beobachtest, kann kein Arzt verbessern, sondern das kannst nur Du selbst, allerdings zu einem gemeinen Preis. Denn auch wenn Du damit auf lange Sicht die Versichertengemeinschaft um Deine Folgekrankheiten entlastest, ist die nach den geltenden Bestimmungen nicht bereit, Deine Leistung mit den dafür notwendigen Teststreifen zu honorieren :-(

    Daumendrück, Jürgen
  • marie

    Rang: Gast
    am 23.03.2009 16:35:09
    lieber jürgen,

    fakten über fakten. *besten dank* ich muss zugeben ich musst den text mehrere male lesen.

    1 stunde nach dem essen lag der wert bei 170 und 2 stunden nach dem essen bei 120. welcher ist denn wichtiger für den langzeitwert?

    ja, die liebe solidargemeinschaft. bekommt man die teststeifen denn nicht verschrieben oder nur in einer unzureichenden menge?
    ich zahle bei der GKV den höchstebeitrag und habe glücklicherweise vor 3 jahren einen optionstarif für eine private krankenversicherung abgeschlossen. die müssen mich dann ohne gesundsheitsprüfung und zuschläge oder gar leistungsausschlüssen versichern, sobald ich stauts frewilig versichert habe. dank frau schmidt wird das erst nach meiner elternzeit sein, denn ihre sog. gesungheitsreform hat mich dazu verdonert 3 jahre höchstbeiträge zu bezahlen. es ist sicher sinnvoll wenn ich mich privat versichere? welche kosten kommen denn bei der GKV auf einen zu? von marie
  • ff

    Rang: Gast
    am 23.03.2009 17:01:12
    Marie, deine pp- Werte sind OK.
    Lass dich nicht kirre machen!

    Die kurzzeitige Erhöhung des Blutzuckerwertes beeinflusst den Langzeitwert nicht, da die Glukose im Blut erst nach 3-4 Stunden irreversibel am Hämoglobin andockt.

    Private Krankenversicherungen erstatten jedem Versicherten mit der Diagnose Diabetes die vom Arzt verordneten Teststreifen. Im Grunde genommen müssen das die GKV auch, aber die Kassenärztlichen Vereinigungen drangsalieren mit einer Kontigentierung der Teststreifen nach Therapieart die Kassenärzte und drohen mit Regress.
  • hjdur

    Rang: Gast
    am 23.03.2009 17:10:12
    >>Die kurzzeitige Erhöhung des Blutzuckerwertes beeinflusst den Langzeitwert nicht, da die Glukose im Blut erst nach 3-4 Stunden irreversibel am Hämoglobin andockt.<< Das mag ja alles stinmmen, aber der Langzeitwert HbA1c ist sowas von "nebensächlich" - entscheidend ist nämlich für die Spätschäden der ständige Wechsel zwischen hohen und niedrigen Werten. Verarschen tut man mit seinem "tollen" A1c nicht den Arzt, sondern seine Gesundheit. Hier zieht leider wieder Jürgens "flach" voll an! Über das "niedrig" bliebe zu diskutieren (oder auch nicht!), da genug Ärzte mein(t)en, entscheidend wäre die Vermeidung grosser Schwankungen (mit denen man auch seinen A1c manipulieren KANN!)
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 23.03.2009 17:17:03
    Moin Marie,

    für den Langzeitwert HBA1c (verzuckerte rote Blutkörperchen in Prozent, gesund 4,5-5,5) zählt erst der Wert ab etwa 3 Stunden. Aber für Gefäß- und Nervenschäden zählt schon lange vor dem ansteigenden Langzeitwert die Höhe der kurzzeitigen Spitzen. Denn Zucker bindet viel Wasser und wirkt gewissermaßen magnetisch auf das Wasser in Zellen mit geringerem Zuckergehalt. Und wenn der Zucker im Blut dann schnell wieder zurück geht, wirkt der Druck relativ schnell wieder in der entgegengesetzten Richtung. Das ist die Grundlage für die Schäden, die schon im prädiabetischen Bereich entstehen, bevor der BZ die Schwellen zur Diagnose Diabetes überschreitet.

    Ausreichend Teststreifen verschrieben bekommen aktuell nur INSULINER und werdende Mütter mit Schwangerschaftsdiabetes. Dabei die mit dem voraufgegangenen Schwangerschaftsdiabetes allerdings bei ausreichem Draufbestehen auch schon zum Schwangerwerden. Denn der gesunde BZ begünstigt die Empfängnis und die ersten Entwicklungswochen. Das könntest Du als Deine Chance nutzen, dich nach bestandener Prüfung gesund mit Deinem manuell gesteuerten BZ einzurichten - selbstverständlich unabhängig vom tatsächlichen Familienergebnis ;-)

    Daumendrück, Jürgen
  • gg

    Rang: Gast
    am 23.03.2009 17:21:41
    Richtig.
    Der normnahe HbA1c-Wert ist nur dann gut, wenn die 2h-pp-Werte 140 mg/dl nicht regelmäßig überschreiten.

  • marie

    Rang: Gast
    am 23.03.2009 18:38:29
    liebe jürgen,

    wieder viele fakten und so langsam verstehe ich einige zusammenhänge besser. merci!

    der tipp, wie ich an teststreifen komme ist prima. zumal ich aber ernsthaft darüber nachdenke gleich ein 2. baby ranzuhängen, denn wer weiss wie lange die werte in dem bereich bleiben. werde das mit dem arzt besprechen, denn ich will noch ein 2. baby- nicht das es später zu riskant wird.

    vielen dank für deine vielen erläuterungen. ich bin schon etwas relaxter und habe auch den mut zum doc zu gehen, denn folgeschäden müssen ja jetzt noch nicht ihrem keim bilden. aber bis ostern lasse ich mir eine galgenfrist.

    liebe grüße
    marie

    anonym: ab wann sollten mich denn die werte "kirre" machen?
  • hh

    Rang: Gast
    am 24.03.2009 11:41:18
    Kirre machen garnicht lassen.*GGG*

    Vollkommen gesunde Nüchternwerte im Vollblut (Fingerbeere, Ohrläppchen) sind 60 - 90 ,
    pp-Werte unter 140.

    Prädiabetisch:
    Nüchtern 90 bis 110,
    2 Stunden pp bis 199.

    Gute Zielwerte für Diabetiker:
    Nüchtern 80 bis 120,
    1-2 Stunden pp 160-130.

    Für Schwangere zum Schutz des Föten:
    Nüchtern wie oben,
    pp 1 Stunde max 140
    pp 2 Stunden max 120.

  • marie

    Rang: Gast
    am 24.03.2009 12:56:31
    danke

    eins verstehe ich nicht: meine warte am tag liegen 2 stunde nach dem essen bei ca. 110, aber nüchtern bei 130, wobei der wert vor dem schlafengehen bei 90 liegt. woran liegt das und kann ich dagegen was tun ? von marie