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Zuckerwerte immer noch hoch - langsam verzweifelt :-(
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Gast
Rang: Gastam 09.04.2014 20:35:13
Hallo zusammen,
ich stöbere schon seit längerem im Internet, finde aber keine Lösung.
Im Oktober wurde bei mir (w, 38 J) Diabetes Typ II diagnostiziert.
Mit Metformin nahm ich dann sogar relativ schnell 7 kg ab, aber die Werte blieben hoch.
Nach 2 Monaten musste ich Metformin absetzen, da ich ständig Magenschmerzen davon bekam.
Ich habe meine Ernährung umgestellt, habe eine Darmsanierung gemacht, um den Stoffwechsel auch wieder anzuregen und die blöden Bakterien mal aus dem Darm zu kriegen, esse komplett zuckerfrei (auch kein Obst) und abends sehr selten Kohlenhydrate.
Heute dann wieder Langzeitzuckermessung. Der Wert ist immer noch bei 7,8, keine Veränderung.
Ich bin langsam verzweifelt, besonders, weil der Arzt mir scheinbar nicht glaubt, dass ich auf wirklich fast alles verzichte. Denn abgenommen habe ich auch nichts und das sei ja ein Zeichen "dass das nicht ganz stimmen kann". Mein Nüchternzucker ist immer noch zwischen 160 und 220.
Mittlerweile habe ich Sehstörungen, unscharfes Sehen, ich bin immer müde (schlafe sogar ab und zu bei der Arbeit ein) und habe langsam Angst, dass ich in eine Depression rutsche, wenn das so weitergeht.
Ich soll wieder mit Metformin anfangen und dann mal gucken.
Irgendwie war das heute so ein halbherziges Gespräch, ich bin ziemlich unzufrieden mit der ganzen Beratung.
Hat jemand ähnliche Erfahrung, dass er trotz sehr gesunder Ernährung nicht abnimmt und auch keine Verbesserung der Zuckerwerte hat?
Wäre für Tipps dankbar.
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am 09.04.2014 20:50:42
Hallo Verzweifelte,
du brauchst Diabetesmedikamente und vermutlich reicht Metformin alleine sowieso nicht mehr aus.
Bist du mit dem Diabetes bei deinem Hausarzt in Behandlung? Wenn ja, dann such dir schnell einen Diabetologen und gehe dort hin. Vermutlich wird der dir einen DPP4-Hemmer verschreiben. Am besten wäre, wenn du den zusätzlich zu Metformin nehmen könntest. Wenn du das nicht verträgst, dann könntest du vielleicht noch andere Metforminpräparate ausprobieren. Aber das kannst du dann alles mit deinem Diabetologen besprechen.
Die KH-reduzierte Ernährung und viel Bewegung sind ein guter Ansatz. Aber damit lässt sich nicht alles erreichen. Ergänzend brauchst du dann die passenden Medis, die dir dein Diabetologe bestimmt auch verschreibt.
Beste Grüße, Rainer -
Gast
Rang: Gastam 09.04.2014 21:01:08
Hallo Rainer,
danke für Deine Antwort.
Mein Hausarzt ist gleichzeitig Diabetologe, von daher dachte ich, ich bin da richtig.
Zusätzlich nehme ich noch Xelevia.
Eine Erklärung für den ausbleibenden Erfolg hatte er leider auch nicht.
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am 09.04.2014 21:32:47
Bist du sicher, dass du Typ 2 bist? Wurde das C-Peptid gemessen, wurden Antikörper bestimmt?
Eigentlich ist das aber egal. Wenn bei KH-reduzierter Ernährung Xelevia nicht mehr hilft, dann muss was anderes her. Das beste und sinnvollste wäre Insulin. Wenn du nicht Typ 2, sondern LADA sein solltest, dann hilft nur Insulin. Wenn du doch Typ 2 bist, dann könnte man noch ein bisschen mit Byetta oder Victoza rumprobieren. Aber wenn Xelevia so wenig hilft, dann kommt dabei auch nicht viel mehr raus.
Überwinde deine Scheu vor Insulin und greife zu. Es macht keinen Sinn, wenn du deinen BZ weiter entgleisen lässt und dir erst mal diabetische Folgeerkrankungen einfängst.
Warst du mit deinen Sehstörungen wenigstens schon beim Augenarzt? Was sagt der dazu, sind das schon Diabetesschäden? -
Gast
Rang: Gastam 09.04.2014 22:04:18
was rainer da schrieb ist völlig richtig, und total auf obst verzichtenist auch völlig sinnlos.
genau wie darmsanierung schwachsinn ist, unsere darmbakterien leben mit uns in symbiose, und gehören mit zu einem intakten immunsystem. -
Gast
Rang: Gastam 10.04.2014 07:50:23
Ich kann mich Rainer nur anschließen: Wenn du dich (fast) ohne KH ernährst und bereits Metformin und Xelevia nimmst und trotzdem die BZ-Werte noch zu hoch sind, solltest du dich mit deinem Arzt über Insulin unterhalten.
@ Rainer: Die Sehstörungen sind vermutlich keine Diabetesschäden, sondern beruhen auf dem zu hohen BZ-Spiegel.Natürlich kann eine Kontrolle beim Augenarzt nicht schaden, aber ich vermute, dass er zunächst zu einer guten BZ- Einstellung raten wird und erst dann, falls überhaupt noch nötig, eine Korrektur verordnen wird. -
Gast
Rang: Gastam 10.04.2014 10:52:54
Guten Morgen zusammen,
danke für euer Feedback. Ich musste erstmal einiges googlen, da ich manche "Fachbegriffe" noch nicht kenne :-)
Ich leide schon seit längerem an ständigen Bauchschmerzen, Durchfall usw.
Vor allem deswegen habe ich unter Anleitung eines Heilpraktikers die Darmsanierung gemacht, da ich vorher nicht immer wirklich gesund gelebt habe.
Danach ging es mir auch wirklich besser. Zumindest kurzfristig.
Ich habe das also nicht schwerpunktmäßig wegen des Zuckers gemacht, sondern, um einfach mal "durchzuspülen".
Denn trotz aller Bemühungen nehme ich ja wie gesagt auch überhaupt nicht ab.
Mein Opa hatte schon Diabetes, meine Mutter jetzt auch und sie ist sehr schlank. Beide aber Typ II, so wurde bei mir auch gesagt, es sei Typ II.
Vor 3 oder 4 Jahren habe ich schon mal einen Glukosetest gemacht, da ich ständig Durst hatte. Der damalige Test war aber negativ.
Der Arzt meinte auch, dass die Sehstörungen vom schwankenen Zuckerwert kommen. Beim Optiker wurde mir eine 100% ige Sehstärke bescheinigt.
Einen Termin beim Augenarzt habe ich leider erst im Mai.
Ich bin halt irritiert, weil mein Arzt am Anfang sagte, sobald die Schilddrüse eingestellt ist (Unterfunktion) werde ich abnehmen und das Problem mit dem Zucker verschwindet quasi von alleine. Und wenn ich Glück habe, brauche ich dann nichmal mehr Tabletten.
Jetzt ein halbes Jahr später spricht er schon von Insulin (eine Spritze mit 24-Stunden Wirkung ? oder so ähnlich).
Ich bin wirklich kein Jammerlappen, habe schon andere schwerwiegende ERkranungen gemeistert. Ich bin einfach nur erschöpft, dauermüde und es wird überhaupt nicht besser. Das überfordert mich zunehmend.
VIele Grüße -
Gast
Rang: Gastam 10.04.2014 11:03:48
Eine Frage habe ich noch: Sollte man Diabetes am Arbeitsplatz "öffentlich" machen?
Gibt es auch Vorteile?
Momentan habe ich eher Angst vor den Nachteilen. Also, dass man mir keine langfristigen Projekte mehr gibt usw, weil "die ist ja krank, da weiß man nie"
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am 10.04.2014 11:40:36
Hallo Verzweifelte,
bei macnhen klappt das wirklich, dass sie mit Abnehmen, moderater KH-Reduzierung und viel Bewegung wieder ohne Medis auskommen können. Aber jeder Diabetes ist anders, für so etwas gibt es leider keine Garantie.
Wenn dir dein Diabetologe schon ein Langzeitinsulin als Unterstützung für deine Betazerllen angeboten hat, dann greife zu. Wahrscheinlich reicht diese zusätzliche Maßnahme und einmal am abend eine feste Dosis Insulin zu spritzen ist nur geringer Aufwand. Vor dem Spritzen brauchst du auch keine Angst zu haben, mit den microfeinen Nadeln ist das ziemlich harmlos.
Auf Arbeit brauchst du nichts zu sagen, auch nciht, wenn du Basalinsulin spritzt. Eine gefährliche Unterzuckerung ist nur mit dem Basalinsulin kaum möglich.
Ein Termin beim Augenarzt im Mai ist in Ordnung, bis dahin hat es Zeit. Auch deine nächsten Schritte mit dem Insulin kannst du ganz in Ruhe gehen. Wichtig ist, dass du deinen BZ langfristig ordentlich in den Griff bekommst.
LG Rainer -
Gast
Rang: Gastam 10.04.2014 13:58:13
Ist denn deine SD- Unterfunktion jetzt gut eingestellt? Dass das Abnehmen bei SD- Unterfunktion schwierig ist, ist ja bekannt.
Was du bzgl. deines Opas und deiner Mutter schreibst könnte(!) auch auf einen MODY- Diabetes in eurer Familie hindeuten.