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Krankheit und Diabetes

  • Gast

    Rang: Gast
    am 17.05.2014 22:02:41
    Hallo, ich bin seit März Diabetiker Typ II und muss mich spritzen.
    Meine Werte schwanken noch sehr. Komme schnell in den Unterzucker oder reagiere sofort, wenn ich falsch gegessen habe. Seit letzter Woche sind meine Werte eigentlich vorbildlich. So zwischen 6 - 7 mmol. Was aber auftritt, Müdigkeit, Unwohlsein usw. Kann es sein, wenn man einen Infekt in sich hat, dass dann die Werte schnell absacken und die Gefahr einer Unterzuckerung schneller gegeben ist?
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    Rang: Erweitertes Mitglied
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    Beiträge: 8857
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 17.05.2014 22:35:17
    Moin Gast,

    Deine Werte machen, was Du machst. Du musst halt beobachten und schauen, wie Du was besser machen kannst, damit Du weniger weite Schwankungen hast.

    Und wenn Du uns schreibst, wie viel von was Du wann isst und wieviel von was Du wann spritzt können wir Dir vielleicht sogar den einen oder anderen Tip geben.

    Und wenn Du Dir hier einen Namen gibst (muss nicht Deiner sein), wird’s einfacher, Dich unter anderen Gästen wieder zu erkennen und Dir zusammenhängender zu antworten :)

    Und JA, ein Infekt kann (auch schon, wenn man ihn noch gar nicht bemerkt hat) den BZ beeinflussen.

    Bisdann, Jürgen
  • Ines

    Rang: Gast
    am 18.05.2014 09:00:32
    Danke für deine Antwort.
    Seit ich diese Krankheit habe, versuche ich was das Essen angeht diszipliniert zu sein. Süßigkeiten auch Kuchen oder Alkohol gibt es nicht mehr. Dann versuche ich kaum Kohlenhydrate zu essen. Mein Arzt Diabetologe meinte, man kann alles essen, doch in Maßen. So handhabe ich es auch. Essen macht mir zwar keinen Spaß mehr .... Mein Ziel ist es, soviel abzunehmen, dass meine Werte durchgehende stabil sind und ich kein Insulin mehr spritzen muss und nur noch Tabletten brauche. Leider gehen die Werte sofort hoch wenn ich Obst esse (Fruchtzucker) und wenn ich Stress habe. Mein Blutdruck ist seit Jahren sehr gut eingestellt, der macht mir keine Sorgen.
    Was ich schon feststellte, jeder hat eine andere Auffassung was die Höhe der Werte und der Wertigkeit betrifft. Im Krankenhaus wurde mir gesagt, solange ich über 100 mg/d bin, muss ich spritzen Actrapid 3x vor dem Essen und am Abend das Langzeitinsulin Lantus. Jetzt sagt mein Arzt erst bei einem gemessen Wert von 190 mg/d (ca 11) soll ich Actrapid spritzen und nur das Lantus am Abend. Ist der angesetzte Wert nicht ein bisschen hoch angesetzt, weil es mir ja schon ab 160 mg/d (ca 9) schlechter geht.
    Beste Grüße Ines

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    Rang: Erweitertes Mitglied
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    Beiträge: 84
    Mitglied seit: 14.05.2014
    am 18.05.2014 09:32:27
    Gast schrieb:
    Danke für deine Antwort.
    Seit ich diese Krankheit habe, versuche ich was das Essen angeht diszipliniert zu sein. Süßigkeiten auch Kuchen oder Alkohol gibt es nicht mehr. Dann versuche ich kaum Kohlenhydrate zu essen. Mein Arzt Diabetologe meinte, man kann alles essen, doch in Maßen. So handhabe ich es auch. Essen macht mir zwar keinen Spaß mehr .... Mein Ziel ist es, soviel abzunehmen, dass meine Werte durchgehende stabil sind und ich kein Insulin mehr spritzen muss und nur noch Tabletten brauche. Leider gehen die Werte sofort hoch wenn ich Obst esse (Fruchtzucker) und wenn ich Stress habe. Mein Blutdruck ist seit Jahren sehr gut eingestellt, der macht mir keine Sorgen.
    Was ich schon feststellte, jeder hat eine andere Auffassung was die Höhe der Werte und der Wertigkeit betrifft. Im Krankenhaus wurde mir gesagt, solange ich über 100 mg/d bin, muss ich spritzen Actrapid 3x vor dem Essen und am Abend das Langzeitinsulin Lantus. Jetzt sagt mein Arzt erst bei einem gemessen Wert von 190 mg/d (ca 11) soll ich Actrapid spritzen und nur das Lantus am Abend. Ist der angesetzte Wert nicht ein bisschen hoch angesetzt, weil es mir ja schon ab 160 mg/d (ca 9) schlechter geht.
    Beste Grüße Ines




    Moin, Ines.

    Ich mische mich mal in Eure Diskussion ein:

    Ohne Dich, Deine Vorgeschichte, Deinen Lebensstil etc. zu kennen, sind Tipps und Ferndiagnosen sicherlich schwierig. Ich traue mich jedenfalls nicht ran, da jeder Diabetes individuell ist und jeder Körper anders reagiert. Grundsätzlich würde ich mit Diabetes nicht zum Hausarzt, sondern zu einem Diabetologen. Das sind Internisten, die sich auf diese Stoffwechselerkrankung spezialisiert haben. Hausärzte sind damit oft überfordert, was sicherlich keine Abwertung ist. Dazu ist das Thema viel zu komplex.

    Vielleicht helfen Dir meine Erfahrungen damit und Du kannst etwas davon auf Deine Situation übertragen:

    Ich habe seit rund 5 Jahren, nach einer Diagnose mit einem Stand von 13% einen Hba1c zwischen 5,3 und 5,7 %. Direkt nach der Diagnose habe ich meinen Lebensstil um 180 Grad gedreht (Rauchen aufgegeben, Kohlehydrate reduziert, Sport angefangen) und 3 Monate lang gespritzt, bis ich runter war. Ich messe morgens und abends und mein Ziel ist, den morgendlichen Glucosespiegel unter 100 zu halten. Abends ist das kein Problem.

    Eigentlich bin ich insulinpflichtig, habe mich allerdings entschieden, die Insulinspritzerei durch täglichen Sport (wahlweise 10 km Walking / 30 Minuten kraftvolles rudern / 30 Minuten Schnellschwimmen / 30 Minuten Cross-Trainer) und Vermeidung von Kohlehydraten (vor allem schnellen), morgens und abends jeweils eine 850er Metformin zu ersetzen. Das funktioniert ganz gut.

    Natürlich stelle ich Schwankungen fest. Meiner Erfahrung nach sind die stressbedingt (Ärger in der Partnerschaft / schnelle Autobahnfahrten / Steuererklärung etc. pp.) und erhöhen den gemessenen Spiegel um 10 - 20 Prozentpunkte. Das akzeptiere ich und versuche, mehr Ruhe in diese Angelegenheiten zu bringen. Das gelingt immer besser, aber wohl nie ganz.

    Insgesamt sehe ich meinen Diabetes als Lebensverlängerung an, denn durch ihn (bzw. durch die Maßnahmen) bin ich fit geworden, rauche nicht mehr, habe rund 35 kg abgespeckt und fühle mich recht wohl.

    Mir macht das Essen auch heute Spass, obwohl es ganz anders zusammengesetzt ist, als noch vor ein paar Jahren (Kartoffeln, Nudeln, Reis, Mehl etc. fehlen völlig). Man muss beim Kochen ein bisschen experimentierfreudig sein und in Restaurants z.B. ganz unverblümt bitten, die Kohlehydratträger durch Gemüse zu ersetzen. Das machen die meisten Köche gern.

    Ich hoffe, Du kannst damit was anfangen. Viel Erfolg jedenfalls bei der Handhabung Deines persönlichen Diabetes.





    The art of medicine consists in amusing the patient while nature cures the disease.
    Voltaire
  • Ines

    Rang: Gast
    am 18.05.2014 10:03:02
    Danke für deinen Beitrag.
    Hat mich in meinem Vorhaben bestätigt. Ich habe bis heute schon 10 kg abgenommen und versuche mich sportlich zu betätigen. Da ich voll berufstätig bin, verlagert sich das meist aufs Wochenende. Ich war nie ein Diäten-Typ und habe die meisten Menschen belächelt, wenn ihr Jojo-Effekt einsetzte. Bei den Kohlenhydraten kann ich noch nicht von der Kartoffel lassen. Noch meide ich Gaststätten oder drücke mich vor Feierlichkeiten. Aber ich denke, auch da werde ich wieder hin kommen.

    Danke noch mal Ines
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    Rang: Erweitertes Mitglied
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    Beiträge: 8857
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 18.05.2014 11:13:17
    Moin Ines,

    als ich mich zu Anfang meiner Insulin-Dienstzeit nach den ärztlichen Vorgaben gerichtet hab mit 12-14 BEs pro Tag und 100-140mg/dl morgens nüchtern und vor den Mahlzeiten, HBA1c bei 7und, hab ich mir insgesamt 120-140 Einheiten Insulin pro Tag einverleibt.
    Dann hat mich ein Typ1-Arbeits-Kollege überredet, mir einen möglichst gesunden BZ zu machen mit nüchtern und vor den Mahlzeiten so 70-100 und in der Spitze nach den Mahlzeiten bis maximal 140-160, und das ging nur noch mit 6-8BEs am Tag und 60-80 Einheiten insgesamt am Tag.
    Nun mach ich seit dem vergangenen Sommer einen Selbstversuch, mit wie viel weniger Insulin ich tatsächlich mit gesundem BZ auskommen kann, und da bin ich jetzt bei 1-2 BEs gelandet, praktisch nur aus Gemüse, und bei meistens weniger als 20 Einheiten Insulin insgesamt pro Tag.

    Für diese Entwicklung hab ich irgendwas um 15 oder 16 Jahre gebraucht. Das geht sicher schneller, aber lässt sich bestimmt auch nicht innerhalb weniger Wochen oder gar Tage über's Knie brechen.
    Kern der Anleitung vom Kollegen war, dass ich beobachten sollte, wie das Insulin zum Essen bei mir wirkt. Während der Arzt nur Wert auf den Wert vor dem nächsten Essen gelegt hatte, sollte ich nun in Halbstundenschritten nach dem Essen messen und einfach nur beobachten. Da hatte ich also zuerst den BZ-Anstieg in geradezu schwindelnde Höhen und dann das erschreckend langsame Absinken. Und das war halt zuende, wenn der Wert 2x gleich blieb oder sogar wieder anstieg, meistens bei 140 oder sogar noch mehr. Also hatte ich für das Essen zu wenig gespritzt, denn passend gespritzt bedeutet, dass mit dem Wirkauslauf nach dem Essen der Zielwert erreicht wird, und da wollte ich zunächst mal um die 100.

    Aber mit der passenden Dosis blieb immer noch das Problem der erschreckend hohen Spitzen nach dem Essen, und die hab ich zuerst mal damit verringert, dass ich einfach mehr gespritzt hab. Hat die Spitze auch niedriger gehalten, aber dann musste ich so um 2 Stunden nach dem Essen wieder essen, damit der Wirkauslauf von dem mehr an Insulin mich nicht in den BZ-Keller zog. Und klar, das hat sich sofort auf der Waage gezeigt :(
    Also zurück zur passenden Dosis für 1mal essen und der hohen Spitze danach. Und dafür hatte der Kollege einen super Tip: Ich sollte doch mal schauen, wie schnell mein Insulin nach dem Spritzen bei mir tatsächlich zu wirken anfing. Also das Essen parat stellen und dafür spritzen und dann in 10-Minuten-Schritten messen und erst essen, wenn der BZ deutlich zu sinken anfing.

    Das war eine echte Überraschung für mich. Ich hatte nämlich damals ein Deinem Actrapid vergleichbares Insulin. Also hab ich zum Frühstück um 7 Uhr bei 120 gespritzt und meine Scheibe Brot fertig vor mir auf den Teller gelegt und dann gemessen - wie Weltmeister. Bis halb 9 tat sich an meinem BZ überhaupt nix, um 8.30 ein bisschen, und um 8.50 endlich 86: endlich essen :)
    Alles weitere Nachmessen hat daran nix geändert. Ich hatte mit dem Insulin zum Frühstück tatsächlich einen Spritz-Ess-Abstand von 1 Sutnde und 40-50 Minuten!!! Danach den Tag über nur noch um die 50 Minuten. Und tadaaa, wenn ich den SEA einhielt, blieben meine Spitzen nach dem Essen mit vor dem Essen 80-100 und passender Dosierung bei 140-160. Und wenn ich die Scheibe Brot zum Frühstück auch noch in 2 Portionen mit ner guten Stunde dazwischen aufteilte, blieb die Spitze sogar zuverlässig deutlich unter 140 :)

    Daumendrück für Dein Beobachten und Ausprobieren! Jürgen
    Bearbeitet von User am 18.05.2014 11:14:46. Grund: automatischen Link entfernt