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Ernährung bei Diabetes Typ 2
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am 19.05.2014 21:57:49
Hallo,
seit circa 1 Jahr ist mein Vater (65) an Diabetes Typ 2 erkrankt.
Seit der Diagnose muss er sich allmorgendlich im Rahmen einer Insulintherapie spritzen
(ich glaube das ist die Basal-Spritze?).
Vor einem Jahr ging er in Rente, mit dessen Zeitraum leider auch die Diagnose einherging.
Ihm wurde natürlich auch vom Arzt verordnet, auf sein Gewicht zu achten. Doch scheint er die
wichtigen Fakten im Umgang mit der Krankheit völlig verdrängen zu wollen.
Sein Beruf forderte kontinuierlich körperliche Bewegung, dadurch war er nie wirklich übergewichtig. Sein Gewicht hat sich nach Rentenantritt somit deutlich erhöht (Bauchumfang ist deutlich gewachsen). Sport sitzt eigentlich nur circa 2 mal im Monat drin (Tennis), oder auch mal seltener.
Seine Nahrungsmenge hält sich zwar in Grenzen (normale Portionen, 2-3x täglich, davon 1x warm), doch befinden sich unter den Nahrungsmitteln ausschließlich folgende:
- Kaffee (ohne Milch und Zucker, aber nur eine Tasse täglich)
- Weißbrot (1,5 Weizenbrötchen und 2-3 Scheiben Weißbrot) mit
- Pflanzenmargarine,
- Leberwurst, Sülzwurst, fetthaltiger Konserven-Streichwurst und
- Scheibenkäse (Gouda, Müritzer, etc.)
- Kartoffeln (gekocht oder als Bratkartoffeln in Katenschinken angebraten)
- in Olivenöl gebratenes, paniertes Schnitzel (Fertigprodukt)
- generell viele Fleisch und Wurstprodukte mit eher hohem Fett- und Eiweißanteil
- Konserven-Gemüse oder aus dem Glas (i. d. R. Rotkohl oder Brechbohnen kurz aufgekocht, saure Gurken und eingelegten Puszta Salat)
und ähnliche eher "konservative" Nahrungsmittel.
Frisches Gemüse und insbesondere Obst lässt er vollkommen aus. Obst wird mit der Begründung weggelassen, dass er ja Diabetes habe.
Süßigkeiten und Kuchen lässt er generell weg.
Sein Alkoholkonsum ist sehr schwankend, doch leider mit der Tendenz zu einer leichten Alkoholsucht.
Ab und an packt ihn wohl der Ehrgeiz und er trinkt ausschließlich alkoholfreies Pils, doch zieht in das normale Bier immer wieder zurück in seinen Bann. Da bleibt es meist auch nicht bei einer Flasche, sondern es kommen auch gerne mal über den Tag 5-8 Flaschen dazu.
Das Wochenende (beide Tage) ist meist von höherem Alkoholverzehr geprägt, da kommt dann auch gerne mal mit dem Nachbarn zusammen die Flasche Williams Birne auf den Tisch, die dann zumeist auch zu zweit geleert wird. Dasselbe dann auch ab und an mal in der Woche. Generell verzichtet er ungern auf hochprozentige Spiritouosen (Korn, Wodka, Obstler) - pur versteht sich!
Ich kenne mich mit der Krankheit zu wenig aus, als dass ich ihn fachkundig beraten könnte, deshalb erwarte ich hier ein paar Erfahrungen und Informationen zur Krankheit und vor allem auch eure Einschätzung, ob die o. g. Gewohnheiten auf Dauer gesund sind. Meine Eindrücke sind jedenfalls, dass sein Zuckerwert am Morgen zumeist sehr schwankt, was bestimmt durchaus mit dem vermehrten Alkoholkonsum zusammenhängt, oder?
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am 20.05.2014 11:11:05
Hallo Anna,
es macht wohl keinen Sinn, dass wir uns an dieser Stelle allgemein über gesunde Ernährung unterhalten. Du würdest mir z.B. wahrscheinlich nicht abnehemen, dass Margarine, besonders die mit vielen Omega-6-Fettsäuren aus Sonnenblumenöl ziemlich ungesund und Butter dagegen sehr wertvoll für die Gesundheit ist. Deshalb beschränke ich mich mal auf das, was den größten Einfluss auf den BZ hat, auf die Kohlenhydrate.
Die KH sollte ein Diabetiker im Interesse einer flachen BZ-Führung moderat reduzieren und nach Möglichkeit KH von guter Qualität wählen, die langsam ins Blut gehen. Besonders sind das die KH aus Gemüse oder aus Vollkornprodukten, während die aus Brötchen, Kartoffeln, Nudeln usw. nur in geringen Mengen gegessen werden sollen. Wenn man die KH reduziert, dann kann man natürlich an deren Stelle mehr Eiweiß und Fett essen. Ein Problem für den BZ sind also nicht die Wurst und und das Fleisch, sondern eher die Brötchen, Weißbrot und Kartoffeln. Die braucht er nicht anz wegzulassen, sie solten aber reduziert werden. Bei den Fertiggerichten kann es auch Probleme geben., dass z.B. im Puszta-Salat viel mehr Zucker enthalten ist, als man denkt. Es steht aber auf dem Etikett, wie viel KH insgesamt entahlten sind. Ähnliches kann bei den Fertigschnitzeln der Fall sein. Wenn die mit einer dicken Panade belegt sind, dann kommen da vielleicht sehr viel KH zusammen.
Bei den alkoholischen Getränken kommen zwei Probleme zusammen, die KH und der Alkohol. Der Alkohol sorgt über Nacht für geringeren BZ, weil er die Leber besachäftigt. Insofern ist es gut, dass dein Vater das Basalinsulin, wahrscheinlich Lantus, erst früh spritzt, weil er sonst nach einer halben Flasche Schnaps eventuell über Nacht unterzuckern könnte. Dann kommen, besonders im Bier, noch die KH dazu, die den BZ steigen lassen und natürlich aufs Gewicht gehen. Wichtiger ist aber die Unterzuckerungsgefahr dur5ch den Alkohol. Die scheint bei seinen Medis nicht allzu groß zu sein, aber da solltest du mal hinsehen.
Beste Grüße, Rainer
Bearbeitet von User am 20.05.2014 11:13:39. Grund: .