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Wie schnell sollte Insulin wirken?
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Avw
Rang: Gastam 05.07.2014 20:09:28
Hallo!
Ich weiß seit 2 Tagen das ich Zuckerkrank bin. Typ 2 aber noch unter 40 Jahren. Mein Hausarzt hat mich wegen 304 Zucker und 10,5 Langzeitwert zu sich zitiert und sofort in die Ambulanz überwiesen. In der Zuckerambulanz gestern haben sie sofort das volle Programm aufgefahren. Humalog bis 10 Einheiten, Messgerät, Pen usw. Alles halb so dramatisch für mich vorerst, obwohl ich schon ein bissl verwundert bin, da ich vor 3 jahren definitiv noch nichts hatte.
So jetzt aber zu meiner Frage: Ich habe also bereits 5 mal vor dem Essen Insulin gespritzt und das Gefühl das Zeug wirkt überhaupt nicht. Nie unter 240 (nüchtern), jetzt vorhin 280 und trotz 10 Einheiten Humalog nach einem Kakao 360, ... gestern Abend nach einem Vanillejoghurt 350, usw. Gespritzt habe ich immer in den Bauch, da es dort ja schneller wirken soll.
Wie ist das? Braucht das Insulin einige Tage bevor es überhaupt "anschlägt"? Ist das normal daß der BZ trotz 10 Einheiten Humalog um 100 raufschnellt bei 300 Kalorien die man zu sich nimmt? Was habt ihr da für Erfahrungen? Wann sollte sich eine erste "Bewegung" einstellen? Ist mir schon klar, daß es nicht unverzüglich auf schöne 100/120 runtergehen wird, aber immer über 300 trotz Maximaldosis Insulin kommt mir komisch vor, ... -
am 05.07.2014 20:31:27
Moin Avw,
wenn die Menge vom Humalog zu den eingefüllten Kohlenhydraten gepasst hat, wirst Du nach dem Wirkauslauf des Insulins etwa 3-4 Stunden nach dem Spritzen wieder den BZ messen, den Du vor dem Spritzen gemessen hast :)
Bisdann, Jürgen -
Gast
Rang: Gastam 05.07.2014 20:35:32
Hallo Avw,
ich überlege gerade krampfhaft, wie lange das bei mir gedauert hat. Ich glaube, das war fast eine Woche, auf jeden Fall hat das Insulin in den ersten Tagen so gut wie gar nicht gewirkt. Nach, ich glaube es waren drei oder vier Tage, hat man mir dann Metformin und Januvia gegeben, dann gingen meine Werte langsam runter.
Nach zwei Wochen war ich dann soweit, dass ich das Insulin tagsüber nicht mehr brauchte, nur noch ein Langzeitinsulin am Abend.
Ich wurde mit ähnlichen Werten wie du diagnostiziert, HbA1c 11,5 und Nüchternblutzucker von 400. Nach 9 Monaten war ich auf HbA1c 5,8 und bewege mich jetzt, nach 3 Jahren, zwischen 5,8 und 6,2.
Also nicht verzweifeln, das wird schon - gut Ding will Weile haben! -
Gast
Rang: Gastam 05.07.2014 20:51:17
wer bei über 200 spritzt und kh einpfeift hat definitiv keine wirkung.
spritz runter auf 100-120, "dann" den neu bolus passend zum essen/trinken spritzen, bei normalinsulin ca 20 minuten warten und dann essen. dann wirkt auch insulin. -
Avw
Rang: Gastam 05.07.2014 21:12:57
Dank mal für eure flotten Antworten. Aber jetzt bin ich verwirrt. Ihr schreibt, daß das Insulin auf das Essen abgestimmt sein sollte. Ich habe aber eine Schema bekommen (Intensivierte konventionelle Insulintherapie), wo ich immer vor dem Essen messen soll, und dann enstsprechend des aktuellen BZ die Menge an Humalog einstellen soll, ...
Und den Satz " wer bei über 200 spritzt und kh einpfeift hat definitiv keine wirkung. " verstehe ich leider überhaupt nicht. Was ist kh? Bissl Nachsicht bitte, es waren sehr viel Infos die letzten 48 Stunden. ;)
Ansonsten ist das schon mal beruhigend, daß ihr das kennt, daß es keine unmittelbare Wirkung zu Therapiebeginn gibt. -
Avw
Rang: Gastam 05.07.2014 21:25:51
Gast schrieb:
Und den Satz " wer bei über 200 spritzt und kh einpfeift hat definitiv keine wirkung. " verstehe ich leider überhaupt nicht. Was ist kh? Bissl Nachsicht bitte, es waren sehr viel Infos die letzten 48 Stunden. ;)
Ach so, Kohlenhydrate vermutlich, ... ?
OK, dann verstehe ich den Satz nur mehr inhaltlich nicht. Wieso gibts da keine Wirkung? -
am 05.07.2014 21:25:55
Moin AvW,
der normale Weg ist, dass Du erst einmal nach dem Schema spritzt und isst, das Du jetzt hast. Mit dem Ergebnis wird der Arzt dann die Insulindosis erhöhen, und Du wirst ein paar Tage bis Wochen schauen, wie Dein BZ=Blutzucker drauf reagiert. Und wenn er dann immer noch zu hoch ist, wird der Arzt die Dosierung wieder um ein paar Einheiten erhöhen usw. usw.
Nun hast Du gefragt, und wir haben Dir geantwortet.
Klar müssen ideal Insulinmenge und KH=Kohlenhydratmenge zueinander passen, damit der Blutzucker einige Stunden nach dem Essen in der Höhe von vor dem Essen wieder weiter verlaufen kann. Insulin spritzen ist dabei wie Bremse treten und KHs essen wie Gas geben. Problem für den Arzt: Wie hoch z.B. 1 Scheibe Brot den BZ antreibt und wie viel Insulin dafür notwendig ist, diesen Antrieb wieder zu bremsen, kann von Mensch zu Mensch seeehr verschieden sein. Deswegen fängt er mit dem Dosieren sehr vorsichtig in einem Bereich an, in dem er nichts falsch machen kann, weil sich nichts bis wenig bewegt.
Bisdann, Jürgen -
Gast
Rang: Gastam 05.07.2014 21:51:35
Ja, nach dem Schema habe ich damals auch gespritzt, genau so , wie du es schreibst. Mach das einfach eine Weile so, die wissen schon was sie tun.
Bist du stationär in der Klinik oder zu Hause? In der Klinik ist es natürlich leichter, da isst man das, was einem vorgesetzt wird. Zu Hause ist es etwas schwierig, weil du dir das selbst zusammenstellen musst.
Ach ja, die ewigen Abkürzungen hier, die machen mir heute noch zu schaffen. Ich würde es begrüßen, die Dinge auszuschreiben, so wie man das im realen Leben auch tut. -
Gast
Rang: Gastam 06.07.2014 08:39:08
es ist leider so, daß wenn man nach irgendeiner tabelle spritzt, (eigentlich ist das keine ict) wo vergessen worden ist wie vor dem essen zu korrigieren ist, die ganze sache nicht funktioniert.
denn wie willst du denn bei ober 200 kohlenhydrate entsprechend spritzen ?
daher einfach mal probieren zuerst auf normalen wert kommen , das heißt korrekturspritzen und nichts essen,
diese menge insuin ist für die vorhandene blutglucose.
erst dann wenn der wert 100-120 ist der beabsichtigten kh menge entsprechend spritzen.
dann wirkt auch das insulin richtig.
und lieber gast, auch im wirklichen leben schreibt niemend alltägliche abkürzungen aus, kfz , km/h, kw, bus, lkw,
mfg. -
Gast
Rang: Gastam 07.07.2014 12:25:49
ich sehe in einigen Beiträgen die fehlende Schulung durch ein Diabetesteam. Zur guten und richtigen Insulintherapie gehört das Verständnis der Zusammenhänge! Seit jahrzehnt DMP Mitglied.