Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren musst Du Dich Anmelden oder Registrieren.

Neu und völlig überfordert

  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 3
    Mitglied seit: 14.10.2014
    am 15.10.2014 02:06:08
    Hallöchen,
    ich habe mich gerade hier angemeldet, weil ich hoffe, dass ich hier ein wenig Hilfe finde.
    Vorab: es geht nicht um mich, sondern um meinen Lebensgefährten Vor ungefähr 9 Monaten war er routinemäßig bei seinem Hausarzt, weil er die ärztliche Erlaubnis für seinen LKW-Führerschein brauchte. Mein Freund ist übergewichtig (knapp 155 Kilo bei 1,85m) und schon immer bei diesem Arzt in Behandlung. Von Diabetes war bisher nie die Rede, nur dass er abnehmen soll, bekam er natürlich bei jedem Besuch gesagt. Nun kam der Bluttest und plötzlich wurde Diabetes festgestellt. Zusätzlich ein hoher Blutdruck. Er bekam Metformin für den Zucker und andere Tabletten für den Blutdruck und wurde nach Haus geschickt. Natürlich auch wieder mit dem Hinweis: "Jung, du musst abnehmen."
    Die Zuckertabletten vertrug er nicht, bekam Durchfall und jede vom Arzt vorgeschlagene Einnahmeform (vor/nach/beim Essen) ergab dasselbe, immer wieder Durchfall und entsprechend schlechte Laune. Irgendwann hatte er dann die Schnauze voll und ließ die Tabletten weg. Sicher nicht der richtige Weg, aber er ist selbständig und immer unterwegs, durch den Durchfall hatte er bereits einen enormen Verdienstausfall und das war langsam nicht mehr wegzustecken.
    Vor einem Monat dann waren seine Herztabletten alle und nach vielem guten Zureden ging er wieder zum Arzt. Heute dann die Nachricht, dass seine Zuckerwerte nüchtern über 300 liegen und seine Leberwerte wohl auch komplett im A*** sind. Und die geniale Lösung vom Arzt: Lass dir einen Termin beim Diabetologen geben. So hat er ihn dann nach Haus geschickt. Keine Hinweise darauf, was er machen soll, was er essen soll, was wir machen sollen wenn es ihm schlechter geht, nichts.
    Ich bin relativ verzweifelt. Er hat gerade mächtig viel Stress, bei ihm scheint seit ein paar Monaten einfach alles schief zu laufen und nun auch noch das. Einen Termin hat er erst zum 27.10. bekommen, weil die Praxis vorher eine Woche im Urlaub ist.
    Ich habe in den letzten Wochen mitbekommen, dass es ihm wirklich nicht gut geht. Er schläft sehr viel, aber scheinbar nicht gut. Vor einer Weile hat er angefangen ständig pinkeln zu müssen, dadurch hat er sich auch noch einen kleinen Pilz eingefangen, was ihn auch gleich total mitgenommen hat, weil wir eigentlich grade versuchen -soweit es klappt- die Familienplanung aufzunehmen, und sein Arzt ihm nun erzählt hat er müsse die nächsten 6-8 Wochen verhüten.

    Ich mache mir tierische Sorgen um ihn, ich mein er ist grad 36 und ich bin im Moment etwas überfordert damit, mir Sorgen darum machen zu müssen, ob er überhaupt zeugungsfähig ist und bleibt, wo ich grade dachte wir hätten die Probleme zwischen den Laken langsam in den Griff bekommen. Und das ist ja schon fast meine kleinste Sorge. Ich finde 305 als Zuckerwert schon sehr, sehr hoch. Was mache ich denn wenn es ihm schlechter geht als jetzt gerade? Ich kann nachts schon nicht mehr richtig schlafen, weil ich das Gefühl habe auf ihn aufpassen zu müssen. Ich will ihn auch nicht bedrängen mit tausend guten Ratschlägen oder ihm irgendwas verbieten -grade beim Essen- oder sonstwas.
    Wir haben schon angefangen zum Beispiel immer mal wieder ein bisschen spazieren zu gehen, im Sommer waren wir schwimmen und so, damit er ein bisschen mehr Bewegung kriegt. Obwohl er Gärtner ist, also eigentlich schon recht viel Bewegung hat. 15 Kilo sind auch schon runter, aber ich finde es trotzdem schwierig.
    Ich dachte ja schon an LOGI oder zu mindest daran, die Kohlehydrate zu reduzieren. Natürlich isst er gerne Kartoffeln und Nudeln, aber zu mindest könnte er mal damit anfangen abends die drei Brötchen wegzulassen und zum Mittag einfach weniger Kartoffeln und so zu essen. Aber es ist wie gesagt sehr schwierig. Er hat extrem schlechte Laune und ist meiner Meinung nach schon kurz vor Depression wegen dem ganzen Mist, der ihm im Moment passiert. Essen ist so ein bisschen dann Balsam für die arme, kleine Seele. Aber irgendwas müssen wir machen, sonst wird es doch nur immer schlimmer. Ich bin für ihn da und rede ihm immer gut zu und sag ihm ja auch, dass alles wieder gut wird und wir irgendwie auch den Zucker wieder in den Griff kriegen und er sich jetzt nicht noch zusätzlich Sorgen machen soll, aber ich selbst mache mich irre. Und egal was ich sage: er weiß trotzdem, dass er krank ist und macht sich Sorgen und scheinbar auch ein bisschen Vorwürfe und weiß auch nicht so richtig was er machen soll.
    Wie fangen wir denn an, was sollen wir machen? Als nächstes denke ich mal wir sollten uns ein Blutzuckermessgerät besorgen, oder? Welches ist denn gut? Und wann misst man den Zucker? Ich hab echt keine Ahnung und dieser wunderbare Arzt lässt uns komplett im Regen stehen und ist nicht so richtig hilfreich, man bekommt ja noch nicht mal Antwort auf seine Fragen.
    Ihr könnt euch wahrscheinlich vorstellen, dass wir auf einem Dorf wohnen, von daher ist es auch nicht so einfach mal eben zu einem anderen Arzt zu gehen. Mal sehen was Der Diabetologe nun sagt, aber bis dahin müssen wir irgendwie selbst versuchen klarzukommen.
    Ui, da hab ich aber viel geschrieben. Vielen Dank schonmal an alle, die sich das alles durchlesen, aber ich musste es mal loswerden und bin wie gesagt irgendwie auch grade etwas fertig auf der Bereifung.
    Vielleicht kann mir ja jemand helfen :-)
    Liebe Grüße,
    Wuppelchen
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 972
    Beiträge: 5070
    Mitglied seit: 25.02.2011
    am 15.10.2014 07:19:12
    Hallo Wuppelchen,

    wenn er bis zum 27.10. durchalten muss, dann soll er bis dahin zumindest die KH reduzieren. Da er den hohen BZ wahrscheinlich schon eine ganze Weile hat, wird er die 2 Wochen so überstehen.

    Oder er geht noch mal zu seinem Hausarzt und lässt sich Diabetstabletten verschreiben, die den BZ bis zu dem Termin schon etwas nach unten bringen. Nicht Metformin, weil das zu wenig bringt und er es ja nicht verträgt, aber z.B. einen DPP4-Hemmer. Er soll sich in der Praxis auf jeden Fall ein BZ-Messgerät geben lassen, mit dem er den BZ selbst kontrollieren kann und merkt, wenn es schlimmer wird. Das Messgerät ist kein Problem, vielleicht bekommt er auch noch die ersten 50 Teststreifen auf Rezept.

    Beste Grüße, Rainer
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 163
    Mitglied seit: 22.09.2014
    am 15.10.2014 07:23:56
    Eine echt unschöne Geschichte.....
    Ein erster Schritt, die Situation in den Griff zu bekommen, könnte darin liegen, sich selbst um das Thema zu kümmern, also dass dein Partner die entsprechenden Fragen selbst stellt.
    Aufgrund des beschriebenen Körpergewichtes wäre ein bewussterer Umgang mit Kohlenhydraten sicher sinnvoll.
    Ein Messgerät zu kaufen und den Blutzucker zu messen, ändert an der Situation nichts. Dein Partner gehört baldmöglichst in die Hände eines Diabetologen. Sollt die Situation vor dem vorgesehenen Termin beim Diabetologen eskalieren, müsste die Ambulanz eines Krankenhauses aufgesucht werden.
    Bedenklich, dass euch der Hausarzt im Regen stehen lässt.
    Selbst mit der Situation klar zu kommen, erachte ich als eher schwierig, denn ausser einer allfälligen Reduktion der Kohlenhydrate, kann selbst nicht viel unternommen werden
    .
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 163
    Mitglied seit: 22.09.2014
    am 15.10.2014 07:31:18
    Rainer schrieb:
    Nicht Metformin, weil das zu wenig bringt und er es ja nicht verträgt, aber z.B. einen DPP4-Hemmer....


    Rainer, gehst da da als Laie nicht einmal mehr etwas zu weit? Ich denke, dass diese Frage ein Arzt zu entscheiden hat. Ein Patient, welcher zum Arzt kommt und diesem als Erstes mitteilt, womit er behandlet werden will, wird eine eher schwierige Position haben. Erklärt der Patient, dass er den Tipp aus eine Diabetesforum hat, wird ihm der Arzt als Erstes empfehlen, solche Foren zu meiden.....
     1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag.
  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 3
    Mitglied seit: 14.10.2014
    am 15.10.2014 10:29:12
    Vielen Dank schon einmal für die Antworten.
    Ich muss ihn jetzt mal ein bisschen in Schutz nehmen. Im ersten Moment als der Arzt ihm das alles hingeknallt hat, war er völlig verdattert und wusste gar nicht, was er fragen soll. Als er dann gefragt hat, hat er kaum vernünftige Antworten bekommen. Ich war dabei ;-)
    Zum Beispiel ist die Antwort auf die meisten Fragen schlicht 'Du musst einfach abnehmen'. Also er fragte was er gegen die Müdigkeit tun kann, wie er jetzt mit dem ganzen umgehen soll, was er beachten soll, ob er bestimmte Dinge meiden soll beim Essen. Ob ihr es glaubt oder nicht, die Antwort war jedes mal 'Nimm ab mein Jung, dann wird das schon.'
    Ein Messgerät aus der Praxis bekommen wir nicht, die haben keins, was sie rausgeben können, also müssen wir eh zur Apotheke. Wir sind auch privat versichert, müssen also grundsätzlich eh erstmal alles selber zahlen, von daher kann ichs auch gleich selbst kaufen, dann ist es wenigstens meins *g*.
    Na wenigstens war ich mit der Idee Kohlehydrate zu reduzieren nicht ganz schief. Als ich ihm heut morgen dann mal erklärt habe wieviel eigentlich in seinen geliebten Kartoffeln und vor allem Brötchen drin ist, hat er gleich Pipi inne Augen gehabt. Meinte aber auch (und das finde ich eigentlich ganz gut von ihm), dass er sich ja dann pro Tag eine Portion zurechtlegen kann und sich das dann über den Tag aufteilen kann. Und er hat gefragt, ob ich dann abends vielleicht was zu essen machen kann, was dann ohne Kohlehydrate ist. Das wollte er bisher immer nicht, weil er lieber seine Brötchen abends gegessen hat.
    Bin mal gespannt, ob es ihm etwas besser geht, wenn er sich ernährungstechnisch daran hält. Also ich muss sagen, dass auch ich als Nichtdiabetiker deutlich merke, ob ich viel KH gegessen hab oder nicht. Ich habe mal eine Weile mit meiner Schwester streng nach LOGI gegessen, weil sie abnehmen wollte. Nun muss ich nicht grad abnehmen (1,65m/52kg), aber ich dachte, das hört sich ja eigentlich relativ gesund an, mach ich doch mal mit. Und ich hab gemerkt, dass ich zum Beispiel nach dem Essen dann nicht mehr so müde war, wie man es ja gern mal ist, und dass ich mich insgesamt ein wenig wohler gefühlt habe, ohne dass ich vorher bewusst irgendwelche Beschwerden hatte. Ich würde mich freuen, wenn es meinem Freund wenigstens ein bisschen so geht.
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 1002
    Mitglied seit: 22.09.2014
    am 15.10.2014 10:30:58
    Verständlicherweise mag es kein Arzt, wenn der Patient zu ihm kommt und die Diagnose samt Behandlungsvorschlag schon mitbringt. Das ist ein schlechter Start für eine gute Zusammenarbeit mit dem Diabetologen.
    Im übrigen halte ich es nicht für sinnvoll, bei diesen Werten mit Tabletten anzufangen. Meiner Meinung nach wäre hier sofort Insulin angebracht. Wie es später weitergeht, wird man sehen. Die Behauptung einmal Insulin, immer Insulin ist falsch. Aber das zu entscheiden ist Sache des Diabetologen.

    Sinnvoll wäre es auf jeden Fall inzwischen mit dem Abnehmen anzufangen, denn um das wird er auf keinen Fall herumkommen. Und jedes Kilo weniger ist gut für den Diabetes.
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 1002
    Mitglied seit: 22.09.2014
    am 15.10.2014 10:37:08
    Wuppelchen schrieb:

    Ein Messgerät aus der Praxis bekommen wir nicht, die haben keins, was sie rausgeben können, also müssen wir eh zur Apotheke.



    Offensichtlich kennt sich der Hausarzt mit Diabetes nicht aus. In so einem Fall ist es besser, den Patienten an einen Diabetologen zu überweisen.

    Was das Messgerät betrifft, so ruf oder schreibe doch einfach eine der Pharmafirmen an (z.B. Roche). Ich hoffe, es ist immer noch so wie früher, wo man dann ein Meßgerät geschenkt bekommt. Rechnen tun sich die Dinger für die Firma durch die Meßstreifen.
  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 3
    Mitglied seit: 14.10.2014
    am 15.10.2014 11:00:42
    Oh, das wusste ich nicht, dass man die Chance hat ein Messgerät geschenkt zu bekommen. Suche grade eifrig nach Kontaktdaten :-)

    Das mit dem Abnehmen ist klar, und wie bereits geschrieben, ist er ja auch dabei, 15 Kilo sind seit dem Sommer schon runter. Es ist uns ja auch bewusst, dass er schon fürs Herz und nun vor allem gegen den Zucker abnehmen muss, daran arbeiten wir ganz brav.

    Ich finde es ja auch gut, dass er jetzt an den Diabetologen überwiesen wurde, das ist auf keinen Fall das Problem. Ich bin eben nur stinkig über die Behandlung bisher. Vor allem, weil Herr Doktor selber Länge mal Breite ist. Außer dass er deutlich kleiner ist als mein Freund, ansonsten nehmen die sich nicht viel was die Rundungen angeht *grummel*.
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 194
    Mitglied seit: 29.06.2014
    am 15.10.2014 11:07:36

    Hallo,
    will nur den Tipp geben:
    In fast allen Apotheken bekommst du kostenlos ein BZ Meßgerät ,nur die Marke kann halt dann nicht ausgesucht werden, und es sind 5 Teststreifen dabei.
    PS.: Das Meßgerät ,"dass ich wollte" ,hab ich in der zweiten Apotheke bekommen.
    Werner


    Sonne muss dabei sein!
    Bearbeitet von User am 15.10.2014 11:50:52. Grund: PS
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 972
    Beiträge: 5070
    Mitglied seit: 25.02.2011
    am 15.10.2014 15:07:56
    Hallo Wuppelchen,

    wenn ihr ein BZ-Messgerät habt, dann seid ihr auf der sicheren Seite. Ganz wichtig ist, dass es in den 14 Tagen bis zum Diabetologentermin nicht schlimmer wird. Das ist eigentlich nicht zu erwarten und wenn dein Freund in dieser Zeit auf die KH achtet, könnte der BZ sogar schon etwas besser werden.

    Sollte der BZ trotz aller Vorsicht immer weiter nach oben gehen, dann geht es nicht mehr ohne Arzt oder Krankenhaus. Deshalb ist es gut, dass ihr die Werte mit einem Messgerät im Auge behalten könnt.

    Beste Grüße, Rainer