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Insulinresistenz bei Typ 1, gibts das?
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am 01.12.2014 19:37:07
Hallo,
ich bin w, 38 Jahre und seit 3 Jahren festgestellte Typ I Diabetikerin. Ich spritze Lantus zwei mal täglich und sonst Apidra. Bis vor einem Jahr bin ich gut klar gekommen, Hba1c so 6,4 oder so. Inzwischen habe ich täglich Entgleisungen, abends vorm Essen liegt mein BZ immer bei knapp unter 400 trotz entsprechend Bolus und Korrrektur muss ich zum Schlafengehen auch nochmal 6 - 8 IE Korrektur spritzen, sonst kann ich morgens nicht mit unter 100 aufstehen.
Das ist eine Insulinresistenz, oder? Wo kommt das her? Ich habe die letzten Monate eher abgenommen, bin völlig normalgewichtig. Treibe viel Sport und ernähre mich einigermaßen gesund. Wenn ich gar keine Kohlehydrate esse, ist der BZ besser, aber das kann ich nicht lange durchhalten. Und es ist nicht so, dass ich Kohlehydrate im Übermaß esse, z.B. gab es neulich abends Ratatouille mit 2 Esslöffeln Couscous und ich habe gemäß meines Faktors 2 fürs Abendessen 6 IE gespritzt. Trotzdem war der BZ 2 Stunden später wieder bei 400.
Was sich verändert hat, ist das Schilddrüsenhormon, dass ich seit einigen Monaten einnehme, 75 mg Eutyrox. Kann das was damit zu tun haben?
Normalerweise spitze ich morgens 10 IE Lantus und abends 12. Inzwischen bin ich morgens schon auf 14 und abends 16 gegangen, aber das hilft nicht. Kann man noch viel weiter rauf gehen? Oder verlieren Insuline nach einiger Zeit ihre Wirkung? Kann das sein?
Bitte Hilfe, mich macht das ganz verzweifelt und mein Arzt sagt immer nur, ich solle Sport machen und meine Ernährung umstellen.
Danke und Gruß,
Sally -
am 02.12.2014 07:32:12
Guten Morgen!
Dein Insulin sollte ohne Probleme im Pen, ohne Kühlung, 4 Wochen ohne Wirkverlust durchhalten. Es sei denn, der Pen liegt in der prallen Sonne oder fällt in die Tiefkühltruhe...
Hast Du mal eine neue Patrone ausprobiert?
Für mich hört sich ein bisschen nach versiegender Restproduktion an.
Dein Basal reicht abends nicht mehr, hier hatte wahrscheinlich ein kleiner Rest Betazellen mitgeholfen.
Wie läuft denn der Vormittag so? Du solltest dem Basal tatsächlich mehr geben.
Wann sind denn die Basal-Spritzzeiten?
Zum Bolus: Wie lange ist denn Dein Spritz-Ess-Abstand? Hier kann man die PP-Spitzen auch gut mit steuern.
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am 02.12.2014 10:16:04
Sallypringsheim schrieb:
Das ist eine Insulinresistenz, oder? Wo kommt das her? Ich habe die letzten Monate eher abgenommen, bin völlig normalgewichtig. Treibe viel Sport und ernähre mich einigermaßen gesund.
Hallo Sally,
so etwas wäre möglich, dass sich zumTyp 1 eine Insulinresistenz bzw. ein Typ2-Diabetes dazu entwickelt und ein Doppeldiabetes entsteht. Allerdings ist das bei deinem Gewicht und deiner Lebensweise eher unwahrscheinlich.
Ich würde wie TypEinser auch erst mal von versiegender Restproduktion ausgehen und den gestiegenen Insulinbedarf als normal betrachten. Dazu solltest als erstes deinen Basalbedarf überprüfen und eventuell korrigieren. Mache mal einen Basalratentest, wie er z.B. hier gut beschrieben wird.
Wenn es daran nicht liegt, dann könnte auch ein Rezeptor-down-Regulation vorliegen. Sieh dir mal hier die Ausführunge von Doc Teupe an. Aber probiere nicht an mehreren Stellen gleichzeitig rum, bringe erst mal die Basalrate und die Einstellung insgesamt mit so viel Insulin wie du brauchst in Ordnung.
Beste Grüße, Rainer2 Benutzer dankten für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 24.06.2016 10:15:39 | IP (Hash): 1997727190
Hallo zusammen,
die Beiträge sind zwar schon etwas älter aber hier mal meine Erfahrungen dazu.
Ich lebe ganz normal und habe auf dem Bau gearbeitet.
Seit 1986 bin ich Diabetiker und vom ersten Tag an Typ I mit Spritze. Seit dieser Zeit wurden bei mir 8 x die Insuline getauscht. Der längste Zeitabschnitt mit einem Insulin war 5 Jahre. Während dieser Zeit stieg jeweils mein Insulinbedarf um 100 %, dann Krankenhausaufenthalt mit Neueinstellung und nach 2 Tagen Insulinwechsel. Seit 2011 trage ich eine Insulinpumpe mit Insuman Infusat und mehreren Basalratenanpassungen, auch hier das gleiche. Zum Jahresbeginn 2016 war die Basalrate wieder auf fast 100 % über dem Eingangswert 2011 gestiegen. Im Krankenhaus wurde ich auf Novorapid umgestellt, weil dessen Wirkbeginn und die Wirkdauer laut Arzt kürzer sind als die von Insuman Infusat.
Von Anfang März bis Ende April musste ich meine Basalrate (28 BR-Tests) zu Hause weiter anpassen. Mit dem Ergebnis dass ich heute schon wieder ca. 45 % über der Menge (27,25 IE) bei der Entlassung liege.
Was den Wirkbeginn angeht, liege ich weit über den Angaben des Beipackzettels. D. h. min. 1 h vor Belastungen muss ich meine Pumpe auf 0% Temporäre Basalrate zurückregeln. Und ca. 1 - 1,5 h nach Belastung BZ messen und die Pumpe wieder auf normal einstellen.
Reiner
Bearbeitet von User am 24.06.2016 10:17:19. Grund: Text hinzu gefügt