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Resistente Stärke gegen Diabetes. Oder: endlich wieder Nudeln?

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    am 28.03.2015 12:17:58
    Resistente Stärke hat laut einer kürzlich erschienenen Studie positive Effekte auf die Blutzuckerkontrolle. Es gab sogar Hinweise auf eine verbesserte Insulinsensitivität. Davon können vermutlich insbesondere Typ 2 und Prädiabetiker profitieren. Aber auch Typ 1er: denn Resistente Stärke (RS) setzt den GI/GL herab.

    Die Studie wurde bei 17 DMT2 durchgeführt, wobei 12 Wochen lang täglich Resistente Stärke verabreicht wurde. Die postprandialen Blutzuckerwerte verbesserten sich dabei stetig, wobei das Glucagon-like-peptid-1 (GLP1, nüchtern) stetig geringere Konzentrationen annahm. Das Peptid nach den Mahlzeiten erhöhte sich, wodurch sich eine bessere Blutzuckerverlaufskontrolle ergab.

    Es gab am Ende der Studie keinen signifikanten Unterschied im Nüchternblutzucker. Aufgrund der besseren postprandialen Werte gab es keine positive Auswirkung auf den HbA1c (Kurzzeit vs. Langzeit), wobei die Studienlänge von 12 Wochen hier nicht ausreichend ist.

    Anders als Beispielsweise bei Zimt, wirkt RS bei gut eingestellten Diabetikern genauso. Unabhängig von Medikamentengabe, BMI oder Diät.

    Während am Unterarm eine bessere Glukoseaufnahme beobachtet werden konnte, konnte allgemein im Gewebe keine verbesserte Aufnahme beobachtet werden. Deshalb gibt es zumindest einen leisen Hinweis auf verbesserte Insulinsensitivität, auch wenn sie eindeutig nicht bestätigt werden konnte. Eher vermuten die Forscher, dass das erhöhte postprandiale Glucagon-like-peptid-1 im Verdauungstrakt positive Effekte mit sich bringt (und nicht in der Blutbahn/Gewebe). Da außerdem das Insulin nicht erhöht wurde, deutet einiges auf einen insulinunabhängigen positiven Prozess/Effekt hin. GLP1 konnte bei Nagern beispielsweise die Aufnahme von Glukose in den Muskel verbssern, dieser Effekt könnte auch hier zum Tragen zu kommen.

    Auf der anderen Seite erhöhten sich die Triglyceride. Die Ursache ist ungeklärt, weshalb sich noch keine Ernährungsempfehlung ergibt. Man könnte vielleicht selbst versuchen, mit der Supplementierung von ungesättigten Fettsäuren zu kontern.

    Und nun das Entscheidende: Resistente Stärke entsteht z.B. beim Abkühlen von stärkehaltigen Lebensmitteln wie Kartoffeln und Nudeln. Man kann also die Nudeln z.B. einen Tag vorher zubereiten und im Kühlschrank lagern. Der Anteil der RS wird noch erhöht, wenn man die Lebensmittel nochmals erwärmt und wieder abkühlt.

    Literatur: Bodinham, C.L. et al. (2014): Efficacy of increased resistant starch feeding in human type 2 diabetes, Endocrine Connections Vol. 3(2), 75-84

    Links:
    Nudeln vom Vortag?
    Resistente Stärke hilfreich bei Diabetes?
    Wieso alte Nudeln Diabetes vorbeugen
    ---------------------------------------------

    UPDATE: Selbsttest an einem Tag mit jeweils 100g Vollkornnudeln

    Test 1: Kalte Nudeln vom Vortag
    0h/87
    0,5h/122
    1h/110
    (1,5h/117)
    2h/111
    3h/103

    Test 2: Warme Nudeln frisch
    0h/92
    0,5h/128
    1h/121
    2h/117
    3h/115

    Bei mir funktioniert es offenbar ganz gut. 5-10% kann ich mit kalten Nudeln rausholen, genau wie die Berichte und Studien andeuten. Schöne Sache :-)
    Bearbeitet von User am 31.03.2015 18:50:26. Grund: .
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    am 28.03.2015 18:58:46
    Hallo Purea!

    Sehr interessanter Bericht, werde mit Nudeln und Kartoffeln vom Vortag ausbrobieren. Bei Kartoffel-
    salat hatte ich immer schon festgestellt das der BZ nicht ansteigt. Auch mit Pellkartoffel habe ich
    immer gute Erfahrungen gemacht.

    mfG. Wolle
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    am 28.03.2015 20:37:02
    Hi Wolle,

    wenn es dir nichts ausmacht, dann kannst du ja mal Vergleichswerte hier posten nach deinen Versuchen.
    Der Kartoffelsalat wäre z.B. ein ganz typischer Fall, da die Stärke resistent wird.

    Gutes Gelingen und guten Appetit!
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    am 29.03.2015 10:29:34
    Wolle schrieb:
    Sehr interessanter Bericht, werde mit Nudeln und Kartoffeln vom Vortag ausbrobieren. Bei Kartoffelsalat hatte ich immer schon festgestellt das der BZ nicht ansteigt. Auch mit Pellkartoffel habe ich immer gute Erfahrungen gemacht.


    Hallo Wolle,

    von meinen eigenen Versuchen mit Kartoffelsalat aus über Nacht im Kühlschrank abgekühlten Pellkartoffeln kann ich dir nur raten, vorsichtig zu sein und die Wirkung auf den BZ sorgfältig zu überprüfen.

    Ich habe das mehrfach gemacht und trotz gleicher Behandlung der Pellkartoffeln kein verlässliches Ergebnis erhalten. Manchmal ist der BZ wirklich viel weniger angestiegen, als es von der Menge der KH zu erwarten gewesen wäre. Manchmal ist er aber auch in voller Höhe angestiegen und manchmal lag das Ergebnis mitten drin. Ich konnte mich also nicht darauf verlassen, dass die Pellkartoffeln wirklich nur noch resistente Stärke liefert, die im Darm nicht zu Glukose aufgespalten werden kann und dann erst durch Darmbakterien zu Fett umgewandelt wird. Bei Nudeln würde ich noch vorsichtiger sein. Es gibt viel Berichte darüber, dass bei Nudeln der BZ-Anstieg erst nach 3...4 Stunden erfolgt.

    Verlasse dich ´bei deinen Versuchen lieber nicht nur auf die Theorie, sondern beobachte sorgffältig, ob es bei dir verlässlich so wirkt.

    LG Rainer
  • ferrato

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    am 29.03.2015 12:18:48
    Rainer schrieb:

    Ich konnte mich also nicht darauf verlassen, dass die Pellkartoffeln wirklich nur noch resistente Stärke liefert, die im Darm nicht zu Glukose aufgespalten werden kann und dann erst durch Darmbakterien zu Fett umgewandelt wird.



    Stärke, die durch Erhitzen mit darauffolgendem Abkühlen entsteht, nennt man Retrogradierte Stärke (RS 3) Dabei bildet sich eine für die Verdauungsenzyme unzugängliche kompakte Kristallstruktur. Diese Stärke kann also auch nicht durch Darmbakterien zu Fett verstoffwechselt werden und zählt daher definitionsgemäß zu den Ballaststoffen.

    Aber ich denke mal, dass sich eben nicht die ganze Stärke umwandelt, bzw. wird ein Teil wohl auch in RS 2 umgewandelt. Diese ist nach dem erneuten Erwärmen durchaus wieder verdaubar.
    Ich selbst habe aber auch nie darauf geachtet und im Umkehrschluss auch keine abnormalen BZ Absenkungen nach dem Abdecken der kompletten KH beobachten können. Und die wären ja zu erwarten gewesen, wenn sich ein großer Teil der Stärke in unverdauliche RS 3 verwandelt hätte. Der Anteil kann also nicht so hoch sein. Das würde auch Deine Beobachtungen mit dem unterschiedlichen Anstieg bestätigen.
    Bearbeitet von User am 29.03.2015 12:21:01. Grund: Korrektur Schreibfehler
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    am 29.03.2015 12:48:01
    ferrato schrieb:
    Dabei bildet sich eine für die Verdauungsenzyme unzugängliche kompakte Kristallstruktur. Diese Stärke kann also auch nicht durch Darmbakterien zu Fett verstoffwechselt werden und zählt daher definitionsgemäß zu den Ballaststoffen.

    Krumm gedacht oder schlecht rechercheirt - das kann man bei Ferrato immer nicht so genau sagen.

    Zur deiner Info:
    Lediglich die wasserunlöslichen Ballaststoffe werden bei uns Menschen unverarbeitet ausgeschieden. Die wasserlöslichen Ballaststoffe werden zu einem großen Teil m Darm durch die Darmbakterein fermentiert, wobei neben Kohlenstoffdioxid, Methan und Wasserstoff auch kurzkettige Fettsäuren wie Acetat, Propionat und Butyrat entstehen, die natürlich nicht ausgeschieden, sondern als normale Fettkalorien verwertet werden. Retrogradierte Stärke (RS 3) ist wasserlöslich und damit, obwohl es für die Verdauungsenzyme unzgänglich ist, wie die anderen wasserlöslichen Ballaststoffe durch die Darnbakterien entsprechend verwertbar.

    Bearbeitet von User am 29.03.2015 12:48:39. Grund: .
  • ferrato

    Rang: Gast
    am 29.03.2015 13:26:50
    Wird man so, wenn man sich nach LOGI ernährt?

    Ich weiß nicht, warum gewisse Forenteilnehmer glauben, ihre schrägen Argumente mit aus dem Internet abgeschriebenen Wissenschaftlichen Inhalt, der hier die wenigsten Interessiert, beweisen zu wollen. Mit ein klein wenig Suche findet man sogar die Seite, in der Du das nahezu wörtlich abgeschrieben (oder einkopiert) hast. :-)

    Um aber genau zu sein:
    In gekochten und anschließend abgekühlten Lebensmitteln verwandeln sich selten mehr als 5 % in Retrogradierte Stärke RS 3. Zum größten Teil werden diese 5 % im Dickdarm zu Butyraten umgewandelt. Und Butyrate sind Salze und Ester der Buttersäure, welche ausschließlich als Nährstoff für die Darmbakterien dient. Und da sich Energie nicht von allein vermehrt, können auch die Fette, die sich aus dem kleinen Rest bilden,. auch nicht mehr Energie haben, als das Ausgangsprodukt. Deshalb ist dies völlig vernachlässigbar.
    Und wenn Du des lesens mächtig bist, solltest Du feststellen können, dass ich von Ballaststoffen (also allgemein formuliert) geschrieben habe und nicht in Wasserlöslich oder nicht Wasserlöslich unterschieden habe. Dies spielt nämlich BZ technisch überhaupt keine Rolle. Hier ging es schließlich darum, wie sich der Verzehr auf den BZ auswirkt.

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    am 29.03.2015 19:07:03
    - Die resistente Stärke, also der Teil, der wirklich in resistente Stärke umgewandelt wird, spielt BZ-technisch tatsächlich keine Rolle. Das habe ich auch nicht behauptet.

    - Die resistente Stärke und die wasserlöslichen Ballaststoffe insgesamt spielt aber fetttechnisch eine Rolle, was du empört abgestritten hast.

    - Das die in Fett umgewandelten wasserlöslichen Ballaststoffe, mehr Kalorien haben als das Ausgangsprodukt entstammt nur deiner krummen Denke. So etwas würde ich nicht behaupten.und habe es auch nicht getan.
  • ferrato

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    am 29.03.2015 19:53:38
    Rainer schrieb:

    Das die in Fett umgewandelten wasserlöslichen Ballaststoffe, mehr Kalorien haben als das Ausgangsprodukt entstammt nur deiner krummen Denke. So etwas würde ich nicht behaupten.und habe es auch nicht getan.



    Danke für Deinen Beitrag incl Deinem Eingeständnis, Beiträge gar nicht zu lesen. :-)

    Ich habe wörtlich geschrieben:

    Und da sich Energie nicht von allein vermehrt, können auch die Fette, die sich aus dem kleinen Rest bilden,. auch nicht mehr Energie haben, als das Ausgangsprodukt. Deshalb ist dies völlig vernachlässigbar.
    ---
    Ich habe auch nirgens behauptet, Du hättest dieses Statement aufgestellt. Ich habe lediglich einen Fakt beschrieben und festgestellt dass diese Größe Vernachlässigbar ist.
    Du solltest mir jetzt die Stelle zitieren, an der ich das Gegenteil behauptet habe. Wirst Du nicht können und darum geht aus meinem Beitrag und Deiner darauf folgenden Antwort klar hervor, wer hier eine "Krumme Denke" hat.
    Kleiner Tipp am Rande: Nächstes Mal Beiträge einfach ganz lesen und dann erstmal denken!
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    am 29.03.2015 20:09:41
    5% der Stärke wird also mit dem Abkühlen BZ-mäßig unwirksam. Kann das sein, dass die Größenordnung nicht einmal aus dem Streubereich der BZ-Ergebnisse mit einem normalen Messgerät herauskommt?

    ------------------------------------------
    Die Freiheit der eigenen Meinung setzt zwingend die Achtung und den Respekt vor jeder anderen Meinung voraus. - Wer's auch so sieht, sagt's bitte einfach weiter.
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    am 29.03.2015 21:04:24
    hjt_Jürgen schrieb:
    5% der Stärke wird also mit dem Abkühlen BZ-mäßig unwirksam. Kann das sein, dass die Größenordnung nicht einmal aus dem Streubereich der BZ-Ergebnisse mit einem normalen Messgerät herauskommt?


    Warum probierst du es nicht einfach aus? Aller Theorie ist grau, wie Rainer oben schon anmerkte.
    Mit deiner Prozentrechnung ist das so eine Sache, weil du GLP1 nicht beachtest. Dies scheint ja einer der Hauptgründe zu sein für die signifikant niedrigeren Werte beim Konsum von RS nach den Mahlzeiten. Weshalb sich ja auch keine Erniedrigung beim NBZ ergab, denn GLP1 scheint im Verdauungstrakt zu wirken nach den Mahlzeiten.
    Bearbeitet von User am 29.03.2015 21:04:46. Grund: .
  • ferrato

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    am 29.03.2015 23:53:11
    hjt_Jürgen schrieb:
    5% der Stärke wird also mit dem Abkühlen BZ-mäßig unwirksam. Kann das sein, dass die Größenordnung nicht einmal aus dem Streubereich der BZ-Ergebnisse mit einem normalen Messgerät herauskommt?



    Ja, das denke ich auch. Ich schrieb ja schon, dass ich darauf gar nicht geachtet und immer die kompletten KH berechnete habe. Wenn das mehr als 5 % gewesen wären, müsste ich zwangsläufig und ziemlich häufig in unerklärliche Hyponähe gekommen sein, da ich ja dann zu viel gespritzt hätte. Ich konnte aber objektiv keine Auffälligkeiten beobachten.

    Und wenn dies so ist, dann ist das nur wieder ein Hype. denn Resistente Stärke hat es ja schon immer gegeben. Und nicht einmal in der Pumpenschulung (und die war eigentlich sehr ausführlich) wurde das Thema erwähnt.

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    am 30.03.2015 00:44:42
    Schade dass es ausgerechnet bei dir nicht funktioniert. Da kann ich deinen Ärger ja fast verstehen.

    Die Studie aus der ich zitiere ist übrigens von 2014. Hat deine Pumpenschulung also erst in den letzten Wochen statt gefunden, ja? Wie soll denn der Lehrer davon gewusst haben, wenn es eine derartige Untersuchung vorher nicht gab ;-) ("However, the efficacy of RS in individuals with T2DM has not been investigated [before]."). Auch wenn Tierversuche es schon vorher andeuteten...

    Aber es könnte ja durchaus sein, dass es da einen Unterschied zwischen T2 und T1 gibt. Die Studie wurde an T2ern durchgeführt und hat demzufolge auch nur bei T2ern signifikant niedrigeren Blutzucker nach dem Essen nachweisen können. Allerdings könntest du das ganze auch einfach selbst testen anstatt die deutlichen Hinweise etwas albern und pauschal als Hype wegzuwischen ;-)

    Ich werde morgen mal mit 100g Vollkornnudeln testen, die ich heute in den Kühlschrank gestellt habe.
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    am 30.03.2015 08:07:32
    Aufgewärmte Nudeln.

    Per Definition ziemlich matschig und ergo ziemlich "weit verarbeitet".

    Der geschulte Diabetiker weiß: Je mehr ein KH-Lebensmittel verarbeitet wird, desto schneller sind die KH im Blut.


    Da wird der kleine Anteil "Resistenter KH" den schnellen KH aus den Nudeln den Weg ins Blut nicht verstellen....
    Nicht umsonst lernt man in einer guten Schulung:
    Al Dente = Der Anstieg kann sich durchaus auf 5 Stunden hinauszögern
    Matsche = Schneller Anstieg, lange Wirkung.


    5 % Resistente KH sind da echt egal.
    Bearbeitet von User am 30.03.2015 08:13:40. Grund: .
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    am 30.03.2015 11:13:35
    Um messbare Auswirkungen bei einem RKH-Anteil von 5 % erkennen zu können müsste man Mengen an stärkehaltigen Lebensmitteln zu sich nehmen.

    Nehmen wir 'normale' Teigwaren ohne Ei.

    Die haben rund 70 g Stärke auf 100 g unverarbeitetes Produkt. Macht rund 3,5 g (mögliche) RKH. Das liegt locker im Fehlerbereich des Meßgerätes. Signifikante Auswirkungen mag eine (gedachte) BE-aus RKH haben, was aber bedeutet 350 g Rohnudeln ins Wasser (ich geh davon aus, dass ein geringer Teil der Stärke ins Wasser abgegeben wird). Abkühlen lassen und am nächsten Tag (ohne Zusätze um das Ergebnis nicht zu verfälschen) verspeisen...Mahlzeit...

    @purea...was deine Vollkornnudeln angeht...nunja...Die messbare Auswirkung bei einem Stärkeanteil von rund 20 g auf 100 g (selbsthergestelltes) Rohprodukt dürfte hier bei rund 1,2 kg zu sich genommene Vollkornnudeln liegen (20 g Stärkeanteil auf 100 g x 5% = 1 g (mögliche) RKH x 12 = 1 (gedachte) BE-aus RKH). Deine 100g Vollkornnudeln liegen nicht messbaren, bzw. im Toleranzbereich deines Gerätes.

    Abgesehen davon, wie aussagekräftig ist eine Studie mit 17 Teilnehmern um diese These selbst zu testen?

    Man sollte dabei auch nicht vergessen, dass nach erstmaligem Erhitzen der Stärke der 'Verwesungs' bzw. Gärprozess der Stärke beginnt...also viel Spass bei erwärmen, abkühlen, erwärmen, abkühlen...
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    Sir Terry Pratchett (*28. April 1948 - † 12. März 2015) ... R.I.P.
    Bearbeitet von User am 30.03.2015 11:23:46. Grund: Zusatz
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    am 30.03.2015 14:08:57
    TypEinser schrieb:
    Aufgewärmte Nudeln.

    Per Definition ziemlich matschig und ergo ziemlich "weit verarbeitet"


    Wenn Nudeln zerkochen, dann liegt das am.....genau: untalentierten Koch ;-)
    Du könntest z.B. selbst kochen lernen, als Rezepte aus dem Internet nachzubauen. Meine Nudeln sind selbstverständlich auch am nächsten Tag noch al dente. Du kannst den Effekt auch noch etwas verstärken, indem du lufttrocknest.

    Wenn bereits wenige Gramm resistenter Stärke offenbar die Konzentration von GLP1 im Verdauungstrakt derart stark erhöhen, so dass sich signifikant niedrigere postprandiale Werte ergeben, dann lässt das eigentlich nur einen Schluss zu: geh und lerne, wie man richtig Nudeln kocht. Als nächstes könntest du dich dann an Kartoffeln heranwagen. Die sind etwas schwerer, weil man aufgrund der verschiedenen Größen nicht genau nach Minuten kochen kann. Aber da greife ich dir gerne auch noch unter die Arme ;-)
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    am 30.03.2015 14:17:42
    DungeonKeeper schrieb:

    @purea...was deine Vollkornnudeln angeht...nunja...Die messbare Auswirkung bei einem Stärkeanteil von rund 20 g auf 100 g (selbsthergestelltes) Rohprodukt dürfte hier bei rund 1,2 kg zu sich genommene Vollkornnudeln liegen (20 g Stärkeanteil auf 100 g x 5% = 1 g (mögliche) RKH x 12 = 1 (gedachte) BE-aus RKH). Deine 100g Vollkornnudeln liegen nicht messbaren, bzw. im Toleranzbereich deines Gerätes.

    Abgesehen davon, wie aussagekräftig ist eine Studie mit 17 Teilnehmern um diese These selbst zu testen?

    Man sollte dabei auch nicht vergessen, dass nach erstmaligem Erhitzen der Stärke der 'Verwesungs' bzw. Gärprozess der Stärke beginnt...also viel Spass bei erwärmen, abkühlen, erwärmen, abkühlen...


    Deine Rechnung ist völlig irrelevant, wenn die Hinweise auf GLP1 zutreffen und dieses Peptid die Ursache für die geringeren postprandialen Werte ist (die ja eindeutig nachgewiesen wurden). Wenn 1g RS reichte, um GLP1 im Verdauungstrakt anzureichern, dann brauche ich möglicherweise nicht 3,8kg Nudeln nebst 14,7kg Kartoffeln in 4,5 Minuten zu verspeisen, wie du es suggerieren möchtest.

    Und auch für dich gilt: probiere es aus. Dann sehen wir weiter. Dein Hinweis auf die Toxizität von ordnungsgemäß gekühlten Nudeln vom Vortag ist aber nun wirklich Kindergarten. Du kannst Nudeln vom Vortag völlig gefahrlos aufwärmen und verspeisen. Genauso wie jedes andere Essen auch, wie z.B. Kartoffeln. Bei vielen Speisen erhöht sich ja gerade die Qualität von Speisen, wenn man sie einen Tag ruhen lässt. Da fallen z.B. die Kartoffeln, aus denen man am nächsten Tag so gerne Bratkartoffeln macht, genau rein.
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    am 30.03.2015 15:06:04
    purea schrieb:

    Deine Rechnung ist völlig irrelevant, wenn die Hinweise auf GLP1 zutreffen und dieses Peptid die Ursache für die geringeren postprandialen Werte ist (die ja eindeutig nachgewiesen wurden). Wenn 1g RS reichte, um GLP1 im Verdauungstrakt anzureichern, dann brauche ich möglicherweise nicht 3,8kg Nudeln nebst 14,7kg Kartoffeln in 4,5 Minuten zu verspeisen, wie du es suggerieren möchtest.

    Und auch für dich gilt: probiere es aus. Dann sehen wir weiter. Dein Hinweis auf die Toxizität von ordnungsgemäß gekühlten Nudeln vom Vortag ist aber nun wirklich Kindergarten. Du kannst Nudeln vom Vortag völlig gefahrlos aufwärmen und verspeisen. Genauso wie jedes andere Essen auch, wie z.B. Kartoffeln. Bei vielen Speisen erhöht sich ja gerade die Qualität von Speisen, wenn man sie einen Tag ruhen lässt. Da fallen z.B. die Kartoffeln, aus denen man am nächsten Tag so gerne Bratkartoffeln macht, genau rein.



    Es ist immer wieder bewundernswert wie du es schaffst die Beiträge Anderer ins Lächerliche zu ziehen, ohne wirklich fundierte Aussagen zu treffen (3,8 kg Nudeln, 14,7 kg Kartoffeln). Die 'Studie' die du aufführst wurde an 17 DII-Patienten durchgeführt. Soweit ich gelesen habe, sind die Testbedingungen nicht sehr ausführlich aufgeführt, so dass komplette Unklarheit dahingehend besteht welche Mengen RKH zugeführt wurden um relevante Ergebnisse zu erzielen. Es besteht die Möglichkeit, dass es Auswirkungen hat, aber nicht in welchem Umfang. Daraus eine eigene Testreihe zu entwickeln obliegt dir allein.

    Welcher Hinweis auf Toxitität kam von mir? Du scheinst keine Ahnung von der Behandlung von Lebensmitteln zu haben. Gleich nach der Ernte bzw. der Tötung beginnt der Verwesungsprozess. Der kann unterbrochen (einfrieren) oder verlangsamt werden (Kühlung). Du kannst ihn aber nicht aufhalten!
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    am 30.03.2015 15:28:23
    purea schrieb:
    TypEinser schrieb:
    Aufgewärmte Nudeln.

    Per Definition ziemlich matschig und ergo ziemlich "weit verarbeitet"


    Wenn Nudeln zerkochen, dann liegt das am.....genau: untalentierten Koch ;-)
    Du könntest z.B. selbst kochen lernen, als Rezepte aus dem Internet nachzubauen. Meine Nudeln sind selbstverständlich auch am nächsten Tag noch al dente. Du kannst den Effekt auch noch etwas verstärken, indem du lufttrocknest.

    Wenn bereits wenige Gramm resistenter Stärke offenbar die Konzentration von GLP1 im Verdauungstrakt derart stark erhöhen, so dass sich signifikant niedrigere postprandiale Werte ergeben, dann lässt das eigentlich nur einen Schluss zu: geh und lerne, wie man richtig Nudeln kocht. Als nächstes könntest du dich dann an Kartoffeln heranwagen. Die sind etwas schwerer, weil man aufgrund der verschiedenen Größen nicht genau nach Minuten kochen kann. Aber da greife ich dir gerne auch noch unter die Arme ;-)




    Soso, am nächsten Tag al dente, und dann mit resistenten KH.
    Wie darf ich mir denn das lufttrocknen vorstellen? So richtig mit Wäscheklammern an der Leine?

    Da hätte ich gerne mal ein Foto! ;))


    Was sich manche Leute antun – Purea, das kann nicht ernstgemeint sein!
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    am 30.03.2015 15:30:33
    Dungeon schrieb:
    Soweit ich gelesen habe, sind die Testbedingungen nicht sehr ausführlich aufgeführt, so dass komplette Unklarheit dahingehend besteht welche Mengen RKH zugeführt wurden


    Ja, du hast es eben gar nicht gelesen, ziehst die dann nicht gelesene Studie ins Lächerliche und suggerierst sogar Gefahr beim Verspeisen von Vortagsessen, was in unzähligen Haushalten seit "Jahrtausenden" Praxis ist. Da provozierst du natürlich einen harschen Kommentar. ("Seventeen individuals with well controlled T2DM (HbA1c 46.6±2 mmol/mol) consumed, in a random order, either 40g of type 2 RS (HAM-RS2) or a placebo, daily for 12 weeks with a 12 week washout period in between.")

    "Verwesungsprozess" ..... samma :-))). Es gibt einen praktischen Unterschied zwischen Verwesung (schlecht-werden) und lagern. Und sehr vieles REIFT gerade erst bei Lagerung. Das betrifft nicht nur alle Obstsorten. Bei Leichen ist das in der Tat ein wenig anders. Die Verwesen sofort.

    Es bleibt weiterhin VÖLLIG unproblematisch, Nudeln und Kartoffeln sowie die allermeisten anderen Speisen vom Vortag wieder aufzuwärmen und zu essen. Dass du den Effekt von Vortagskartoffeln oder -nudeln auf deinen BZ deshalb nicht testest, weil du eine nichtgelesene Studie für nicht aussagekräftig hältst, ist ein denkbar schwaches Argument angesichts der völlig gefahrlosen und einfachen Testbarkeit.
    Bearbeitet von User am 30.03.2015 15:31:59. Grund: .
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    am 30.03.2015 15:39:39
    TypEinser schrieb:

    Soso, am nächsten Tag al dente, und dann mit resistenten KH.
    Wie darf ich mir denn das lufttrocknen vorstellen?


    Lufttrocknen bedeutet, die Speise so stehen zu lassen (nicht luftdicht verschlossen). Bei Nudeln bildet sich dann recht schnell eine Art Trockenkruste, der den Al-dente-Effekt noch verstärkt.

    Es geht übrigens um Resistente Stärke. Resistente Kohlenhydrate könntest du aber gerne noch erfinden bzw. erforschen und dann hier posten ;-)
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    am 30.03.2015 15:43:00
    Ah! Wieder was gelernt. Stärke = Kohlenhydrat? NEIN!

    Aber ich werde wohl auf den nicht messbaren "Effekt" verzichten und meine Nudeln so wie eh und genießen.

    Schön frisch gekocht, lecker dampfend.... auf den Punkt gegart.


    Ganz ohne Brimborium eben.
    Bearbeitet von User am 30.03.2015 15:49:34. Grund: .
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    am 30.03.2015 15:54:20
    purea schrieb:
    Ja, du hast es eben gar nicht gelesen, ziehst die dann nicht gelesene Studie ins Lächerliche und suggerierst sogar Gefahr beim Verspeisen von Vortagsessen, was in unzähligen Haushalten seit "Jahrtausenden" Praxis ist. Da provozierst du natürlich einen harschen Kommentar. ("Seventeen individuals with well controlled T2DM (HbA1c 46.6±2 mmol/mol) consumed, in a random order, either 40g of type 2 RS (HAM-RS2) or a placebo, daily for 12 weeks with a 12 week washout period in between.")

    "Verwesungsprozess" ..... samma :-))). Es gibt einen praktischen Unterschied zwischen Verwesung (schlecht-werden) und lagern. Und sehr vieles REIFT gerade erst bei Lagerung. Das betrifft nicht nur alle Obstsorten. Bei Leichen ist das in der Tat ein wenig anders. Die Verwesen sofort.

    Es bleibt weiterhin VÖLLIG unproblematisch, Nudeln und Kartoffeln sowie die allermeisten anderen Speisen vom Vortag wieder aufzuwärmen und zu essen. Dass du den Effekt von Vortagskartoffeln oder -nudeln auf deinen BZ deshalb nicht testest, weil du eine nichtgelesene Studie für nicht aussagekräftig hältst, ist ein denkbar schwaches Argument angesichts der völlig gefahrlosen und einfachen Testbarkeit.



    Ok...bitte zitiere mich zu folgenden Punkten.

    1. Wo ziehe ich die Studie ins Lächerliche?
    2. Wo suggeriere ich Gefahren beim Verspeisen von Vortagsessen?
    3. Wann beginnt, deiner Meinung nach, der Prozess des Verderbens/Verwesens (Verderben ist ein Synonym von Verwesen, welches aber eher auf Lebensmittel angewandt wird, sagt aber dasselbe aus.)
    4. Wie stellst du den Zusammenhang zwischen Verwesen und lagern her?

    ...und wenn DU die Studie richtig gelesen hättest, wäre dir aufgefallen, dass 40 g RS 2 (RS2 = unverdaulich, sofern sie NICHT erhitzt wird) über 12 Wochen zugeführt wurden. Und jetzt machst du den (einmaligen!) Test mit 1 g RS 3 (RS 3 = erhitzen und danach abkühlen) aus 100 g Vollkornnudeln.

    Was kommt als nächstes? oGTT-Partys mit alten Nudeln?
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    Bearbeitet von User am 30.03.2015 15:56:52. Grund: tags
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    am 30.03.2015 15:55:24
    TypEinser schrieb:
    Aber ich werde wohl auf den nicht messbaren "Effekt" verzichten und meine Nudeln so wie eh und genießen.

    Und es spricht jetzt genau WAS dagegen, dass du einfach die doppelte Menge Nudeln (oder Kartoffeln) machst und eine Hälfte nach dem Lufttrocknen in den Kühlschrank packst für den Nudelsalat am nächsten Tag?? Einfach mal aus Neugier??

    Sorry, but your reluctance doesn't make any sense :-)
    Bearbeitet von User am 30.03.2015 15:56:54. Grund: .
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    am 30.03.2015 16:20:49
    purea schrieb:
    Es bleibt weiterhin VÖLLIG unproblematisch, Nudeln und Kartoffeln sowie die allermeisten anderen Speisen vom Vortag wieder aufzuwärmen und zu essen.


    Machen wir so seit Jahrzehnten häufig, seit unsere Kinder aus dem Haus sind. Und ich hab noch nie einen BZ-/Insulin-Bedarfs-Unterschied zwischen der frischen Portion am ersten und der aufgewärmten am zweiten Tag gemessen. Und das, wo ich schon recht aufmerksam mit BZ und Spritzmengen umgehe.

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    Bearbeitet von User am 30.03.2015 16:21:29. Grund: Ergänzung