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Typ 2 und frustriert

  • Ekki

    Rang: Gast
    am 28.10.2010 12:25:40
    Hallo,
    vielleicht kann ich mir hier mal meinen Frust vom Leib schreiben.
    Also ich bin Typ2 und nehme Metformin-Tabletten.
    Und das ist wahrscheinlich mein Problem. Zu dem Treff der diabetiker kann ich nicht, weil ich blöderweise noch arbeite. Bei der Diabetologin sitze ich stundenlang, denn die anderen Fälle sind ja schlimmer.
    Was die Ärztin mir dann in der Sprechstunde sagt, kann ich auch nachlesen.
    In den DMP muss ich rein, obwohl ich definitiv nix davon habe. Da ich ich Pendler bin und erst abends komme, kriege ich natürlich auch sehr schlecht einen Termin und wenn ich zwischendurch Tabletten brauche, wird ein Theater gemacht, ich solle doch mich der Ärztin vorstellen. Ja aber wie denn?
    Teststreifen muss ich selbst bezahlen. In der Praxis der Diabetologin kommt man sich vor wie ein Aussätziger, nur weil man gesund aussieht.
    Da frag ich mich, wozu geh ich zweimal pro Woche zum Fitness, achte auf die Ernährung und bewege mich, so gut es geht?
    Eigentlich habe ich nur Nachteile davon und bin eigentlich ziemlich sauer über das ganze System.
    So das musste ich mal loswerden.
    Danke, das ihr das gelesen habt.
    Gruß
    Ekki
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 28.10.2010 13:27:23
    Moin Ekki,

    das DMP beinhaltet nicht wesentlich mehr, als in der Regel 1 Blut- und Fußuntersuchung pro Quartal, die eigentlich auch ohne Programm ihren Sinn hat. Unterschreiben musst Du praktisch nur dafür, dass die Ergebnisse statistisch verwertet werden dürfen, wobei ich den Wert nicht wirklich nachvollziehen kann.

    Deinen Frust kann ich verstehen, aber Du hast tatsächlich nichts, was Du nicht mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit besser regeln kannst, als auch ein guter Arzt Dir verordnen könnte. Aber Typ2 gilt nun mal fachoffiziell als angefressen & angesessen, auch wenn längst haufenweise Erkenntnisse was anderes sagen. Aber bis zur fachoffiziellen Anerkennung neuer Erkenntnisse müssen erst mal die Professoren ausgestorben sein, die mit den alten groß und verdient geworden sind.

    An Deiner Stelle würde ich mich nicht weiter aufregen und meinen Blutzucker erst einmal mit folgendem weltweit seit Jahren bewährten Rezept in meine eigenen Hände nehmen http://phlaunt.com/diabetes/DeutschMgDlFlyer.pdf

    Gutes Gelingen, Jürgen
  • Rainer

    Rang: Gast
    am 28.10.2010 13:28:48
    Hallo Ekki,

    wenn du als T2er frustriert bist, dann nur, weil du keine guten Werte hast. Mit guten Werten kann dir das ganze Drum und Dran nämlich so ziemlich egal sein.

    Gute Werte bekommst du nicht vom Arzt geliefert, die kannst du dir nur selbst erzeugen. Und wenn du sagst, dass du deinen BZ selber misst, dass du dich gesund ernährst und dass du viel Sport treibst, dann hast du perfekte Werte oder du machst es nicht ganz richtig. Ich empfehle maximal 140-120 nach 1-2 Stunden und die ereichst du durch Reduzierung der KH und mit dem Sport zur richtigen Zeit. Wenn du dafür einen Rahmen brauchst und dich mit anderen austauschen willst, dann kann ich dir die Foren von LCHF oder LOGI empfehlen (einfach danach googeln).

    Vor ein paar Jahren hätte ich mich auch noch mit dir zusammen über das Gesundheitssystem aufgeregt. Heute weiß ich, dass ich meinen BZ ohne großen Aufwand sehr gesund führen kann. Die wichtigste Vorausetzung dafür war die Erkenntnis, dass ich nicht allzu viel auf meinen Doc hören darf und mich selber schlau machen muss. Besonders was die sogenannte "gesunde Ernährung" betrifft, die leider für uns Diabetiker sehr ungesund ist. Trage die Zurücksetzung gegenüber den schlimmeren Fällen ganz COOL und freue dich, dass es dir noch viel besser geht. Und wenn du die obigen Regeln befolgst, dann kann das dein Leben lang so bleiben und der Dia-Doc kann dir gestohlen bleiben. Das Metformin kannst du dir auch von deinem HA verschreiben lassen. Von dem DMP kannst du dich einfach bei deiner KK abmelden.

    LG Rainer
  • Lilo

    Rang: Gast
    am 28.10.2010 15:12:35
    Hi Ekki,

    ich kann Rainer nur zustimmen.
    Wenn deine BZ-Werte im grünen Bereich sind mit Metformin, kann dein Diabetologe dich sozusagen an den Hausarzt "zurücküberweisen". Der kann dir auch dein Metformin verschreiben.

    Und, wenn es wieder nötig ist, kannst du immer noch zur Diabetologin gehen.
    Wenn du stundenlang wartest im Wartezimmer, könntest du das auch direkt bei der Diabetologin mal ansprechen.
    Wartezeit ist OK, aber ein Terminsystem kann auch gut funktionieren...

    Aber ich habe auch mal so einen tag erlebt, dass da ein Notfall nach dem Anderen kam. Und es hat genervt, ABER: Ich dachte mir, wenn ICH mal in so einer Situation wäre, wäre ich sicher auch froh, SOFORT ins Arztzimmer gehen zu können..das muss man ja auch sehen.

    Darf ich dich f ragen, wie deine Werte derzeit sind?
    Das DMP hat mit gut oder schlecht behandelt zu werden, nichts zu tun.

    Alles Liebe und Gute von Herzen.
    von Lilo
  • Ekki

    Rang: Gast
    am 28.10.2010 15:26:13
    Also erstmal danke für die Beiträge und die helfenden Tipps, die ich bekommen habe.

    Es hat mir sehr geholfen.

    Ich wollte noch meine Werte nachtragen. Ich messe frühs nüchtern einmal die Woche, das ist mein Wert so zwischen 5.0 und 6,0 und der hba1c wert liegt bei 5,7.
    Und ich nehme 1 Tablette Metformin 850 am Tag.

    ich habe auch gehört, das man mit viel Bewegung und Gweichtsreduzierung es ganz ohne Tabletten schaffen kann.

    Nun lacht mich nicht aus, aber ich habe angst vor Spritzen egal in welcher Form. Selbst das Zuckermessen ist eine Überwindung für mich.

    Liebe Grüße

    Ekki
  • eh

    Rang: Gast
    am 28.10.2010 18:22:03
    Hallo Ekki,

    im Moment sieht es ja bei dir so aus, als sei das Spritzen noch fern. Trotzdem solltest du dir keine Spritzenangst einreden. Glaub mir, das Spritzen mit dem Pen und den feinen Nadeln ist weniger unangenehm als der Pieks in den Finger.
    Es wäre ein Fehler, das Spritzen wegen Spritzenangst unverantwortlich lange hinauszuzögern.
  • Icone

    Rang: Gast
    am 29.10.2010 23:08:04
    also ich denke auch nicht, dass du mit deinem wert momentan an spritzen denken musst.

    wenn es dir wirklich mal nicht erstpart bleibt, wirt auch das kein problem sein - als ich zu hohen zucker hatte über wochen hinweg, ging es mir nicht mehr gut, schlapp, durst usw. als ich das erste insulin hatte, war ich wie ausgewechselt und mir ging es von jetzt auf gleich wieder rund um gut.

    das spritzen klingt immer so grausam und jeder hat angst, wenn er es no nie gemacht hat jedoch sind das keine grossen spritzen wie man se vom impen kennt oder so. das sind mini nadeln, super dünn und die merkst du net mal wirklich, wenns a paar mal gemacht hast.

    und ganz ehrlich, ich hasse es mich impfen zu lassen oder als ich ne op hatte die trombose geben zu lassen - das habe ich dem pfleger abgenommen :) da wusste ich wenigstens, dass ich es mache und dass ich das schmerzfrei hinbekomme :)

    also erst mal keine angst habe, ich denke das ist noch fern bei dir :) von Icone
  • Daniela

    Rang: Gast
    am 30.10.2010 19:40:47
    Huhu,

    "Gute Werte bekommst du nicht vom Arzt geliefert, die kannst du dir nur selbst erzeugen. Und wenn du sagst, dass du deinen BZ selber misst, dass du dich gesund ernährst und dass du viel Sport treibst, dann hast du perfekte Werte oder du machst es nicht ganz richtig. "

    Wieder ein Beitrag, den es zu überlesen gilt..

    WAS IST GESUNDE ERNÄHRUNG, bitteschön?
    Es soll auch T2-Diabetiker geben, die ihre Werte NICHT durch Ernährung und Bewegung in den Griff bekommen. Es fehlt nun nur noch der Satz, Abspecken....

    Ekki,
    ich kann Dich verstehen, auch wenn ich ein Typ 1-Diabetiker bin. Wichtig ist aber, dass DU Dich nicht von der Dummheit anderer frustrieren lässt, daran raucht man sich auf (geht mir täglich so ^^).
    Suche Dir einen anderen Arzt, evtl. hilft auch eine Insulintherapie, auch zur Erhaltung der Lebensqualität, denn es ist DEINE Gesundheit und nicht die des Arztes.

    Drücke Dir die Daumen, dass Du das hinbekommst.

    Liebe Grüße, Daniela
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 30.10.2010 20:37:04
    Moin Daniela,

    dass man sich den gesunden BZ-Verlauf selbst machen muss, müsstest Du mit Deiner Erfahrung eigentlich voll unterschreiben können. Und für (beginnende) 2er gibt es nicht mal einen Dok Teupe.

    Ganz allgemein Sport trägt weit überwiegend dazu bei, dass die Treiber insgesamt weniger Insulin brauchen, und das selbe gilt auch für's Abspecken. Das reicht häufig für das mehr oder weniger knappe Unterschreiten der Diabetes-Diagnose-Schwellen. Und das ist es, was praktisch alle Ärzte raten.
    Aber tatsächlich können alle beginnenden 2er sehr viel mehr. Tatsächlich können alle beginnenden 2er ihren BZ mit der Auswahl von Futterart und -portion und mit dem gezielten Einsatz von Bewegung völlig gesund steuern. Und bis heute weiß ich von keinem einzigen Dok, der das empfehlen und dazu anleiten würde :-(

    Bisdann, Jürgen
  • wh46thzw4

    Rang: Gast
    am 30.10.2010 22:22:17
    zitat:"Tatsächlich können alle beginnenden 2er ihren BZ mit der Auswahl von Futterart und -portion und mit dem gezielten Einsatz von Bewegung völlig gesund steuern. Und bis heute weiß ich von keinem einzigen Dok, der das empfehlen und dazu anleiten würde"
    tja, jürgen, deine tatsache ist leider eine fehlinformation und nur weil DU keinen arzt kennst, der.... ( hast du das "nicht" vergessen?), kann es ja trotzdem welche geben - oder kennst du alle? ich zumindest kenne 2 typ-2-diabs, die im sommer mit einem nassen lapppen rumlaufen müssen, weil sie so dürr sind, dass sie sich selbst entzünden würden. wo und vor allem was sollen die abnehmen oder regeln. ist natürlich klar, wenn man nichts isst und den ganzen tag rumturnt, wird man keine medis brauchen - nur ob das gesund ist?