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Motivation
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Frage
Rang: Gastam 26.10.2010 14:38:06
Hi Susanne,
darf ich mal fragen, was du genau unter fehlender Motivation verstehst? Wenn du schon 15 Jahre Diabetiker bist, weißt du doch erst mal schon, wieviel Insulin du zu welchen KH-Mengen zu spritzen hast.
Was meinst du denn konkret unter "sündigen"?
Isst du, ohne entsprechend zu spritzen? Oder was genau meinst Du? von Frage -
Jürgen
Rang: Gastam 26.10.2010 15:38:52
@Frage:
Wie ich's in Erinnerung habe, hast Du selbst ein bisschen an Insulin-Einstellung erfahren und kannst dir Deine Frage nach dem passenden Spritzen wenigstens zum Teil ganz gut selbst beantworten.
@Susanne:
Meinst Du als Einschränkung Messen & Spritzen überhaupt? Oder würde Dich das von Deinen Einschränkungsgefühlen erträglich entlasten, wenn Du zu jedem Essen so passend spritzen könntest, dass Dein BZ zuverlässig und frei von ernsthaften Hypos im Rahmen von HBA1c 6,5 oder besser verlaufen würde? von Jürgen -
Susanne Großkopf
Rang: Gastam 26.10.2010 20:44:43
Ich strebe einen gut eingestellten Diabetes an, der es mir ermöglicht "normal"zu leben ohne ständig daran zu denken.
Ich weiß, dass ist möglich, ich sehe aber den Diabetes immer als "Spaßbremse", ständig überlegen was esse ich jetzt und wieviel, wie beeinflusst das meinen Zucker und und und von Susanne Großkopf -
Jürgen
Rang: Gastam 26.10.2010 21:25:51
Moin Susanne,
das liest sich so, als wenn Du Auto fahren willst, ohne dich um die Straße oder den Verkehr zu kümmern. Das funzt nicht. Dann müsstest Du dich fahren lassen, was auf diabetisch übersetzt bedeutet, feste Einstellung mit festem Futterplan im Rahmen von HBA1c 7-8.
Was dir mit einigem systematischem Einsatz gelingen kann, wenn Du das willst, ist das Übergehen des passenden Verhaltens für einen gesunden BZ-Verlauf in Fleisch und Blut, so dass Du beim Griff nach dem Apfel quasi genauso automatisch passend dafür spritzt wie für ne Pizza oder ne Tüte Chips oder ein Biobrötchen.
Bisdann, Jürgen -
Daniela
Rang: Gastam 26.10.2010 21:42:07
"Ich strebe einen gut eingestellten Diabetes an, der es mir ermöglicht "normal"zu leben ohne ständig daran zu denken.
Ich weiß, dass ist möglich, ich sehe aber den Diabetes immer als "Spaßbremse", ständig überlegen was esse ich jetzt und wieviel, wie beeinflusst das meinen Zucker und und und "
Schwierig, aber ich denke wer die Regeln aus dem FF beherrscht, dem fällt es leichter.
Habe heute meinen aktuellen HbA1c bekommen, für den musste ich hart schuften, seit heute nachmittag springe ich aber breit grinsend durch die Gegend und freue mir Kekse - wobei ich denke, dass es leichter wird, wenn man weiß was man tun muss
Letztendlich wirst Du niemals ohne den Dm leben können, jeder Bissen verfolgt Dich und Du musst damit leben - was einen aber enorm motivieren kann sind Erfolge ;-)
LG, Daniela -
Susanne Großkopf
Rang: Gastam 26.10.2010 22:04:52
@ Daniela:
Und wie hast du es geschafft so weit zu kommen? von Susanne Großkopf -
Antwort Daniela
Rang: Gastam 26.10.2010 22:18:55
Hallo Susanne,
Anfang des Jahres und Ende Juli lag mein HbA1c noch bei > 9%, dann bin ich völlig verzweifelt, weil lange krank wegen Dm, ins Diabetesdorf Althausen zu Dr. Teupe.
Der lehrt ganz konkrete Therapiemethoden, die mir sehr behilflich sind.
Ende August HbA1c 6,8%, heute 5,2% :-D
Liebe Grüße, Daniela von Antwort Daniela -
Jürgen
Rang: Gastam 26.10.2010 22:36:08
Moin Daniela,
ich wollte Dir schon nach Deinem ersten Beitrag in diesem Fred gratuliert haben, denn so wie Du's beschrieben hast, wird die gesunde Spur Dich nicht mehr los lassen. Und auch wenn's bei Dok Teupe so wissenschaftlich aufgebaut scheint, dass man sich's zu Anfang kaum als tägliche Routine vorstellen kann, wirst Du sicher schon manches ohne großes Nachdenken in der neu gelernten Art einfach selbstverständlich machen :-)
Glückwunsch! Jürgen -
Susanne Großkopf
Rang: Gastam 26.10.2010 22:53:56
Und was genau machst du jetzt anders??? von Susanne Großkopf -
Daniela
Rang: Gastam 26.10.2010 23:41:36
Ich agiere, d.h. schau mir den BZ-Verlauf vor allem am Morgen und Abend an, ist der ansteigend, wird Schema B gespritzt, danach Down-Regulationsregeln eingeleitet um eine Up-Regulation zu erzwingen, dann Up-Regulationsregelwerk begonnen...
Schau mal unter www.chrostek.de nach, da steht alles Wichtige drin ^^
Der BZ-Verlauf verrät sehr viel, auch wenn man mal mehrere Messungen innerhalb von 2 Stunden macht.
Da ich Pumpenträger bin, muss ich schauen ob bei ansteigendem BZ ein technisches Problem mit der Insulinzufuhr/Resorption besteht, der BZ steigt dann exponentiell an (muss man grafisch darstellen). Dann sofort Katheterwechsel und Insulin mit der Spritze, um den Insulinmangel abzufangen.
Sind dann die Nachessenwerte ok, wars das, sind die zu hoch, Schema B.
Naja, das ist Arbeit, aber irgendwie machts mittlerweile sogar Spaß.
Ist lustig wie steuerbar auf einmal alles wird, die grafische Darstellung der BZ.Werte zeigt einem sehr genau, wo man sich gerade befindet, beachte auch die Tagesgesamtinsulindosis, dann ist der Erfolg garantiert.
Wichtig ist, Insulin entziehen darf pro Tag man nur kleckerweise, maximal 5% der TagesinsulingesaMTDosis (ich nehme sicherheitshalber immer weniger an Basis oder Bolus raus). Insulin zuführen hat meist die Konsequenz, dass die Folgetage auch mehr benötigt wird (ist bei mir schon nach 2 Tagen mehr Insulin der Fall).
Man nimmt Insulin raus, wenn man die Werte stabilisieren will, dafür gibt es Regeln, nach denen man verfahren muss. Der Gesamtinsulinbedarf wird systematisch runter gefahren, aber die Werte verbessert.
Das geht nur solange kein basaler Insulinmangel besteht und der Bolus passt. Mehr Bewegung, weniger essen, Menstruation leiten meist den Prozess der Insulinempfindlichkeitssteigerung ein wenn die Tagesinsulingesamtmenge 3 Tage lang unter der, der Menge an Insulin der 3 Tage zu vor liegt.
von Daniela