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Von Diabetesschulung mehr erwartet

  • Rang: Anfänger
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    Beiträge: 6
    Mitglied seit: 09.03.2016
    am 25.04.2016 21:15:58 | IP (Hash): 2010878620
    Hallo!

    Nach meiner Schwangerschaft wurde bei mir nun leider endgültig LADA diagnostiziert. In Zukunft werde ich sicherlich noch viele Fragen haben, dazu aber später ;-)

    Ich hatte letzte Woche meine erste Diabetesschulung, von der ich etwas enttäuscht war und mir mehr erwartet hätte.

    Von der Schwangerschaft wusste ich ja schon, wie man Insulin spritzt, wie man Broteinheiten berechnet usw.

    Die Dame, die die Schulung durchführte hat mir dann geraten, mit das Buch "Kalorien mundgerecht" zu besorgen, da hier für viele Lebensmittel schon die BE angegeben sind.

    Auch meinte sie, dass ich nach dem Essen kein BZ messen muss, sondern erst vor dem nächsten Essen.

    Beispiel: Ich frühstücke, soll danach nicht messen. Ich soll erst vor dem Mittagessen wieder messen. Ist mein BZ zu hoch, soll ich mit dem nächsten Essen korrigieren, indem ich also mehr IE spritze.

    Dann meinte sie, dass ich nur eine begrenzte Anzahl von IE am Tag spritzen "darf". Also mein Essen dementsprechend anpassen muss. In der Schwangerschaft musste ich vor allem morgens viel IE spritzen. Das waren gut und gerne mal 15 - 20 IE. Sie fand das zu viel und meinte, das sei schon meine Tagesration?!

    Dann habe ich sie gefragt, wie das mit dem Spritzen ist bei sehr fettigem Essen. Darauf ging sie gar nicht ein. Alles Übungssache meinte sie nur ....

    Was sagt ihr dazu?

    LG
    Nadine
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    Mitglied seit: 25.02.2011
    am 25.04.2016 23:06:21 | IP (Hash): 102920271
    Hallo Nadine,

    du hast ja in deiner SS sehr gut gelernt, wie du deinen BZ gut führen kannst. Diese Erfahrungen kommen dir jetzt zu Gute. Du kannst alles gelernte verwenden, bis auf eins:
    Außerhalb der SS brauchst du deiner BZ nicht in so engen Grenzen wie in der SS. Die besonders straffe BZ-Führung in der SS war zum Schutz deines Babys nötig. Dein erwachsener Körper verträgt durchaus höhere Schwankungen.

    Dui brauchst dir von der Diabetesberaterin nicht deine gute BZ-Führung ausreden zu lassen, aber du kannst an deine Versuche lockerer ran gehen. Die Aussage, dass so und so viel Insulin zu viel sei, finde ich auch ziemlich daneben. Wenn dein BZ damit die richtige Höhe erreicht und du nicht unterzuckerst, dann ist es ganz genau die richtige Dosis.

    Viel Erfolg, Rainer
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    am 26.04.2016 09:44:06 | IP (Hash): 1947118996
    Wenn ich entsprechend der normalen Therapie-Empfehlungen jeweils vor den Mahlzeiten messe, schaffe ich mit sehr viel Aufmerksamkeit und einigen Hypos pro Monat HBA1c 6,5.
    Mit der selben Anzahl Messungen im Verlauf nach dem Essen schaffe ich locker HBa1c 5,5 und besser mit weniger als 1 Hypo pro Monat.
    Die Fachempfehlungen dienen explizit nicht der besseren Steuerung, sondern der leichteren Befolgung: Mit dem Messen-Spritzen-Essen werden alle notwendigen Verrichtungen auf die alltäglich einfachst möglichen 3 Routine-Punkte verringert.

    Der für die Schwangerschaft empfohlene BZ-Rahmen ist der eines stoffwechselgesunden Menschen. Und ich kenne keinen vernünftigen Grund, warum ein Mensch mit Diabetes nicht auch anstreben sollte, seinen BZ möglichst viele von 24 Stunden möglichst nahe bis in diesem Bereich zu führen.

    Hab auch schon öfter von Hilfskräften, auch approbierten, gehört, dass irgendwelche Spritzmengen zu groß seien.
    Andererseits weiß ich von ner ganzen Reihe Typ1, Typ2 eh, die 150-200 Einheiten Insulin pro Tag brauchen, und in der Fachliteratur kenne ich keine einzige Stelle, die eine Einheiten-Anzahl festlegt.
    Als praktische Grenze kenne ich nur die jeweils völlig persönliche Menge, über der eine weitere erhebliche Erhöhung keine messbare Absenkung des BZ mehr bewirkt.


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    Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.
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    am 26.04.2016 11:14:10 | IP (Hash): 1422844714
    Hallo Nadine
    Also dass du nach dem Essen nicht messen sollst, stimmt. Wenn du geübt bist oder du dich traust, einfach mal rumzuprobieren, kannst du natürlich auch den pp-Wert (postprandial = nach dem Essen) messen. Ich persönlich messe ihn auch nie, man ist ja schließlich noch in der Insulinwirkung (schnellwirksames Insulin wirkt 3-4 Stunden).
    Ich habe zwar selber noch keine Schwangerschaft hinter mir, aber mir wurde es auch von mehreren Ärzten etc so beigebracht, dass nur Schwangere den pp-Wert kontrollieren müssen.

    Von diesem Buch habe ich bereits mehrmals Gutes gehört, benutze selber aber keines, da ich die BE/KE immer schätze.

    Dass es eine Höchstmenge an Insulin gibt, halte ich auch für Quatsch! Jeder Mensch ist doch unterschiedlich und benötigt andere Mengen Insulin. Es gibt Diabetiker mit einer 10er Korrekturregel, andere haben bspw. eine 100er Regel. Manche Diabetiker spritzen für 1 BE/KE eine halbe Einheit, andere ganze 2 IE oder oder oder…

    Bei fettigem Essen (z.B. Pizza oder griechisch etc) ist es so, dass dies langsam ins Blut geht. Hier also lieber etwas verzögert für das Essen spritzen (z.B. mitten beim Essen oder sogar erst danach oder 2x einen Teil spritzen), damit man nicht in eine Hypo gerät.
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