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Richtige Insulinberechnung
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am 12.07.2016 09:27:47 | IP (Hash): 1543762414
Doch ja, ich hab mir ein paar von den Wörtern angewöhnt, die mir auch fremd waren, als meine Ärzte ursprünglich mal damit angefangen haben.
Und ja, ich finde schon interessant, wenn andere Leute ähnliche Erfahrungen machen, wie ich sie auch bei mir beobachten kann.
Und ja, ich sehe BZ-Senkung im Zusammenhang mit Bewegung weitgehend unabhängig vom Verbrauch der da gerade arbeitenden Muskeln.
Ich halte die jeweils aktive Insulin-Menge für ausschlaggebend für diese Senkung:
Praktisch keine Senkwirkung mit 10km Joggen o.ä. nach dem Wirkauslauf vom vorausgegangenen Bolus. Also keine Unzerzuckerung beim Loslaufen mit 75mg/dl, wie schon vor Jahren ein Typ1 Mitschreiber hier selbst mehrfach getestet hat.
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Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung. -
am 12.07.2016 17:49:40 | IP (Hash): 1356264271
hjt_Jürgen schrieb:
...Also keine Unzerzuckerung beim Loslaufen mit 75mg/dl, wie schon vor Jahren ein Typ1 Mitschreiber hier selbst mehrfach getestet hat...
Also das halte ich für eine sehr gefährliche These!
Begründung: Ein BZ von 75 ist ohne Insulin kaum möglich; es sei denn durch körperliche Anstrengung - aber das ist in der These ja ausgeschlossen.
Das heißt, dass da ist schon mal zuviel Insulin im Körper ist; und das wirkt bei Sport, wie ein Turbolader!
Aber ich möchte mich nicht auf Aussagen beziehen, die für mich nicht nachprüfbar sind. Ich nehme desahlb einfach mal die eigenen Werte:
- BZ 30 Minuten vor Halbmarathon Start: 230mg/dl
- Basis Insulin für den Tag auf 25% reduziert
- Vor dem Start 2 Insulin Einheiten (gegen 10 Uhr)
- Nach 40 Minuten laufen war der BZ schon auf 150; Dextrose getrunken
- Nach weiteren 40 Minuten war der Blutzucker auf 80; Dextrose getrunken und 2 Bananen gegessen
- Nach weiteren 30 Minuten lag der Blutzucker bei 59; zwei Dextrose getrunken und eine Orange
- Im Ziel lag der Blutzucker bei 110; 2 Stunden später bei 39.
Um solche Entgleisungen zu erzielen bedarf es aber nicht zwingend sportlicher Betätigungen - da reicht auch schon mal ein Umzug mit Möbeltransport! Ich schaffe das manchmal sogar mit Spazierengehen!
Gruß Raimond -
am 12.07.2016 17:58:03 | IP (Hash): 1356264271
Elfe schrieb:
...Statt Laufen ist eher Walken mein Ding.
Anfangs hatte ich sogar eine BZ-Steigerung, was meinem Arzt den 'trockenen' Spruch heraus lockte: Sie sind untrainiert. :-(
Das funktioniert mit Walken fast genau so - solange man dabei keine Schaufenster ... aber das macht ja auch niemand. ;-)
Die Blutzuckersteigerung gibt es tatsächlich; ich hätte es nur etwas anders ausgedrückt: wenn man an seine Leistungsgrenze geht (an der Stelle könnte man nicht ausreichend trainiert sein)!
Zitat: "Beim Sport werden sogenannte Stresshormone (wie zB. Adrenalin) ausgeschüttet, und um die Anstrengungen zu meistern, wird mehr Zucker aus der Leber im Blut bereitgestellt. Adrenalin ist ein Gegenspieler des Insulins. Es regt die Leber zu einer vermehrten Freisetzung von Glukose an, was zu einer Erhöhung des Blutzuckers führt."
Gruß Raimond -
am 12.07.2016 18:21:10 | IP (Hash): 1543762414
Monti schrieb:
Also das halte ich für eine sehr gefährliche These!
Keine These, sondern genauso schlicht dargestellte Erfahrung wie Deine mit dem Halbmarathon.
Klar hatte der Mann Basal in Umlauf, passend für nüchtern 70-100.
Selbst radel ich mit Handbike vor dem Rollstuhl. Auch bei 70-100 für 2 Stunden ohne jede KHs und bei eher gleichbleibendem BZ.
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Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.
Bearbeitet von User am 12.07.2016 18:24:56. Grund: Ergänzung -
am 14.07.2016 09:25:28 | IP (Hash): 1830575218
hjt_Jürgen schrieb:
...Keine These, sondern genauso schlicht dargestellte Erfahrung...
Das würde ja bedeuten, dass die Naturgesetze außer Kraft gesetzt werden. Der Blutzuckerspiegel basiert nun mal bei allen Menschen auf 3 Säulen:
- der Kohlehydrate-Aufnahme,
- dem endogenen oder infizierten Insulin
- und der Verbrennung in den Zellen.
Wenn man sich bewegt (oder denkt) verbrennen die Zellen "Zucker", wodurch der Blutzucker zwangsläufig sinkt. Bei leichtem Joggen ca. 50mg/dl pro Stunde (den Wert habe ich mir nicht ausgedacht - der ist so).
Wenn der Blutzucker nicht sinkt, kann das nur am Adrenalin liegen (z.B. durch Stress, zu intensiv angestrengt), weil es das Insulin behindert oder weil nur sehr wenig Insulin vorhanden war (ein sehr schmaler Steg).
Alles andere kann nur durch Irrtum begründet sein, denn Insulin und Bewegung senken den Blutzucker! Darum sind das auch Therapie-Bestandteile.
Gruß Raimond -
am 15.07.2016 14:44:15 | IP (Hash): 1543836638
Zu den Naturgesetzen gehört auch,
+ dass die Leber mit jedem Essen Glukose speichert und nach und nach entsprechend dem jeweils aktuellen Bedarf in den Blutkreislauf abgibt. Auch beim Typ1.
+ dass Leber und Nieren fortlaufend Glukose aus Eiweiß produzieren (Glukoneogenese), bei stoffwechselgesunden Menschen bei normal gesunder Ernährung etwa 25% vom alltäglichen Glukose-Umsatz. Auch beim Typ1.
+ dass Leber und Nieren ihre Glukose-Produktion sehr hoch fahren können, in den ersten 2 Tagen vom Fasten, bis die Energieversorgung auf Fettverbrennung umgestellt ist, praktisch für den gesamten Energiebedarf und bei Typ2-Diabetikern sogar über Jahre mit einem mehr oder weniger großen Vielfachen davon.
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Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung. -
am 16.07.2016 13:05:39 | IP (Hash): 418785492
hjt_Jürgen schrieb:
Zu den Naturgesetzen gehört auch,...
Richtig: "auch"!
Die Verbrennung in den Zellen ist aber der größte Faktor; und der kann nicht einfach vernachlässigt werden; gibt es doch sogar Therapien für Typ2, die genau darauf aufbauen.
Gruß Raimond -
am 16.07.2016 14:50:25 | IP (Hash): 380963000
Gesund lässt die Leber nur immer so viel Glukose in den Kreislauf, wie darin gerade verbraucht worden ist. Was sie von Darm und Nieren an Glukose darüber hinaus angelierert bekommt, hält sie vorüberghend als Glykogen gespeichert, und was diese vorübergehende Speicherkapazität übersteigt, wandelt sie in Triglyzeride zur längerfristigen Speicherung in den Fettzellen um.
Wenn jemand mit gesundem Stoffwechsel ein paar faule Urlaubstage auf dem Sofa verbringt und dabei seeehr viel mehr KHs einverleibt, als seine Muskeln in dieser Zeit verbrauchen können, steigt dessen Blutzucker um keine zusätzliche Einheit an. Sondern was da an Energie nicht verbraucht wird, landet direkt als Fett in den Fettspeichern.
Bei stoffwechselgesunden Menschen ist der Energieverbrauch keine Grund- oder sonstige Voraussetzung für den gesunden Blutzucker. Warum sollten wir uns mit Diabetes das Gegenteil einreden wollen?
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Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung. -
am 17.07.2016 12:53:40 | IP (Hash): 418785492
hjt_Jürgen schrieb:
...Bei stoffwechselgesunden Menschen ist der Energieverbrauch keine Grund- oder sonstige Voraussetzung für den gesunden Blutzucker. Warum sollten wir uns mit Diabetes das Gegenteil einreden wollen?...
Weil es nicht stimmt und weil man dadurch sterben kann!
Bist du schon einmal 1500 Meter auf Zeit gelaufen? Warum torkeln die Sprinter danach - Erschöpfung? Nein: Unterzuckerung - kann man reihenweise messen!
Mach doch einfach mal in 60 Minuten 200 Liegestütze (mit Basal- und Bolus-Insulindosen für einen normalen Tag): ich fürchte, dass du trotz deiner Glucoseauschüttungen die letzten Liegestützen nicht mehr erreichen wirst!
Ich glaube, du verwechselst einfach den Grundbedarf mit zusätzlicher Belastung durch Sport:
"Der Glykogenspeicher des menschlichen Körpers bezeichnet die in Form von Glykogen gespeicherten Kohlenhydrate in den Zellen verschiedener Organe. Das gespeicherte Glykogen befindet sich, je nach Muskelmasse, zu einem Drittel in der Leber (bis zu 150 Gramm Glykogen, also etwa 10 % der Masse der Leber) und zu zwei Dritteln in der Muskulatur (bis zu einem Prozent des Eigengewichts). Das Leberglykogen dient der Aufrechterhaltung des Blutzuckerspiegels und damit der Versorgung des Gehirns, der roten Blutkörperchen und Nervenzellen mit Glucose. Die Glykogenspeicher in den Muskelfasern können nicht zur Blutzuckerregulation beitragen, aber ermöglichen durch die Bildung von Glucose-6-phosphat und die Glykolyse die Resynthese des „Zelltreibstoffs“ ATP, der zur Muskelkontraktion benötigt wird (vgl. Energiebereitstellung).
Während die Fettdepots des Körpers selbst bei schmächtigen Personen mehrere Wochen zur Energieversorgung ausreichen, kann der Glykogenspeicher bei normaler Belastung etwa einen Tag Energie liefern.
!!!Bei intensiver Belastung dagegen sind die Glykogenvorräte nach etwa 90 Minuten erschöpft!!!
Ausdauersportler müssen ihre Glykogenvorräte schonen, indem sie ihre Belastungsintensität (z.B. das Lauftempo) nicht zu hoch wählen. Zusätzlich können sie durch gezieltes Training ihre Grundlagenausdauer optimieren, um die durch Betaoxidation umgesetzte Energiemenge zu steigern. In einem gewissen Umfang ist es außerdem möglich, während der Belastung Kohlenhydrate aufzunehmen und zu verarbeiten. Um die Glykogenspeicher zu schonen bzw. zu strecken, geschieht dies bereits von Beginn an." (Quelle: Wikipedia)
Gruß Raimond1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 17.07.2016 14:28:20 | IP (Hash): 400659641
Diese Musterrechnung http://www.science-at-home.de/wiki/index.php/Kalorienverbrauch_bei_einzelnen_Sport%C3%BCbungen_pro_Wiederholung gibt den Verbrauch von 0,2kcal pro Liegestütz an.
0,2kcal ist der Energiegehalt von 20mg/dl Blutzucker pro Liter Blut. Bei erwachsen durchschnittlich 5 Litern pro Person also 4mg/dl pro Liter. Mit 200 Liegestützen würdest Du also einen BZ von 4mg/dl x 200 = 800mg/dl abarbeiten und müsstest dafür für Ziel 100mg/dl mit 900mg/dl und eben für Dich für die Liegestütze persönlich passender Insulinierung starten, oder?
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Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.