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Richtige Insulinberechnung

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    am 17.07.2016 18:02:10 | IP (Hash): 1195592755
    Hallo Monti,

    an deinem Schreiben merkt man schon das du mehr Ahnung hast oder dich mehr damit auseinandersetzt?


    Was denkst du von dem Cocktail in meinem Blut. Ich hab vor regelmäßig Sport zu treiben. Ab August jeden Morgen vor der Arbeit ne Stunde....

    Zur Zeit ziert meinen Körper. Korrekturinsulin, Metformin, Basalinsulin und Trulicity. Ich könnte mir Vorstellen das der Cocktail nicht sonderlich förderlich dafür sein wird?
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    am 17.07.2016 21:29:02 | IP (Hash): 418785492
    Hallo Jürgen,

    du hast im Prinzip Recht! Ich gestehe aber auch ein, dass 200 Liegestütze etwas hochgegriffen und somit unralistisch sind; nehmen wir einfach "nur 100" pro Stunde - da bin ich dann bei Erfahrungswerten ;-)
    Das wäre nach deinem Beispiel eine Absenkung von 400mg/dl. Ich komme tatsächlich auf 128mg/dl (hatte ich zusammen mit dem Notarzt ausgerechnet).

    Woher kommt der Unterschied? Aus den Faktoren! Ich habe 6,96 Liter Blut und verbrenne pro Liegestütz etwas mehr; wenn man die Unterschiede multipliziert kommen aber am Ende total andere Werte heraus. Dennoch: am Ende hast du Recht; allerdings kommen als Ergebnis nicht Insulin, sondern Glukose (Traubenzucker) und/oder Kohlehydrate heraus.

    Das Problem bei unseren Rechenbeispielen liegt in den unterschiedlichen Durchschnittszahlen (wie individuelle Blutmenge, Kraftaufwand, etc.) und in der "blöden Eigenschaft" von Menschen: keiner ist gleich - jeder reagiert anders!

    Wie kann man dennoch seinen persönlichen Blutzucker-Verlauf berechnen? Durch Ausprobieren: einfach mal 50 Liegestütz in 30 Minuten machen (alle 36 Sekunden Eine - das geht) und dann hochrechnen. Daher weiß ich z.B. "ohne den Umweg über die Blutmenge", dass mich eine Liegestütz ca. 0,43 mg/dl kostet.
    Gerade weil wir alle so unterschiedlich sind, wehre ich mich so intensiv gegen "Pauschalberechnungen" - hoffentlich ist mir deswegen niemand böse! Durch das Ablesen seiner eigenen Parameter kann man außerordentlich präzise seinen Weg vorausberechnen, das klappt wirklich - einfach mal AUSPROBIEREN!
    Ein schönes Beispiel: 95% aller Ehepaare, die nach dem ersten Ehejahr geschieden werden, haben sich regelmäßig gewaschen - also führt regelmäßiges Waschen zwangsläufig zur Scheidung! :-))

    So, und nun wünsche ich allen hier im Forum und auch anderswo einen schönen und entspannten Sonntagabend und immer eine hanbreit Zucker unterm Stert! ;-)

    Gruß Raimond
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    am 17.07.2016 21:45:29 | IP (Hash): 418785492
    Hallo Sven,

    das kann und darf dir nur dein Arzt erklären! Aber du kannst ihn dabei unterstützen: mach nicht gleich eine ganze Stunde Sport; verhalte dich so wie immer, iss das gleiche und treibe nur 15 Minuten Sport.
    Messe vorher, nachher und nach einer Stunde deinen Blutzucker. Vor allem: nimmt genug Traubenzucker mit; wenn du es nicht brauchst ist es nicht schlimm!

    Wiederhole das 2 bis 3mal und notiere den Blutzuckerunterschied; wenn er sehr gering ist, erweitere den Sport nach dem gleichen Schema auf 30 Minuten. Aber dann auf keinen Fall ohne Traubenzucker in der Tasche (OK, ich bin Typ I - da geht es gar nicht anders).
    Wichtig wäre für mich, nicht sofort an den "Anschlag" zu gehen, sondern erst einmal anzutesten. UND BESPRICH DEINE FESTSTELLUNGEN MIT DEINEM ARZT!!!

    Außer sehr vorsichtig zu sein und am besten unter Aufsicht zu beginnen, möchte ich dir keine Ratschläge geben - das kann dein Arzt besser!

    Gruß Raimond
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    am 17.07.2016 22:04:12 | IP (Hash): 1195592755
    Ich hab heute ne Stunde Sport getrieben. Eigentlich wie jeden Sonntag. 20 Minuten Rad. 20 Minuten Crosstrainer. 20 Minuten gehen 6km/h 10% Steigung. Zur Zeit mach ich nur Ausdauertraining weil ich meine Arme nicht so belasten will wegen der Arbeit die ich mache. Also das geht ohne weiteres.

    Hatte heute morgen 160 mg/dl. Hab dann 2 Brötchen gegessen. Tabletten und Insulin genommen dann die Stunde Sport nach dem Sport 120 mg/dl. Denke das ich mit den Brötchen dann weit über 200 mg/dl lag. 20i.e bauen bei mir ca 40 Zucker ab. Also war der Sport dann nicht so ergiebig. Dafür den Tag nix gegessen und jetzt vorm Abendbrot 89mg/dl gehabt. Vllt wirkt das Trulicity auch noch nicht so wie es soll war meine erste Spritze.
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    am 17.07.2016 22:04:25 | IP (Hash): 400659641
    Moin Raimond,

    ich bleib mal bei den allgemeinen Durchschnittswerten. Die Verteilung von 8 Gramm Glukose kann im Organismus dochj auch beim Blutzucker im völlig gesund normalen Rahmen ablaufen, also bei BZ komplett unter 100 laufen:

    Nehmen wir uns für die 200 Liegestütze einfach mal eine halbe Stunde Zeit. In 1 Minute pumpt unser Durchschnitts-Erwachsenen-Herz unsere Durchschnitts-Erwachsenen-Blutmenge von 5 Litern 1mal rum. In ner halben Stunde also 30mal, pumpt also insgesamt 150 Liter. Unsere 8 Gramm Glukose verteilen sich mit knapp 0,2g gleichmäßig auf jeden dieser 150 Liter. 0,2g sind 20mg/dl.

    Völlig gesund möglich ist diese Verteilung, wenn die Leber jeden Liter Blut, der aus dem Kreislauf zu ihr mit 70mg/dl rein kommt, auf 90mg/dl auflädt und damit dann wieder in den Umlauf entlässt.
    Möglich schon, aber eher unwahrscheinlich, weil 200 Liegestütze wohl bei den meisten von uns sehr viel mehr als den Ruhepuls machen, die in der halben Stunde umlaufende Blutmenge also locker auf das Doppelte und mehr erhöhen.

    Aber bleiben wir auf dem Teppich und beim Doppelten der Umlaufmenge mit Bewegungspuls: Statt nur 150 nun 300 Liter Blut, auf die die 8 Gramm Glukose verteilt werden können, statt mit 20 nun mit 10mg/dl.
    Mit dem Bewegungspuls würde das Aufladen eines Liters Blut beim Leberdurchgang von 70 auf 80mg/dl völlig ausreichen.

    WICHTIG: Der Blutzucker schwankt um maximal 20mg/dl, praktisch eher nur um 10, und 10 gehen voll im Rahmen der normalen Messungenauigkeit unter, fallen also nicht wirklich auf. Warum sollte vor dem Hintergrund jemand mit 200 und mehr starten, um nicht unter 70-50 zu kommen?

    Bin neugierig, Jürgen


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    Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.
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    am 17.07.2016 23:10:33 | IP (Hash): 400659641
    Moin Sven,

    unser Typ2 ist dadurch gekennzeichnet, dass unsere Leber zunehmend immer mehr Glukose ausgiebt, als verbraucht wird, und unsere Betas dazu zwar immer mehr Insulin liefern, aber immer just zu wenig für den gesunden BZ-Ausgleich. Bedeutet, dass die täglich selbst produzierte Insulinmenge auch noch einige Jahre nach der Typ2-Diagnosereife die Menge locker übersteigt, die bei stoffwechselgesunden ähnlichen Menschen mit ähnlicher Ernährung und Bewegung alltäglich beobachtet werden kann.
    Als Ursache für dieses defekte Regelverhalten wird uns von der Fach=Typ1-Seite Insulinresistenz genannt und die als mangelnde Aufnahmefähigkeit unserer Muskelzellen für Glukose infolge zu großen Körpergewichts erklärt.

    Seit inzwischen mehr als 10 Jahren fällt bei immer mehr schwergewichtigen Typ2 etwa 1 Woche nach ner operativen Magenverkleinerung auf, dass sich deren Blutzucker ohne(!) Zuckermedis gesund normalisiert. Genaueres Nachmessen hat sogar ergeben, dass sich die Glukose-Ausgabe der Leber nicht nur auf die gesunde BZ-Höhe verringert hat, sondern auch in ihrer Menge nur noch der von stoffwechselgesunden Menschen entspricht und ebenso die dazu passende Menge an Insulin.
    Nach EINER WOCHE nach der Operation und praktisch noch völlig ohne nennenswert messbare Gewichtsverringerung!

    Eine Deutung dazu liefert Professor Roy Taylor in Newcastle: Mit der plötzlich erheblich verringerten Nahrungs-Aufnahme verwertet der Organismus zuerst das in der Leber und in der Bauchspeicheldrüse eingelagerte Fett. Und diese Entfettung verbessert die natürliche Regelfunktion aller Organe, die in der Blutzucker-Automatik zusammen arbeiten, bis hinein in den völlig gesunden Bereich. Und die Beispiele für die gelungene Normalisierung auf diese Weise völlig ohne Medis auch bei Typ2-Zeiten über 5 Jahre nehmen zu.

    Mit meinen mehr als 20 Jahren mit Typ2 hat das Konzept für mehr als die Halbierung meines Insulin-Bedarfs geführt und das jetzt schon seit gut 3 Jahren http://forum.nicolai-worm.de/index.php/Thread/20365-INSULINER-Erfahrungen-z-B-mit-besonders-kleinem-Schmalhans-SchmalLOGI/ .
    Deswegen mag ich’s Dir gerne weiter empfehlen und Dir damit gutes Gelingen und noch viele Jahre mit gesundem Blutzucker und völlig ohne Zuckermedikamente wünschen.

    Daumendrück, Jürgen


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    am 17.07.2016 23:23:47 | IP (Hash): 1195592755
    Hallo Jürgen, danke dir für deine Worte. Mir ist schon bewusst das wenn ich wieder "normal" Gewicht habe ich evtl die Unterstützung durch die Medizin nicht mehr brauche. Leider ist das mit dem Zucker so ne Sache. Krank sein ohne Schmerzen zu haben. Leider merkt man die Konsequenzen immer erst wenn es dann zu Spät ist. Ich hoffe ich bekomme die Kurve jetzt wo ich noch so Jung bin.
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    am 17.07.2016 23:32:20 | IP (Hash): 400659641
    Noch einmal ausdrücklich:
    Die Normalisierung tritt schon nach ner Woche VLCD ein, NOCH VOR jeder ernsthaften Gewichtsabnahme.

    Und erste Erfahrungs-Berichte deuten sehr deutlich darauf hin, dass für’s Aufrechterhalten des gesunden Blutzuckers so etwas wie ein bis zwei VLCD-Tage pro Woche ohne nennenswerte Gewichtsverringerung zum Aufrechterhalten der Normalisierung ausreichen können.


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  • Elfe

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    am 18.07.2016 01:22:00 | IP (Hash): 1662633706
    hjt_Jürgen schrieb:

    Seit inzwischen mehr als 10 Jahren fällt bei immer mehr schwergewichtigen Typ2 etwa 1 Woche nach ner operativen Magenverkleinerung auf, dass sich deren Blutzucker ohne(!) Zuckermedis gesund normalisiert.



    Also bitte !
    Das ist ein sehr gefährliches Zitat.

    'Zuckermedis' mögen ev. nicht nötig sein, jedoch ist das eine sehr schwere Operation und erfordert eine lebenslange Zuführung von Vitamin B12 (ev. per Spritze), andere Vitamine und SpurenElemente.

    http://www.apotheken-umschau.de/Magenverkleinerung-und-Magenbypass

    Gar nicht darüber nachdenken !
    Mit entsprechender Ernährung und Bewegung bekommt man auch eine Gewichtsabnahme hin.

    Meint Elfe

    P.S.: Verfolge mit Interesse die Beiträge von Monti.
    An den Liegestützen ('Frauen'- = Knie-Liegestütz) muss ich noch arbeiten, bzw. an den Armmuskeln.
    http://www.liegestuetze.org/knieliegestuetze-frauenliegestuetze
    Bearbeitet von User am 18.07.2016 01:29:35. Grund: .
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    am 18.07.2016 07:41:33 | IP (Hash): 991063678
    Elfe schrieb:
    Also bitte ! Das ist ein sehr gefährliches Zitat.
    'Zuckermedis' mögen ev. nicht nötig sein, jedoch ist das eine sehr schwere Operation und erfordert eine lebenslange Zuführung von Vitamin B12 (ev. per Spritze), andere Vitamine und SpurenElemente.


    Wer lesen kann (ich meine: verstehendes Lesen) ist klar im Vorteil.

    Jürgen hat in seinem Beitrag ausdrücklich erläutert, dass die positiven Ergebnisse auch ohne OP erreicht werden können. Das als Empfehlung zur bariatrischen Operation misszuverstehen, ist schon ein starkes Stück.
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